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  1. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Nur dass man an Armut wirklich krank wird, an Reichtum eher nicht.
    Schau dir mal die Lebenserwartung von Bremerhaven im Vergleich zu zb Bremen an. Das IST krass.
    Und ja doch Armut führt auch eher zu psychischen Erkrankungen. Senkt die Resilienz.

    (Dass Wohlstand/Reichtum nicht automatisch Glück bedeuten: von mir aus, geschenkt.)
    Ist man arm wenn man keine Eigentumswohnung in Schwabing hat?

    Da DD über eine gewisse Bildung verfügt, lebt sie mit Sicherheit nicht in Armut.

    Und in Dtl. scheitert Bildung nicht daran, dass die Familie nicht vermögend ist. Anspruch auf den vollen Bafög-Satz haben vor allem junge Menschen aus nicht vermögenden Familien, während ich zig Freunde und Kommilitonen habe bzw hatte, deren Eltern Wohneigentum hatten und abbezahlen mussten und sie deswegen im Studium nicht unterstützen konnten, einige nicht mal mit 20€. Die mussten dann neben dem Physik Studium 25 Std/ Woche arbeiten um überhaupt studieren zu können während die Bafög-Empfänger sich voll auf ihr Studium konzentrieren und ins Ausland gehen konnte. DAS macht auch krank und fördert nicht gerade die Gesundheit. Von den Upper Class Kids ist nicht die Rede - geschenkt. Aber dazu zähle ich die TE nicht.

    Viel mehr als Geld ist für einen erfolgreichen Lebensweg doch eh das Mindset, das Familien und Eltern ihren Kindern mitgeben. (Stichwort: Die feinen Unterschiede. Bourdieu) Da hilft dir auch eine höhere Erbschaftssteuer nicht - im Gegenteil, dann werden Bildung und das Mindset einfach nur noch wichtiger.

  2. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht sind wir als einzelne gar nicht das Problem, sondern die Verfasstheit der Welt ist es?
    Ja natürlich. Deshalb nützt es dem Einzelnen eben nichts darauf zu schauen was die Anderen haben und man selbst nicht, weil das nix am eigenen Leben besser macht.
    The true north

    Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,
    mit der ich euch gegenüberstehe.

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  3. Foreninventar Avatar von cyan
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen

    Da DD über eine gewisse Bildung verfügt, lebt sie mit Sicherheit nicht in Armut.
    Ist das jetzt dein Ernst?


  4. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Ja natürlich. Deshalb nützt es dem Einzelnen eben nichts darauf zu schauen was die Anderen haben und man selbst nicht, weil das nix am eigenen Leben besser macht.
    .

  5. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Ist man arm wenn man keine Eigentumswohnung in Schwabing hat?

    Da DD über eine gewisse Bildung verfügt, lebt sie mit Sicherheit nicht in Armut.

    Und in Dtl. scheitert Bildung nicht daran, dass die Familie nicht vermögend ist. Anspruch auf den vollen Bafög-Satz haben vor allem junge Menschen aus nicht vermögenden Familien, während ich zig Freunde und Kommilitonen habe bzw hatte, deren Eltern Wohneigentum hatten und abbezahlen mussten und sie deswegen im Studium nicht unterstützen konnten, einige nicht mal mit 20€. Die mussten dann neben dem Physik Studium 25 Std/ Woche arbeiten um überhaupt studieren zu können während die Bafög-Empfänger sich voll auf ihr Studium konzentrieren und ins Ausland gehen konnte. DAS macht auch krank und fördert nicht gerade die Gesundheit. Von den Upper Class Kids ist nicht die Rede - geschenkt. Aber dazu zähle ich die TE nicht.
    Deutschland hat innerhalb der EU eine der geringsten Durchlässigkeiten, was Bildung angeht. Warum? Weil sie vererbt wird. Das liegt nicht nur an Bafög oder Studienfinanzierung. Das fängt im Kindergarten schon an. Wenn du die Kinder aus sogenannten bildungsfernen Haushalten nicht zum Abitur begleitetest, sondern Ihnen viel mehr Steine in den Weg legst, ist die schönste Studiengebührenfreiheit auch völlig egal.
    Und wir schaffen es deutlich schlechter als fast alle anderen Industrienationen Kindern von NichtakademikerInnen einen akademischen Abschluss zu ermöglichen. Da müssen also Steine liegen. (Wie genau die aussehen, weiß ich als middelclass Akademikerkind leider nicht aus eigener Anschauung.)
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  6. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von cyan Beitrag anzeigen
    Ist das jetzt dein Ernst?
    Das war tatächlich unglücklich ausgedrückt, da ich im nächsten Absatz ja erklärt habe, dass ich auch viele Studenten kenne, die in Armut leben mussten. Ich meinte etwas anderes, aber das ist jetzt auch egal da die Diskussion eh nur noch absurd ist.

  7. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Deutschland hat innerhalb der EU eine der geringsten Durchlässigkeiten, was Bildung angeht. Warum? Weil sie vererbt wird. Das liegt nicht nur an Bafög oder Studienfinanzierung. Das fängt im Kindergarten schon an. Wenn du die Kinder aus sogenannten bildungsfernen Haushalten nicht zum Abitur begleitetest, sondern Ihnen viel mehr Steine in den Weg legst, ist die schönste Studiengebührenfreiheit auch völlig egal.
    Und wir schaffen es deutlich schlechter als fast alle anderen Industrienationen Kindern von NichtakademikerInnen einen akademischen Abschluss zu ermöglichen. Da müssen also Steine liegen. (Wie genau die aussehen, weiß ich als middelclass Akademikerkind leider nicht aus eigener Anschauung.)
    Allein das dreigliedrige Schulsystem richtet in der Hinsicht so viel Schaden an.
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    Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,
    mit der ich euch gegenüberstehe.

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  8. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Deutschland hat innerhalb der EU eine der geringsten Durchlässigkeiten, was Bildung angeht. Warum? Weil sie vererbt wird. Das liegt nicht nur an Bafög oder Studienfinanzierung. Das fängt im Kindergarten schon an. Wenn du die Kinder aus sogenannten bildungsfernen Haushalten nicht zum Abitur begleitetest, sondern Ihnen viel mehr Steine in den Weg legst, ist die schönste Studiengebührenfreiheit auch völlig egal.
    Und wir schaffen es deutlich schlechter als fast alle anderen Industrienationen Kindern von NichtakademikerInnen einen akademischen Abschluss zu ermöglichen. Da müssen also Steine liegen. (Wie genau die aussehen, weiß ich als middelclass Akademikerkind leider nicht aus eigener Anschauung.)
    Das liegt aber nicht am fehlenden materiellen Erbe, sondern Verhaltensweisen, Gewohnheiten, dem Mindset, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    In Deutschland erhält jeder die finanzielle Unterstützung um die Möglichkeit zu haben Abitur zu machen und ein Studium abzuschließen. In armen Familien sehr viel mehr als in "mittelständischen".

  9. Junior Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Und in Dtl. scheitert Bildung nicht daran, dass die Familie nicht vermögend ist
    Ha ha. Chancengleichheit misst sich ja nicht nur am Bafög, sondern auch daran, wie viele Kinder und Jugendliche überhaupt in die Situation kommen Bafög zu benötigen.

    Dieses Zitat aus dem Heise Artikel fasst perfekt zusammen, warum mich die "Nur weil ich eine Vierzimmerwohnung/ein Haus/mehrere Grundstücke in XY geerbt habe, bin ich noch lange nicht reich! Ich musste trotzdem während des Studiums arbeiten!" Kommentare auch so frustrieren.

    "Wenn Eltern über erhebliche Rücklagen verfügen, scheint sich aus diesem Umstand "an independent dimension of social inequality" zu generieren.

    Das "private Sicherheitsnetz" muss nach Ansicht der Forscher nicht einmal in Anspruch genommen werden, um seinen Zweck zu erfüllen. Das bloße Bewusstsein seiner Existenz reicht, um die Bandbreite der Entscheidungsmöglichkeiten in Sachen Bildungswege voll ausschöpfen zu können und in der Folge einen sozialen Aufstieg zu bewältigen, der über den beruflichen und ökonomischen Status der Eltern hinausreichen kann."
    Geändert von DebbieDowner (20.09.2019 um 20:58 Uhr) Grund: Zitat hinzugefügt

  10. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Allein das dreigliedrige Schulsystem richtet in der Hinsicht so viel Schaden an.
    Das finde ich auch nicht ideal. Aber man hat dennoch zu jeder Zeit die Chance sein Abitur nachzuholen und sich weiterzubilden.

    Die viel größere Hürde ist hier doch vielmehr die fast schon perverse Erwartungshaltung von Unternehmen, dass ein Mitarbeiter bzw. Bewerber DEN perfekten Lebenslauf haben muss. Wozu eigentlich? Dieser ständige Optimierungszwang seiner selbst. Sobald man kein Einserabitur hat oder irgendwo ein halbes Jahr Lücke von nem Roadtrip hat, ist man raus und muss sich rechtfertigen. Das ist so eine richtig perverse Maschinerie geworden mit tausend Bewerbungsratgebern, Bewerbungscoaching, Assessments und dem ganz Aussortieren von Menschen. Das Durchleuchten bis auf die Unterhose. Was geht es einem AG an ob ich ein Jahr gereist bin oder nicht? Macht mich das zu einem schlechteren Mitarbeiter? Das ist doch die größte Hürde im biografischen Weiterkommen und dem beruflichen und finanziellen Erfolg - nicht ob ich eine Eigentumswohnung in Schwabing habe oder nicht.

  11. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Das liegt aber nicht am fehlenden materiellen Erbe, sondern Verhaltensweisen, Gewohnheiten, dem Mindset, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    In Deutschland erhält jeder die finanzielle Unterstützung um die Möglichkeit zu haben Abitur zu machen und ein Studium abzuschließen. In armen Familien sehr viel mehr als in "mittelständischen".
    Beim ersten Absatz stimme ich dir zu.
    Beim zweiten eher nicht. Theoretisch ja, praktisch oft nicht. Wobei ich manchmal auch denke, dass die Bereitschaft so zu studieren wie ich und viele meiner Mitstudierenden damals studiert haben drastisch gesunken ist: chronisch pleite, kein Auto, am 25. mit den letzen 20 Euro bei Aldi aufschlagen. Und ich habe kein Bafög bekommen. Hatte aber Eltern die mir zwar Geld gegeben haben, mich aber definitiv bewusst nicht verwöhnt haben in der Hinsicht.

  12. Addict Avatar von Akkordeon
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Das liegt aber nicht am fehlenden materiellen Erbe, sondern Verhaltensweisen, Gewohnheiten, dem Mindset, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    In Deutschland erhält jeder die finanzielle Unterstützung um die Möglichkeit zu haben Abitur zu machen und ein Studium abzuschließen. In armen Familien sehr viel mehr als in "mittelständischen".
    Welches Mindset meinst du genau?
    "Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu."

  13. Addict Avatar von Sakamoto
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ich kann nur von mir selbst sprechen, aber ich habe zum Beispiel ganz lange gedacht, dass ich einfach nicht studieren "darf", weil ich nicht an die Uni gehöre aufgrund von fehlendem sozialen und kulturellen Kapital (also zu dem Zeitpunkt hätte ich das nicht so benennen können, aber darauf läuft es hinaus). Ohne dass mir das jemand gesagt hätte oder meine Eltern je negativ über studieren gesprochen hätten.

  14. Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ich bin mir ziemlich sicher meine Eltern hatten dieses Erfolgs-Mindset... bzw ein Misserfolgs-Vermeider-Mindset.

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Und ich habe kein Bafög bekommen. Hatte aber Eltern die mir zwar Geld gegeben haben, mich aber definitiv bewusst nicht verwöhnt haben in der Hinsicht.
    Meine haben mir bewusst überhaupt gar nichts gegeben. Ebenfalls aus erziehungstechn. Gründen. Damit ich selbstverständig werde.

    Weil Papa hat sich ja auch hochgearbeitet aus eigener Kraft. Lehre gemacht, Studium gegen den Willen der Eltern selbst finanziert. Karriereleiter über mehrere Unternehmen... Also sollte ich genau das auch. Genau dieses Neoliberale Zeug. Und noch ne Prise protestantischer Arbeitsethos. Bis Du nicht erschöpft bist reicht’s nicht.

    Es kam überhaupt nicht in Frage weniger zu erreichen, sich mit weniger zufrieden zu geben.

    Aber es ist heute egal. Ich bin nicht geworden was (oder wie es) meine Eltern wollten. (Ich werde es mit meinen Kindern mit dem Wissen, was ungleiche Startbedingungen / das fehlende Gefühl, dass einem vertraut wird und man unterstützt wird, ausmachen, bestimmt nicht so wiederholen.)
    Geändert von Pinkmelon (21.09.2019 um 07:56 Uhr)

  15. Junior Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Die viel größere Hürde ist hier doch vielmehr die fast schon perverse Erwartungshaltung von Unternehmen, dass ein Mitarbeiter bzw. Bewerber DEN perfekten Lebenslauf haben muss. Wozu eigentlich? Dieser ständige Optimierungszwang seiner selbst. Sobald man kein Einserabitur hat oder irgendwo ein halbes Jahr Lücke von nem Roadtrip hat, ist man raus und muss sich rechtfertigen. Das ist so eine richtig perverse Maschinerie geworden mit tausend Bewerbungsratgebern, Bewerbungscoaching, Assessments und dem ganz Aussortieren von Menschen. Das Durchleuchten bis auf die Unterhose. Was geht es einem AG an ob ich ein Jahr gereist bin oder nicht? Macht mich das zu einem schlechteren Mitarbeiter? Das ist doch die größte Hürde im biografischen Weiterkommen und dem beruflichen und finanziellen Erfolg - nicht ob ich eine Eigentumswohnung in Schwabing habe oder nicht.
    In was für einer Branche arbeitest du denn?

  16. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ich bin Wissenschaftlerin aber was tut das zur Sache?
    In dem von dir zitierten Beitrag geht es nicht um mich, sondern um eine Vielzahl von Erfahrungen in meinem Freundes- Bekannten- und Kollegenkreis, die alle einen ganz unterschiedlichen finanziellen Background haben.

  17. Junior Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ist absolut nicht meine Erfahrung oder wie ich bei Einstellungen vorgehe.

  18. Urgestein Avatar von Ion
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Ich kann nur von mir selbst sprechen, aber ich habe zum Beispiel ganz lange gedacht, dass ich einfach nicht studieren "darf", weil ich nicht an die Uni gehöre aufgrund von fehlendem sozialen und kulturellen Kapital (also zu dem Zeitpunkt hätte ich das nicht so benennen können, aber darauf läuft es hinaus). Ohne dass mir das jemand gesagt hätte oder meine Eltern je negativ über studieren gesprochen hätten.
    Genau, und anders herum funktioniert das auch positiv bestärkend, in meinem AkademikerInnenhaushalt war es einfach nie die Frage, das wir Kinder studieren, wenn wir dazu die intellektuellen Kapazitäten haben. Es wurde durchaus thematisiert, dass eine Ausbildung genauso ok wäre, wenn wir das gewollt hätten oder wenn es nicht gereicht hätte für Abi und/oder Studium, aber es war schon früh klar, dass es aufs Studium hinauslaufen würde. Das war quasi ein Automatismus, der unbequeme Weg wäre der ohne Studium gewesen.

  19. Senior Member Avatar von Maritty
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Also es wird jetzt ja wirklich noch absurder, das hätte man sich nicht ausmalen können.

    Dass man wenn man Bafög nicht bekommt mal pleite ist, geschenkt. Aber dass man deswegen arm und gleiche Bedingungen wir wirklich Einkommensschwache Familien hat??? Man bekommt ja aus gutem Grund kein Bafög, eben weil die Eltern zu viel verdienen. Und klar, wenn man dann da Keine Unterstützung bekommt ist das keine angenehme Situation, aber doch meilenweit entfernt von wirklichem sozialen Notstand?? Und allein das Gefühl und wissen, in einigen Jahren genug zu verdienen (Ich sag das jetzt plakativ, ist mir schon auch klar dass es manche StudienGänge gibt, in denen es schwieriger wird) ist doch schon sehr große soziale Sicherheit.
    Ich komm graf echt nicht mehr drauf klar wie das hier weiterging und das man sich als sehr privilegierte hinstellt und sagt, dass es doch nur daran liegt, dass das "mindset" nicht stimmt, dass viele nicht studieren können? Ähm. Ich bin sprachlos.


    Und ich hab sicher nicht bei allen zugestimmt, was dd sagt, aber das führt das ganze jetzt ziemlich gut vor. Privilegierte streiten sich darum, warum sie doch noch privilegiert sind oder wer privilegierter ist?
    Ich höre aus den meisten Postings heraus, dass wir alle (mich eingeschlossen) nicht wissen, wie sich wirklich soziale Notlagen und Armut anfühlt.
    neu.gierig.toll.kühn

  20. Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ich glaube Du hast was sehr falsch verstanden, als Du die Aussagen von gestern Abend auf „nur“ Mindset reduziert hast.

    So und wenn Du mich meinen solltest, wegen kein Bafög, ich hab trotz des massiven Drucks dann gar nicht (zu Ende) studiert weil ich die Doppelbelastung nicht hinbekommen hab und es gab auch keine mollige Sicherheit, dass ich irgendwann gut verdienen würde, sondern immer nur Druck „es geht den Bach runter, wenn Du nicht in Rahmen Deiner (intellektuellen, ...) Möglichkeiten das Maximale rausholst“.

    (Siehe auch „Anforderungsliste“ von Blaubeerkuchen in #710. So wurde mir das auch damals erzählt, dass Abweichungen vom optimalen Lebenslauf zum direkten Ausschluss führen.)
    Geändert von Pinkmelon (21.09.2019 um 10:20 Uhr)

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