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  1. Member Avatar von metrocard
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    Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Oder wie wollt ihr, dass man sich verhält?
    Ich finde es so schwer, auch vor dem Hintergrund, dass ich selbst nicht weiß, wie ich behandelt werden wollen würde.

  2. Junior Member Avatar von Elliot
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Oh.. Genau diese Frage stelle ich mir auch gerade. Eine Freundin von mir war / ist gerade in so einer Situation .
    Und ich war / bin sehr unsicher in meinem Verhalten bzw in den Gesprächen...
    Man kann nicht jeden Tag etwas Großes tun, aber gewiss etwas Gutes."
    Friedrich Schleiermacher

  3. Newbie Avatar von Paradiescreme
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    um was für schwierige lebensphasen geht es denn?
    also ich hätte da auch redebedarf, aber möchte das ungern im öffentlichen forum besprechen.

  4. Regular Client Avatar von Fragola
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Hm also ich bin aktuell selbst in einer solchen Phase und kann verstehen, wenn man nicht weiß wie man da reagieren soll.

    Deswegen habe ich mir angewöhnt es einfach meinem Gegenüber mitzuteilen, wie ich behandelt werden möchte. Mir hilft es bspw nicht zu viel darüber zu reden, sondern normal weiterzumachen.

    Aus diesem Grund würde ich denjenigen einfach offen fragen wie ich mit ihm umgehen soll. Anbieten, dass ich gerne mit demjenigen reden kann wann immer er will oder ob ich ihn lieber in Ruhe lassen soll.
    *~* "Schicker Mantel, Nanny Fine. Wieviele Muppets mussten dafür sterben?" C.C *~*

  5. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von Fragola Beitrag anzeigen
    Aus diesem Grund würde ich denjenigen einfach offen fragen wie ich mit ihm umgehen soll. Anbieten, dass ich gerne mit demjenigen reden kann wann immer er will oder ob ich ihn lieber in Ruhe lassen soll.
    So handhabe ich das auch.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  6. Regular Client Avatar von nirtak
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    man kann in solchen situationen nur da sein so viel oder wenig wie der andere das möchte und auch wie sich dieses da sein gestaltet ist sehr individuell, kommt auch darauf an wie eng man mit der person ist, nicht jeder erträgt hinz und kunz in schwierigen situationen, man kann das wirklich nicht so pauschal sagen

    für mich sind familie und die engsten freunde sehr essentiell, dagegen ertrage ich auch gute freunde die ich aber nur selten sehe dann kaum, irgendwelche bekannten oder nachbarn schon gar nicht, das fühlt sich schnell übergriffig an

  7. Regular Client Avatar von hester
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    bei nicht so engen menschen: zuerst mal natürlich verständnis zeigen und ggf. auf wunsch treffen anbieten, bei bedarf schnaps/kochen/spaziergang anbieten und abwarten. zeit geben.

    bei engen menschen bin ich erstaunlicherweise echt unentspannter , da erwarte ich beibder engeren kommunikation ein bisschen mehr "statusupdate", auch wenn das sicher etwas anstrengend wirken kann.
    aber auch hier hilft schnaps anbieten, reden.

  8. Ureinwohnerin Avatar von clubby
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von Fragola Beitrag anzeigen
    Aus diesem Grund würde ich denjenigen einfach offen fragen wie ich mit ihm umgehen soll. Anbieten, dass ich gerne mit demjenigen reden kann wann immer er will oder ob ich ihn lieber in Ruhe lassen soll.
    so einfach und naheliegend eigentlich und doch komm ich jetzt dank dir erst drauf.
    vielleicht sollte ich die betroffene kranke person tatsächlich mal fragen, was sie den von anderen gerne hätte, statt alles mögliche erahnen zu wollen.

    während der zeit positives erwähnen und keine vorwürfe zu vergangenem machen und nicht aufdrängen mit dem, was man selber denkt, was besser für diese person wäre.

    blöd zu beschreiben. wohl der person einfach zeigen, dass man da wäre, aber nicht überfahren sondern zeit lassen. *hmm?*

  9. Urgestein Avatar von Wiesgart
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zuerst mal bin ich sehr nachsichtig mit allem. Ich frage auch jetzt nach längerer Zeit immer noch mal nach, wie es ist und ob Dinge sich dadurch verändert haben. Die meisten vergessen das schnell, wenns jemandem vermeintlich wieder super geht.

    Und ansonsten normal behandeln, die meisten reden von allein, wenn man nicht die Erwartungshaltung hat, dass immer up to date zu sein. Manchmal will man halt einfach nicht reden und nur Ablenkung, auch wenns enge Freunde sind. Man will ja trotzdem noch einfach normal drauf sein dürfen und Dinge gut finden statt depressiv rumzusitzen, wie andere es erwarten. Jeder Tag ist anders. Und ich finde es auch wichtig sich nichts vorzuwerfen, wenn man mal falsch handelt. Das wird einem meist weit weniger übel genommen als man selbst denkt. Regelmäßig melden, wenn der andere es nicht tut, ohne Anspruchshaltung, finde ich auch wichtig. Damit der andere nicht denkt er nervt mit schlechter Laune. Irrationales Verhalten hinnehmen. Sich bedanken für die Zeit die sich jemand nimmt, obwohls grad schwierig ist. Einfach so wie man auch sonst mit Leuten umgeht, nur sensibler.

    Ich umarme auch mehr und so, aber nicht unbedingt tröstend sondern einfach so. Allgemein jemanden mehr berühren. Körperkontakt ist gut. Ständiges Mitleid nicht so. Es sei denn jemand ist nicht der Anfass-Typ, aber das merkt/weiß man ja.

    Und Kraulen zum Einschlafen. Geht natürlich nur bei engen Freunden. Finde ich für mich sehr hilfreich, weil schlechter Schlaf vieles schlimmer macht. Allgemein einfach nicht allein schlafen ist gut. Hab bei meiner Freundin nach ihrer Trennung dann meist mit ihr im Bett geschlafen, weil sie nachts Panikattacken hatte. Allein sein ist da tötlich. Ala sie ne Psychose hatte auch. Einkaufen, essen machen, Wäsche machen, nicht allein lassen. Alltagsdinge einfach. Die fallen oft dann ja auch schwer. Und Amtsdinge erledigen.

    Positive Gedanken säen. Wenn die akute Phase vorbei ist und man sich erholt. Raus gehen, gemeinsam Sport machen. Motivation ist wichtig, manchmal auch n Arschtritt.

    Und einfach gut zuhören und keine dummen Ratschläge geben.

    Ich glaube man macht da einfach vieles instinktiv richtig, wenn man einfach tut und weniger überlegt. Es schadet auch nicht jemanden einfach mal zu fragen, was er möchte. Hellsehen kann man ja auch nicht. Je nach Schweregrad der Problematik, manchmal kann jemand nicht wirklich selbst entscheiden.

  10. Member Avatar von metrocard
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von nirtak Beitrag anzeigen

    für mich sind familie und die engsten freunde sehr essentiell, dagegen ertrage ich auch gute freunde die ich aber nur selten sehe dann kaum, irgendwelche bekannten oder nachbarn schon gar nicht, das fühlt sich schnell übergriffig an
    Aber manchmal ist man eben "nur" Nachbar.
    Ich kann mich erinnern, dass einige aus dem Forum geschrieben haben, dass sie es schlimm fanden, wenn irgendwelche Bekannten die Straßenseite gewechselt haben oder sonst jeglichem Kontakt aus dem Weg gegangen sind. In solchen Konstellationen finde ich es besonders schwer, Mitgefühl zu zeigen, ohne dem anderen zu nahe zu treten.

    Enge Freunde und Familie können wohl eher klar kommunizieren, was sie sich wünschen und was nicht.

  11. Regular Client Avatar von Chipsie
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von metrocard Beitrag anzeigen
    Aber manchmal ist man eben "nur" Nachbar.
    Ich kann mich erinnern, dass einige aus dem Forum geschrieben haben, dass sie es schlimm fanden, wenn irgendwelche Bekannten die Straßenseite gewechselt haben oder sonst jeglichem Kontakt aus dem Weg gegangen sind. In solchen Konstellationen finde ich es besonders schwer, Mitgefühl zu zeigen, ohne dem anderen zu nahe zu treten.

    Enge Freunde und Familie können wohl eher klar kommunizieren, was sie sich wünschen und was nicht.
    Ich kann das schon verstehen wenn man Hemmungen hat, sowas anzusprechen, grad wenn man sonst nicht auf so einer intensiv-persönlichen Ebene ist. Aber sowas ist sonst halt wie der Elefant im Raum, deshalb würde ich immer sowas sagen wie "Hey, ich hab mitgekriegt, dass du grad ne schwere Zeit hast. Wenn ich dich da irgendwie unterstützen kann, sagst du mir Bescheid, ok?", dann ist angesprochen, dass man das weiß, aber die andere Person muss nicht drüber reden, wenn sie nicht will

  12. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Wir haben Freunde, die Ende letzten Jahres einen Schicksalsschlag erlitten haben.

    Wir versuchen, uns regelmäßig von uns aus zu melden und Treffen vorzuschlagen und dabei zu kommunizieren, dass sie gern absagen können. Wenn sie sich einfach nur Besuch wünschen und nichts unternehmen wollen, ist das natürlich okay.
    Und wir versuchen, den Schicksalsschlag nicht totzuschweigen, zum einen, damit sie drüber reden können, wenn sie wollen, zum anderen, um anzuerkennen, dass das jetzt so eben zu ihrem Leben dazugehört.

    Was man, finde ich, vermeiden sollte:
    - totschweigen
    - sich zurückziehen und hoffen, dass der andere schon verstehen wird, dass man halt überfordert ist
    - einmal "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" o.ä. sagen und denken, dass es damit getan ist. Generell finde ich, dass "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" lahm ist, auch wenn es natürlich der Wahrheit entspricht, weil man so den Ball dem anderen wieder zuspielt, und der hat eh schon schwer genug
    - erwarten, dass es bald wieder gut sein soll

  13. Enthusiast Avatar von Tiguan
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Was man, finde ich, vermeiden sollte:
    - totschweigen
    - sich zurückziehen und hoffen, dass der andere schon verstehen wird, dass man halt überfordert ist
    - einmal "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" o.ä. sagen und denken, dass es damit getan ist. Generell finde ich, dass "ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" lahm ist, auch wenn es natürlich der Wahrheit entspricht, weil man so den Ball dem anderen wieder zuspielt, und der hat eh schon schwer genug
    - erwarten, dass es bald wieder gut sein soll
    So wahr. Als mein Bruder tödlich verunglückt ist, haben genau die Leute geholfen, die einfach auch mal gesagt haben "Ich bin total hilflos, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, aber egal was ist, ich bin für dich da". Oder die, die einfach sich mal gemeldet haben (z.B. seine Freunde) mir ein Foto geschickt haben. "Hab ich gerade gefunden, denke oft an ihn". Es sind die Kleinigkeiten gewesen, die mir geholfen haben. Am Schlimmsten habe ich immer diejenigen wahrgenommen, die mich gemieden haben. Die mich nicht zum Geburtstag eingeladen haben, weil sie dachten "sie will jetzt bestimmt nicht feiern" oder "Oh Gott, sie verdirbt mir die Feier". Dabei wäre es hilfreich gewesen, mal was anderes zu sehen. Und wenn ich dann doch nicht gewollt hätte, wäre ich weggeblieben oder wäre gegangen. Aber es war einfach ganz schlimm zu sehen, wie mein/unser Verlust totgeschwiegen wurde. Meine Eltern und meine Schwester haben die gleiche Erfahrung gemacht.

  14. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Irgendwie kommt das doch extrem auf die Situation an, oder?
    Also, ist es was "akutes" (Trennung, Todesfall, ...), wo alle noch am Anfang stehen und man Hilfe anbietet?
    Oder schon was längeres (chronische Krankheit, lange Arbeitslosigkeit, ...), wo z. B. vielleicht auch Depressionen ne Rolle spielen?

    Ich hätte es schön gefunden, wenn bei den Depressionen die Leute am Ball geblieben wären. Ich hab angefangen, immer öfter Einladungen abzusagen bzw. Verabredungen zu canceln und irgendwann blieb dann alles aus, gerade als es anfing, mir besser zu gehen und ich gern wieder Sachen mit Leuten unternommen hätte... Vielleicht hätte ich breiter kommunizieren müssen, dass ich krank war, aber es hat auch niemand mal gefragt, ob was nicht okay ist.

    (Also, es wussten schon Leute, es gibt auch einige, wo die Freundschaft das überdauert hat. Aber bei vielen ist der Kontakt dann im Sande verlaufen, weil ich auch keine Kraft hatte, das aufrecht zu erhalten)
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    Klamotten || Bücher

    wubbalubbadubdub.
    ʕ•͡ᴥ•ʔ

    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  15. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Also, das finde ich ehrlich gesagt echt viel verlangt, dass die Mitmenschen erraten sollen, dass ständige Absagen nicht Desinteresse, sondern Krankheit bedeuten. Wenn ich ein paar Mal auf jemanden zugehe und ich immer gegen eine Wand renne, dann denke ich, der will nicht, und melde mich natürlich irgendwann nicht mehr.

  16. Urgestein Avatar von Wiesgart
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Ich geh irgendwie immer als erstes davon aus, dass was nicht stimmt. Das ist einfach so häufig der Fall. Und was sollte es sonst für Gründe geben, wenn vorher alles gut war und nix vorgefallen ist? Aber klar sollte man das am besten kommunizieren. Wenn man kann.

  17. V.I.P. Avatar von hui
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Bei Menschen, die wissen, dass man krank ist/Probleme hat? Andere können es natürlich nicht ahnen.

    Hatte auch mal ne ziemliche Krise und seitdem ne Depression, die immer wieder soziales schwierig macht und leider konnten oder wollten die meisten in meinem Umfeld damit nicht klarkommen und mir sind viele Kontakte flöten gegangen.
    Soweit ich weiß, hab ich selten kurzfristig abgesagt (was auf jeden Fall auf Dauer frustriert) und hätte es mir gewünscht, wenn leute öfters auf mich zugekommen wären, als dass ich mich bei Ihnen melden musste. Das ist nämlich echt anstrengend. Und schon allein ein "wie gehts dir, wollen wir uns demnächst mal treffen" wäre schön, es muss gar nix genaues oder geplantes sein.
    Gleichzeitig find ich es schwierig die Balance zu finden, ob ich sagen kann, dass es mir mal wieder schlecht geht, oder ob das irgendwann zu viel ist. Selbst wenn ich sonst gar nicht weiter darüber reden will, sondern "normales" machen, sodass es gar nicht weiter auffallen würde. Aber wenn ich dauernd auf der Hut sein muss, ob ich Leute abschrecke bzw überforder, kann ich auch nicht ich sein.
    Wir wohnen nicht in erster Linie, um zu repräsentieren, sondern um uns wohlzufühlen.


  18. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Also, das finde ich ehrlich gesagt echt viel verlangt, dass die Mitmenschen erraten sollen, dass ständige Absagen nicht Desinteresse, sondern Krankheit bedeuten. Wenn ich ein paar Mal auf jemanden zugehe und ich immer gegen eine Wand renne, dann denke ich, der will nicht, und melde mich natürlich irgendwann nicht mehr.
    Joa, kann sein. Aber ich konnte so ungefähr gar nichts mehr, war irgendwann in ner Klinik und das letzte, was ich mir vorstellen konnte, war allen aufs neue zu erklären, was los war.

    Und ich geh halt von mir aus, wenn jemand, der vorher immer mit dabei war und sonst viel selbst initiiert, ziemlich plötzlich komplett fehlt, wundere ich mich und frage mal nach...
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    Klamotten || Bücher

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    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  19. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von hui
    Bei Menschen, die wissen, dass man krank ist/Probleme hat? Andere können es natürlich nicht ahnen
    Sie sagte doch selbst, dass sie es vielleicht hätte breiter kommunizieren können, also schließe ich mal daraus, dass es um Leute geht, die es nicht wussten.

    Panda, ich verstehe schon, dass man das in dem Moment nicht schafft. Das sollte jetzt kein Vorwurf à la "Das hättest du ihnen sagen müssen!" sein. Mir ging es eher darum, sich im Nachhinein vorzustellen, wie dein Verhalten möglicherweise auf diese anderen Leute wirken musste. Wenn z.B. jemand immer wieder absagt und womöglich auch nichts neues vorschlägt, dann ist eine mögliche Erklärung nun mal, dass derjenige einfach nicht (mehr) will.

    Wir reden da ja vermutlich nicht von guten Freunden, die - nehme ich jetzt mal an - von deiner Krankheit wussten. Bei guten Freunden würde ich auch nachfragen, wenn die plötzlich anders sind, selbst wenn es vordergründig so wirkt, als hätten sie plötzlich was gegen mich.

  20. Foreninventar Avatar von Kräuterpolizei
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    AW: Wie geht ihr mit Menschen in schwierigen Lebensphasen um?

    Zitat Zitat von Tiguan Beitrag anzeigen
    So wahr. Als mein Bruder tödlich verunglückt ist, haben genau die Leute geholfen, die einfach auch mal gesagt haben "Ich bin total hilflos, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, aber egal was ist, ich bin für dich da".
    Ja, das find ich auch gut.

    Ich muß sagen, ich bin seit ca. einem halben Jahr auch wieder echt am Arsch (mal gehts, mal nicht so), und meine beste Freundin hat ungefähr so einen Satz gebracht. Das war mega okay.

    Ich finde es auch gut, wenn Leute sich abgrenzen können und z.B. sagen "hey, ich bin gern dabei, wenn Du Suff und Party brauchst, aber ich kann nicht gut damit üm, wenn du deine schlechten, morbiden Phasen besprechen willst". Das ist überhaupt nicht abwertend, sondern zeigt einfach, woran man ist und was man vom Gegenüber erwarten kann und es gestaltet dem Umgang wesentlich leichter.

    Selbst bin ich da aber auch sehr direkt und sage Leuten auch, wenn ich mit ihrem gutgemeinten Angebot, mal "über alles zu reden" nichts anfagen kann (Reden hilft eben auch nicht immer, jedenfalls nicht mit jedem, manchmal ist es einfacher, wenn man mit jmd. spricht, der einen nicht gut kennt). Es kommen ja schnell auch Menschen um die Ecke mit Ideen, die alle gut gemeint sind und der jeweiligen Person vielleicht auch in einer schwierigen Situation geholfen haben mögen, aber die einen überhaupt nicht ansprechen und/oder aktuell nicht passend sind. Ratschläge wie "hör schöne Musik und nimm ein entspannendes Bad" kann ich echt nicht mehr hören...


    Ich hab einen tollen Kollegen, der ein paar Details weiß (da ich auch krankheitsbedingt ein paar Wochen ausgefallen bin und er tlw. meine Aufgaben übernehmen mußte) und sich ab und zu alle paar Wochen mal nach meinem Befinden erkundigt, wenn wir mal nur zu zweit sind. Ich erzähl dem kurz ein paar Sätze und das war's, aber allein schon, daß er mal fragt, find ich total gut.



    TL;DR: ich denke, Ansprache an sich ist schon wichtig, aber dann eher in die Richtung "was brauchst du?", wenn man nicht genau weiß, was richtig ist.

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