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Thema: Downsyndrom

  1. Member Avatar von EstellaLacht
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    AW: Downsyndrom

    ...
    Geändert von admin (18.07.2019 um 09:50 Uhr) Grund: Reaktion auf gelöschtes Post entfernt

  2. Addict
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Hippiekind Beitrag anzeigen
    Da hier mit "jedes Leben ist lebenswert" argumentiert wird - wie stehen diejenigen, die hier so argumentieren, generell zu Abtreibungen? Ernstgemeinte Frage.
    ich habe auf der einen seite wirklich ein problem mit abtreibungen und kann für mich ausschließen, dass es jemals dazu gekommen wäre.
    dafür kenne ich zu viele freundinnen, die jahre nach einer abtreibung noch massiv darunter leiden und in behandlung sind etc.
    und ich kenne leider auch zu viele bekannte, die relativ spät noch abgetrieben haben, einfach weil es "grad nicht gepasst hat" (also in die lebensplanung, nicht wegen krankheit, geld oder gravierenden gründen) oder weil sie eben kein drittes kind wollten.

    grundgedanke von mir ist irgendwie schwer zu formulieren, geht aber so in die richtung "es ist nicht fair", das kind hätte bestimmt einfach gerne gelebt und bekommt halt keine "zweite chance".

    aber: ich verurteile niemanden deswegen. ich finde es okay, dass es diese option gibt und wer sie in einer notlage nutzt, der soll das bitte tun und es ist okay für mich. aber ich habe trotzdem meine persönliche meinung, und die ist halt, dass ich das ganze thema sehr schwierig finde und eben für mich persönlich kategorisch ausschließen kann.

    (und nein, ich komme nicht aus einem christlichen umfeld, bin völlig ungläubig, nicht irgendwie fundamentalistisch.. und ja. ich weiß dass ich damit anecke bzw. dass diese meinung diskussionswürdig ist, aber es ist nun mal meine überzeugung.)

  3. Fresher Avatar von Magrat
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    AW: Downsyndrom

    Im direkten Umfeld haben wir bisher kein Kind mit Down-Syndrom, aber eine Internetbekannte hat etwa zur gleichen Zeit wie ich überraschend ein Kind mit Trisomie 21 geboren. In ihrem Land waren Abtreibungen zu dem Zeitpunkt noch illegal und daher wurde auch gar keine Pränataldiagnostik angeboten. Sie selber ist Pro-Choice und ärgert sich massiv darüber, dass Kinder mit dem Syndrom dort von Abtreibungsgegnern für ihre Kampagnen genutzt wurden. Sie hätte gerne vor der Geburt gewusst, was auf sie zukommt, da sie dann auch ein anderes Krankenhaus für die Entbindung gewählt hätte (Herzfehler, OPs, usw).

    Ich halte es für den falschen Weg, die Pränataldiagnostik oder gar das Recht auf eine Abtreibung einzuschränken. Sinnvoller wäre es, Familien mehr Unterstützung zu geben, so dass sich mehr Menschen diese Situation zutrauen.

  4. Get a life! Avatar von Delisha
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Magrat Beitrag anzeigen
    Sinnvoller wäre es, Familien mehr Unterstützung zu geben, so dass sich mehr Menschen diese Situation zutrauen.
    Sehe ich auch so. Ich denke, dass sich die meisten Menschen gegen ein Kind mit Downsyndrom entscheiden, weil sie sich davon überfordert fühlen und nicht, weil sie denken, dass ein Mensch mit Behinderung kein toller Mensch sein kann.
    Daher müsste man ja eher dort ansetzen, dass man dort unterstützt und eben Dinge abnimmt.
    Ein Kind ohne gesundheitliche Probleme ist ja oft schon anstrengend genug, aber da weiß man ja eigentlich immer, dass das auch mal vorbei sein wird und das Kind selbstständig wird. Das wird bei einer Behinderung ja nicht unbedingt so sein und soviel Energie muss man erst einmal dauerhaft aufbringen können.
    I will dance
    when I walk away

  5. Stranger
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von nightswimming Beitrag anzeigen
    aber: ich verurteile niemanden deswegen. ich finde es okay, dass es diese option gibt und wer sie in einer notlage nutzt, der soll das bitte tun und es ist okay für mich. aber ich habe trotzdem meine persönliche meinung, und die ist halt, dass ich das ganze thema sehr schwierig finde und eben für mich persönlich kategorisch ausschließen kann.
    wieso nur notlage? ob du es glaubst oder nicht, für manche ist das eine der einfachsten entscheidungen ihres lebens. dazu muss man sich nicht ansatzweise in einer notlage befinden oder jahrelang traumatisiert durch die gegend irren. so eine sprache widerspricht doch der angeblich freien wahl auf fundamentale art und weise und setzt alle protagonisten maximal unter druck.

  6. Regular Client Avatar von Hippiekind
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von federica Beitrag anzeigen
    Da hast du aber ganz schön viel kn meine paar Wörter hineininterpretiert. Natürlich ist es eine Aussortierung, was denn sonst?
    Interpretiert habe ich eher weniger, sondern meine Meinung dargelegt.
    Und du hast nicht richtig gelesen, ich habe geschrieben, wieso es keine "Aussortierung" (in meinen Augen) ist. Was ist mit anderen Föten, die abgetrieben werden, bei denen man nicht mal unbedingt weiß, ob es Kinder mit Behinderungen geworden wären? Werden die auch "aussortiert"?

    Mich stört, dass du deine Meinung als umunstößlich und die "richtige" hinstellst. Du wertest sehr extrem (s. deine Wortwahl). Dabei ist das ein sensibles, sehr differenziert zu betrachtendes Thema.

    Zitat Zitat von rosaPony Beitrag anzeigen
    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich richtig liege, aber dein posting ist unter aller sau.
    Danke. Ey echt. Ekelhaft. Das ist GENAU DAS, was ich meine.

    Und danke für deine anderen Postings, pony.


    @nightswimming, danke für deine Antwort. Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, im Studium bzw. als ich angefangen habe, in den Bereich einzusteigen, hab ich ähnlich empfunden (dass es irgendwie "nicht fair" ist, ein solches Kind aufgrund dessen abzutreiben). Inzwischen denke ich, dass die Selbstbestimmung einer Frau über ihren Körper und ihre individuelle Abwägung in Bezug auf ein Leben mit einem Kind mit/ohne Behinderung (gemeinsam mit dem Partner*) "darüber steht". Aber ja, natürlich ist das ethisch auch ein ganz schmaler Grad und gerade in meinem beruflichen Umfeld kann man mit so einer Meinung auch gut anecken. Ich denke, dass wichtigste ist, dass egal welche Meinung vorliegt, einfach nicht pauschal verurteilt werden darf.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  7. Junior Member
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    AW: Downsyndrom

    Ich finde es ein bisschen problematisch, dass durch die Diagnostik die Präsenz von Menschen mit Down-Syndrom insgesamt stark geschrumpft ist und man es sich im Falle des Falles viel weniger vorstellen könnte, ein Kind mit dieser Beeinträchtigung zu gebären weil es einfach an Vergleichsgeschichten fehlt. Ich sehe im Alltag heute eigentlich nie bzw. ganz ganz selten (einmal im halben Jahr?) ein Kind mit Down-Syndrom, in meiner Kindheit war das definitiv anders, da bin ich oft Kindern mit Down-Syndrom begegnet und kannte Bekannte, die ein betroffenes Kind hatten und es hat einfach zum Bild, wenn man sich draußen in der Welt bewegt hat, dazugehört. Heute ist das nicht mehr der Fall und ich kann mir vorstellen, dass Paaren heute an Referenzen fehlt, an denen man messen kann, ob man sich das zutraut oder nicht. Wenn das die große Unbekannte im Raum ist, mit der man nichts zu tun hat, ist es ja ganz klar und verständlich, dass man sich dagegen entscheidet.

  8. Regular Client Avatar von Hippiekind
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Delisha Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch so. Ich denke, dass sich die meisten Menschen gegen ein Kind mit Downsyndrom entscheiden, weil sie sich davon überfordert fühlen und nicht, weil sie denken, dass ein Mensch mit Behinderung kein toller Mensch sein kann.
    Daher müsste man ja eher dort ansetzen, dass man dort unterstützt und eben Dinge abnimmt.
    Ein Kind ohne gesundheitliche Probleme ist ja oft schon anstrengend genug, aber da weiß man ja eigentlich immer, dass das auch mal vorbei sein wird und das Kind selbstständig wird. Das wird bei einer Behinderung ja nicht unbedingt so sein und soviel Energie muss man erst einmal dauerhaft aufbringen können.
    Das unterschreibe ich, das ist auch einer der Aspekte, die ich meinte.
    "Wäre es nicht schön, wenn der Frankfurter Zoo ein Wombat-Pärchen erwerben könnte?
    Ich kann mich an diese freundlichen und rundlichen Tiere mit viel Identifikation aus meiner Kindheit
    erinnern und wäre sehr froh, wenn ich sie wiedersehen dürfte. [...]
    Und schließlich, wie steht es mit den Zwergnilpferden, die es einmal in Berlin gab?"

    (T. W. Adorno, Brief an den Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek vom 23.04.1965)

  9. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von DebbieDowner Beitrag anzeigen
    Ich finde es ein bisschen problematisch, dass durch die Diagnostik die Präsenz von Menschen mit Down-Syndrom insgesamt stark geschrumpft ist und man es sich im Falle des Falles viel weniger vorstellen könnte, ein Kind mit dieser Beeinträchtigung zu gebären weil es einfach an Vergleichsgeschichten fehlt. Ich sehe im Alltag heute eigentlich nie bzw. ganz ganz selten (einmal im halben Jahr?) ein Kind mit Down-Syndrom, in meiner Kindheit war das definitiv anders, da bin ich oft Kindern mit Down-Syndrom begegnet und kannte Bekannte, die ein betroffenes Kind hatten und es hat einfach zum Bild, wenn man sich draußen in der Welt bewegt hat, dazugehört. Heute ist das nicht mehr der Fall und ich kann mir vorstellen, dass Paaren heute an Referenzen fehlt, an denen man messen kann, ob man sich das zutraut oder nicht. Wenn das die große Unbekannte im Raum ist, mit der man nichts zu tun hat, ist es ja ganz klar und verständlich, dass man sich dagegen entscheidet.
    für mich persönlich kann ich eher das gegenteil sagen. erst seit ich kinder mit trisomien kenne, weiß ich, was es bedeutet, so ein kind zu haben und erst dadurch kann ich für mich sagen, dass ich das testen lassen würde und was das für mich bedeuten würde (selbstverständlich könnte ich den konkreten fall erst entscheiden, wenn es so weit wäre. trisomie 21 würde ich aktuell nicht komplett ausschließen, aber ich habe jetzt ne ganz andere basis, das zu entscheiden, als noch vor 5 jahren, als ich kein kind mit trisomie kannte).

    ich bin auch definitiv dafür, mehr aufklräungsarbeit und mehr hilfe zu bieten.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  10. Junior Member
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    AW: Downsyndrom

    Pro Choice, immer und aus jedem Grund und auch aus gar keinem

  11. Alter Hase Avatar von Johnny Fan
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Magrat Beitrag anzeigen

    Ich halte es für den falschen Weg, die Pränataldiagnostik oder gar das Recht auf eine Abtreibung einzuschränken. Sinnvoller wäre es, Familien mehr Unterstützung zu geben, so dass sich mehr Menschen diese Situation zutrauen.
    Einschränken will ja momentan niemand so wirklich (von Abtreibungsgegnern mal abgesehen) und das ist auch gut so, denn jede Frau/alle werdenden Eltern sollen sich so entscheiden dürfen, wie sie es für richtig halten.

    Beim zweiten Satz stimme ich aber zu. Es ist natürlich ungleich schwerer, sich nach einer pränatalen Diagnose für ein Kind mit Behinderung zu entscheiden, wenn einem wahrscheinlich schon vom Arzt wenig Mut gemacht wird und eher von einer Spätabtreibung gesprochen wird als von möglichen Unterstützungen....
    (So habe ich es in vielen Dokumentationen und Artikeln erlebt, es scheint der allgemeine Tenor zu sein, persönlich bin ich nicht betroffen)
    Die Unterstützungen, die es in Deutschland für Eltern eines Kindes mit Behinderung gibt, sind mmn ausbaufähig, aber an sich nicht so schlecht. Das Problem ist nur, dass man als Eltern dazu angehalten ist, sich um jedes kleine Detail selbst zu kümmern und sich sein Wissen selbst anzueignen, es gibt keine zentrale Beratungsstelle, die einen umfassend über alle Möglichkeiten beraten kann.
    Das allein ist schon ein Unding, und selbst wenn man dann weiß, bei wem man was beantragt, muss man Anträge schreiben, die nicht genehmigt werden, man muss Widersprüche schreiben...
    Ich wage zu behaupten, dass ein guter Teil des Aufreibens, den das Leben mit einem Kind mit Behinderung mit sich bringt, an dieser Stelle zu finden ist und weniger am Kind selbst, und DAS gehört sich geändert, schnellstmöglich.
    Mornings are for coffee and contemplation.

  12. Ureinwohnerin Avatar von sora
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    AW: Downsyndrom

    Ja, mehr Hilfe und zwar verlässlich langfristig. So ein Kind ist ja nicht immer klein und die Eltern nicht für immer da. Die Sorge darum, was dann aus meinem Kind wird, wäre für mich ein weiterer Grund dafür, Angst vor einem Leben mit behindertem Kind zu haben.

  13. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    Pro Choice, immer und aus jedem Grund und auch aus gar keinem
    .

  14. Fresher
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    AW: Downsyndrom

    Ich habe bei beiden Kindern Tests bez. Trisomien machen lassen und glaube (wie es wirklich gewesen wäre, weiß ich nicht) dass ich sie bei vorliegender trisomie vermutlich nicht bekommen hätte. Beide Tests waren unauffällig.

    ABER: beim großen stand trotz unauffälligem Testergebnis als er noch ein Baby war, auf einmal der Verdacht auf Trisomie 21 im Raum (es gab einige Anhaltspunkte) und mein erster Gedanke war: „Zum Glück ist das nicht vor der Geburt rausgekommen, sonst hätte ich dieses tolle Kind nicht bekommen!“
    Letztendlich war es „Fehlalarm“ und die Angaltspunkte waren Zufall, aber was ich damit sagen will: Man kann es sich nicht zutrauen und eine Abtreibung in Betracht ziehen - trotzdem kann das Kind, wenn es da ist, ein gewünschtes, geliebtes sein - weil es dann halt einfach so ist und nicht mehr änderbar. Ich finde es einen Riesenunterschied, wenn eine Behinderung an einem Kind, dass schon geboren ist, festgestellt wird bzw. im Laufe des Lebens behindert wird.

    Trotz dieser widersprüchlichen Gedanken habe ich auch beim 2. Kind testen lassen-was ich bei auffälligem Ergebnis gemacht hätte - keine Ahnung...

  15. Newbie Avatar von ohnerandundband
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    AW: Downsyndrom

    Ich würde mich vermutlich gegen ein Kind mit Behinderung entscheiden.Glaube ich. Aber gut finde ich es von mir nicht. Im grundegenommen geht's dabei nämlich nur um mich. Nicht darum,dass das Leben es Kindes vielleicht weniger Lebensqualität hätte.(Das weiß ich nicht.) Es ist also meine eigene Angst,was es gefühlsmäßig, finanziell,was es für meine Partnerschaft,und mein komplettes Leben bedeutet. Wissen kann ich aber nichts. Es ist bloß die Annahme,dass mein Leben "schwieriger" wäre,als ohne mein Kind zu leben. Zu schwierig halt. Dass ich es evtl. nicht schaffe. Und ob das tatsächlich so ist,würde mich als Frage vermutlich 900 Jahre verfolgen. Und im zweiten Schritt kommt dann erst die Angst,dass das Kind leiden müsste. Aber das kann ich halt mit Sicherheit noch weniger bestimmen. Und die Frage,ob ich dem Kind, im Rahmen der Möglichkeiten,nicht sooderso in ein glückliches Leben hätte mitgestalten können,wäre halt auch 800 Jahre da.

  16. Alter Hase Avatar von Johnny Fan
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von sora Beitrag anzeigen
    Ja, mehr Hilfe und zwar verlässlich langfristig. So ein Kind ist ja nicht immer klein und die Eltern nicht für immer da. Die Sorge darum, was dann aus meinem Kind wird, wäre für mich ein weiterer Grund dafür, Angst vor einem Leben mit behindertem Kind zu haben.
    Ja, auf jeden Fall.
    Es gibt für Kinder super Einrichtungen, sowohl schulische als auch zum wohnen, wenn es bei den Eltern nicht mehr möglich ist. Bei den Erwachsenen sieht es leider anders aus. Für Schulabgänger in meiner Einrichtung ist es jedes Jahr ein Heulen und Zähneklappern, ob sie überhaupt einen neuen Platz finden und wenn ja, ob es einer ist, der halbwegs passt. Und für manche muss es einer sein, der 100% passt, weil deren Bedürfnisse so speziell sind...
    Der Bedarf an solchen Einrichtungen wäre also unbedingt da, man müsste "nur noch" am (Fach-)Kräftemangel arbeiten und diese dann auch adäquat bezahlen...
    Mornings are for coffee and contemplation.

  17. Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    Pro Choice, immer und aus jedem Grund und auch aus gar keinem
    !
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  18. Senior Member Avatar von Caly
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    Pro Choice, immer und aus jedem Grund und auch aus gar keinem
    .

    Ich würde mich ziemlich sicher gegen ein Kind mit Behinderung entscheiden. Früher habe ich das ganz anders gesehen, diese Meinung änderte sich dann aber sehr deutlich, als ich die Familie eines Exfreundes näher kennenlernte. Seine Schwester war mehrfach geistig und körperlich behindert und was das für die Familie bedeutet ist einfach nicht in Worte zu fassen. Seine Eltern sind wohl die besten Menschen, die jemals gelebt haben, definitiv an ihrer Aufgabe gewachsen und haben dem Mädchen das bestmögliche Leben ermöglicht - aber die Einschränkungen, was das für sie selbst, ihr Leben und auch das Leben meines Ex bedeutet hat, das kann man sich gar nicht vorstellen. Und das über 19 Jahre, ab da dann immer mit dem Wissen im Kopf, dass sie eigentlich gar nicht mehr leben dürfte und es nun jeden Tag vorbei sein kann. Ich kannte sie zu diesem Zeitpunkt nur kurz und mich hat der Gedanke schon irrsinnig gemacht, ich kann mir nicht vorstellen, wie es den Eltern ging. Trisomie21 _kann_ natürlich harmloser verlaufen, muss es aber nicht. Und ich weiß einfach, dass ich dazu nicht in der Lage bin. Da fehlt mir meinetwegen die Stärke oder die Liebe, aber das ändert nichts daran, dass ich mich ziemlich sicher dagegen entscheiden würde.

  19. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Hippiekind Beitrag anzeigen
    Da hier mit "jedes Leben ist lebenswert" argumentiert wird - wie stehen diejenigen, die hier so argumentieren, generell zu Abtreibungen? Ernstgemeinte Frage.
    Ich bin absolut dafür, dass Frauen selber entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft behalten oder abbrechen. In jedem Fall. Einfach weil: ist richtig.

    Aber... mir fällt es schon schwer, dass so viele trisomie21 Kinder abgetrieben werden. Und was du mit der Einbindung in die Gesellschaft sagst, ist sehr sehr richtig. Ich habe nur oft das Gefühl, dass quasi erwartet wird, mit einem beeinträchtigten Kind der Gesellschaft nicht zu Last zu fallen und ‚sowas‘ besser nicht zu bekommen.
    Und ja, wenn eine Frau schwanger wird und für sich sagt ‚Weil ich kein Kind möchte, wird aus diesem Embryo kein Kind.‘, dann empfinde ich das doch anders, als einen Abbruch einer Schwangerschaft, auf die man sich erst gefreut hat.
    Also bezogen auf T21. Da gibt es viele Befunde, bei denen ich das auch nochmal anders bewerten würde.

    Generell aber dennoch: nicht mein Körper, nicht meine Entscheidung, nicht meine Mitsprache.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  20. Fresher Avatar von Magrat
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von DebbieDowner Beitrag anzeigen
    Ich finde es ein bisschen problematisch, dass durch die Diagnostik die Präsenz von Menschen mit Down-Syndrom insgesamt stark geschrumpft ist und man es sich im Falle des Falles viel weniger vorstellen könnte, ein Kind mit dieser Beeinträchtigung zu gebären weil es einfach an Vergleichsgeschichten fehlt.
    Ich habe vor einigen Jahren mal ein Interview gelesen, in dem behauptet wurde, dass es gar nicht wirklich weniger Menschen mit Trisomie 21 in Deutschland gibt als früher. Die Begründung war, dass zwar die meisten Schwangerschaften abgebrochen werden, die Mütter aber immer älter werden, so dass auch insgesamt mehr Trisomien auftreten. Ob das stimmt, weiß ich aber nicht, anscheinend gibt es keine Statistik dazu.

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