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Thema: Downsyndrom

  1. Enthusiast
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    Die nackenfaltenmessung ist 11. bis 14. Woche, richtig? Das wäre dann ja wirklich nur knapp vor dem Ende des 3. Monats. Und die Fruchtwasseruntersuchung, bei der man dann die genaueren trisomien untersuchen kann, geht scheinbar erst ab der 14. Woche (ich nehme mal an, der weniger invasive bluttest, der aber was kostet, geht früher?). Insofern finde ich es da auch schwierig. Welchen grad der Behinderung das Kind haben wird (und wie hoch damit die Überlebenschancen sind), kann man dann kostenneutral also erst nach dem 3. Monat rausfinden.
    Der Bluttest geht etwas früher, liefert aber auch false positives und deshalb wartet man bis man gleichzeitig nochmal anders gegen checken kann, wurde mir erklärt.

    (Ich wollte den nämlich eher als in der 13. Ssw.)

    Von daher wird es wohl (auch wenn man zahlen kann) vermutlich eine Abtreibung frühestens in der 14. oder 15. Ssw.

    Da ist das Kind kein Zellhaufen mehr (und es hat die erste Phase der natürlichen Selektion überstanden, ein Höhepunkt für frühe Fehlgeburten wegen Genetik ist ja vor der 10. Ssw).

    Das kann man sich nicht vormachen, wenn man die Ultraschallaufnahmen gesehen hat.

    Pro Choice zu sein heißt nicht unbedingt, dass man denkt, dass das eine leichte Entscheidung wird. Und der Eingriff ist, wenn das Kind schon größer ist (ich glaube > 500g), auch nicht wie eine frühe Abtreibung.
    Geändert von Pinkmelon (18.07.2019 um 18:16 Uhr)

  2. Fresher Avatar von Magrat
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    AW: Downsyndrom

    Bei mir wurde der Bluttest (also Harmony) früher gemacht, ich glaube, 10. oder 11. Woche, das Ergebnis lag eine Woche später vor. Das Geschlecht durften wir aber erst später erfahren (ab der 13. Woche), um Geschlechtsselektion zu vermeiden. Ich glaube, prinzipiell könnte man auch schon früher testen, nur ist dann die Wahrscheinlichkeit höher, dass nicht genug fetale DNA im Blut ist und man kein Ergebnis bekommt.

  3. Enthusiast
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    AW: Downsyndrom

    Und wenn es dann positiv ist, musst Du ggf warten. Die Herstellerfirma von Harmony (den jetzt als Bsp) schreibt:

    „If the Harmony® Test returns a positive (abnormal) result, there is a relatively high probability that your child has one of the tested chromosomal disorders. However, since the test can also produce a false-positive result, a positive (abnormal) finding must always be confirmed by a second diagnostic.“

  4. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Downsyndrom

    Die Fruchtwasseruntersuchung die auf diese Tests folgt birgt ein hohes Fehlgeburtsrisiko in sich. Im worst case scenario kann die Schwangere ein völlig gesundes Kind verlieren deshalb.
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  5. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Die Fruchtwasseruntersuchung die auf diese Tests folgt birgt ein hohes Fehlgeburtsrisiko in sich. Im worst case scenario kann die Schwangere ein völlig gesundes Kind verlieren deshalb.
    Das eh. Ich wollte mir nur mal die Zeitpunkte, an denen ich so eine Entscheidung fällen könnte, vor Augen führen (und da zeigt sich mir, dass die Entscheidung fast gar nicht vor Ende der 12. Woche gefällt werden könnte).

    gmitsch gmatsch gmotsch

  6. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Downsyndrom

    Und zwischen Beratung und dem straffrei gestellten Abbruch in den ersten zwölf Wochen müssen ja auch 72 Stunden vergehen.

    Aber abgesehen davon, wenn es um eine gewünschte Schwangerschaft geht, will man ja auch nicht mit groben Wahrscheinlichkeiten abtreiben. Man kommt da also eh immer ins zweite Trimenon.

  7. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Downsyndrom

    Dazu dann eben auch, da muss man dann auch erstmal nen Termin kriegen.

    In meiner Stadt und wir sind recht gut versorgt, muss man durchschnittlich zwei Wochen warten. (Also für eine ‚normale‘ Abtreibung ohne irgendwelche Diagnosen.)
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  8. Enthusiast
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    AW: Downsyndrom

    Edit: überflüssig, Durga hat schon geantwortet

  9. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Downsyndrom

    Bei Spätabrüchen ist es doch eh keine normale Abtreibung, sondern das Kind wird getötet (? Ist das so, oder kommt es lebensunfähig zur Welt und stirbt dann? Durga?) und muss dann zur Welt gebracht werden. Das stelle ich mir fürchterlich vor, viel schlimmer als eine Abtreibung. Ich kenne zwei Frauen die das tun mussten, eine hatte eine missed abortion in SSW 20, bei der anderen wurde beim Baby ein offener Rücken diagnostiziert.
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  10. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Die Fruchtwasseruntersuchung die auf diese Tests folgt birgt ein hohes Fehlgeburtsrisiko in sich. Im worst case scenario kann die Schwangere ein völlig gesundes Kind verlieren deshalb.
    Das ist ja das Argument für den NIPT, er verhindert viele FWUs. Die Falsch-positiv-Rate ist klein, ich meine 1:10000, oder 1:1000? Falsch-positive gehen dann oft auf Mosaike zurück, bei denen die Chorionzotten andere DNA haben als der Fötus selbst. Die DNA des Blutes ist strenggenommen nämlich keine fetale DNA sondern die des Mutterkuchens, was idR identisch ist aber eben nicht immer.
    Die Chorionzottenbiopsie ist eine Möglichkeit, zu einem früheren Zeitpunkt als zur FWU chromosomale Information zu bekommen (bei Mosaiken bleibt es dann allerdings kompliziert), dann kann man theoretisch auch innerhalb der Zeit bis zur 12. (bzw 14. Woche nach Regelblutung, also üblicher Zählweise) abtreiben.

  11. Ureinwohnerin Avatar von Tinelli
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    AW: Downsyndrom

    Zum Thema Abtreibungsfristen fand ich den Artikel hier ganz interessant:

    Schwangerschaftsabbruch: In Kanada funktioniert es | ZEIT ONLINE


    Kanada hat nämlich keine zeitliche Begrenzung für Abtreibungen.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  12. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Bei Spätabrüchen ist es doch eh keine normale Abtreibung, sondern das Kind wird getötet (? Ist das so, oder kommt es lebensunfähig zur Welt und stirbt dann? Durga?) und muss dann zur Welt gebracht werden. Das stelle ich mir fürchterlich vor, viel schlimmer als eine Abtreibung. Ich kenne zwei Frauen die das tun mussten, eine hatte eine missed abortion in SSW 20, bei der anderen wurde beim Baby ein offener Rücken diagnostiziert.
    Und genau deshalb glaube ich auch nicht, dass es da draußen viele Frauen gibt, die diese Entscheidung leichtfertig treffen und abtreiben, weil ihnen das spontan halt zu anstrengend ist. Gerade dann, wenn es ein Wunschkind ist.

  13. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Bei Spätabrüchen ist es doch eh keine normale Abtreibung, sondern das Kind wird getötet (? Ist das so, oder kommt es lebensunfähig zur Welt und stirbt dann? Durga?) und muss dann zur Welt gebracht werden. Das stelle ich mir fürchterlich vor, viel schlimmer als eine Abtreibung. Ich kenne zwei Frauen die das tun mussten, eine hatte eine missed abortion in SSW 20, bei der anderen wurde beim Baby ein offener Rücken diagnostiziert.
    Wenn davon ausgegangen werden kann, dass das Kind lebensfähig zur Welt käme, wird es beim Spätabbruch vorher getötet, bis zur 20. SSW geht man idR davon aus, dass es durch die Einleitung der Geburt stirbt.

  14. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    Und genau deshalb glaube ich auch nicht, dass es da draußen viele Frauen gibt, die diese Entscheidung leichtfertig treffen und abtreiben, weil ihnen das spontan halt zu anstrengend ist. Gerade dann, wenn es ein Wunschkind ist.
    Ja anstrengend- ich stelle mir das eher hochgradig traumatisierend vor. Meine eine Freundin geht sehr offen mit dieser Erfahrung um, hat zb auch Bilder von ihrem Kind die sie mir gezeigt hat und puh, also ich habe einen Höllenrespekt vor ihr wie sie das bewältigt.
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  15. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Downsyndrom

    Ich hab das etwas irritierend geschrieben. Ich meinte, niemand treibt ab, weil ihr ein Kind mit trisomie spontan zu anstrengend vorkommt.

  16. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Downsyndrom

    Danke für den Link, dem Artikel stimme ich wirklich in jedem Punkt zu.


    Wer ihn noch nicht kennt, diesen Film zum Thema fand ich ziemlich gut. Die Ärzt_innen sind keine Schauspieler sondern echte Ärzt_innen, die sozusagen ihren Berufsalltag spielen. Trailer 24 Wochen

  17. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Wenn davon ausgegangen werden kann, dass das Kind lebensfähig zur Welt käme, wird es beim Spätabbruch vorher getötet, bis zur 20. SSW geht man idR davon aus, dass es durch die Einleitung der Geburt stirbt.
    Danke für die Info!
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  18. Regular Client Avatar von Stina
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    AW: Downsyndrom

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    Ich hab das etwas irritierend geschrieben. Ich meinte, niemand treibt ab, weil ihr ein Kind mit trisomie spontan zu anstrengend vorkommt.
    Das glaube ich auch nicht.
    Aber ich glaube schon, dass das gesellschaftliche Klima/der Umgang mit Behinderungen bei vielen Frauen/Paaren sehr viel dazu beitragen, dass die Entscheidung zur Abtreibung gefällt wird. Das ist etwas, was mich sehr beschäftigt und stört. Also nicht die Entscheidung der einzelnen, sondern dieser Anteil der Beweggründe, den man eben auch nicht ausblenden kann. Dazu zählt z.B., dass Eltern mit behinderten Kindern oft gefragt werden, ob man "das" nicht hätte vorher wissen können oder dass auch medizinisches Fachpersonal wohl oft sehr unsensibel mit dem Thema umgeht. Das sind einfach so vermeidbare Dinge, die die Behinderung schlimmer machen, als sie eigentlich wäre. [Ich hoffe, ich habe mich nicht missverständlich ausgedrückt. Ich will nicht die Behinderung und die damit tatsächlich vorhandenen Herausforderungen kleinreden.]

  19. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Downsyndrom

    Ich hatte eine Kollegin die jahrelang versucht hat schwanger zu werden, war sehr verzweifelt und wurde dann wie durch ein Wunder doch noch schwanger. Dann kam der Test, Ergebnis hohe Down Wahrscheinlichkeit. Und sofort sagte sie: wenn das wahr ist breche ich ab.
    Ich habe mir damals sehr schwer getan das zu verstehen. Natürlich habe ich die Klappe gehalten und war so gut wie es ging für sie da. Und natürlich ging mich ihre Entscheidung einen Scheiss an. Aber tief drin war ich ziemlich geschockt. Nach all den Jahren war dieses Kind dann nicht gewünscht falls es nicht perfekt gesund ist, das war mein irrationaler Gedanke.
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  20. Urgestein Avatar von durga
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    AW: Downsyndrom

    Kann Deine Reaktion verstehen.
    Abgesehen davon, dass es niemanden sonst was angeht, kann ich mir aber ich mir aber auch ganz gut vorstellen, dass sie und ihr Partner ihre Kraft und ihre Beziehung schon über der langen Kinderwunschzeit ziemlich weit aufgebraucht haben. So eine Entscheidung kann eine Beziehung natürlich auch sprengen und ist sicher nicht mit dem Abbruch abgeschlossen und abgelegt, aber so blöd es klingt, bis zum eigenen Tod für einen nicht selbstständigen Menschen verantwortlich zu sein, ist vermutlich so tagtäglich belastender. Oder zumindest kann ich verstehen, wenn man das für sich so einschätzt.

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