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Thema: Downsyndrom

  1. Member
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    AW: Downsyndrom

    Ich habe selbst nichts testen lassen, aber ich bin sehr froh, dass eine Frau bei uns heute kein Kind austragen muss, das sie nicht will. Da gehört für mich auch dazu, dass man sich ggf. gegen ein Kind mit Behinderung entscheiden darf. Z.B. könnte ich es völlig verstehen, wenn meine Schwester, die bereits ein krankes Kind hat, sagen würde, ein weiteres Kind mit Beeinträchtigung schafft sie nicht.

    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:44 Uhr) Grund: Aus Pietätsgründen gelöscht

  2. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Trisomie 21 kann halt komplikationstechnisch höchst unterschiedlich ausfallen. Wenn man nur "leichte" Fälle kennt, kann ich schon nachvollziehen, dass man es grundsätzlich falsch findet, das Kind deshalb nicht zu bekommen. Ich kenne einen Fall, bei dem ich beim besten Willen nicht weiß, wie man nebenher noch Geschwisterkinder auch nur halb adäquat großziehen könnte, weil das Kind so viele gesundheitliche Großbaustellen hat. Seitdem bin ich deutlich vorsichtiger mit pauschalen Urteilen zu diesem Thema.
    Ich finde auch ganz ganz schwierig, dass fast immer Menschen gezeigt werden, die ein Leben mit wenig Einschränkungen führen, Schauspielerinnen werden, oder Kindergärtner - dass es auch Fälle mit schwerwiegenden Organfehlbildungen und deutlichen geistigen Einschränkungen gibt, wird oft gar nicht behandelt.

    Zumindest was ich so in den Medien sehe, erweckt oft den Eindruck, als ginge es nur darum, dass man bitte nicht Leute, die ein bisschen anders aussehen und vielleicht ein bisschen langsamer sind, "aussortieren" soll, und das empfinde ich als sehr unausgewogen.


    Wie es bei mir selbst wäre, bei einer Schwangerschaft, weiß ich nicht. Ob ich überhaupt Untersuchungen machen lassen würde - ich weiß nicht, ob ich da eine Entscheidung treffen könnte...
    Geändert von luxuspanda (18.07.2019 um 00:18 Uhr)
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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    wubbalubbadubdub.
    ʕ•͡ᴥ•ʔ

  3. Regular Client Avatar von Hippiekind
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    AW: Downsyndrom

    Ich habe jetzt nur das Eingangsposting gelesen, aber ich möchte es gleich sagen: für mich liest sich deine erste Andeutung ("aussortiert") ziemlich anmaßend. Sich für oder gegen ein Kind mit oder ohne Behinderung im Falle einer Schwangerschaft zu entscheiden, ist keine leichtfertige Entscheidung, das ist es nie, denke ich. Ein Kind, ob behindert oder nicht, ist ein immenser Einschnitt in das eigene Leben, finanziell, emotional, auf sämtlichen Ebenen. Auch, wenn es gewünscht und bewusst gewollt ist. Ein Kind mit Behinderung auch, wenn nicht sogar mehr. Weißt du, was es für Kraft erfordert, ein Kind mit Behinderung großzuziehen? Welche Ressourcen (finanziell, personell) und welches Netzwerk es erfordert, diesem Kind ein gutes Leben in unserer Gesellschaft (unglaublich wichtiger Punkt!) zu ermöglichen? Das ist bei einem Kind ohne Behinderung schon eine Herausforderung. Und bei einem Kind mit Behinderung nicht anders. Zu verurteilen (du schreibst, du findest das "furchtbar"), dass Leute sich bewusst dafür entscheiden, ein Kind mit Behinderung nicht auf die Welt zu bringen, ist, wie bereits gesagt, in meinen Augen unglaublich anmaßend. Jede Familie sollte das individuell für sich abwägen und sich nach besten Wissen und Gewissen dafür entscheiden dürfen, ob sie das schaffen können/wollen, ob sie diese Ressourcen und das Netzwerk bereitstellen können, ohne das Leute wie du darüber urteilen.

    Wir reden hier nicht von Euthanasie, wenn ein Paar, aus welchen Gründen auch immer, sich gegen ein Kind mit Behinderung zu entscheiden. Euthanasie ist etwas anderes. Es ist die bewusste Tötung und das Ausmerzen von Menschen, die einem bestimmten Ideal nicht entsprechen. Ich hoffe nicht, dass du Frauen dies unterstellst, wenn sie abtreiben. Dass sie töten.

    Ich bin übrigens studierte Sonderpädagogin. Ich habe Menschen, vor allem Kinder, mit Down-Syndrom, aber auch mit anderen Formen von geistigen, körperlichen, sprachlichen und emotionalen Beeinträchtigungen kennengelernt. Ich arbeite mit ihnen und das äußerst gerne. Trotzdem käme ich niemals auf die Idee, werdende/potentielle Eltern, die aufgrund einer solchen Diagnose abtreiben, zu verurteilen. Ich wüsste nicht mal, was ich, trotz meines Berufs, der dahinterstehenden Ethik und des Menschenbildes, in einem solchen Fall tun würde. Es ist so individuell, dass man das doch niemals pauschal beurteilen kann?
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  4. Regular Client Avatar von Hippiekind
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    AW: Downsyndrom

    Da hier mit "jedes Leben ist lebenswert" argumentiert wird - wie stehen diejenigen, die hier so argumentieren, generell zu Abtreibungen? Ernstgemeinte Frage.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  5. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Downsyndrom

    Hm, wie ist denn eine Spätabtreibung, wo man sogar offiziell von Fetozid (= Tötung der Leibesfrucht) spricht, keine Tötung? Oder auch sonst. Ich empfinde Abtreibung schon als Tötung. Und ich habe schon bei Abbrüchen assistiert und würde das auch immer wieder tun bzw. Abbrüche durchführen, wenn es zu meinem Fachgebiet gehören würde, und bin absolut für das Abtreibungsrecht und engagiere mich auch dafür, dass wir Ärzt_innen im Studium mehr über Schwangerschaftsabbruch lernen als die Rechtsnormen, denn die Versorgungslage in Deutschland ist ja vielerorts nicht gut und wird schlechter. Und ein früher Abbruch ist technisch echt simpel, selbst das wird aber nicht zuverlässig gelehrt in der gynäkologischen Weiterbildung oder gar im Studium, während man bei anderen OPs schon wissen muss, wie das gemacht wird.

    Ich finde, es ist schon ein grundsätzlicher Unterschied, ob eine Frau sagt, ich will (jetzt) NICHT Mutter werden oder ich will nicht Mutter von speziell diesem Kind, das diese und jene Behinderung o.ä. hat, werden.

    So oder so darf man meiner Auffassung nach keine Frau zwingen, schwanger zu werden, zu sein oder zu bleiben. Man darf ja nicht mal jemanden zwingen, einen halben Liter Blut zu spenden, man kann eine Leiche nicht zwingen, Organe zu spenden, um andere Menschen am Leben zu halten, auch schon erwachsene, bewusst am Leben hängende Menschen. Einer lebenden Frau da weniger Rechte als einer Leiche zu geben, finde ich unerträglich.

    Je mehr Wissen zugänglich ist, desto mehr schwierige Fragen muss man sich stellen.

    Ich denke nicht, dass der Schluss zulässig ist, dass wer ein Kind mit Trisomie 21 abtreibt, ein Kind mit schwerem Geburtsschaden oder einer anderen erst später auftretenden Behinderung oder Erkrankung oder Unfallfolgen weggeben wird und auch nicht, dass wenn man Letzteres nicht tun würde, auch Ersteres logischerweise nicht dürfte/sollte/müsste. Man impft ja auch nur gegen die Krankheiten, gegen die man impfen kann. Mit anderen, die u.U. schlimmer sein können, muss man ggf. klarkommen.

    Und ich kenne auch genug Beispiele von nicht-Klarkommen. Man "wächst" nicht an allen Schicksalsschlägen oder Herausforderungen "genug". Manchmal zerbrechen Menschen oder Familien auch daran.


    Zur Ausgangsfrage, ich war in einem integrativen Kindergarten mit Kindern mit verschiedenen Einschränkungen. Da hab ich viel mit einem Mädchen mit Down-Syndrom zu tun gehabt, das nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt war, ich hab mit ihr immer Bücher angeguckt. Ein Junge mit Down-Syndrom hatte nach meiner jetzigen Auffassung noch andere Diagnosen, er hat sich immer nur mit bestimmten Gegenständen beschäftigt und ab und zu schlimme Wutanfälle gehabt.
    Die Tante einer Schulfreundin hatte auch Down-Syndrom, ich weiß nicht mehr, ob sie komplett bei ihren in der Nachbarschaft meiner Freundin lebenden Eltern oder tw. in einer Einrichtung war, die kam manchmal vorbei und war nicht sehr kommunikativ. Ich denke, sie hatte in der damaligen Zeit nicht die optimale Förderung, sie war in den 1960ern geboren. Die Tochter eines Bekannten hat Down-Syndrom, ist jetzt ca 20 und recht fit. Der kleine Sohn von Bekannten hatte im Rahmen seines Down-Syndroms einen schweren operationspflichtigen Herzfehler, das hat gut geklappt, er ist ein fröhlicher kleiner Junge.

    Wie oben allgemein angerissen sehe ich natürlich den ethischen Konflikt des immer größeren zugänglichen Wissens. Ich verurteile keine Frau für ihre Entscheidung bezüglich ihrer Schwangerschaft - in keine Richtung. In der Konsequenz Eltern mit einem Kind mit Down-Syndrom mehr oder weniger direkt vorzuwerfen, dass "sowas doch heute nicht mehr nötig" sei, geht natürlich gar nicht.
    Wie ich selber entscheiden würde (auch welche Tests ich machen würde), weiß ich nicht, sollte ich je schwanger sein, werde ich das im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bauch heraus entscheiden und vermute, dass ich eher wenig testen würde, aber das sind Mutmaßungen.
    Geändert von durga (18.07.2019 um 01:50 Uhr)

  6. Senior Member Avatar von Vampy
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    AW: Downsyndrom

    Ein wirklich sehr interessantes Thema. Ich kenne einige Fälle von Spätabrtreibungen, DownSyndrom im bekanntenkreis, aber auch spätere schwere körperliche Erkrankung im Erwachsenenalter, aber das mag ich wegen Wiedererkennungswert nicht öffentlich ausführen.
    Ich kann natürlich dankbar sein, drei gesunde Kinder bekommen zu haben. Mein Totschlagargument gegen ein viertes Kind ist wirklich, dass das Kind krank sein könnte, denn das traue ich mir wirklich nicht mehr zu. Bei den ersten drei Kindern habe ich keine Diagnostik in Anspruch genommen, weil ich jedes Kind genommen hätte (denke ich) (und ich war wohl auch sehr naiv).

  7. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Hippiekind Beitrag anzeigen
    Ich habe jetzt nur das Eingangsposting gelesen, aber ich möchte es gleich sagen: für mich liest sich deine erste Andeutung ("aussortiert") ziemlich anmaßend. Sich für oder gegen ein Kind mit oder ohne Behinderung im Falle einer Schwangerschaft zu entscheiden, ist keine leichtfertige Entscheidung, das ist es nie, denke ich. Ein Kind, ob behindert oder nicht, ist ein immenser Einschnitt in das eigene Leben, finanziell, emotional, auf sämtlichen Ebenen. Auch, wenn es gewünscht und bewusst gewollt ist. Ein Kind mit Behinderung auch, wenn nicht sogar mehr. Weißt du, was es für Kraft erfordert, ein Kind mit Behinderung großzuziehen? Welche Ressourcen (finanziell, personell) und welches Netzwerk es erfordert, diesem Kind ein gutes Leben in unserer Gesellschaft (unglaublich wichtiger Punkt!) zu ermöglichen? Das ist bei einem Kind ohne Behinderung schon eine Herausforderung. Und bei einem Kind mit Behinderung nicht anders. Zu verurteilen (du schreibst, du findest das "furchtbar"), dass Leute sich bewusst dafür entscheiden, ein Kind mit Behinderung nicht auf die Welt zu bringen, ist, wie bereits gesagt, in meinen Augen unglaublich anmaßend. Jede Familie sollte das individuell für sich abwägen und sich nach besten Wissen und Gewissen dafür entscheiden dürfen, ob sie das schaffen können/wollen, ob sie diese Ressourcen und das Netzwerk bereitstellen können, ohne das Leute wie du darüber urteilen.

    Wir reden hier nicht von Euthanasie, wenn ein Paar, aus welchen Gründen auch immer, sich gegen ein Kind mit Behinderung zu entscheiden. Euthanasie ist etwas anderes. Es ist die bewusste Tötung und das Ausmerzen von Menschen, die einem bestimmten Ideal nicht entsprechen. Ich hoffe nicht, dass du Frauen dies unterstellst, wenn sie abtreiben. Dass sie töten.
    .
    Ich finde es ganz schrecklich in der heutigen Zeit, in der man eben all diese Tests machen kann, Abtreibungen vornehmen kann und es gesetzliche (Ja, illegale, aber trotzdem akzeptierte) Regeln gibt, wenn man dann pauschale Aussagen trifft.
    Ich kann die Aussage "für mich käme das nicht in Frage" total verstehen, aber dies damit allen (überwiegend) Frauen genauso anzusprechen, ist nicht ok. Es gibt die verschiedensten Lebenslagen und auch wenn "einfach" jmd sagt " Ich trau mir das nicht zu" (Und schon von Hilfsangeboten gehört hat) hat das seine Berechtigung. Wir leben glücklicherweise in einem Land und zu einer Zeit, in der ich mich für eine Abtreibung (Also ich lass mal die politischen und rechtlichen Sachen weg um es nicht zu verkomplizieren) relativ frei und ohne Angst um mein Leben haben zu müssen, entscheiden kann.
    Ich persönlich würde es für mich wohl anders machen, aber ich billige dies jeder Frau (Und jedem Mann, auch wenn ich die finale Entscheidung bei der Frau sehe) zu und versuche eher zu verstehen als zu verurteilen.
    neu.gierig.toll.kühn

  8. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Downsyndrom

    Und als persönlichen Zusatz: der Bruder meiner besten Freundin hat eine leichte geistige Behinderung, nicht down aber ich zieh ihn mal ran für Vergleiche: er lebt zuhause bei dem Eltern, vor allem die Mutter kümmert sich, er geht in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, ist in den PflegeSachen selbstständig, nur eben geistig eher im Kindesalter. Das klappt alles soweit gut. Ich sehe aber gleichzeitig auch dem Druck, der auf meiner Freundin lastet (Und die das natürlich auch gerne macht), dass die Eltern immer älter werden, das nicht mehr lange so sein wird und er dann entweder in betreutes wohnen oder zu ihr ziehen wird. Sie hat von klein auf schon immer eine enorme Belastung gehabt, ein VerantwortungsGefühl, selbst wenn es um 4 Woche Ferien geht, weil eben was mit den Eltern sein könnte und sie dann da sein muss usw. Sie macht das alles gerne und freiwillig (es gäbe ja auch beistände*innen, die das dann übernehmen würden) und trotzdem ist es eine enorme Belastung zeitgleich. Für sie war auch immer klar, dass sie nie weg zieht usw. Und das ist die Verantwortung der kleinen Schwester, ich kann mir nur in etwa die Verantwortung der Eltern vorstellen.
    Es ist nicht "einfach" ein bisschen behindert, da hängt so viel dran, was man aus Dokus und wenn man mal jmd kennenlernt, der*die ne leichte Behinderung hat, oftmals nicht sieht.

    Und aus diesem Grund möchte ich mir nie anmaßen darüber zu urteilen, wie jemand entscheidet, welchen Weg sie für sich als richtige Entscheidung sieht und welche Konsequenzen daraus gezogen werden.
    neu.gierig.toll.kühn

  9. Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    AW: Downsyndrom

    Ich find auch super, dass man sich da hinstellt uns von Auslese und ähnlichem schreibt, wenn man dann am Ende all die Probleme und den emotionalen, finanziellen, etc Aufwand komplett in den Familien lässt.

    Ich bekomme das in meiner Familie mit, wieviel Energie das kostet von den Krankenkassen und dem Staat nur die grundsätzlich nötigsten Dinge für die Pflege abzurufen.
    Das macht die Leute (idR die Frauen) kaputt. Da wächst niemand dran, die zerreiben sich nur. Ich kann jeden verstehen, der das nicht wissentlich möchte.

    Eine Freundin von mir ist im Adoptionsprozess und musste da auch angeben, ob und welche Behinderungen sie sich zutrauen würde. Natürlich hat sie die ausgewählt, die sie sich aus jetziger Sicht zutraut und keine, an denen sie „wachsen“ kann.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  10. Junior Member
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Hippiekind Beitrag anzeigen
    Ich habe jetzt nur das Eingangsposting gelesen,
    Da hast du aber ganz schön viel kn meine paar Wörter hineininterpretiert. Natürlich ist es eine Aussortierung, was denn sonst?

  11. gesperrt
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    AW: Downsyndrom

    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:46 Uhr) Grund: Pietätsloses Posting gelöscht

  12. Ureinwohnerin Avatar von rosaPony
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von werbestranger Beitrag anzeigen
    ....
    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:46 Uhr) Grund: Zitat angepasst, Reaktion gelöscht
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  13. Urgestein Avatar von Wiesgart
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    AW: Downsyndrom

    Ich wundere mich über den Thread. Bym ist doch eher total pro choice eingestellt. Gesunde Kinder abtreiben geht total klar, aber behinderte sind was Besonderes?

    Ich würde die Tests machen, damit ich mich darauf einstellen kann, ein betreuungsintensiveres Kind zu haben. Ich würde einfach ein Kind wollen, kein perfekt gesundes. Dann lieber Schwangerschaften vermeiden.
    Es gibt keinen Unterschied in der Wertigkeit und auch gesunde Kinder können einem das Leben extrem schwer machen, während man mit einem behinderten glücklich sein kann. Das ist Auslese, natürlich.

  14. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Downsyndrom

    Alter.

  15. gesperrt
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    7

    AW: Downsyndrom

    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:47 Uhr)

  16. Ureinwohnerin Avatar von sora
    Registriert seit
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von werbestranger Beitrag anzeigen
    ...
    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:48 Uhr) Grund: Zitat angepasst, Reaktion gelöscht

  17. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    ich glaube auch, dass die belastungen, die mit einem kind mit downsyndrom einhergehen, leicht unterschätzt werden. der junge, den ich kenne, hat zum glück keine weiteren organschäden (herzfehler zb. sind ja nicht unüblich). und trotzdem wäre das ohne die unterstützung der gesamten familie nicht so gut machbar (allein 3-4 mal in der woche stehen therapien wie physio oder logopädie an). mal abgesehen davon, dass der umgang auch ein ganz anderer ist einfach weil da nun mal ein ganz anderes verständnis für viele dinge da ist als bei kindern ohne downsyndrom. ich hab da viel respekt für.

    ich weiß für mich aber, ich würde die feindiagnostik grundsätzlich machen, denn das, was ich bei diesem kind mit trisomie 18 erlebt habe, könnte ich für mich nicht. achtung, triggerwarnung:

    das kind hat ein halbes jahr gelebt. in der zeit konnte es nicht ohne beatmungsgerät atmen und brauchte einen herzschrittmacher. das kind hat 90% seines lebens im krankenhaus verbracht. ich hab mich dann damit beschäftigt und einerseits ist ja schon die wahrscheinlichkeit ziemlich gering, dass die kinder überhaupt lebend geboren werden. andererseits überleben die meisten das 1. jahr nicht und werden höchstens 12 jahre alt. die meisten fälle gehen mit sehr vielen behinderungen und einschränkungen einher und ich weiß nicht (also ich weiß es wirklich nicht), ob ich das noch als lebenswert bezeichnen würde. die beerdigung dieses kindes war mit das schlimmste, das ich je erleben musste und nein, das traue ich mir nicht zu und ich würde das wissen wollen (und da sehe ich die berechtigung dieser tests absolut). ich würde aber natürlich nie der familie vorschreiben, wie sie hätten handeln sollen (also zb. diese tests hätten machen sollen usw.), weil jeder diese entscheidung selbst fällen muss. hier finde ich aber eine pauschale aussage einfach ganz schwierig.
    Geändert von Schnelmi (18.07.2019 um 08:32 Uhr)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  18. Ureinwohnerin Avatar von rosaPony
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    AW: Downsyndrom

    und was bringt es dem kind und den eltern, wenn sie ein kind bekommen, wo sie vorher wissen, dass sie daran zerbrechen werden? das ist bei ungewollten schwangerschaften so und auch, wenn man mit einem kind mit einschränkungen nicht leben könnte.

    ja, kinder sind immer ein einschnitt ins leben. aber ein kind mit einer (schweren) behinderung noch mehr. mein mann hat immer gesagt, dass er mit einem kind mit einer trisomie nicht leben könnte, dass er sich das überhaupt nicht zutraut. also habe ich ihm zu liebe die nackenfaltenmessung machen lassen. keine ahnung, was wir bei einer auffälligkeit gemacht hätten. ich hätte mir das schon zugetraut und es ist eben doch mein körper. manchmal frage ich mich, ob dann an einer entscheidung unsere beziehung noch vor geburt des kindes zerbrochen wäre.
    We are the angry mob
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    But we’re also easily swayed.

  19. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Wiesgart Beitrag anzeigen
    Ich wundere mich über den Thread. Bym ist doch eher total pro choice eingestellt. Gesunde Kinder abtreiben geht total klar, aber behinderte sind was Besonderes?

    Ich würde die Tests machen, damit ich mich darauf einstellen kann, ein betreuungsintensiveres Kind zu haben. Ich würde einfach ein Kind wollen, kein perfekt gesundes. Dann lieber Schwangerschaften vermeiden.
    Es gibt keinen Unterschied in der Wertigkeit und auch gesunde Kinder können einem das Leben extrem schwer machen, während man mit einem behinderten glücklich sein kann. Das ist Auslese, natürlich.
    finde ich ganz schön pauschal und auch relativ naiv ehrlich gesagt. nicht jede behinderung ist gleich und nicht mit jeder einschränkung kann man entspannt leben. ich finde es tatsächlich auch ziemlich krass, wie pauschal hier abgeurteilt wird, wenn sich menschen ein leben mit einem behinderten kind nicht vorstellen können.

    (und zu werbestranger muss man nix sagen, das geht gar nicht)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  20. Urgestein
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    AW: Downsyndrom

    wir haben drei kinder mit downsyndrom im direkten umfeld - zwei sind total fit, das andere schwerst eingeschränkt und hat zum beispiel erst im vorschulalter laufen gelernt, kann mit 10 immer noch sehr wenig sprechen... beide mag ich sehr gerne und mag mir nicht vorstellen, wie es ohne sie wäre. aber ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde, wenn ich jetzt in die situation käme. beim erstkind hatte ich das gefühl, dass ich es auch jeden fall bekommen möchte (und wurde zum glück mit keinem ergebnis konfrontiert, das vielleicht doch zu einer anderen entscheidung geführt hätte), aber schon bei der konstellation sehr kleines erstkind und zwillingsschwanger, war ich deutlich unsicherer, wie weit meine kraft im ernstfall reichen würde. diese frage muss einfach jede für sich beantworten und nicht theoretisch, sondern dann, senn sie i diese konkrete situation kommt.

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