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  1. Urgestein Avatar von melody.
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von rosaPony Beitrag anzeigen
    iund ja, für mich wirkt das dann halt echt, als ob single sein etwas negatives ist.
    ich finde es auch nicht schlimm, aber es wird mir schon immer zu verstehen gegeben, dass so ohne beziehung das ja nix ist. eine nachbarin von mir ist so um die 40, hat einen vollzeitjob, mcht einen sprachkurs, ist voll informiert über alles und macht ab und zu nordic walking - dazu freundes / bekanntenkreis.
    zu ihr sagen die leute öfter mal: ja, ohne mann / kinder ist das wohl langweilig, da muss man sich eine bescshäftigung suchen
    ....


    wenn man sich eine beziehung wünscht, ist es das wohl wirklich

  2. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Ich habe eine Freundin die ist bald 50. Mega erfolgreich mit ihrer Selbstständigkeit, hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und beschäftigt mehrere Mitarbeiter. Total geil.
    Und trotzdem wird von Dritten öfter der Spruch gedrückt "ja, vielleicht findest du ja auch noch einen Mann dazu".
    Als wäre das, was sie bis jetzt hat, noch nicht großartig und ausreichend.

    Da kann ich schon verstehen, dass man das als Alternative empfindet. Obwohl ich es schlimm finde. Weil es immer suggeriert, man wäre nicht "richtig" wenn man so lebt.
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  3. Ureinwohnerin Avatar von rosaPony
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    also ich stimme euch ja in allem auch so zu und kann die gedankengänge nachvollziehen. aber gerade, weil es eben geselsschaftlich nicht anerkannt ist (vor allen dingen gerade als frau), wäre es doch gut in so einer form wie hier, eben nicht von alternativen leben zu schreiben. für viele (gerade konzervative normkonforme) ist alternativ nämlich oft negativ besetzt. also ich will damit sagen, dass ich es schön finden würde, wenn wir hier nicht auch noch davon reden würden, dass ein (un)bewusstes singleleben etwas ungewöhnliches alternatives ist. sprache ist halt macht.
    We are the angry mob
    We read the papers every day
    We like who we like, we hate who we hate
    But we’re also easily swayed.

  4. Member Avatar von Sublus
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Melody, Sarah, echt unglaublich, was sich manche Leute da erlauben!

    rosapony, da hast du recht. Abgesehen davon, dass es nicht wahnsinnig hilfreich ist, wenn eine sagt, sie sucht Lebenskonzepte abseits Karriere und Familie, zu antworten "arbeite halt weniger und bleib Single"
    Mom! Theron's dried his bed again!

  5. Senior Member
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    ich hab mir nur den ersten post durchgelesen, deswegen sorry falls meiner nicht reinpasst

    ich finde am wichtigsten ist dass das jeweilige lebenskonzept einen gluecklich macht und man nicht starr versuchen sollte irgendeinem ideal hinterherzueifern. egal ob das karriere machen mit haus, kindern und hund, im nirgendwo einsiedler zu sein oder immer herumzureisen. und vor allem auch damit gluecklich zu sein dass sich das eigene ideal oft veraendern kann.

    ich kenne viele leute mit unterschiedlichsten lebenskonzepten und die die mit ihrem leben gluecklich sind haben ihr lebenskonzept immer wieder angepasst und hatten nebenbei auch noch viel glueck. hier mal ein paar beispiele:

    -A war jahrelang Tauchlehrerin und ist je nach Saison umgezogen, sie hat nicht viel verdient hat aber viel gesehen. Sie hat dann ihren Traumort gefunden und arbeitet in einem gehobenen Restaurant, sie unterrichtet nebenbei Privatkunden.
    -B ist Physiotherapeut in Japan(er ist kein Japaner). Er arbeitet in der Skisaison fuer ein Krankenhaus in einem Skigebiet. Den Rest des Jahres arbeitet er in einer japan. Grosstadt als Physio fuer expats. Er spricht nur wenige worte japanisch. Gerade hat er sich mit seiner ausl. Freundin ein Haus in einem entlegenen Wald gekauft um dort so viel zeit wie moeglich zu verbringen.
    -C liebt das Meer und arbeitet auf Superyachten. Er verdient viel Geld dabei und spart es um seiner Mutter das Haus in dem sie lebt zu kaufen und sich selbst auch eines. Spaeter will er sich selbstaendig machen.
    -D lebt in einem entlegenen Teil von Australien. Er ist fuer die Instandhaltung von wichtiger Infrastruktur zustaendig und wird dafuer gut bezahlt. Dafuer kann er seinen Traum von Leben in abgeschiedenheit war machen.
    -E hat kein eignes Haus. Sie geht einem normalen Job nach und macht nebenbei Haussitting. Besitz ist ihr nicht wichtig und sie hat gerne eine neue Umgebung.

    sonst kenne ich noch viele leute die saisonal , auf kreuzschiffen in oil/gas/mining etc. arbeiten, oderin saudi/dubai/etc. kinder unterrichten

    dann gibts noch die digitalen nomaden und dauerfreiwilligen im bekanntschaftskreis wobei ich bei beidem wegen der haeufigen illegalitaet nur bedingt empfehlen wuerde

    und dann gibts natuerlich auch konzepte die nicht so weit weg von karriere/haus/kind sind.
    sehr viele meiner arbeitskollegen sind von ihrem job erfuellt (ziel - hilfe fuer menschen in not), kommen extra frueh zur arbeit um und machen um 14-15 uhr schluss um ihrer 2. Leidenschaft nachzugehen. das kann alles moegliche sein. von bienenzuechtern, mandelbauern, anwaeltin fuer fluechtlinge, versch. sportarten, blindenhundausbilder etc.
    Manche haben Haueser, manche haben Kinder und das spielt jeweils eine unterschiedliche Rolle.

    ich bin jahrelang herumgereist und jetzt bin ich da so wie viele meiner arbeitskollegen. mich macht das gluechlich und das find ich am wichtigsten

  6. V.I.P. Avatar von hellogoodbye
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ja, aber ich denke schon, dass es daran liegt, dass eine Gesellschaft suggeriert, dass Heiraten, Haus, Kind,... der "normalste" Weg ist. Und das berichten ja auch viele hier immer wieder in anderen Zusammenhängen. Man muss sich auf jeden Fall mehr erklären, wenn man die drei Punkte nicht erfüllen will.
    Dann wird es schnell der alternative Lebensweg.
    .

    Und das haben doch auch die meisten versucht so zu schreiben, oder? Also ich wollte zumindest implizieren, dass ich mein Leben (unverheiratet, keine Kinder, kein Wunsch nach Wohneigentum) ziemlich normal und zufriedenstellend finde. Und ich eben nicht nachvollziehen kann, warum alles abseits von heiraten und Kinder bekommen alternativ sein sollte. Aber wahrscheinlich habe ich mich da falsch ausgedrückt.

    (Nichtsdestotrotz bekomme ich ständig Nachfragen, warum ich nach knapp zehn Jahren Beziehung a) noch nicht verheiratet bin, b) noch keine Kinder habe und c) zu zweit in einer 50 qm Wohnung lebe. Im Gegensatz dazu werden Freundinnen von mir eigentlich nie gefragt, warum sie heiraten und Kinder bekommen. Das impliziert einem dann schon irgendwie, dass man nicht "normal" ist. Zumindest ist es definitiv anstrengend solche privaten Fragen von fast Fremden gestellt zu bekommen. Aber das ist ein anderes Thema.)

  7. Enthusiast Avatar von wunder
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Das mit den Kreuzfahrtschiffest ist auch eine gute Alternative, stimmt. Z.B. auf der Aida gibt es viele verschiedene Jobs, man hat soweit ich weiß immer Halbjahres-Verträge, man sieht was von der Welt, hat aber trotzdem einen einigermaßen festen Arbeitsplatz. Der Verdienst ist nicht sehr hoch, aber man hat auch wenig Ausgaben, nur bei den Landgängen. Für Unterkunft und Essen zahlt man angeblich nichts. Dadurch kann man ganz gut sparen.
    Ein früherer Kollege von mir hat das 1,5 Jahre lang als Fotograf gemacht, ist unter anderem in die Karibik gefahren..

  8. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Als immer-Single empfinde ich nichts, was in diesem Thread geschrieben wurde (außer natürlich die entsprechenden Zitate von Dritten) als negativ. Ich muss mich aber auch seltenst erklären und habe niemals so unverschämte Kommentare gehört, obwohl meine nicht-akademischen Kolleg_innen (was zahlenmäßig die meisten sind) zu 95% das Gegenteil von mir leben, nämlich seit 20 in Beziehung, großteils verheiratet, im Dorf der Eltern oder Schwiegereltern und mit Anfang 20 1-3 Kinder gekriegt. Die finden mein Leben vielleicht merkwürdig, aber zumindest teilen sie mir das nicht negativ mit.
    Ich höre aber auch "alternativ" nur von Leuten als negativ konnotiert, die einfach einen sehr schmalen Horizont haben oder eine verhärtete mir unsympathische politische Haltung, insofern interessiert mich das nicht.

    Singlesein als alternativen Lebensstil wäre mir jetzt nicht so direkt eingefallen, aber viele gerade sehr mobile Lebensstile lassen sich doch zumindest allein sehr viel einfacher realisieren. Und statistisch ist v.a. geplantes dauerhaftes Singlesein ja schon selten und damit find ich die Bezeichnung als alternativ jetzt auch nicht total abwegig. Würde meinen Lebensstil aber nicht so bezeichnen, ich bin in einem traditionellen Beruf angestellt und relativ sesshaft. Manche würden es vielleicht schon alternativ finden, dass ich trotz vernünftigen Einkommens (aus Faulheit) in einer möbliert gemieteten 35qm-Wohnung wohne. Das hängt doch immer sehr vom Bezugsrahmen ab.

  9. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    ja, ich bin mit meinem wg-zimmer (bewusst gewählt und gewollt) mit anfang 30 in meinem umfeld schon eher alternativ drauf :')
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  10. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    für mich ist das auch erst einmal abwegig, aber ich glaube, die Intention hinter dem Thread ist "irgendwie bin ich unzufrieden mit meinem jetzigen Leben, und das, was es so als gängige Konzepte gibt, will ich auch nicht/scheint mir unerreichbar. Wie könnte ich denn da rauskommen?" und dann erscheint es mir doch nicht mehr so merkwürdig. Auch wenn ich nicht weiß, ob "alternativ leben nach Bauplan" so der richtige Weg ist. Aber irgendeine Orientierungshilfe braucht man ja, wenn man von selber keine Orientierung hat.
    Ja, das kann ich nachvollziehen. Aber das ist dann eben für mich einfach ein "selbstbestimmtes" Leben, in dem Sinne, dass ich reflektiere, es gibt die Modelle A und B und C meist und das passt mir nicht, jetzt schaue ich mich mal um und mache mein eigenes Leben und bin damit glücklich.
    "Alternative Lebenskonzepte" leben für mich Menschen, die in der Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, einfach wirklich nicht klarkommen und dann über Stock und Stein sich davon (weit) entfernen. Wer nach ein, zwei Dokumentationen die Erleuchtung hat und nach Gomera reist, um in einer Höhle zu wohnen, ist mMn(!) im besten Fall noch ein Nachmacher. Sorry. Natürlich braucht man manchmal Vorbilder, auch als Höhlen-Hippie sicher :') Aber für mich klingt dieser Thread irgendwie so gefühlsneutral. Da geht es nicht um diese riesige große Unzufriedenheit, dieses innere Weg-wollen und diese Zerrissenheit, wie ich sie von Menschen kenne, die tatsächlich alternativ leben (also wahrhaftige Aussteiger).
    Mich erinnert der Thread auch ein bisschen hieran.

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Ich persönlich hab das so interpretiert, dass "Familie/Job/Einfamilienhaus" als Standard-Lebensentwurf angesehen wird, der für die Threadstellerin nicht erfüllend scheint, weswegen sie nach Alternativen sucht. Insofern wäre ein geplantes, freiwilliges Single-Leben ja schon ein alternatives Konzept.
    Aber das ist heutzutage doch einfach nur realitätsfern? Es gibt doch nun wirklich mehr Konzepte als Familie+Job+Einfamilienhaus in Deutschland!? Was ist an einem Single heutzutage ungewöhnlich? Mir ist schon klar, dass es viele Menschen gibt, die ein Leben ohne monogame Liebesbeziehung abwerten, aber das ist doch kein Beweis dafür, dass es ungewöhnlich ist?!
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  11. Ureinwohnerin Avatar von sommerkind
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    phaenomenal. Ich klinke mich mal ein. So wie ich den Thread verstehe geht es eben gerade um die anderen Konzepte, die es sehr wohl gibt und die die Threaderstellerin diskutieren wollte? Aber es gibt halt schon eine Norm, findest du nicht?
    Was nun Norm ist, variiert sicherlich zwischen verschiedenen sozialen Kreisen. Und die Norm in meinem engeren Freundeskreis ist auch nicht Familie/Job/Einfamilienhaus. Aber auf meiner Arbeit beispielsweise ist das schon das dominierende "Konzept", und das sind Menschen, die in anderen Aspekten wiederum gar nicht in dieses, ich nenn es mal, "spießige" Bild passen. Das wird mir fast täglich bewusst, wie stark das doch gesellschaftlich verankert ist und deswegen habe ich mich auch schon häufiger (unbewusst) damit auseinandergesetzt, was zB ein anderes Konzept ausmacht.
    Put me on a pedestal and I'll only disappoint you
    Tell me I'm exceptional, I promise to exploit you.






  12. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Was ist an einem Single heutzutage ungewöhnlich? Mir ist schon klar, dass es viele Menschen gibt, die ein Leben ohne monogame Liebesbeziehung abwerten, aber das ist doch kein Beweis dafür, dass es ungewöhnlich ist?!
    Es mag zwar nicht wenige Singles geben, aber ich behaupte jetzt mal nur ein kleiner Prozentsatz sieht das für sich als Lebenskonzept und nicht nur als Lebensphase an.

    Ich glaube, rein statistisch wird Single zu sein auch nicht in Zusammenhang mit einer Partnerschaft gebracht, sondern der Haushaltsgröße - spricht: wer allein lebt, gilt als Single. Nun mag die Anzahl solcher Haushalte nicht gering sein, allerdings hängt dort das Empfinden der Norm zu entsprechen vermutlich mit dem Alter zusammen. So ist es für besonders jüngere oder ältere Personen üblicher, als für die Altersgruppe zwischen 30 und 60, da in dieser Altersspanne die meisten ihre Wohnung mit Kindern und/oder Partner_innen teilen.

    Und vor allem kinderlos befindet man sich ganz klar in einer Minderheit: je nach Wohnort umfasst das zwischen 10 bis 20 Prozent der Frauen jenseits des gebärfähigen Alters und nicht alle davon sind das freiwillig geblieben. Die Zahl kinderloser Männer ist immer etwas höher, wobei die häufig weniger als "kinderlos" und eher als "haben noch keine Kinder" betrachtet werden.

    Also ja, ich würde behaupten sein Leben dauerhaft bewusst darauf anzulegen Single und kinderlos zu sein trifft nur auf eine sehr kleine Minderheit zu - durchaus auch von der Politik begünstigt, da Singles nicht als unterstützungswürdige Gruppe gelten. Ich lebte etwa mal in einer Stadt, in der man für 30qm 750 Euro zahlt, aber Anspruch auf geförderte Stadtwohnungen zu deutlich günstigeren Konditionen besitzen nur Familien und Menschen mit Behinderungen, obwohl solche Mieten für Einzelpersonen schnell mal 50 Prozent oder mehr des Einkommens beanspruchen können und dauerhaft auf so wenig Fläche zu leben auch nicht allzu schön ist.

    Es geht insofern nicht nur um die Dimension mit wem man wie Romantik und Sex lebt.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  13. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von sommerkind Beitrag anzeigen
    Das wird mir fast täglich bewusst, wie stark das doch gesellschaftlich verankert ist und deswegen habe ich mich auch schon häufiger (unbewusst) damit auseinandergesetzt, was zB ein anderes Konzept ausmacht.
    Man darf da halt auch nicht vergessen, wie sehr es von der Politik begünstigt wird, dieses Konzept zu leben bzw. erschwert, es nicht zu tun. So darf man bsw. Pflegeurlaub nur für Angehörige in Anspruch nehmen und damit fallen etwa alle freundschaftlichen Beziehungen raus. Würde man sich also bsw. dafür entscheiden mit einer Gruppe von Freund_innen in einer WG zu leben und sogar gemeinsam Kinder großzuziehen (ohne mit ihnen verwandt zu sein) dürfte man sich keine gesetzliche Unterstützung erwarten, wenn diese Kinder oder die Freund_innen des gemeinsamen Haushalts krank werden sollten.

    Auch Liebesbeziehungen abseits von Paarkonstellationen werden gesetzlich nicht berücksichtigt.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  14. V.I.P. Avatar von Akureyri
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Ich komme nicht nach alles zu lesen. Aber es geht doch auch darum, dass man in seinem Umfeld gewisse Lebensformen als Norm vorgelebt bekommt. Die Freunde in meinem Alter haben/kriegen halt überwiegend Kinder und kaufen Häuser. Ich dachte mal, das sei auch mein Ziel, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Bei ningun scheint das ausgeprägter zu sein. Da ist es doch normal zu überlegen, was alles so möglich wäre.

    Seien wir mal ehrlich, Kinder schränken einen ein, da man ihre Bedürfnisse berücksichtigen muss. Wenn man kimderlos ist, egal ob bewusst oder weil es sich nicht ergeben hat, kann man spezifischer das Leben auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen.

    Mit Karriere ist es ähnlich, wenn man Wert auf Gehalt, finanzielle Sicherheit, einen sicheren Job legt, schränkt das dir Flexibilität ein.

    Manche Menschen können eher von einem Job zum nächsten leben, und es ist wichtiger nicht festgelegt zu sein.

  15. Addict Avatar von ningun
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von Vitulina Beitrag anzeigen
    Du wärst doch eigentlich prädestiniert für so ein digitales Nomadenleben. Du musst ja nicht hipsterig in Chiang Mai abhängen. Internet gibt es auch in der Natur. Stichwort Geo-Arbitrage. Wie man das moralisch findet, ist die eine Sache. Im Sinne von wenig/saisonal dafür arbeiten und viel davon leben ist es halt der perfekte Klassiker.
    Wobei ich bei dir gar nicht ganz rauslese, ob du überhaupt "weg" oder "rumkommen" willst oder ob du nicht sowieso in Deutschland (oder A/CH, weiß nicht, wo du wohnst) bleiben willst? Und suchst du etwas Langfristiges als Lebensfokus oder eher was Flexibles?
    Wie wäre es als Idee mit saisonal in der Gastronomie arbeiten? An der Küste werden doch immer wieder Saisonkräfte gesucht, direkt mit Unterkunft, sodass du dich auch nicht langfristig an Job oder Wohnung bindest. Oder du heuerst auf einem Kreuzfahrtschiff an. Aber das wars dann wohl mit kleinem Fußabdruck. Vielleicht fallen mir nachher noch mehr Ideen ein

    Prinzipiell könnte ich mir vorstellen aus D wegzugehen, habe bislang aber noch keinen Ort kennengelernt, wo ich mir dauerhaft vorstellen kann zu leben.
    Meinen Ort mag ich sehr, aber im Winter ist es in D halt schon eklig. Da fehlt mir Sonne definitiv und das schlägt mir schnell aufs Gemüt.
    Dann wären da noch die Aspekte von deutlich weniger/keine () Miete zahlen zu wollen und Ressourcen zu schonen. Das sind auch Überlegungen, die mich nach Alternativen suchen lassen.
    Nach dem Begriff Geo-Arbitrage schau ich mal.

  16. Addict Avatar von ningun
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ich finde, du springst sehr von einem Thema zum anderen. Ich kann bei dir gar kein Bild festmachen, was dir gefallen könnte.
    Weil es irgendwie wirkt, als wenn du, würdest zum Beispiel in einer Jurte im Wald leben, immer auf die Stadt schielen würdest. Und umgekehrt.
    Ich schrieb, da ambivalent zu sein und Stadt UND Natur zu mögen + der Frage, wie sich das möglichst gut vereinen lässt

  17. V.I.P. Avatar von Hawaii
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ich habe eine Freundin die ist bald 50. Mega erfolgreich mit ihrer Selbstständigkeit, hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und beschäftigt mehrere Mitarbeiter. Total geil.
    Und trotzdem wird von Dritten öfter der Spruch gedrückt "ja, vielleicht findest du ja auch noch einen Mann dazu".
    Als wäre das, was sie bis jetzt hat, noch nicht großartig und ausreichend.

    Da kann ich schon verstehen, dass man das als Alternative empfindet. Obwohl ich es schlimm finde. Weil es immer suggeriert, man wäre nicht "richtig" wenn man so lebt.
    Ich überlege gerade, wie mega-strange es umgekehrt wäre. Eine Frau, die einen tollen Mann geheiratet hat und ihr dann von der Verwandtschaft und dem Freundeskreis immer der Spruch gedrückt würde "Naja, vielleicht findest du ja auch noch den passenden Job dazu, dann wäre dein Glück perfekt!" oder "vielleicht wartet ja auch noch deine Traumkarriere an der nächsten Ecke"
    "Ich wünschte ich könnte, aber ich will nicht."

  18. Addict Avatar von blauer_Engel
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von Hawaii Beitrag anzeigen
    Ich überlege gerade, wie mega-strange es umgekehrt wäre. Eine Frau, die einen tollen Mann geheiratet hat und ihr dann von der Verwandtschaft und dem Freundeskreis immer der Spruch gedrückt würde "Naja, vielleicht findest du ja auch noch den passenden Job dazu, dann wäre dein Glück perfekt!" oder "vielleicht wartet ja auch noch deine Traumkarriere an der nächsten Ecke"
    Gut ausgebildete Frauen hören das durchaus öfter (va, wenn noch Kinder im Spiel sind).
    Ich persönlich kann das tatsächlich auch nicht nachvollziehen, muss ich aber auch nicht. Wichtig ist doch, dass es für die entsprechende Person passt. Solche Kommentare sind natürlich in beide Richtungen total daneben.

    Ich finde dein Beispiel aber auch nicht so richtig vergleichbar; weil es (zumindest in den meisten Bereichen), deutlich kalkulierbarer und mehr von einem persönlich abhängig ist, ob man im Beruf aufsteigt oder ob man einen Partner/eine Partnerin findet.

  19. Stranger Avatar von Kingston80
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Ich schrieb, da ambivalent zu sein und Stadt UND Natur zu mögen + der Frage, wie sich das möglichst gut vereinen lässt
    Die Lebesnformen die du beschrieben hast sind sehr Extrem da denke etwas gemischtes könnte dir eher liegen.

    Dazu aber noch der Digitale Nomad ist weder Nomad, als Einzelgänger und Abseits der Menschlichen Zivilisation noch ist er Digital, er macht zwar oft digitale Arbeit aber er bleibt ein Homo Sapiens Sapiens.

    Warum nicht ein paar Tage auf das Land, klar muss man das Geld dazu haben auch mal 3 tage wegzubleiben. Muss ja auch nicht in D sein sonder könnte auch in Finnland sein, oder Spanien, Westsahara etc.

  20. Addict Avatar von ningun
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    AW: Lebenskonzepte jenseits von Karriere und Famile

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ich finde diesen Thread so ungefähr am merkwürdigsten von allem Bym-Threads. "Alternativ" zu leben funktioniert doch nicht nach dem Baukastenprinzip im Sinne von "bisschen Unzufriedenheit + Doku schauen auf Youtube = Ah, ich werde Hippie auf den Kanarischen Inseln"?

    Du findest die passende Alternative, in dem du einfach dein Leben lebst und schaust, was dir gut tut. Wenn es dich in die Natur zieht, dann geh dem nach. Wenn du lieber ohne Wohnung/ Haus leben willst, dann mach das. Warte doch nicht darauf, bis du irgendwelche vermeintlichen Vorbilder hast?!

    (Ich lebe nicht alternativ. Ich glaube, ich habe relativ alternative Vorstellung von (Liebes- und auch Freundschafts-)Beziehungen und ich wünsche mir, dass ich irgendwann sagen kann, ich konnte diese Vorstellungen ausleben. Das reicht mir.

    edit. Und das hier ein "Single-Leben" als "alternative Lebensform" benannt wird, finde ich ganz schön abwertend. Für manche Menschen ist das einfach die einzig mögliche Form!?


    Würdest du das ebenso interpretieren, also u.a. höchst merkwürdig finden und im Zusammenhang mit "Baukastenprinzip" und "Vorbildern" bringen, wenn es um Inspiration und neuen Input in anderen Bereichen, wie etwa Mode, Musik, Reisen ginge?
    Wenn ich also z.B. nach Reisen jenseits von Badeurlaub und Citytrip gefragt und geschrieben hätte, z.B. Urlaub auf dem Bauernhof zu mögen, hättest du dann gesagt: "Na mach halt Urlaub auf dem Bauernhof, wenn du das magst!"?

    Zu "Baukastenprinzip": so läuft es doch immer irgendwie. Niemand (noch nicht mal dieser Einsiedler in dieser Doku ) lebt unter eine Glasglocke, abgeschottet von jeglichen Einflüssen. Du wirst ja auch nicht einzig aus dir heraus auf deine Gedanken, Meinungen, Einstellungen etc. gekommen sein. Jeder klaubt sich das doch durch Input von Außen (Bücher, andere Menschen, Erlebnisse, Filme usw. usf.) zusammen und baut sich daraus was mehr oder weniger eigenes. Oder wird geformt, ohne ein eigenes Zutun. Alles mal mehr, mal weniger bewusst.

    Ich suche doch auch gar nicht nach EINER Sache oder EINEM Vorbild. Ich finde noch nicht mal überhaupt nach einem Vorbild zu suchen. Ich möchte mich INSPIRIEREN. Was ist so merkwürdig daran? Aus mir heraus wäre vermutlich nicht die Idee zu einem Tiny House gekommen, auf sowas zu stoßen finde ich interessant und spannend, wie ich es auch interessant und spannend finde auf neue Musik oder Filme zu stoßen. Es erweitert sozusagen meinem Möglichkeitsraum und sowas finde ich generell gut! Und je größer dieser Möglichkeitsraum ist, umso wahrscheinlicher könnte es sein, auf mehr der Dinge zu stoßen, die ich irgendwie gut oder bereichernd finde.
    Ich finde es aber auch unabhängig davon, was ICH mir vorstellen kann oder gut finde, oft spannend zu sehen, wie andere Menschen leben.

    Und allgemein zum Begriff "Alternative": Den verstehe ich einfach als (weitere) Möglichkeit zu etwas anderem.
    Demnach wäre Reisen die Alternative zum Zuhausebleiben und Zuhausebleiben die Alternative zum Reisen.
    Oder das Single-Leben die Alternative zum Nicht-Single-Leben und das Nicht-Single-Leben die Alternative zum Single-Leben.
    Eine "alternative Lebensform" (ich weiß gar nicht, ob ICH das so überhaupt benutzt habe), ist für mich eine weitere Möglichkeit zu einer anderen (etwa der aktuellen) Lebensform.

    Du (und vermutlich auch andere hier) hingegen scheinst den Begriff wohl eher mit "andersartig", "normabweichend" usw. zu verbinden oder warum findest du es abwertend, wenn hier jmd. "Single-Leben" als "alternative Lebensform" bezeichnet? Es stellt sich doch immer die Frage, "Alternative/alternativ wozu?"!

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