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  1. Inaktiver User

    hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    ich war vor ein paar wochen in der cd-abteilung von saturn, die eine der größten in europa ist und früher immer gut frequentiert war. man konnte früher den musikgeschmack der menschen, die mit der rolltreppe hoch kamen, in 9/10 fällen erkennen. interessant wurde es dann , wenn das nicht möglich war. mittlerweile ist die vinylabteilung größer geworden, aber ansonsten ist es natürlich verhältnismäßig leer. vor zehn jahren musste man manchmal warten, um einen kopfhörer zu erwischen, mit dem man neue alben durchhören konnte. ich habe das jetzt noch mal gemacht und alben linear durchgehört. aber in vielen genre gibt es ja leider wenige nennenswerte neuveröffentlichungen. ich habe die abteilung dann verlassen, ohne etwas zu kaufen und trauere diesem relikt der cd und hörerfahrung in plattenabteilungen persönlich wirklich nicht hinterher.

    also ich bin vor der mp3 ära früher häufig mit fünf cds im rucksack unterwegs gewesen, die schnell zerkratzt waren, beim wechsel herunter fielen, der dauer anti-shock hat beim joggen versagt und ich habe mir damals eigentlich schon so etwas wie musikstreaming gewünscht und hätte diese option für eine der größten errungenschaften der menschheit gehalten (naja mit 15...).

    gleichzeitig hat streaming meine eigenen hörgewohnheiten natürlich verändert. man hört neue tracks kürzer an, skippt, gibt weiteren tracks auf einem album vielleicht keine zweite chance, auch wenn man nur zwei oder drei tracks mag. früher hat das ja häufig gereicht, um das album zu kaufen und die weiteren tracks auch mehrfach anzuhören, die nicht sofort zugänglich waren. ich kann mich allerdings auch aufgrund der ja letztlich nicht vorhandenen finanziellen schwelle in genre einhören, bei denen das früher so schlichtweg nicht möglich gewesen wäre.

    ende des monologs, wie sieht das bei euch aus ?

  2. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Streaming hat meine Hörgewohnheiten eher negativ beeinflusst: ich hörte in kurzer Zeit mehr unterschiedliche Sachen, aber die jeweils weniger intensiv. Und ich empfinde es auch nicht als positiv, dass durch die permanente Verfügbarkeit zu einem Spotpreis die Wertigkeit von Musik in doppelter Hinsicht sinkt: eben einerseits rein finanziell - Leute sind häufig weniger bereit für Musik Geld auszugeben, was für Künstler_innen und die Branche existenzbedrohend werden kann. Und andererseits ganze Alben weniger geschätzt werden, die Auseinandersetzung damit weniger intensiv ist und ein Album als Gesamtkunstwerk - von der Reihenfolge der Songs bis hin zur Gestaltung des Covers und des Booklets- an Wertschätzung verliert.

    Heute suggerieren Streamingplattformen sich mit Musik nicht mehr aktiv auseinandersetzen zu müssen, es keine Investition braucht: sie bringen einen ohnehin unkompliziert und günstig auf das, was man will. Dieses pure Berieseln hat meine Beziehung zu Musik verschlechtert und erst, als ich wieder Podcasts hörte, auch Artikel las und mir bewusst Zeit nahm mich mit Neuveröffentlichungen auseinanderzusetzen und mich auch dann eine Stunde hinsetze, um genau ein Album anzuhören anstatt drei im Hintergrund nebenbei verbesserte sich das. Ich würde etwa auch nicht sagen, dass die Anzahl relevanter Veröffentlichungen gesunken ist. Wenn das so erscheint führe ich es eher darauf zurück ab einem gewissen Alter im Regelfall der Auseinandersetzung mit Musik weniger Raum zu geben bzw. man selbst schon so viel kennt, dass es womöglich schieriger wird, wirklich begeistert zu sein, da viel natürlich schon vertraut klingt und an Bekanntes erinnert. Für mich hat das dann eher was damit zu tun, mir die eigene Begeisterungsfähigkeit zu erhalten.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  3. Member Avatar von juno_
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Ich bin da eher nostalgisch und vermisse die Zeiten, wo nicht gefühlt alles an Musik einfach zugänglich war. Früher habe ich manchmal stundenlang durch die Musiksender geschaltet, in der Hoffnung, dass da irgendwann ein bestimmter Videoclip kommt. Und wenn der dann kam, war das viel toller, als wenn ich ihn heute in 2 Sekunden auf Youtube anklicke. Ähnlich bei CDs. Die Musik ganz intensiv zu hören, die Texte im Booklet lesen ... Ja, das könnte man heute auch alles machen, aber es fühlt sich nicht mehr genauso an.

  4. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Mein Hauptproblem ist, mich in diesem Wust aus Informationen überhaupt zurecht zu finden. Einerseits finde ich es gut, dass nun jeder auch ohne Plattenvertrag seine Sachen schnell und einfach veröffentlichen kann, andererseits hilft eine Vorauswahl durch eine Redaktion natürlich, die Informationsdichte zu reduzieren. Ich hab weder Zeit noch große Lust, mich durch tausende Playlists zu hören und gleichzeitig halten mich Vorschläge des Algorithmus à la "das könnte dir auch gefallen" ja genauso in einer Bubble wie es die Vermarktung durch große Plattenfirmen früher getan hat. Aber es war gefühlt einfach übersichtlicher.

    Die größte Veränderung für mich ist aber, dass ich praktisch überhaupt kein Radio mehr höre und so sehr viel aus dem Mainstream komplett an mir vorbeigeht. Was jetzt auch nicht das Schlechteste ist. Ach, ich weiß nicht. Musik ist mir auch unwichtiger geworden im Laufe der Jahre. Beziehungsweise da up to date zu sein. Ich höre mein Zeug, das mir seit x Jahren gefällt, immer wieder gern und manchmal kommt halt ein bisschen was Neues dazu. Aber ich muss echt nicht mehr jeden heißen Scheiß in meiner Playlist haben. Das ist aber wahrscheinlich eher ne Frage des Alters denn der Technologie.
    Don't tell Mama.

  5. Addict Avatar von das hotel
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    ich bin eh nie richtig im streaming-zeitalter angekommen. ich nutze spotify etc manchmal, um mir neue künstler anzuhören und höre dann aber auch ganze songs bzw am liebsten ein ganzes album am stück. und wenn es mir wirklich gut gefällt, kaufe ich die cd.

    zuhause höre ich entweder radio (hab einen lieblingssender, der qualitativ hochwertiges spielt) oder ein komplettes album.

    also ich finde es zb sehr gut, dass man fast alle lieder irgendwo im internet findet, wenn man danach sucht. aber ich finde es mega anstrengend, über streaming musik zu hören und hab keine lust, playlists zu erstellen o.ä. ich finde es auch viel übersichtlicher, in einem cd-regal mir rauszusuchen, worauf ich grad lust hab statt mir aus der unendlichen streaming-auswahl irgendwas zu suchen. wenn ich so drüber nachdenke, nutze ich eigentlich nicht mal mehr meine ziemlich große mp3-sammlung so wirklich. bzw nur die kleine auswahl, die ich aufs telefon gezogen hab. bald kaufe ich mir bestimmt einen phonographen.

  6. Fresher
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Meine Gewohnheiten hat das Musikstreaming nicht verändert. Ich kaufe Musik lieber als CD. Das liegt jedoch daran, dass ich die Qualität von mp3 nicht mag. Ich konvertiere meine Musik in das FLAC-Format. Da höre ich deutlich mehr Höhen und Tiefen. Das mag ich. Bei mp3 höre ich dies nicht.
    Zudem habe ich das Gefühl, mit dem Kauf der CD die Künstlerin/den Künstler mehr zu unterstützen. Das Konstrukt der Provision ist da für mich, gefühlt, transparenter als beim Streaming.

  7. Inaktiver User

    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Streaming hat meine Hörgewohnheiten eher negativ beeinflusst: ich hörte in kurzer Zeit mehr unterschiedliche Sachen, aber die jeweils weniger intensiv. Und ich empfinde es auch nicht als positiv, dass durch die permanente Verfügbarkeit zu einem Spotpreis die Wertigkeit von Musik in doppelter Hinsicht sinkt: eben einerseits rein finanziell - Leute sind häufig weniger bereit für Musik Geld auszugeben, was für Künstler_innen und die Branche existenzbedrohend werden kann. Und andererseits ganze Alben weniger geschätzt werden, die Auseinandersetzung damit weniger intensiv ist und ein Album als Gesamtkunstwerk - von der Reihenfolge der Songs bis hin zur Gestaltung des Covers und des Booklets- an Wertschätzung verliert.

    das stimmt natürlich. das habe ich erst mal bewusst ausgeklammert. ich habe in der auseinandersetzung mit diesem thema immer wieder gelesen, dass hier vor allem die mittelschicht von künstlerinnen betroffen ist, denen die reinen konzerteinnahmen nicht reichen und die auf die plattenverkäufe angewiesen sind. große popacts bei major labels betrifft das ja eher weniger und viele richtige indieacts konnten auch früher nicht langfristig von ihrer kunst alleine leben. also ja, das problem ist natürlich vorhanden. ich nehme das aber als problem für jüngere künstlerinnen wahr, die sich jetzt etablieren wollen.

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Heute suggerieren Streamingplattformen sich mit Musik nicht mehr aktiv auseinandersetzen zu müssen, es keine Investition braucht: sie bringen einen ohnehin unkompliziert und günstig auf das, was man will. Dieses pure Berieseln hat meine Beziehung zu Musik verschlechtert und erst, als ich wieder Podcasts hörte, auch Artikel las und mir bewusst Zeit nahm mich mit Neuveröffentlichungen auseinanderzusetzen und mich auch dann eine Stunde hinsetze, um genau ein Album anzuhören anstatt drei im Hintergrund nebenbei verbesserte sich das. Ich würde etwa auch nicht sagen, dass die Anzahl relevanter Veröffentlichungen gesunken ist. Wenn das so erscheint führe ich es eher darauf zurück ab einem gewissen Alter im Regelfall der Auseinandersetzung mit Musik weniger Raum zu geben bzw. man selbst schon so viel kennt, dass es womöglich schieriger wird, wirklich begeistert zu sein, da viel natürlich schon vertraut klingt und an Bekanntes erinnert. Für mich hat das dann eher was damit zu tun, mir die eigene Begeisterungsfähigkeit zu erhalten.
    ich mache das ab und zu, aber viele neuveröffentlichungen sind im moment in bestimmten genre einfach nicht gelungen. ich habe mir schon bei dem ein oder anderen album, bei dem ich dachte, dass es leider recht eindimensional ausgefallen ist entsprechende rezensionen durchgelesen, die diesen eindruck zu 90% geteilt haben. aber ich teile deinen eindruck auf jeden fall, dass man sich selten genug zeit für ein ganzes album nimmt. diese entwicklung wirkt sich ja auch sehr stark auf aktuelle tracks aus, die immer kürzer werden, vor allem kurze intros haben und auch nur eine bestimmte titellänge.

  8. Addict Avatar von ginsoakedgirl
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Ja total, genau was du beschreibst, früher habe ich mich mit Alben viel mehr auseinandergesetzt, bestimmte Alben so oft gehört dass man immer schon die Reihenfolge der Tracks auswendig kannte usw. Ich hatte auch so eine CD Tasche und einen Discman und man hatte dann halt 10 CDs immer so unterwegs in Dauerrotation. Ein Mixtape oder ne gebrannte CD für jemand zusammenstellen hatte auch irgendwie was ganz anderes als ne Playlist.
    Insgesamt konsumiere ich inzwischen tendenziell eher weniger Musik als früher obwohl alles viel unmittelbarer zugänglich ist. Paradox irgendwie. Unterwegs höre ich fast nur noch Podcasts und Hörbücher statt Musik.

    Ich habe mir aber vor ein paar Jahren wieder einen Plattenspieler zugelegt und seitdem ist zuhause zumindest der Musikkonsum wieder bewusster geworden.

  9. Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Ich fand Musikstreaming anfangs voll überflüssig und jetzt kann ich es mir gar nicht mehr mehr wegdenken
    Hier läuft eigentlich immer Musik. Grad eben die ersten drei „Vorablieder“ vom neuen Album einer Lieblingsbands. Sonst auch oft Musik basierend auf einer Band / einem Lied. Ich habe auch immer genug Lieder auf dem Handy im Offlinemodus, um auf langen Autofahrten genug Musik zu haben.
    Letztens habe ich mir eine Playlist mit je 3 Liedern von jeder Band auf einem Festival gebastelt. Oder ich wühle mich durch ein bestimmtes Schlagwort / ein Genre und gucke, was es da neues gibt.
    CDs kaufe ich keine mehr, da hab ich keinen Platz für. Aber ich kaufe die Alben und gehe auf Konzerte und kaufe Merchandise.
    Ich bastel mir auch gern Playlists und die laufen oft in genau der Reihenfolge bzw höre ich Alben trotzdem in der richtigen Reihenfolge, ich hab also immer noch dieses „Lied X kommt als nächstes“ Gefühl.

  10. Inaktiver User

    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    playlists zu erstellen kostet mich persönlich irgendwie gar nichts, also das mache im alltag ganz nebenbei. und ich stimme wie gesagt zu, dass der finanzielle aspekt für betroffene künstlerinnen eine schattenseite des streamings darstellt. gleichzeitig finde ich aber alleine den gedanken, hier in einem kulturellen bereich fast das ganze archiv der menschheit abrufen zu können (muss man jetzt gar nicht wie die poststrukturalisten) denken schon spannend. ich habe so ein wenig den eindruck, dass algorithmen aber eine spaltende wirkung entfalten.

    die funktionieren ja so ein wenig nach kapitalistischen prinzipien, sprich, wer bereits kulturelles kapital hat, dem wird gegeben. man muss also bereits bestimmte nischen kennen, sonst werden die bei youtube nicht hoch gespült. spotify ist da meines eindrucks nach noch etwas großzügiger. und das war im früheren musikjournalismus, der natürlich ganz überwiegend weiß, männlich und elitär war trotzdem ein wenig anders, weil hörempfehlungen wenn man so möchte demokratischer waren.

    die aktuellen spotify charts hingegen oder auch das, was an aktueller musik im radio laufen ertrage ich nicht einmal, weil es sich auf einem level von fahrstuhlmusik befindet, die texte oft grottenschlecht sind und dann gibt es da ja noch den loudness war. es ist irgendwie schon krass, dass aus der verfügbarkeit dieses archivs dann so wenig gemacht wird. also klar, innerhalb der nischen schon, aber außerhalb der nischen ist es glaube ich in ordnung, da eine gewisse verflachung der hörgewohnheiten zu attestieren.

  11. Inaktiver User

    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von ginsoakedgirl Beitrag anzeigen
    Ja total, genau was du beschreibst, früher habe ich mich mit Alben viel mehr auseinandergesetzt, bestimmte Alben so oft gehört dass man immer schon die Reihenfolge der Tracks auswendig kannte usw. Ich hatte auch so eine CD Tasche und einen Discman und man hatte dann halt 10 CDs immer so unterwegs in Dauerrotation. Ein Mixtape oder ne gebrannte CD für jemand zusammenstellen hatte auch irgendwie was ganz anderes als ne Playlist.
    Insgesamt konsumiere ich inzwischen tendenziell eher weniger Musik als früher obwohl alles viel unmittelbarer zugänglich ist. Paradox irgendwie. Unterwegs höre ich fast nur noch Podcasts und Hörbücher statt Musik.

    Ich habe mir aber vor ein paar Jahren wieder einen Plattenspieler zugelegt und seitdem ist zuhause zumindest der Musikkonsum wieder bewusster geworden.
    also wenn man ein mixtape für jemanden anderes erstellt, ist es natürlich etwas anderes, aber für mich persönlich macht es z.b. gar keinen unterschied, ob ich mir playlists für mich erstelle, oder die früher auf cds gebrannt habe, bis auf die physikalischen beschränkungen des tonträgers

    ich finde es interessant, dass du eher podcasts oder hörbücher hörst, hier im öpnv habe ich in der rush hour so viele störgeräusche, dass ich nur musik hören kann.

  12. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von ginsoakedgirl Beitrag anzeigen
    Insgesamt konsumiere ich inzwischen tendenziell eher weniger Musik als früher obwohl alles viel unmittelbarer zugänglich ist. Paradox irgendwie. Unterwegs höre ich fast nur noch Podcasts und Hörbücher statt Musik.
    Ist bei mir tendenziell auch so.
    Irgendwie ist bei mir gerade durch die permanente Verfügbarkeit die Lust auf die Auseinandersetzung gesunken. Wobei ich, wie gesagt, das auch auf mein Alter zurückführe und den generellen Stellenwert von Musik (und natürlich tritt das nicht zwangsläufig ein, aber ich beobachte das in meinem Umfeld doch gehäuft).

    @13monde
    Ich verwende Kopfhörer mit Noise Cancelling - ohne ginge das in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit Hörbüchern und Podcasts nicht.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  13. Inaktiver User

    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Ist bei mir tendenziell auch so.
    Irgendwie ist bei mir gerade durch die permanente Verfügbarkeit die Lust auf die Auseinandersetzung gesunken. Wobei ich, wie gesagt, das auch auf mein Alter zurückführe und den generellen Stellenwert von Musik (und natürlich tritt das nicht zwangsläufig ein, aber ich beobachte das in meinem Umfeld doch gehäuft).

    @13monde
    Ich verwende Kopfhörer mit Noise Cancelling - ohne ginge das in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit Hörbüchern und Podcasts nicht.
    over-ear oder in-ear? ich hätte mir schon längst welche gekauft, aber ganz viele in-ears fallen bei mir raus und bei over-ears würde ich nichts unter einer bestimmten preisklasse kaufen, außerdem trage ich oft kopfbedeckungen und dann passen die nicht immer .

    und klar, das alter kann eine rolle spielen. wobei es ja auch gute musikpodcasts gibt. ich habe den ultimativen noch nicht gefunden, aber gerade im elektronischen bereich sind in den letzten jahren echt tolle produktionen veröffentlicht worden. und wenn ich interviews mit leuten wie gabi delgado, inga humpe oder mark reeder höre gibt es durchaus menschen, die sich eine extreme offenheit behalten, auch wenn das natürlich profis sind.

  14. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    over-ear oder in-ear?
    Over-Ear (Sony WH-1000XM3). Und ja, teuer, aber meine Lebensqualität hat sich durch den Kauf enorm erhöht.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  15. Inaktiver User

    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Over-Ear (Sony WH-1000XM3). Und ja, teuer, aber meine Lebensqualität hat sich durch den Kauf enorm erhöht.
    ja, das steht auf meiner liste wenn ich mehr geld habe, aber ich hatte eher studiokopfhörer im blick

  16. Addict Avatar von musicus
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Ich habe oft das Gefühl, Musik und vor allem ihren Künstlern nicht mehr gerecht zu werden. Ich höre wahrscheinlich auch weniger Musik. Aber bis ich mich dann mit einem Album auseinander gesetzt habe, sind gefühlt vom selben Künstler wieder drei weitere da. Und es gibt so unfassbar viel Musik, die einfach kein Mensch hören kann. Ich bleibe also auch immer beim geliebten und gewohnten. Da kommt weniger als früher dazu.
    Ich höre auch mehr Playlists nebenher. Früher hatte man ja höchstens mal Mixtapes/Mixcds von Freunden und nicht jederzeit irgend eine Playlist zur Verfügung. Ich fühle mich den Künstlern gegenüber schlecht, weil ich mich mit ihrer Musik nicht auseinander setze.

  17. Urgestein Avatar von durga
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Zitat Zitat von ginsoakedgirl Beitrag anzeigen
    Insgesamt konsumiere ich inzwischen tendenziell eher weniger Musik als früher obwohl alles viel unmittelbarer zugänglich ist. Paradox irgendwie. Unterwegs höre ich fast nur noch Podcasts und Hörbücher statt Musik.
    Ich wage die Hypothese, dass das zumindest auch, wenn nicht hauptsächlich ein Alterseffekt ist. Seit den 50ern/60ern ist Musik mehr oder weniger gut der einzelnen Person zugänglich, sei es auf dem Plattenspieler, später auf Band, oder auch nur auf der halböffentlichen Juke-Box oder einem tragbaren Radio, wo man einen entsprechenden Sender oder Sendung einstellen konnte, der vielversprechender war als andere, und seitdem ist/war es ein Hauptidentifikationspunkt der Jugend, auch GEGEN die Erwachsenen und sicher für viele Menschen zwischen 12, 13, 14 und ca 20 eine zentrale Größe in ihrer Persönlichkeitsformung. Irgendwann muss man dann arbeiten, braucht mehr Schlaf, hat vielleicht gar Kinder, einen (größeren) Haushalt zu versorgen, wann will und soll man da noch albenweise oder wie auch immer Musik hören, sich so vertiefen, dass man jeden Akkord auswendig kann?

    Kann ich bei mir auch so beobachten, obwohl ich wenig streame (nur youtube und nur selten, eher Sachen, von denen ich noch nicht überzeugt bin, oder an die ich anders nicht rankomme, ansonsten kauf ich immer noch Alben), ich habe noch nie eine Playlist erstellt, ich habe noch nie unterwegs irgendwas gehört und auch nicht das Bedürfnis danach (den klobigen Walkman, den ich mit zwölf oder so für 2,5 DM auf dem Flohmarkt gekauft hab, war eher ein interessantes technisches Gerät, also, DASS man den rumtragen könnte, gemacht hab ich das nicht, zu der Zeit war ich nicht unterwegs, später nur mit dem Fahrrad, dieses Zugestöpseltsein mag ich aber auch überhaupt nicht).

    Mittlerweile hab ich so Phasen, längere, wo ich wenig Musik hör und kürzere, wo ich sehr viel Musik höre, gern dann auch ein oder zwei Alben auf Dauerschleife.

  18. V.I.P. Avatar von finessa
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Interessant wäre sich mal mit jungen Leuten zu unterhalten, die richtige Musiknerds sind und quasi mit Streaming aufwuchsen. Womöglich hören die dennoch jedes Album von vorne bis hinten und kaufen sich Vinyl/Cds genauso, wie wir das damals getan haben. Als ich jung war, haben ja auch bei weitem nicht alle Alben so gehört wie ich: da gabs auch schon welche, die dann nur Compilations (Bravo Hits, Kuschelrock ...) und Radio hörten. Also vielleicht ist es echt ein Fehler, da zu sehr Streaming dafür verantwortlich zu machen, wenn bei mir selbst die intensive Auseinandersetzung abnahm.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  19. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    interessant was ihr schreibt.
    bei mir hat sich nicht so viel geändert. ich konsumiere musik immer noch so deep wie mit cds.
    manchmal sogar intensiver. vieles läuft auf repeat. ich hab zugang von vielen sachen zu früher, das ist toll und ich höre mich immer wieder durch sachen, die ich als jugendliche gehört habe.

    ich entdecke durch Spotify viel neues. das freut mich immer sehr. und ich mache mir auch eigene Playlists.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  20. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: hat musikstreaming eure hörgewohnheiten verändert?

    Ich hör nicht mehr so viel Musik und entdecke kaum mehr neue. Aber ich glaube, das hat mehr mit meinem gealterten Lebensstil zu tun.

    Ich habe ein Deezer Abo (weil mein Mobilfunkanbieter es mir schenkte) und höre fast nur Hörbücher. Unterwegs Podcasts. Lustigerweise: weil es so laut ist und ich Musik nicht richtig genießen könnte, bei Podcasts ist das ein oder andere verschluckte Wort egal.

    Zu Hause lebe ich mit ner recht großen Plattensammlung. Wenn Musik dann also meistens Vinyl und dann auch Alben.

    Gefühlt hat Streaming mit meinen Gewohnheiten nix gemacht. Oder wenn dann eher, dass zum abwaschen oder so ne Serie läuft und eben keine Musik mehr.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

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