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  1. Junior Member Avatar von betty1234
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    schlechte gedanken

    ich habe fast immer irgendetwas, was mich belastet. dann schaue ich dazu in google oder rede mit meinem freund darüber (er ist oft auch schon entnervt). wenn dann eine sorge nicht eingetreten ist, bin ich nur kurz erleichtert, dann kommt das nächste. teilweise auch so sachen, dass mein chef nicht so freundlich geantwortet hat, wie sonst und dass das bedeuten könnte, dass ich die nächste karrierestufe nicht so bald schaffe, wie ich gedacht habe oder ich denke über gespräche mit freunden ewig nach, bis ich etwas finde, dass ich falsch gemacht haben könnte oder irgendeine bemerkung, die mich im nachhinein verletzt. falls ich z.b. zu anderen mal nicht so geduldig usw. war oder versehentlich etwas gesagt habe, was der andere als verletzend empfunden haben könnte, mache ich mir auch einen kopf.

    kennt das jemand oder seit ihr durchgängig unbeschwert?

  2. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: schlechte gedanken

    Es gibt keine guten und schlechten Gedanken. Alle Gedanken sind zuerst einmal interessant und jeder darf da sein. Du bist nicht deine Gedanken. Schau dir mal Yvonne Schönau an, die hat da ganz gute Ansätze.
    See the line where the sky meets the sea? It calls me!

  3. Enthusiast
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    AW: schlechte gedanken

    Die Gedanken kenne ich, aber in der Häufigkeit eher aus meiner Teenagerzeit und den 20ern. Ich war unsicher, sehr selbstkritisch (das zum Teil anerzogen) habe viel zu sehr das Verhalten anderer (z.B. Cheffreundlichkeit) auf mich bezogen und auch viel externe Bestätigung gesucht.

    Das war anstrengend. Für mich, für mein Umfeld. Aber in erster Linie für mich. Bin dann tatsächlich irgendwann in eine echte Krise gerutscht und den kreisenden Gedanken nicht mehr von selbst entkommen. Es war eine richtige Abwärtsspirale.

    Das ist ein Depressionssymptom, wenn es so weit kommt. Mir hat eine Verhaltenstherapie und Meditation geholfen.

    Heute folge ich nicht mehr jedem dieser Gedanken und schon gar nicht bekommt jeder davon Raum in meiner Partnerschaft oder mit meinen Freunden diskutiert zu werden. Da ist (immer noch, aber kleiner) ein Anerkennungsloch in mir, ich kann das jedoch anders stopfen in dem ich mir Erfolge und Schönes bewusst mache, mich selbst liebe und pflege. So bin ich unabhängiger geworden, die Beziehungen unbelasteter, die Gedanken seltener.

    Also man kann auf alle Fälle daran arbeiten, wenn es einen belastet und wenn es einen sehr belastet dann bekommt man auch professionelle Hilfe.
    Geändert von Pinkmelon (15.06.2019 um 13:46 Uhr)

  4. Stranger
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    AW: schlechte gedanken

    Ja, ich kenn sowas auch. Und ich wage mal zu behaupten, dass niemand durchgängig unbeschwert sein kann.

    Ausschlaggebend ist jedoch, wie groß der "Leidensdruck" ist und wie weit das Leben davon beeinträchtigt wird. Partnerschaften leiden da oft irgendwann drunter, und man selber merkt auch, dass dafür einiges an Lebensenergie drauf geht.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen - welche für dich die richtige ist, musst du wohl für dich selber ausprobieren. Ob du hierfür Vorschläge willst, hast du jedoch nicht klar ausgedrückt sondern ja nur gefragt, obs jemand kennt, daher überfahr ich dich erstmal nicht weiter

    LG

  5. Junior Member Avatar von betty1234
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    AW: schlechte gedanken

    vielen dank. ja, gerne vorschläge.

  6. Junior Member Avatar von wunder
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    AW: schlechte gedanken

    Hogott ich hab das auch, genau so. Immer ist irgendwas. Und wenn ich im Gespräch was gefunden habe, was ich falsch gemacht haben könnte, denke ich auch immer, die Freundschaft wäre jetzt dann vielleicht vorbei. Die Person, dies betrifft hätte jetzt bestimmt viel weniger Lust, sich wieder zu melden, und ich muss jetzt total dran arbeiten, um die Person nicht zu verlieren 🙄.
    Geht's dir da auch so? Dass es auch immer gleich so große Konsequenzen haben muss.
    Keine Ahnung wo sowas herkommt.

  7. Junior Member Avatar von betty1234
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    AW: schlechte gedanken

    ja, genau, dass die freundschaft dann gleich vorbei ist. wenn sich der andere dann länger nicht meldet, beziehe ich es auf mich bzw. durchdenke noch mal das letzte gespräch, bis ich etwas gefunden habe, was mir das nicht-melden erklärt.

  8. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: schlechte gedanken

    Auch da finde ich kann man es gut umdrehen. Wie hättet ihr reagiert, wenn der andere das gesagt hätte, von dem ihr denkt, dass es schädlich für die Freundschaft war? Oft vergibt man anderen viel schneller als sich selbst. Selbstmitgefühl (NICHT selbstmitleid) ist hier ein wichtiger Teil der selbstliebe.
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  9. Stranger
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    AW: schlechte gedanken

    Zitat Zitat von betty1234 Beitrag anzeigen
    vielen dank. ja, gerne vorschläge.
    Also, so konkret was mir aus dem Stegreif einfällt - das sind nur MÖGLICHKEITEN und keine immer und garantiert helfenden Dinge:

    googeln: ja. Zur Kenntnis nehmen. Weil „versuchen nicht zu googeln“ klappt vermutlich (erfahrungsgemäß^^) eh nicht.
    Den Freund „immer“ damit zu belasten kann für den aber irgendwann möglicherweise zu viel werden. Daher hier anderes Ventil finden... Der Katze erzählen, auf Freunde verteilen (nicht eine Person immer belasten), Telefonseelsorge, Tagebuch...

    Wenn die Gedanken wieder auf Wanderschaft gehen, STOP sagen. Braucht Übung. Dann kannst du „Grübeln verschieben“ üben und mit dir selbst ausmachen, dass du dich da JETZT nicht aufregst, aber heute Abend von 18 bis 18.10 schiebst du Panik – und zwar NUR dann. Ggf. Wecker stellen und dann kannst du dich da mal lvoll reinsteigern – und wenn der Wecker geht verabschiedest du dich und sagst dir selber, dass die Grübelzeit jetzt vorbei ist.

    Bei Sorgen a la „teilweise auch so sachen, dass mein chef nicht so freundlich geantwortet hat, wie sonst und dass das bedeuten könnte, dass ich die nächste karrierestufe nicht so bald schaffe,teilweise auch so sachen, dass mein chef nicht so freundlich geantwortet hat, wie sonst und dass das bedeuten könnte, dass ich die nächste karrierestufe nicht so bald schaffe“ kannst du dich selber immer fragen „wenn ich in fünf Jahren auf diesen Moment zurückschaue, ist es dann noch von Bedeutung? Hat es mich wirklich so massiv beeinträchtigt, wäre mein Leben in fünf Jahren deshalb so viel besser?“

    Bei den Freunden -wenn man das Gefühl hat, etwas doofes gesagt zu haben kann man die durchaus fragen. „Du, ich hab das Gefühl ich hab da was blödes gsagt, hab ich dich verletzt? Das war nicht meine Absicht“.

    Wenn man sich ständig „beschwert“ fühlt kann man auch mal mit sich in Dialog treten und sich fragen „was fehlt mir wirklich? Welche Bedürfnisse habe ich gerade?“


    Wie Pinkmelon schon sagt kann das auch irgendwann „größere Ausmaße bekommen“ - dann ist es auch kein Fehler, das mal mit einem Arzt zu besprechen wenn es Dauerzustand ist oder der Leidensdruck einfach zu groß ist.

    LG
    das Blümchen

  10. Addict Avatar von Knadiskuh
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    AW: schlechte gedanken

    ich denke, du kannst auf jeden fall schaffen, dieses problem in den griff zu bekommen.
    allerdings glaube ich auch, dass es sehr schwer wird - zumindest für mich war es sehr schwer, jahrelang eingefahrene gedankenmuster überhaupt zu erkennen und teilweise zu ändern.
    klar, wenn sich etwas über jahre einspielt, kann es nicht in wenigen wochen geändert werden.
    es gibt ja verschiedene techniken, mit der eigenen gedankenwelt klarzukommen. da solltest du vielleicht einfach mal rumgoogeln und etwas finden, was dir gefällt. meditation und achtsamkeit wurden ja, glaube ich, schon genannt, auch ich fand einen mbsr-kurs als einstieg sehr hilfreich.
    heute habe ich per zufall noch das hier gefunden: mental unload
    dann habe ich noch länger mit diesem buch hier gearbeitet.
    ja, da geht es hauptsächlich um panikattacken, aber auch um genau die gedankenstrudel, wie du sie beschreibst, das hängt ja auch meist alles zusammen.

    meine botschaft an dich wäre aber hauptsächlich: du musst dran ARBEITEN. wie auch immer. mir persönlich haben therapien nicht viel gebracht. erst als ich mich wirklich täglich auf den arsch gesetzt habe und meine übungen und bla gemacht habe hat sich was getan. niemand kann die gedanken aus deinem kopf nehmen. du musst selbst aktiv dran arbeiten, damit umzugehen.
    ich glaube auch, dass man die tendenz zu solchen gedanken nie los wird. muss man auch gar nicht. ich denke, ich bin eben ein vorsichtiger mensch und das ist auch gut so! ich muss nur darauf achten, mich von meinen sorgen nicht überwältigen zu lassen. das schaffe ich meistens inzwischen ganz gut - aber ich weiß auch, dass ich niemals ein superoptimistischer sonnenschein sein werde, damit habe ich mich angefreundet.

  11. V.I.P. Avatar von poppyred
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    AW: schlechte gedanken

    Ich kenn das auch und ich finde es hilfreich, sich mal zu fragen, welchen Zweck das für einen erfüllt. Oft ist das nämlich der Versuch, Dinge zu kontrollieren, die man nicht kontrollieren kann, um gefühlt das Leben in der Hand und mehr Sicherheit zu haben. Leider ist diese gefühlte Sicherheit aber nur eine Illusion und man führt tatsächlich gar kein selbstbestimmtes, sondern ein fremdbestimmtes Leben, weil man nicht aktiv selbst entscheidet, sondern eigentlich ständig nur passiv auf Einflüsse von außen und (reale, aber auch vermutete) Erwartungen und Gefühle anderer reagiert. Deshalb fühlt sich das auch so scheiße an, so als würde einem das Leben einfach so passieren und man könnte nichts dagegen machen, was dann zu noch mehr Angst und Festklammern an diesen Mustern führt.

    Mir geht’s wie der Kuh, mir haben Therapien in der Hinsicht auch nichts gebracht, ich hatte aber auch echt Pech mit meinen TherapeutInnen (und damals leider weder den Mut noch die Kraft, mir jemand anderes zu suchen). Ich denke wenn man da jemand Gutes findet, der/die sich nicht nur auf die oberste Schicht an Symptomen konzentriert (das war halt in meinen Therapien der Fall), sondern mal ein bisschen tiefer schaut, kann man da auch gut arbeiten. Ich hab mir inzwischen aber auch viel selbst erarbeitet.

    Mir hat geholfen, mich mehr auf mich selbst zu konzentrieren und mich ein Stück weit emotional zu distanzieren und einerseits anzunehmen, dass ich nicht alles kontrollieren kann und das dann auch wirklich loszulassen (also im Prinzip das, was pinkmelon auch sagt, eben nicht mehr jedem Gedanken den Raum geben und vor allem auch die Alarmbereitschaft in Bezug auf die Reaktionen und Gefühle anderer runterfahren) und mir andererseits aber auch klarzumachen, dass ich manche Dinge sehr wohl in der Hand hab, weil ich auch Entscheidungen treffen darf, die anderen nicht passen oder sie sogar verletzen (das ist kein Freifahrtschein für Arschlochverhalten, logisch, aber manche Entscheidungen tun weh, entweder Dir oder anderen und Du solltest Dich nicht aus überzogener Rücksichtnahme immer nur für den Weg entscheiden, der Dir wehtut, das tun die anderen nämlich auch nicht und damit gibst Du die Kontrolle über Dein Leben aus der Hand). Dafür muss man sich dann aber auch davon freimachen, Bestätigung bei anderen zu suchen.

    Wie die Kuh schon sagt ist das ein langer und harter Weg und man muss wirklich konstant daran arbeiten und immer wieder darauf schauen, wie man auf bestimmte Dinge reagiert, um Muster zu erkennen. Es lohnt sich aber sehr!
    Okay, I can’t remember what it feels like to be astonished.

  12. Addict Avatar von Knadiskuh
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    AW: schlechte gedanken

    um die frage "was wollen mir meine (negativen) gedanken/gefühle sagen" geht es bei dieser mentalübung, die auch extrem empfehlen kann - für mich war es ein derartiger aha-effekt, diese übung zu machen, dass ich weinen musste, also vor erleichterung.
    (insgesamt geht es in dem podcast um geburt und schwangerschaft, kommt aber in dieser übung nicht vor!!)

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