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  1. Senior Member Avatar von sternejule
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    ich hab leider so motivationsschübe zu unsäglichen zeiten :') wo dann alles zu hat und so :')
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  2. Member Avatar von juno_
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Eine Verwandte von mir ist so. Stressiger Job mit Überstunden, Haus mit Garten, Pflege einer Angehörigen ... Und dazu hausgemachter Stress (jeden Tag Kleinigkeiten einkaufen gehen "müssen", immer frisch kochen, auch wenn erst um 22 Uhr gegessen wird...). Sie kann auch im Urlaub nicht abschalten und kommt meist 1-2 Tage früher zurück als geplant.

    Ich selber bin das Gegenteil vom Duracell-Häschen. Schnell erschöpft, schnell keine Lust mehr, lieber auf die Couch, statt 1000 Dinge gleichzeitig zu machen.

  3. Member Avatar von Sublus
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Ich kenne da ein paar. Bei einem Ex-Chef von mir hatte ich immer den Eindruck, der muss auf Koks sein, anders konnte ich es mir nicht erklären, wie der durchgehalten hat. Mind. 10 Stunden am Tag gearbeitet, eher 12, und Freitag abeend und am Wochenende noch auf Parties oder Tanzen.

    Eine Freundin ist auch sehr aktiv, die macht nach der Arbeit stundenlang Sport und andere Aktivitäten. Laut ihr braucht sie halt einfach nur 5 Stunden Schlaf, das hilft natürlich.

    Sehr extrovertierte Leute haben auch gern viel Action.

    Persönlich haben mir oft Freunde gesagt, wie viel ich doch mache, ich sehe das selber aber gar nicht so. Ich brauche regelmässig einen faulen Tag oder besser noch ein ganzes Wochenende, um wieder aufzuladen. Das kriegen die vielleicht nicht mit und denken, ich bin ständig unterwegs.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  4. Junior Member
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Was ist das Gegenteil eines Häschens - ein Faultier? Das bin ich. Ich brauche 8 Stunden, besser 8,5, Schlaf und bei allem drunter fühle ich mich schlapp und neige zu Kopfschmerzen. Ich war gestern schockiert als mir eine Freundin erzählte, dass sie wie ich um 23 Uhr ins Bett geht, aber schon um 5.30 aufsteht und dann FIT ist. Sie könnte viel länger schlafen weil sie selbstständig ist, aber ihr reicht das. Als ich meinte, dass ich bis 7 schlafe meinten alle "Naja, die 1,5 Stunden sind ja kein großer Unterschied" was mich wirklich überrascht hat weil für mich schon ne Stunde weniger Schlaf einen Unterschied macht.

    Ich habe mal gelesen, dass die erfolgreichsten Leute der Welt alle wenig Schlaf brauchen, im Schnitt nur 4 Stunden, und das wohl genetisch ist und man am eigenen Schlafbedürfnis nicht viel ändern kann und äh ja, aus mir wird dann wahrscheinlich nichts mehr.
    Ich bin aber auch sehr introvertiert und brauche viel Zeit für mich allein zu Hause. Ich weiß noch, vor 10 Jahren im Modeforum gab es immer eine Fraktion, die jeden Tag mindestens 14 Stunden außer Haus war (Uni, Sport, dann Nebenjob und dann direkt feiern und das ohne zwischendurch nach Hause zu gehen) und das wäre mein Albtraum.
    Geändert von DebbieDowner (11.07.2019 um 18:42 Uhr)

  5. Member Avatar von Sublus
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    1.5 Stunden sind ein riesen Unterschied!! Vor allem auf Dauer, aber auch nur einmal. Ich merke direkt, wie ich mich schlechter konzentrieren kann.

    Dass man das Schlafbedürfnis nicht ändern kann, hab ich auch schon gehört. Und ja, ich glaub, wenn man 8 h Schlaf braucht, wird man in so wichtigen Positionen nicht weit kommen... leider.
    Mom! Theron's dried his bed again!

  6. Junior Member
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Ja, für meine Freunde ist es wohl eher so, dass sie sich nach 1,5 Stunden mehr Schlaf nicht so viel besser fühlen, als dass ihnen es wert wäre, die Zeit dafür zu opfern. Für mich unvorstellbar, ich kämpfe um jede Minute

  7. Alter Hase
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Ich bin ganz sicher kein Hasi. Aber mein Mann schafft unter Stress unglaublich viel, wird produktiver, fokussierter und zieht durch. Wahrscheinlich wäre er ein klassischer Burn-out-Kandidat, wenn das der Dauerzustand wäre. Bei mir meldet sich der Körper recht schnell, ich kriege bei Stress Kopfschmerzen, Magenprobleme und blockiere auch im Kopf.
    Absolut keine Hasi-Qualitäten. (Ich sitze gerade hier und mache Pause, während ich eigentlich den Umzugsstress meines Leben habe )

  8. Member
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Ich bin ganz sicher kein Hasi. Aber mein Mann schafft unter Stress unglaublich viel, wird produktiver, fokussierter und zieht durch.
    so ist es bei mir auch. wenn der stress allerdings zu lange anhält, leidet erst mein sozialleben und die ernährung, dann werde ich unzufrieden und mache irgendwann doch schlapp. also typ kurzstrecken-hasi

    ich kenne nur ein hasi, das aber eigentlich keines ist. also ständig unterwegs und überall mit dabei (weil nicht allein sein können), aber auf kosten von anderen bereichen (haushalt, arbeit, erwachsenkram ...)

  9. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    ich glaub man könnte das von mir denken. einfach weil ich viele unterschiedliche dinge tue. und wenn ich unter menschen bin, dann bin ich auch extrem extrovertiert. aber: ich brauch brauche brauche echt viel zeit für mich alleine um klarzukommen. dann sitz ich rum und schaue in die luft.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  10. Enthusiast Avatar von ninini
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Ich glaube, in meinem spezifischen Beruf muss man zumindest Häschen-Tendenzen haben; ich fange morgens um 06.30 Uhr an zu arbeiten, um 20.00 Uhr bin ich mit dem meisten durch; zwischendrin habe ich dann noch Sport gemacht. Und nach 20.00 Uhr kommt das Freizeitprogramm - Lesen, mindestens eine Serie schauen, puzzlen, was auch immer. Achso, und eine Fremdsprache lerne ich auch noch nebenbei, nur zum Studieren reicht die Zeit einfach nicht. Ich liebe außerdem To-Do-Listen, meine besten Tage habe ich, wenn ich schon möglichst früh mit der To-Do-Liste anfange und ziemlich schnell ziemlich viel geschafft kriege. Ich arbeite im Allgemeinen auch ziemlich gut unter Zeitdruck, hauptsache, ich werde nicht ständig gestört. Und im urlaub schaue ich mir am liebsten ganz viel an, gehe viele Strecken zu Fuß und hänge nicht gerne am Strand / im Hotelzimmer rum. Ich will was sehen, oder was tun.
    Aber wie gesagt, ich könnte meinen Beruf so auch nicht ausüben, wenn ich mehr so der Typ Faultier wäre.
    Ladies and gentlemen, take my advice: Pull down your pants and slide on the ice.

  11. Get a life! Avatar von jacksgirl
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von Sublus Beitrag anzeigen
    Dass man das Schlafbedürfnis nicht ändern kann, hab ich auch schon gehört. Und ja, ich glaub, wenn man 8 h Schlaf braucht, wird man in so wichtigen Positionen nicht weit kommen... leider.
    was für neoliberaler quatsch. natürlich könnte man. wenn wir halt aufhören würden, so zu tun, als sei es ein naturgesetz, dass man 16 stunden am tag arbeiten muss, um in spitzenpositionen was zu schaffen. niemand kann wirklich 16 stunden am tag produktiv sein. es gibt inzwischen genug leute (frauen. es sind im grunde vor allem frauen), die zum beispiel durch stellen-sharing etc. erfolgreich in teilzeit als führungskräfte arbeiten können. diese ganze "man kann nur führungskraft werden, wenn man 16 stunden am tag arbeiten kann, sieben tage die woche!!!einself"-nummer kann jetzt auch langsam mal sterben gehen.
    I will always place the mission first.
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  12. Ureinwohnerin Avatar von clubby
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von juno_ Beitrag anzeigen
    Eine Verwandte von mir ist so. Stressiger Job mit Überstunden, Haus mit Garten, Pflege einer Angehörigen ... Und dazu hausgemachter Stress (jeden Tag Kleinigkeiten einkaufen gehen "müssen", immer frisch kochen, auch wenn erst um 22 Uhr gegessen wird...). Sie kann auch im Urlaub nicht abschalten und kommt meist 1-2 Tage früher zurück als geplant.

    Ich selber bin das Gegenteil vom Duracell-Häschen. Schnell erschöpft, schnell keine Lust mehr, lieber auf die Couch, statt 1000 Dinge gleichzeitig zu machen.
    ohja. in etwa meine nachbarin, wenn es stimmt.
    ist die frage, was zu glauben ist, was man im haus nicht sieht.

    um 5 uhr aufstehen jeden tag,
    dann hausarbeit,
    dann in die arbeit und mal schnell die leitung wuppen mit sämtlichen terminen innen und außen, planung, personal, ...
    - heim und einkaufen, wieder hausarbeit, was der mann noch nicht gut genug gemacht hat
    - tennis und walking bevorzugt bei ü30 grad und für den tennisverein aktionen
    oder im garten body grillen
    - mitgebrachtes aus der arbeit zu hause erledigen
    - an einem nachmittag zur mutter, dort haushalt und einkaufsfahrt
    und angeblich nie pause nötig.
    dh. viel gekocht und gegessen wird nicht, lieber diät und rotweinkur

    hmm. weißt nicht obs gut ist und gut tut und wie lange halt.

    also was s herade sie oder andre über mich denken ist mir egal. ich fühl mich wohl auf meiner couch und bin gerne couchpotatoe statt übersollerfüller

  13. Junior Member
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von ninini Beitrag anzeigen
    Ich glaube, in meinem spezifischen Beruf muss man zumindest Häschen-Tendenzen haben; ich fange morgens um 06.30 Uhr an zu arbeiten, um 20.00 Uhr bin ich mit dem meisten durch; zwischendrin habe ich dann noch Sport gemacht. Und nach 20.00 Uhr kommt das Freizeitprogramm - Lesen, mindestens eine Serie schauen, puzzlen, was auch immer. Achso, und eine Fremdsprache lerne ich auch noch nebenbei, nur zum Studieren reicht die Zeit einfach nicht. Ich liebe außerdem To-Do-Listen, meine besten Tage habe ich, wenn ich schon möglichst früh mit der To-Do-Liste anfange und ziemlich schnell ziemlich viel geschafft kriege. Ich arbeite im Allgemeinen auch ziemlich gut unter Zeitdruck, hauptsache, ich werde nicht ständig gestört. Und im urlaub schaue ich mir am liebsten ganz viel an, gehe viele Strecken zu Fuß und hänge nicht gerne am Strand / im Hotelzimmer rum. Ich will was sehen, oder was tun.
    Aber wie gesagt, ich könnte meinen Beruf so auch nicht ausüben, wenn ich mehr so der Typ Faultier wäre.
    Darf ich fragen was du arbeitest? Und warum so viel? Mir hat heute ein Intensivmediziner, der 13 Stunden Schichten arbeitet, von seinen freiwilligen Zusatzdiensten als Notarzt erzählt und meine Gedanken waren eher "Schuldet er der Mafia Geld oder warum muss man so viel arbeiten?" und konnte mir dann ein "Warum tut man sich das an?" nicht verkneifen und er so "Äh, Freude am Beruf?" und ich "Freude am Schlaf und Hobbies?". Es gibt keinen Job der Welt, und sei er noch so wichtig und erfüllend, den ich Freizeit vorziehen würde

  14. Urgestein
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Naja ich war ja auch Intensivmediziner und habe freiwillig noch Notarztschichten nebenher gemacht, obwohl ich immer fand, dass ich zu viel gearbeitet habe, und jederzeit gern weniger gearbeitet hätte. Ich hätte dann aber lieber an den Intensivschichten gespart als aufs Notarzt-Fahren zu verzichten.

    Gründe:
    1) Die Fähigkeiten zur Notarzt-Tätigkeit hat man als Intensivmediziner sowieso, so dass die Notarzt-Tätigkeit kein zusätzlicher Stress ist, sondern wirklich nur zusätzlich Zeit verbraucht. Statt Stress waren die Notarzt-Schichten für mich in der Intensivzeit sogar eher so eine Art "Runterkommen". Ausnahmsweise mal nicht die Verantwortung für über ein Dutzend Intensivpatienten, mal nicht nur die Kränksten der Kranken, mal nicht nur immer die gleichen oder ähnlichen Krankheitsbilder, mal nicht Patienten, die schon von jemand anders vorbehandelt worden sind, mal nicht nur fertige Angehörige, auch: mal andere Kollegen. Denn die Kollegen im Rettungsdienst sind schon anders als die Leute, die auf einer Intensivstation arbeiten. Ich habe mich auf der Intensivstation zuhause gefühlt, aber wenn man das macht, tut es echt gut, ab und zu einfach mal auch was anderes zu sehen, das aber trotzdem Medizin ist. Vor allem tut es gut, mal einen anderen Takt zu haben, denn in der Intensivmedizin arbeitet man praktisch dauernd auf Hochtouren, man nimmt sich bloß mal zwischendurch 10 Minuten in der Küche, um ein Brot zu essen, aber währenddessen warten auch schon wieder drei neue Aufgaben. Im Rettungsdienst sitzt man stundenlang rum und wartet, dass ein Einsatz kommt, das ist was völlig anderes. Und dann fährt man da irgendwohin in eine fremde Wohnung, findet einen unbehandelten Menschen vor, zu dem man meistens nur unvollständige Informationen hat, und bemüht sich, mit den paar Mitteln, die man hat, rauszufinden, was sein Problem ist, das ist so eine Mischung aus Detektivspiel und handwerklichem Arbeiten. Während Intensivmedizin eher Apparatemedizin ist, unterbrochen von Gesprächen und bißchen Handwerk.
    Rettungsdienst als Intensivmediziner fühlt sich an wie ein Urlaubstag, der aber auf einem Gebiet stattfindet, auf dem man zufällig Experte ist, also nicht Urlaub durch Nichtstun, sondern Urlaub, indem man den normalen Job auf andere Weise macht. Das ist eine sehr sehr reizvolle Erfahrung. Stell dir vor, du kannst etwas sehr sehr gut, aber es ist halt trotzdem jeden Tag eine neue Herausforderung. Wie in einem schwierigen Computerspiel, das du schon sehr lange spielst und trotzdem immer nur gerade so das Level schaffst. Dann spielst du es mal einen Tag statt im "Advanced Level" im "Rookie Level", das bedeutet, man nimmt dir einiges an Handwerkszeug weg, aber dafür läuft das Level auch ein bißchen langsamer und ein paar schwierige Hindernisse aus dem Spiel sind durch Bäume ersetzt, die du hochklettern mußt. Das bist du nicht gewohnt, aber es ist mal was anderes und erfrischend. Danach machts dir dann auch wieder mehr Spaß, am nächsten Tag wieder im Advanced Level weiterzuspielen.

    Mal einen Tag was anderes zu machen (Notarzt) ist schon ein anderer Reiz und eine andere Art der Unterbrechung des Berufsalltags, als einfach mal nen Tag auf der Couch rumzuhängen, auch wenn beides gut ist.

    2) Ich hatte es schon angesprochen: Die soziale Komponente. Es tut gut, mal mit den Leuten zusammenzusitzen, die jeden Tag Rettungsdienst fahren. Intensivstationen sind eine sehr enge berufliche Gemeinschaft, die sich nach außen meist ziemlich abschottet. Rettungsdienstler sind auch eine Gemeinschaft, aber andere Typen. Diese Reise zwischen beiden Gemeinschaften, aber in beiden anerkannt zu sein, macht die Arbeit ebenfalls schöner. Ähnliches gilt für die andere Art von Patientenkontakt - dass man mal in die Wohnungen kommt, in denen die Leute normalerweise so leben, ihre Angehörigen zuhause trifft usw. Das erdet einen schon ein bißchen, gerade als Intensivmediziner.

    3) Auf der Intensivstation sterben einem jede Woche Leute unter der Hand weg. Ein Danke gibts eher selten, selbst von denen, die die Intensivstation lebend verlassen. Sehr selten gibts mal Lob und Dank von Angehörigen. Von Patienten selbst praktisch gar nicht. Wir entlassen ja fast nie nach Hause. Wir entlassen auf den Friedhof oder - meistens bevor die schwere Erkrankung endgültig überwunden ist - auf die Normalstation. Wir sind nur eine Etappe im Krankenhausaufenthalt, und wie das ganze endet, bekommen wir nicht mit. Im Rettungsdienst ist man ebenfalls nur eine Etappe, aber man wird von Patienten und Angehörigen sehr viel herzlicher, dankbarer und meist auch freundlicher behandelt als auf der Intensivstation. Man hat im Rettungsdienst relativ oft auch relativ schnelle Erfolgserlebnisse, weil die Notsituation oft ja auch schnell eingetreten ist und sich ebenso schnell wieder beheben läßt. Auf der Intensivstation landen eher Leute, bei denen sich das Problem nicht so schnell beheben läßt. Auch deshalb ist der Notarztdienst ein guter Gegenpol zur Intensivstation.

    4) Zumindest bei mir waren die Dienste als Notarzt während meiner Intensivzeit deutlich besser bezahlt als eine Intensivschicht. Tätigkeit auf der Intensivstation wird meistens ziemlich grottig bezahlt. Andere Dienste sind (meistens) deutlich lukrativer. Hängt natürlich immer von der lokalen Organisation ab, gibt auch gutbezahlte Intensivdienste. Aber bei mir und an den meisten Kliniken verdienen die Ärzte im Dreischichtsystem auf der Intensivstation deutlich weniger als die Ärzte, die normale Hausdienste machen. Dass die Notarztdienste so viel lukrativer sind, gleicht diesen Nachteil gegenüber anderen Ärzten finanziell somit etwas aus.
    Bei mir waren die Notarztdienste wirklich viel lukrativer als die Intensiv. Für die Kohle, die ich in einem 24h-Bereitschaftsdienst als Notarzt bekommen habe, in dem ich den ganzen Tag auf der Rettungswache rumgelungert oder gepennt habe und nicht viel zu tun hatte (realistisch waren 5 Einsätze in 24h, d.h. ca. 6h Arbeit in 24h, den Rest der Zeit konnte ich tun was ich wollte), hätte ich auf der Intensivstation 3 Nächte durcharbeiten müssen. Und da hätte ich *richtig* gearbeitet und nicht zwischendurch geschlafen.
    Dazu kommt, dass der Arbeitgeber einem an einem Tag, an dem man Notarztdienst hat, keine zusätzliche Intensivschicht reindrücken kann. Bzw. man die Notarztdienste auch als Argument dafür nehmen kann, an anderer Stelle keine zusätzlichen Dienste zu übernehmen, weil "das ist mein einziges freies Wochenende" oder sowas. Sobald man als Assistenzarzt einen Tag frei hat, weiß man nie, ob der Tag frei bleibt oder man einspringen muß, weil irgendwer ausfält. Wenn man aber Notarztdienst hat, weiß man, dass man den Tag "frei" hat (im Sinne von gemütliches Rumhängen auf der Rettungswache, bißchen Fernsehen, abends gemeinsam Grillen etc.). Eine zusätzliche Notarzt-Schicht ist für die meisten Intensivmediziner somit kein eins-zu-eins zusätzlicher Arbeitstag, den sie ansonsten frei hätten, sondern meistens ist das ein zusätzlicher Arbeitstag, an dem man sich aber erspart, für andere Arbeiten herangezogen zu werden. Und: An dem Tag *nach* dem Notarztdienst, an dem man sich durchaus erholt fühlt, wenn man das Glück hatte, nachts nicht arbeiten zu müssen, hat man *definitiv* frei. Da *darf* man gar nicht arbeiten. Gesetzlich verboten und wohl auch so ziemlich die einzige arbeitszeitgesetzliche Regelung, die im Krankenhaus wirklich einigermaßen zuverlässig eingehalten wird. Man macht also einen 24h-Notarztdienst und blockiert dadurch zwei Tage, an denen man nicht zu zusätzlichen Intensivschichten herangezogen werden kann. Win-win, würde ich sagen, selbst wenn man vielleicht einen oder beide Tage auch sonst frei gehabt hätte (aber das wäre nicht sicher gewesen).

    5) Vor allem: Rettungsdienst ist einfach saulustig und abwechslungsreich. Es gibt Leute, die Rettungsdienst furchtbar stressig, emotional herausfordernd und vielleicht sogar fachlich furchtbar schwierig finden - aber solche Leute werden auch nicht Intensivmediziner. Ich kenne nur sehr wenige Intensivmediziner, die nicht auch Bock auf Rettungsdienst haben. Wenn einen die psychische Komponente des Rettungsdienstes, dieses "Allein die Hauptverantwortung haben", das viel ausgepräger ist als z.B. auf einer Intensivstation, und dieses "Vor Dienstantritt, bei Dienstantritt und nach Dienstantritt überhaupt nicht wissen, was auf einen zukommt" einschließlich der Komponente "ich sitze hier auf dem Sofa rum und schaue gemütlich fern, aber es kann sein, dass ich in 5 Minuten in einer absoluten Scheiß-Situation bin, bei einem leblosen Kind, bei einem schweren Unfall, vor einem in Flammen stehenden Pflegeheim, bei einem Zugunglück, einem Chlorgasaustritt in einer Fabrik oder bei einem Patienten, von dem ich absolut nicht weiß, was er hat", also wenn einen das alles nicht übermäßig stresst, dann ist Notarzt einer der schönsten und abwechslungsreichsten Jobs, die es gibt. Man setzt sich auf den Beifahrersitz eines roten Autos und wird von einem trainierten Chauffeur immer da hingefahren, wo gerade was los ist.

    Vor dem Hintergrund kann ich die Aussagen deines Bekannten voll und ganz unterschreiben: Wenn man durchgehend auf ner Intensivstation arbeitet, kann es auch abseits vom Geld für die eigene Zufriedenheit durchaus besser sein, mal einen Tag zusätzlich als Notarzt zu fahren, als frei zu haben. Das, was man draußen als Arzt erlebt, nimmt man in seine Rolle auf der Intensivstation mit zurück, es verbessert den Job insgesamt. Ein Tag auf der Couch wäre auch schön, aber anders, und man würde ihn nicht so bereichernd mit zurück in den Arbeitsalltag mitnehmen.

    Geändert von bwlstudent (12.07.2019 um 02:36 Uhr)

  15. Ureinwohnerin Avatar von rosaPony
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    ich glaube, von außen sehe ich auch wie ein hasi aus. ich bin viel ehrenamtlich aktiv, mache sport und mache ja ein fernstudium, für das ich teilweise fast jedes wochenende nicht zuhause bin. ich bin gerne aktiv und mag es nicht, die ganze woche nur rumzusitzen. aber ich brauche meine ruhephasen, die man von außen nicht sieht. nach solchen anstrengenden wochen, wie ich sie gerade hatte, liege ich abends völlig durch auf der couch und schaffe es nicht mal, meinen rechner anzumachen. ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es den meisten hasis so geht, sie es nicht zugeben oder es nicht checken.

    wenn ich frei habe, muss ich auch irgendwas damit machen. nur rumliegen ist nicht. ich ärgere mich aber dann trotzdem abends, wenn ich nur rumliege.
    We are the angry mob
    We read the papers every day
    We like who we like, we hate who we hate
    But we’re also easily swayed.

  16. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von rosaPony Beitrag anzeigen
    nach solchen anstrengenden wochen, wie ich sie gerade hatte, liege ich abends völlig durch auf der couch und schaffe es nicht mal, meinen rechner anzumachen. ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass es den meisten hasis so geht, sie es nicht zugeben oder es nicht checken.
    Na, ich glaube, das ist eben wieder individuell, was man dann als Ruhephase versteht. Für manche ist es ein ganzer Abend, für manche zwei Stunden, bevor man sich mit Freunden trifft.

    Ich glaube, ein wesentlicher Unterschied liegt auch darin, ob jemand extrovertiert oder introvertiert ist. Für mich ist es eine (Art von) "Ruhephase", wenn ich mich mit Freunden treffe. Ich lade da meine Batterien wieder auf.

    Was GuteMiene beschreibt, wäre für mich übrigens nicht unbedingt das klassische "Duracellhäschen", weil da ja Leidensdruck hintersteckt. Ich fühle mich manchmal eben wie in so einer Tretmühle, aber meistens liebe ich das, was ich mache sehr. Wenn bei mir beruflich stressige Phasen anstehen, sind das oft Projekte o.ä., wo ich direkt mit Kunst zu tun habe und dadurch ist das eigentlich besonders schön. Und ich liebe das auch so sehr, dass ich kein Problem damit habe, das auch mal in der Freizeit zu machen. (Wohlbemerkter Disclaimer, dass ich eben noch nie in dem tatsächlichen Tretmühlen-Vollzeit-Job saß und nicht weiß, wie das dann sein wird.)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  17. V.I.P. Avatar von enicmatical
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von Lamb Beitrag anzeigen
    eine meiner besten freunde ist so.
    die steht morgens um 5 mit dem baby auf, macht frühstück für alle ,füttert das baby und schmeißt die rste waschmaschine an. dann weckt sie ihr großes kind, macht den pausensnack während ihre tochter frühstückt und hüpft unter die dusche. dann zieht ihre tochter sich an und ind er zeit hat sie eine spülmaschine ausgeräumt,neu eingeräumt und die küche aufgeräumt. fährt die kidner zur betreuung, düst nach hause, arbeitet 3 stunden zuhause und hängt währenddessen die wäsche auf,macht noch eine maschien und bereitet das mittagessen vor. kinder abholen, zum schwimmunterricht fahren. sie hat extra einzelschwimmunterricht für die kinder gebucht,weil sie ind er zeit selbst ein paar bahnen schwimmt. danach alle anziehen, nach hause,zusammen abendessen, dann macht sie noch einen kuchen, für ein kitafest und badet anschließend die kinder, bringt sie ins bett und arbeitet danach nochmal 2-3 stunden.
    22 uhr guckt sie eine stunde fernsehen. ende gelände.
    Ich fürchte so bzw so ähnlich sieht einfach das Leben einer arbeitenden Mutter aus

    ein normaler arbeitstag bei mir:

    4.45 wecker klingelt.
    5.00-5.45 Laufen mit dem Hund
    5.45 -6.00 Kaffee+ fertig anziehen + Waschmaschine mit Timer stellen
    6.00 los zur Arbeit. ( Mein Mann versorgt sie Kids und bringt sie in die KiTa)
    15.00 Feierabend
    15.10-16.00 Laufen mit dem Hund
    16.15 Kinder abholen
    danach Spielplatz/Schwimmbad/Freundebesuch/Sporttraining/ kurz was einkaufen/ oder ähnliches
    oder einfach nach Hause...
    Essen kochen/Vesper richten, Bad nebenbei durchwischen/irgendwas aufräumen/Waschmaschine leeren/Spülmaschine ausräumen falls nicht vor der Arbeit schon passiert. Etwas Backen für die Kids oder meine Kollegen

    wenn wir daheim sind essen wir gegen 18.00/18.30 da kommt dann auch mein Mann nach Hause
    19.00 Kids umziehen, bettfertig machen
    19.30- Abendprogramm mit etwas gucke/lesen/kuscheln

    der Große erzählt meist bis 20.30/21.00

    danach schauen wir noch 1-2 Folgen von irgendwas und schlafen.

    Hätte ich die Wahl würde ich morgens bis Ultimo schlafen und nach der Arbeit erst mal ein Nickerchen machen Geht halt aber einfach nicht
    [rot]~Auch beim Lachen kann das Herz trauern~[/rot]

  18. Addict Avatar von blauer_Engel
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von enicmatical Beitrag anzeigen
    Ich fürchte so bzw so ähnlich sieht einfach das Leben einer arbeitenden Mutter aus
    So sah es bei mir ehrlich gesagt nie aus, als ich noch gearbeitet habe.

  19. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    Zitat Zitat von blauer_Engel Beitrag anzeigen
    So sah es bei mir ehrlich gesagt nie aus, als ich noch gearbeitet habe.
    Meiner auch nicht. Ich habe auch keinen Hund und gehe ganz sicher nicht freiwillig vor dem Frühstück aus dem Haus Ich stehe um kurz nach 7 auf (das wird sich leider wegen des Schulbeginns bald ändern müssen, aber eher auf sowas wie 6:30 oder so, ganz sicher keine 5 auf dem Wecker.)

  20. Ureinwohnerin Avatar von 2hot4you
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    AW: Seid / kennt ihr Duracell-Häschen?

    @bwlstudent, auch wenn ich nicht diejenige war, die sich gefragt hat warum man sich das antut: Dennoch danke für die ausführliche Erklärung, ich habe dass mit vollem Interesse gelesen!

    Zum Threadthema: Hase vielleicht schon, aber definitiv nicht Duracell
    Und ich beneide Duraceller auch nicht, bewundern ein bisschen. Ich könnte so nicht überleben, ich brauche mein Faultierleben.

    In gewissen Bereichen kann ich schon einiges an Energie aufbringen, zum Beispiel bei meinen Bergwanderungen, aber auch da habe ich dann ein langsames Tempo. Das ist meist ok so. Wenn ich was ändern würde, wüsste ich nicht wie. Es wäre ein einziger Kampf. Das habe ich nämlich schon mal probiert in der Vergangenheit. Ich lass es einfach bleiben.

    Edit: Introvertiert und ich brauche Ruhe um mich aufzuladen, Sozialkontakte sind schön, aber auslaugend.
    Geändert von 2hot4you (12.07.2019 um 16:51 Uhr)

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