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  1. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    Arbeitseinstellung etc.

    Vom Bewerbungsscheiße-Thread angeregt: was habt ihr für eine Arbeitseinstellung? Wie empfindet ihr die Arbeitseinstellung generell in unserer Gesellschaft/ in eurer jeweiligen Branche/ der "Generation Y" etc.?
    Was habt ihr für Ansprüche an euren Arbeitgeber/ Arbeitsplatz in Bezug auf Urlaubszeit, Dresscode, Kollegen, Homeoffice, Altersvorsorge etc.? Nehmt ihr lieber Zeit oder Geld (also was ist euch wichtiger)?


    Ich finde das Thema spannend und würde mich über eure Beiträge freuen und hoffe, wir schlagen uns nicht die Köpfe ein
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  2. Inaktiver User

    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Das ist ein sehr interessantes Thema. Ich arbeite in der Werbung, da gibts keinen richtigen Dresscode. Ein paar Sachen gibts, an die sich jeder hält (keine FlipFlops und Badeshorts... nichts Wildes). Dass man ordentlich zu Kunden geht, ist selbstverständlich. Ansonsten ist die Branche ja wirklich sehr locker.

    Ich habe einen ziemlich schlimmen Arbeitgeber hinter mir, weswegen ich inzwischen sage: Ein wertschätzendes Klima ist mir inzwischen sehr wichtig. Bei meinem letzten Arbeitgeber hat man stark gemerkt, dass die Arbeitnehmer eigentlich eine Art Fußabstreifer sind (z.B. wurde die Klimaanlage abgeklemmt, damit das Unternehmen Strom spart..., Kaffee musste man auch selbst kaufen... und davon die Gäste bewirten). Auch hat der Arbeitgeber geduldet, dass rumgebrüllt wurde oder einzelne Leute schikaniert wurden von anderen Kollegen. Mir ist es daher schon wichtig, dass ein Arbeitgeber seiner Fürsorge für Mitarbeiter nach kommt und eine gute Firmenkultur pflegt. Die Hierarchien mag ich lieber flach. Ich hasse Diskriminierung in jeder Art. Und ja, ich finde es ganz gut, Homeoffice zu haben. Ich bin niemand, der dann nur im HO sitzt, aber so die "Wahl" zu haben, mag sehr angenehm sein.

    Ich nehme lieber Zeit, aber das Geld ist mir trotzdem auch nicht egal. This for that. Es muss fair sein. Ich bin für eine gute Firma auch bereit Abstriche zu machen.

    Meine Arbeitsstellung ist jetzt vermutlich normal. Ich habe mich in Jobs schon zu viel reingehängt und das wurde nicht wertgeschätzt. Ich bin loyal und mache meine Arbeit. Ich springe auch mal ein und helfe aus, aber ich lasse mich nicht ausnutzen und verarschen. Das kommt in meiner Branche halt viel zu viel vor. Werbeagenturen (überhaupt Agenturen) neigen dazu, ihre Mitarbeiter wie Arschlöcher zu behandeln. Nicht alle, aber viele. Am liebsten werden Praktikanten eingesetzt, die "was mit Medien" machen wollen und denen man dann erklärt, wie hip man ist. Was ich so gelernt habe ist, dass überall mit Wasser gekocht wird.

  3. Regular Client Avatar von YuckFou
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich glaube meine Arbeitseinstellung ist nicht besonders "Generation Y" geprägt. Für mich dient meine Arbeit in erster Linie dazu Geld zu verdienen und ich lege keinen gesteigerten Wert auf fancy Wohlfühlatmosphäre, Mate im Kühlschrank und Drinks mit den Kollegen nach Feierabend. Alle Jobs, die so in Richtung "verschwimmende Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben" gehen, wären definitiv nichts für mich, da sie mir eher Energie rauben als mich erfüllen würden. Die Branche, in der ich bisher gearbeitet habe, ist zwar gerade im Umbruch, aber generell eher oldschool.

    Für mich zählen viel mehr die Hard Facts und Zeit ist definitiv wichtiger als Geld, daher suche ich mir gezielt Jobs bei denen Vollzeit weniger als 40h/Woche bedeutet (im Idealfall dann aber natürlich mit gleicher Bezahlung wie andere mit 40h haben ), bei denen Freitag kein "regulärer Arbeitstag" ist sondern es akzeptiert ist da früher zu gehen und bei denen es nicht weniger als 30 Tage Urlaub gibt. Zudem könnte ich mir auch nicht vorstellen ohne Gleitzeit und Überstundenregelung irgendwo zu arbeiten und dem Arbeitgeber meine Zeit einfach ohne Gegenleistung zu schenken. Im Vergleich zu z.B. meinem Freund sind das für mich Basics, von denen ich auch bisher nicht abweichen musste.

    Solche Sachen wie betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, dass Getränke wie Wasser und Kaffee zur Verfügung gestellt werden, sind für mich selbstverständlich, das hätte ich jetzt gar nicht extra aufgeführt. Ich weiß aber natürlich, dass das nicht überall so ist.
    Die Möglichkeit Home Office zu machen, habe ich noch nicht so lange und finde sie 1x pro Woche super (sonst ist mir das zu einsam und langweilig). Das wäre für mich aber kein k.O. Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.

    Wichtig finde ich die Unternehmenskultur und dass z.B. gemeinsame Mitarbeiterevents wie Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste angeboten werden.

  4. Urgestein
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Eigene Geschichte und Erkenntnisse:
    A) Arbeit zu haben = wichtig für die Struktur im Leben und soziale Einbindung; Gar nicht arbeiten tut nicht gut.

    B) Musste mich wegen einer Fehlentscheidung bei der Berufswahl leider jahrelang verheizen lassen. Ich habe 15 Jahre lang Raubbau an meiner Gesundheit und an meinem Leben betrieben in einem Ausmaß, das mir mein restliches Leben nachhängen wird, und subjektiv nicht ansatzweise ein adäquates Entgelt dafür bekommen. Der einzige Gewinn, den ich daraus ziehen konnte, ist, dass ich jetzt eine bombige, quasi 100%ige Arbeitsplatzsicherheit an einem Schreibtisch habe, solange ich nicht krank werde.

    C) Traumjob? Arbeit ist Arbeit. Hobby zum Beruf machen? Nein danke.

    D) Die jüngste, die mir bei der Arbeit gestorben ist, war 19 und unglaublich nett. Mehrere ehemalige Studienfreunde sind inzwischen tot oder schwer krank. Die Einschläge im Bekanntenkreis kommen insgesamt mit zunehmendem Alter näher. Manche Menschen erleben ganz konkret nie ihre Rente.

    Die persönliche Konsequenz aus diesen Erkenntnissen:
    1) Ein Job soll mich nicht körperlich oder psychisch kaputt machen bzw. konkret bedrohen.
    (Inzwischen absolute Mindestvoraussetzung, die ich leider früher nicht erfüllen konnte)

    2) Möglichst viel Geld für möglichst wenig Arbeitszeit und für möglichst wenig Nachtarbeit. Am Ende zählen die Euros, die man pro Stunde bekommt, wobei dabei auch berücksichtigt werden muss, wie viel die Arbeit noch in die Freizeit hineinreicht und einem diese Freizeit beeinträchtigt (weil man z.B. nachts gearbeitet hat und davon auch in der Freizeit fertig ist oder die Arbeit aus anderen Gründen mit nach Hause nimmt).

    3) Mein Neben-Ziel ist, im Durchschnitt nicht mehr als 180 h im Monat zu arbeiten, möglichst sogar nicht mehr als 100 bis 150 h plus evtl. eine Nebentätigkeit, die man sich frei nach Leistungsempfinden und Geldbedarf einteilen kann. Konkret: Ich will nur so viel Geld verdienen, dass ich davon Wohnung, Bücher, kleines Auto und ab und zu mal essen gehen bezahlen und 500 Euro im Monat für die Rentenlücke zurücklegen kann. Jede einzelne Stunde über dieses Gehalts-Soll hinaus will ich nur arbeiten, wenn es sich nicht vermeiden läßt oder richtig viel Geld gibt. Mehr als 50% von jedem Euro, den man erarbeitet, gehen sowieso an andere Leute. Lieber Freizeit als MacBook, Urlaubsreisen oder anderer Luxus. Ich brauche wenig, was man kaufen kann. Wenn ich mehr verdienen sollte, ist das Ziel, früher in Rente zu gehen.

    4) "Nice to have" sind Kollegen, mit denen man auf respektvoller Distanz zusammenarbeitet, aber privat nix zu tun hat, das Gefühl, seinen Job gut zu machen, vielleicht auch ab und zu mal ne positive Rückmeldung zu bekommen, eine gewisse Planbarkeit der Arbeitszeit, das Gefühl der Vernetzung im beruflichen Umfeld.

    Ganz vorne stehen: Persönliche Sicherheit bei der Arbeit - möglichst viel Geld pro Stunde - dadurch weniger Stunden.
    Geändert von bwlstudent (27.07.2019 um 23:32 Uhr)

  5. Addict Avatar von blauer_Engel
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich mag auf jeden Fall eine Arbeit, die ich prinzipiell gern mache, da wahnsinnig viel Lebenszeit dafür genutzt wird; diese Zeit mag ich nicht nur irgendwie überstehen.
    Arbeitskleidung/Dresscode ist mir eigentlich schnuppe, wobei ich Dienstkleidung schon ganz nett finde, weil man dann für die Reinigung nicht zuständig ist.
    Gute Stimmung im Team ist mir sehr wichtig, ich hab auch nichts dagegen, wenn man auch privat etwas unternimmt.
    Ein gut bezahlter Job wäre ganz nett, damit habe ich dann viel Zeit und viel Geld
    Insgesamt ist mir Zeit aber etwas wichtiger, deshalb habe ich eigentlich nicht vor, mal mehr als 30h pro Woche zu arbeiten.

  6. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    weg
    Geändert von phaenomenal (05.08.2019 um 10:15 Uhr)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  7. V.I.P. Avatar von Lamb
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich habe bisher in unterschiedlichsten Architektur/Innenarchitektur Büros gearbeitet. Von Mega hip, groß und mit cooler dachterasse und teamevents zu super super klein und spießig, war alles dabei.

    Mittlerweile weiß ich, mir ist wichtig das die Chefs wertschätzend sind und ihr Team nicht schikanieren und/oder ausbrennen (eigentlich selbstverständlich müsste man meinen, ist es aber nicht).
    Ein Plus ist es wenn ich die Führungskräfte wirklich inspirierend finde und etwas lernen kann, sowohl etwas kreatives als auch Führungsqualitäten.

    Außerdem werden mir klare Rahmenbedingungen immer immer wichtiger. Ich habe jetzt 30 Tage Urlaub, hab einen 40h Vertrag aber keine stundennachweise, das heißt ich kann kommen und gehen wann ich will, ich bin flexibel mit homeoffice und bekomme ein 13. Monatsgehalt. Außerdem ist die Bezahlung überdurchschnittlich.

    Leider hat mein Büro ein massives Kommunikationsproblem und einen Chef der sich vor Veränderung sperrt, das ist sehr mühselig.

    Ich würde nicht mehr als Freelancer arbeiten und auch nicht mehr für den Film oder das Theater arbeiten. Das ist mir zu familienunfreundlich und frustrierend.

    Ein gutes Team ist ein Plus.

  8. V.I.P. Avatar von Lamb
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Bwlstudent, verrätst du in Welcher Branche du arbeitest?

  9. Addict Avatar von nannena
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Mir ist wichtig, dass ich die Aufgaben generell mag, dass ich ausgelastet, aber nicht überlastet bin.

    Dass ich mich mit meinen Kollegen soweit verstehe, dass ich 8 Stunden mit ihnen in einem Raum verbringen mag. Man auch mal privat redet. Freundschaften müssen aber nicht entstehen.

    Bezahlung, planbarer Feierabend. Überstunden sind in überschaubarem Rahmen (bis ca. 30 Minuten okay), dafür dann aber Zeitausgleich.

    Räumliche Trennung von Arbeits-und Privatleben. Homeoffice wäre nichts, was ich mir vorstellen kann.

  10. Member Avatar von Vitulina
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Zitat Zitat von YuckFou Beitrag anzeigen
    [...]Für mich dient meine Arbeit in erster Linie dazu Geld zu verdienen und ich lege keinen gesteigerten Wert auf fancy Wohlfühlatmosphäre, Mate im Kühlschrank und Drinks mit den Kollegen nach Feierabend. Alle Jobs, die so in Richtung "verschwimmende Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben" gehen, wären definitiv nichts für mich, da sie mir eher Energie rauben als mich erfüllen würden.
    [...]
    Wichtig finde ich die Unternehmenskultur und dass z.B. gemeinsame Mitarbeiterevents wie Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste angeboten werden.
    Mich würde rein aus unsozialem Interesse interessieren, wieso die Unternehmenskultur und Mitarbeiterevents für dich wichtig sind, wenn du hingegen auf allerlei anderes Trallala ("fancy Wohlfühlatmosphäre, Mate im Kühlschrank und Drinks mit den Kollegen nach Feierabend") keinen großen Wert legst? Also für mich würde das alles in eine Schiene fallen. Ist dem nicht so bzw. wo liegt für dich der Unterschied?

  11. Get a life! Avatar von Schnelmi
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Den Eindruck, dass Leute viel weniger als gewünscht machen, kann ich gar nicht bestätigen. Ich kenne deutlich mehr Leute, die viel zu viel machen und under-Achiever fallen deutlich auf. Ich merke nur langsam, dass viele Kollegen/innen nicht mehr deutlich mehr machen wollen, als das, für was sie bezahlt werden und das finde ich auch richtig so. Früher war das selbstverständlich, dass man halt einfach deutlich mehr gearbeitet hat und das stellen mittlerweile viele in frage (zb gabs früher nicht mal Freizeitausgleich. Die immensen Überstunden wurden halt einfach so akzeptiert als normale Arbeitsleistung). Wenn es gebraucht wird, mach ich gerne mehr, aber dann will ich auch irgendwann wieder einen ausgleich haben. Für mich ist Generation y nicht, dass man keinen Bock mehr auf Arbeit hat, sondern dass man nicht mehr akzeptiert, gnadenlos ausgebeutet zu werden, weil man halt noch was anderes als arbeiten macht.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  12. Regular Client Avatar von YuckFou
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Zitat Zitat von Vitulina Beitrag anzeigen
    Mich würde rein aus unsozialem Interesse interessieren, wieso die Unternehmenskultur und Mitarbeiterevents für dich wichtig sind, wenn du hingegen auf allerlei anderes Trallala ("fancy Wohlfühlatmosphäre, Mate im Kühlschrank und Drinks mit den Kollegen nach Feierabend") keinen großen Wert legst? Also für mich würde das alles in eine Schiene fallen. Ist dem nicht so bzw. wo liegt für dich der Unterschied?
    Mit „fancy Wohlfühlatmosphäre“ meinte ich eher Dinge, die über den normalen Standard von Aufenthaltsräumen oder Sitzmöglichkeiten für die Pause draußen hinausgehen (keine Ahnung, z.B. hippes Loft mit Kicker und Minitrampolins). Mir reicht einfach die Auswahl an stillem, medium oder normalen Mineralwasser und normale Sitzbänke draußen
    Nur weil ich keine Lust habe nach Feierabend was mit den Kollegen zu machen, heißt das ja nicht, dass ich mich während der Arbeitszeit nicht gut mit ihnen verstehe. Ich meinte das nicht so, dass ich sozial isoliert vor mich hinarbeite, sondern eher, dass das Ganze für mich auf die Arbeitssphäre Mo-Fr begrenzt ist. Und Unternehmenskultur und Mitarbeiterevents fallen für mich in diese Arbeitssphäre und dienen dazu das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, was meiner Meinung nach wichtig für die tägliche Zusammenarbeit ist.

  13. Member Avatar von Vitulina
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ah das macht Sinn, danke für die Erklärung

  14. V.I.P. Avatar von engl
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich passe meine Arbeitseinstellung den Leistungen des Arbeitgebers an. Also erst hatte ich eh einen doofen Job, der mich inhaltlich gelangweilt hat und dazu einen unmöglichen Chef. Ich hab mir dann eh recht schnell was Neues gesucht, aber natürlich war da meine Motivation eher eingeschränkt.

    Mein jetziger Job ist in vielen Bereichen viel besser als der vorherige und dementsprechend motiviert bin ich dort gewesen. Als ich dann aber immer mehr auf die Probleme / Schwachstellen (z.B. systematische Ungerechtigkeiten bei Bezahlung/Positionen, lächerliche administrative Vorschriften) aufmerksam wurde, wurde auch meine Motivation geringer. Bzw. jetzt ist es so, dass ich dort arbeite, damit ich mich weiterentwickle und damit ich was daraus ziehe (das Geld kanns übrigens nicht sein, aber das ist mir tatsächlich nicht wichtig, solange es "genug" ist). Und natürlich springe ich mal ein, wenns notwendig ist, aber ich opfere mich da sicher nicht auf. Es ist so, dass ich bei dem Teil der Arbeit, der mich persönlich interessiert und weiterbringt, 100% leiste, aber bei dem restlichen Teil wohl so 60-70%. Und ganz ehrlich erstaunt es mich, dass einige andere KollegInnen, die auch schon länger da sind, es nicht genauso machen, sondern x unbezahlte Überstunden leisten etc. Da denke ich mir dann schon immer "Wieso sollte ich, ihr schenkt mir ja auch nix?"

    If it's not forever, if it's just tonight
    Oh, it's still the greatest, the greatest, the greatest



  15. Alter Hase Avatar von narzisse
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Zitat Zitat von engl Beitrag anzeigen
    Ich passe meine Arbeitseinstellung den Leistungen des Arbeitgebers an.
    Das ist bei mir auch so. Wenn ich mir wertgeschätzt vorkomme und Entgegenkommen und Sympathie des AG merke, dann bin ich auch viel engagierter.

    Generell mag ich flache Hierarchien, in denen geduzt wird und man nicht für jeden Scheiß Termine mit Chefs etc machen muss, sondern einfach spontan vorbeigehen kann.

    Ansonsten ist mir (notgedrungen bzw weil wir unsere Kinder nicht ganztags fremdbetreuen lassen möchten) familienkompatibilität und Wertschätzung gegenüber Teilzeitarbeit wichtig. Auch ohne Kinder fände ich so 75% Arbeit ziemlich gut, glaub ich.

  16. Enthusiast Avatar von Tiguan
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich erlebe leider schon, dass das was nachkommt "anders" ist. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich ein paar Jahre selbstständig im Versicherungsbereich war und man da sich natürlich um alles kümmern muss. Seit einigen Monaten bin ich Angestellte und denke immer nur "WTF, warum kümmert sich niemand?".
    Ich erlebe es wirklich so, dass alle denken "Nach mir die Sinnflut". Da sind zwar auch Sachen dabei, die wirklich der Arbeitgeber organisieren muss (in dem Fall mache ich auch nichts), aber so dieses "Ich denke mit" fehlt mir komplett. Wir haben Leute, die gehen genau punkt 16 Uhr, auch wenn die Arbeit nicht gemacht ist, die gemacht werden muss. Bei uns gibts aber Überstundenausgleich. Und das sind vor allem Leute zwischen 17 (Azubis) und 30, die dann einfach gehen, während alle Älteren bleiben bis das was gemacht werden muss fertig ist. Die Bezahlung bei uns ist allgemein eher unterm Schnitt, vielleicht liegt es daran. Auch erstaunt es mich immer wieder, wie viele bei uns im Büro dauernd krank sind. Ist man mit 25 wirklich alle 3 Monate mindestens 3 Wochen Grippe krank? Ich wundere mich nur. Ich weiß natürlich nie... ob da nicht was anderes dahinter steckt. Ich habe immer mehr das Gefühl... es ist allen alles egal. Komme ich heute nicht, komme ich morgen.

    ABER: Ich glaube da liegt viel in meiner früheren Selbstständigkeit verborgen.

    Sonst: Lieber Zeit. Ich hatte früher 70 Stunden Wochen. Freitags früher gehen oder ab und dann ganz frei haben ist mir wichtig (geht jetzt auch). Ich mag überhaupt nicht dieses "Wir haben uns alle so lieb und sind Besties 4 eva".... Ich versuche Beruf und Privatleben strikter zu trennen als früher.

  17. Junior Member Avatar von lippenpiercing
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich bin gerade angestellt in einem Betrieb, da würdet ihr alle nicht arbeiten wollen und ich habe keine Idee, wie ich da raus komme.

  18. Member Avatar von Sublus
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Ich bin seit ich arbeite um einiges zynischer geworden. Bei anderen Arbeitgebern hab ich mich voll reingehängt, das wurde gar nicht honoriert. Nach einem Zusammenbruch ist mir jetzt meine freie Zeit wichtiger. Wahrscheinlich würde ich selbständig motivierter arbeiten (ich hab Probleme mit Autorität und es fällt mir extrem schwer, Aufgaben zu erledigen, hinter denen ich nicht stehe), aber dafür bin ich zu faul oder traue es mir auch gar nicht zu. Ich bin oft erstaunt, wie loyal manche Kollegen an Chefs hängen, die meiner Ansicht nach ziemlich unfähig sind, und sich für die aufreiben.
    Allerdings hab ich auch nie erwartet, dass ich eine gute Arbeitnehmerin wäre, mir war das irgendwie schon immer klar.


    lippenpiercing
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  19. Urgestein
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Zitat Zitat von Lamb Beitrag anzeigen
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  20. Get a life! Avatar von jacksgirl
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    AW: Arbeitseinstellung etc.

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    Für mich ist Generation y nicht, dass man keinen Bock mehr auf Arbeit hat, sondern dass man nicht mehr akzeptiert, gnadenlos ausgebeutet zu werden, weil man halt noch was anderes als arbeiten macht.
    genau das. warum sich leute, die SELBST generation Y sind über die angeblich arbeitsfaule generation Y (die in der mehrheit am ende eigentlich nur von ihrem arbeitgeber erwartet, gerecht entlohnt und behandelt zu werden) aufregen und dann noch mit "iiiiiiiiiiiich bin aber NICHT so" kommen, wird sich mir nie erschließen. ich verstehe nicht, was daran schlecht sein soll, nicht mehr bis zum umfallen arbeiten zu wollen und zu erwarten, dass arbeitgeber sich fair und im übrigen auch legal verhalten.

    ich finde auch im übrigen "bei dem was nachkommt" dieses angeblich "arbeitsscheue" nicht vor. und ganz ehrlich, von auszubildenden, deren stundenlohn ziemlich weit unter dem eigenen (und oft genug in einigen branchen auch ordentlich unter dem existenzminimum) liegt zu erwarten, dass sie genauso viel arbeiten wie diejenigen, die sehr viel mehr als sie verdienen, finde ich auch eher so... problematisch.
    I will always place the mission first.
    I will never accept defeat.
    I will never quit.
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