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  1. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Ich hatte selber Eltern mit unterschiedlichen Namen und ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass das jemals, als ich in Begleitung meines Vaters war, zu Schwierigkeiten geführt hat. Auch interessant.
    Vor allem zu einer Zeit, wo das wirklich nicht üblich war.

    Wie es sich anfühlt einen anderen Namen zu tragen?
    Für mich war das wie ein neuer Wohnort. Bisschen aufregend, neu, spannend.

    Für mich ist meine Identität auch nicht an meinen Namen gebunden. Meine Identität setzt sich aus vielen Punkten zusammen, aber es hat sich nicht angefühlt, als wäre ein Name ausschlaggebend. Mein Vater hatte auch einen anderen Namen als ich, trotzdem ist er Teil meiner Identität.

    Die Identität die meine Mutter mir mitgegeben hat, geht ja nicht weg, nur weil ich nicht mehr heiße wie sie.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  2. Fresher
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    In der Planungsphase der Hochzeit habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und überlegt, welchen Namen unsere Familie dann haben soll. Mein Mann hat mir die Wahl gelassen. Er hätte zwar seinen gerne behalten, hätte jedoch auch meinen angenommen, wenn ich darauf bestanden hätte. Die Umständen haben sich dann geändert und ich war froh, dass ich meinen Herkunftsnamen ablegen konnte.

    Mit meinem Ex habe ich auch mal über das Thema Hochzeit und Namenswahl gesprochen. Er war strickt der Meinung, dass Frau den Namen des Mannes anzunehmen hat. Es wundert mich immer wieder, wieso er nicht schon viel früher ein Ex wurde.

    Eine Bekannte hat ebenfalls den Namen ihres Mannes angenommen. Ihr Familienname ist allerdings religös abgehaucht. Dagegen hatte ihr Mann etwas, weil er mit Religionen nichts am Hut haben will. Krass fand ich in diesem Zusammenhang nur, dass sie mit ihrem Vater darüber gesprochen und ihn nach seiner "Erlaubnis" gefragt hat.

  3. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von Chisa Beitrag anzeigen
    ne, eine mitverantwortung dafür, dass diese strukturen existieren, haben sie imho dadurch nicht. die waren ja schon vor ihnen da und sind außerdem viel größer als die namensfrage an sich. die sache mit dem namen ist ja eher ein symptom des problems des strukturellen sexismuses. wenn man sich (wenn auch vielleicht aus anderem grund) dafür entscheidet, den tradierten weg zu gehen, trägt man natürlich reflexhaft einen kleinen teil dazu bei, dass die struktur erhalten bleibt, indem man die norm bestätigt. nur würde ich ihnen deshalb keine verantwortung zuschreiben, denn es kann ja hundert gründe haben, warum sie sich so und nicht anders entscheiden haben. und selbst, wenn das paar das rein für sich aus traditionellen gründen so entscheiden hat, würde ich das nicht anders sehen.
    Die Argumentation versteh ich irgendwie nicht. Die Struktur existiert schon, klar, es geht ja auch nicht um die Schaffung, sondern um die Beibehaltung. Du sagst, man trägt durch Konformität dazu bei. Man ist aber nicht verantwortlich. Wieso? Natürlich ist man nicht für die Gesamtheit des Zustandes des Sexismus in Deutschland oder auch nur der Namenslandschaft verantwortlich, beim Wählen ist man ja auch nicht für das ganze Ergebnis verantwortlich, sondern halt für das Sechzigmillionstel oder was auch immer, das die eigene Stimme ist. (Und ja, eine Wahl ist rein auf das gesellschaftliche Ganze gerichtet, wie man heißt, ist primär eine persönliche Sache, das will ich damit nicht parallelisieren, geht mir hier eher um die große Zahl und die makroskopische Unsichtbarkeit der einzelnen Entscheidung.) Aber wie kann man etwas tun und dafür und die intendierten und nicht intendierten Folgen nicht verantwortlich sein? Wie wichtig einem jede einzelne der vielen verschiedenen Folgen auf verschiedenen Ebenen usw. sind, ob es einen interessieren sollte oder gar muss, ist eine andere Frage, oder? Warum hängt eine Verantwortung von dem Grund ab, mit dem man eine identische Handlung ausführt? Und im nächsten Satz dann doch nicht?


    Zitat Zitat von Chisa
    ich glaube, zum aufbrechen von strukturen braucht es zuallererst die bekämpfung von regelungen und auffassungen, die die struktur absichern, denn sowas entfaltet ja eine gewaltige wirkung über die einzelne norm hinaus. das führt in vielen bereichen auch zu dem, was moth weiter oben geschrieben hat: "wobei ich behaupten würde, dass vollkommen freie Entscheidungen vor dem Hintergrund von strukturellem Sexismus sowieso nicht möglich sind, aber das ist auch etwas kleinlich argumentiert."
    Es wird hier ja nicht bestritten, dass man im gesellschaftlichen Raum in vielen anderen Aspekten der Beziehugnsführung neben der Namenswahl vielleicht auch größere gesellschaftliche Nonkonformität erzeugt (u.a. weil im Nachhinein ja nicht mehr erkennbar ist bei gemeinsamen Ehenamen, wessen Geburtsname das ist), man wird ja immer von mehr oder weniger vielen Leuten gesehen bei vielen seiner privaten Entscheidungen und wirkt dadurch auch, und da sehe ich schon eine gewisse Verantwortung, die ich aber nicht so hoch hängen würde, dass das entscheidend sein sollte. Weder sollte man mMn etwas erwartungskonform entscheiden, WEIL man den Konsens einhalten sollte, noch WEIL man ihn brechen sollte. Aber die Wirkung hat man eben trotzdem und wie weit das in der eigenen Entscheidung mit ein Faktor bei dieser oder jener Entscheidung ist, ist wahrscheinlich auch Geschmacksache.
    Ich denke nicht, dass irgendjemand hier davon ausgeht, dass eine Ehe, in der beide den Geburtsnamen des Mannes führen, wie eine Ehe in der BRD der 1950er läuft, die Regelungen sind aber ja eben geändert, da gibt es keine Ungleichberechtigung mehr, weder im Ehe-, noch im Namensrecht, trotzdem entscheiden sich die meisten so, wie das restriktive Namensrecht vor über sechzig Jahren es erzwungen hätte. Ein Teil von dem Zuallererst ist also erfüllt, die Auffassungen, die über Jahrhunderte gewachsen sind, ändern sich langsamer, dazu kann man ja auf verschiedenste Weise beitragen.

  4. Inaktiver User

    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von *Flower*Power* Beitrag anzeigen
    Fühlst du dich als Fleischesser vor den Kopf gestoßen, wenn Vegetarier/Veganer sagen, dass sie auf aus gründen auf Fleisch verzichten? Ist dir mich ähnlich. Und ok, solange es nicht vorwurfsvoll/missionarisch gesagt wird.
    Ich bin da zwar die vegetarische Seite, aber ja, durchaus habe ich da manchmal das Gefühl, dass der Fleischesser explizit fragt, sich dann aber durch meine ehrliche Antwort, dass ich kein Fleisch esse aus Gründen a, b, c angegriffen fühlt. Egal, wie viel Mühe man sich mit einer möglichst ich-bezogenen Antwort gibt: es wird schnell persönlich genommen und sich rausgeredet mit "ich esse eigentlich auch nur gaaanz selten Fleisch und nur biofleisch selbstverständlich und so weiter". Ähnliches könnte ich mir bei der Namenssache vorstellen.

  5. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin da zwar die vegetarische Seite, aber ja, durchaus habe ich da manchmal das Gefühl, dass der Fleischesser explizit fragt, sich dann aber durch meine ehrliche Antwort, dass ich kein Fleisch esse aus Gründen a, b, c angegriffen fühlt. Egal, wie viel Mühe man sich mit einer möglichst ich-bezogenen Antwort gibt: es wird schnell persönlich genommen und sich rausgeredet mit "ich esse eigentlich auch nur gaaanz selten Fleisch und nur biofleisch selbstverständlich und so weiter". Ähnliches könnte ich mir bei der Namenssache vorstellen.
    Es geht weniger darum was du denkst, was andere denken, sondern wie du denkst.
    Wenn du Vegetarierin bist, fühlst du dich dann vor Veganern vor den Kopf gestoßen?



    Irgendwie krass wenn man drüber nachdenkt. Seit 1994 (das muss man sich mal geben, erst seit 94!!) habe ich als Recht als Frau überhaupt darüber zu entscheiden welchen Namen ich tragen will.

    Und nun bin ich strukturell irgendwie verantwortlich, eben keine Entscheidung treffen zu können und mich für meinen Namen zu entscheiden? Find ich schwierig.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  6. Inaktiver User

    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Es geht weniger darum was du denkst, was andere denken, sondern wie du denkst.
    Wenn du Vegetarierin bist, fühlst du dich dann vor Veganern vor den Kopf gestoßen?
    Ehrlich gesagt ja, weil ich für mich weiß, dass das der nächste logische und sinnvolle und gute Schritt ist und ich den aus Gründen bisher noch nicht gegangen bin. Ich sehe da durchaus Parallelen zur Namenssache. Anders ist die Statistik für mich nicht zu erklären.

  7. Inaktiver User

    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Irgendwie krass wenn man drüber nachdenkt. Seit 1994 (das muss man sich mal geben, erst seit 94!!) habe ich als Recht als Frau überhaupt darüber zu entscheiden welchen Namen ich tragen will.

    Und nun bin ich strukturell irgendwie verantwortlich, eben keine Entscheidung treffen zu können und mich für meinen Namen zu entscheiden? Find ich schwierig.
    Es sagt doch niemand, dass sich jede Frau für ihren Namen entscheiden soll und damit keine Entscheidungswahl mehr hat. Und es glaubt dir doch sicherlich auch jede hier, dass du deinen Namen aus Gründen und nicht aus schnöder Tradition abgegeben hast. Und das ist doch auch das Gute an Wahlfreiheit: Du kannst dich für die immer noch vorherrschende Norm entscheiden, wenn du das willst. Und das ist doch für den Einzelnen auch gar kein Problem.
    Das Problem ist, dass der überwiegende Großteil der Frauen das macht und da die Statistik einfach haken muss und da garantiert viele drunter sind, die nicht so durchdacht gehandelt haben.
    Wahlfreiheit kommt doch nicht völlig aus dem Nichts. Die Zeiten haben sich gewandelt, der Ruf nach gleichberechtigten Möglichkeiten wurde lauter und heute haben wir im Namensrecht diese Möglichkeit. Und kaum ein Paar nutzt sie. Ganz.toll.nicht.

    Chisa hat da ja einen interessanten Post zum Aufbrechen von Strukturen geschrieben und das dann in der Praxis alles nicht so einfach ist. Stimmt schon, aber ich finde es auch schwierig, sich hinter dieser Begründung zu verstecken und nicht selber bewusst den Anfang zu machen. Es ebnen eben nicht immer "die anderen" den Weg, manchmal muss man auch selber ran und ich glaube, dass es genug Frauen gäbe, denen das zuzutrauen wäre.

  8. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe noch eine Frage zum Thema "Gespräche über den Nachnamen". Wie kommt es an, wenn jemand auf seine Gründe angesprochen wird, wieso der Frauenname der Familienname wurde und die ehrliche Antwort in diesem beispielhaften Fall dann lauten würde, dass man den Traditionen bewusst etwas entgegen setzen wollte? Fühlen sich da Leute mit bewusst traditioneller Entscheidung nicht vor den Kopf gestoßen?
    Also was mir schon häufiger begegnet ist so ein bestimmter „ach natürlich, die muss es schon wieder anders machen“ belächelnder blick.

  9. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Ich kenne verschiedene Fälle. Ich komm ja vom Dorf und die meisten, mit denen ich Abi gemacht habe, haben den Namen des Mannes für die Ehe gewählt. Da ich denen aber nicht nahe stehe, habe ich nicht gefragt.
    Bei einer guten Freundin haben erst beide den Namen behalten, er hat unter seinem auch veröffentlicht. Nach der Totgeburt, die auf seinen Familiennamen registriert wurde, hat sie seinen angenommen, damit sie heißt, wie ihr toter Sohn und wie zukünftige Kinder.
    Auch bei meinem Cousin haben erst beide ihren Namen behalten und hatten auch keine Kinder geplant. Später ist sein Name dann Familienname geworden und sie führt nun Doppelnamen.

    Bei den Hochzeiten im Bekanntenkreis haben in 3 von 5 Fällen die Männer den Namen der Frau angenommen. Bei einem Paar war die Familie des Mannes total empört, er wollte aber den Namen loswerden, weil er hieß, wie sein Großvater und das nicht mehr wollte. Bei den anderen beiden gab es, soweit ich weiß, keine großartige Diskussion.

    Jochen und ich haben beide unsere Nachnamen behalten.
    Ich wurde ein paar Mal gefragt, warum und hab dann immer (wahrheitsgemäß) gesagt "warum nicht?", mir fällt halt kein Grund ein, warum ich das Namenswechsel-Trara mit neuen EC- und Versichertenkarten, Schriftverkehr usw usf bräuchte.
    Wenn Kinder kämen, würde ich aber Jochens deutschen Nachnamen bevorzugen und dann wahrscheinlich einen Doppelnamen führen.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  10. Urgestein
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    da hier wieder das stichwort veröffentlichungen kam und gewitter es weiter oben auch schon erwähnte - es gibt ja durchaus auch konstellationen, in der der-/ diejenige den ursprünglichen namen als künstlernamen fortführen kann.

  11. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von Serafina Beitrag anzeigen
    da hier wieder das stichwort veröffentlichungen kam und gewitter es weiter oben auch schon erwähnte - es gibt ja durchaus auch konstellationen, in der der-/ diejenige den ursprünglichen namen als künstlernamen fortführen kann.
    das braucht man noch nicht mal als künstlernamen, man kann einfach so weiter unter dem alten namen publizieren. ich habe auch eine freundin, die unter einem doppelnamen publiziert, obwohl sie keinen führt und den namen des mannes angenommen hat (dadurch bleibt der name, mit dem sie angefangen hat, zu publizieren weiter sichtbar). im grunde ist das also unproblematisch. aber, und das ist ein punkt, der für mich wichtig ist: es kann trotzdem verwirrend sein, wenn man anders heißt als man publiziert. bei den konferenzen muss man dann halt doch den tatsächlichen namen anführen und dann können die leute nachher trotzdem nix mit einem anfangen, weil sie den alten und neuen namen nicht zusammenbringen. man geht ja schon mal auf ne konferenz und denkt so "ah, der/die ist auch da", weil man die person von publikationen kennt. der effekt bleibt dann aus. insofern wäre das für mich ein sehr guter grund, den namen, unter dem man publiziert hat, zu behalten, sofern man die eigene zukunft in der wissenschaft sieht.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  12. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von Serafina Beitrag anzeigen
    da hier wieder das stichwort veröffentlichungen kam und gewitter es weiter oben auch schon erwähnte - es gibt ja durchaus auch konstellationen, in der der-/ diejenige den ursprünglichen namen als künstlernamen fortführen kann.
    ja, kann man
    Muss man ja aber nicht. Meine Prof hat sich telefonisch an der Uni nur mit Mädchennamen gemeldet, am Handy und zuhause mit Doppelnamen. Das wäre mir zu schizophren.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
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  13. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Ich fände es herrlich, wenn man schizophren nicht mehr sagen würde, wenn man gespaltene Persönlichkeit meint, das hat nämlich nichts miteinander zu tun. (Und es ist v.a. für Betroffene ziemlich blöd, wenn sie sich mal outen und dann völlig falsche Vorstellungen im Raum stehen.)

  14. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Das setz ich mal als bekannt voraus.

    Was würdest du stattdessen sagen?
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  15. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Gespalten?

    Leider ist das nicht so bekannt, wie man denkt und ich versteht auch nicht, warum man ein Wort als Metapher so bedeutungsfalsch benutzen muss...

  16. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Hat sich halt einfach eingebürgert. Ich sage ja auch "da werd ich depressiv", auch, wenn es nicht wirklich ne depressive Episode bei mir auslöst.

    "gespaltene Persönlichkeit" verbinde ich persönlich z. B. mit Hypnose-Diagnosen und Betroffenheitsreportagen über Kult-Opfer, deren Seelen in tausende Scherben zersprangen...
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  17. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    "Ich werd depressiv" geht aber immerhin idR tendenziell von den Gefühlen her grob in die Richtung einer klinischen Depression. "Gespaltene Persönlichkeit" (dissoziative Identitätsstörung, multiple Persönlichkeitsstörung) gibt es, Schizophrenie gibt es, hat gar ungefähr nichts miteinander zu tun. (Also, ja, es sind beides quasi Spaltungen, daher die Bezeichnung mit dem griechischen Wort S-chis-, aber Schizophrenie ist halt nicht die Spaltung in mehrere in sich mehr oder weniger geschlossene Persönlichkeiten, sondern eine Zerfaserung verschiedener Aspekte des Denkens und Wahrnehmens in sich.)

    Und klar weiß ich, dass es sich eingebürgert hat, ich plädiere mit meinem kleinen Stimmchen dafür, es wieder "auszubürgern", gerade wenn man weiß, dass die Bezeichnung eigentlich was komplett anderes meint. Ich sitz nämlich schon relativ oft mit irgendwelchen Angehörigen von psychotischen Patient_innen oder auch den Patient_innen selbst, und setze denen auseinander, wenn es der erste Schub ist, dass psychotische Symptome u.a. durch eine Schizopherenie ausgelöst werden können und dass das NICHTS mit gespaltener Persönlichkeit zu tun hat.

    Klar kann jede_r sagen, was sie/er will.
    Und ich möchte gern diesen Hinweis aussprechen

    Sorry für OT
    Geändert von durga (04.01.2019 um 02:59 Uhr)

  18. V.I.P. Avatar von Butterbrötchen*
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Danke Durga, wieder was gelernt! <3
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    I don't like the straight way

    We're in the middle of something
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  19. V.I.P. Avatar von hui
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Ich finds auch gut, Durga, ich weiß davon nämlich gar nichts. Und finde es stellenweise schon doof, wenn „depressiv“ von Leuten als gefühlsbeschreibung genutzt wird, die eigentlich keine Ahnung von einer Depression haben. Obwohl ja eigentlich alle schon wirklich niedergeschlagene Tage kennen.
    Wir wohnen nicht in erster Linie, um zu repräsentieren, sondern um uns wohlzufühlen.


  20. Regular Client Avatar von SallyBray
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    AW: Nochmal zu Nachnamen

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen

    Sorry für OT
    Ich steig da jetzt trotzdem noch nicht so richtig durch. Hast Du (oder eine andere von Euch) zufällig letztens den Tatort gesehen, der sich mit Schizophrenie beschäftigt hat? Der hatte da die (aus meiner Sicht?) typischen Symptome wie Stimmen hören, hat sich verfolgt und beobachtet gefühlt, aber hatte auch eine gespaltene Persönlichkeit i.S.v. ein zweites Ich, das mit ihm geredet hat, ggf. bestärkt, aber auch, äh, Ratschläge gegeben hat usw. Ist das dann entsprechend kein Teil der Schizophrenie, sondern eine davon unabhängige Persönlichkeitsstörung/ multiple Persönlichkeit?
    In a rain of bullets and blood and snow.
    I saw the midnight come and I watched her go.

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