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  1. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen

    Dass man wenn man Bafög nicht bekommt mal pleite ist, geschenkt. Aber dass man deswegen arm und gleiche Bedingungen wir wirklich Einkommensschwache Familien hat??? Man bekommt ja aus gutem Grund kein Bafög, eben weil die Eltern zu viel verdienen.
    Ich kann das "Wenn du kein Bafög bekommst, sind deine Eltern reich genug" nicht mehr hören.

    Das ist einafch so arrogant und ignorant.

    Ich kenne genügend Familien, in denen die Kinder keinen Anspruch auf Bafög haben weil die Eltern angeblich zu viel verdienen. Die Eltern aber keine 20€ übrig haben um ihre Kinder zu unterstützen und wahrlich nicht in Luxus leben sondern einfach ihre Immobilie abbezahlen, Versicherungen bezahlen und Angehörige pflegen (müssen). Das sind alles private Vorsorgeleistungen mit denen man den Staat entlastet und privat vorsorgt und sich unabhänigig macht von staatlichen Leistungen bzw. von diesem ausgeschlossen wird - das interessiert aber niemanden. Während Kinder aus Familien, die das nicht machen ganz selbstverständlich Bafög bekommen und das ganze Studium über sorglos studieren können. Und während die einen staatliche Leistungen erhalten und ihr Studium abschließen können, müssen die Kinder aus den angeblich so wohlhabenden Familien ihr Studium abbrechen weil sie arbeiten müssen um überhaupt studieren zu können. Und dann sollen genau diese Menschen später auch noch ihr Erbe zuunsten der unterprivilegierten Schicht, die ohnehin überall Anspruch auf staatliche Leistungen hat, abgeben.



    Zitat Zitat von Maritty Beitrag anzeigen
    Und klar, wenn man dann da Keine Unterstützung bekommt ist das keine angenehme Situation, aber doch meilenweit entfernt von wirklichem sozialen Notstand?? Und allein das Gefühl und wissen, in einigen Jahren genug zu verdienen (Ich sag das jetzt plakativ, ist mir schon auch klar dass es manche StudienGänge gibt, in denen es schwieriger wird) ist doch schon sehr große soziale Sicherheit.
    Was für eine Sicherheit denn bitte?
    Wenn du als StudentIn bis 4 Uhr morgens bei McDonals stehst und Fritten brätst um überhaupt deine Miete und den Semesterbeitrag bezahlen zu können und dich dann nach 2 Stunden Schlaf wieder in die Vorlesung setzt und nicht weißt wie du das bis Semesterende durchhalten sollst, geschweige denn Prüfungen schaffen und dein Studium zu Ende bringen sollts. Du tust ja so als ob ein Studienabschluss garantiert wäre sobald man an einer Uni eingeschrieben ist. Der Satz "allein das Gefühl und wissen, in einigen Jahren genug zu verdienen" ist purer Hohn. Die Angst nicht zu wissen ob man sein Studium abbrechen muss weil man es neben der Arbeit nicht schafft, macht einen krank und zerfrisst einen. Und andere sind zerfressen vor Missgunst weil sie keine Eigentumswohnung in Schwabing erben.
    Als ob einem bei einem Studiumabbruch oder gar nicht erst studieren können eine rosige Zukunft winkt, nur weil die Eltern auf dem Papier nicht Unter- sondern Mittelschicht sind.

    Nein, das sind keine Einzelfälle.


    Die Kausalität zwischen "die Elterngeneration sorgt privat vor damit sie selbst und die nachfolgende Generation von staatlichen Leistungen unabhängig sein kann" und "die nachfolgenden Generation muss deswegen zurückstecken (kein Taschengeld, keine Hobbies, kein Haustier haben dürfen weil das Geld für Futter und Tierarzt nicht reicht, keine Urlaube und Reisen, keine Studienfinanzierung)" ist doch wirklich nicht so schwer zu verstehen. Und dann sollen diese Vorsorgeleistungen durch die man vom "sozialen Sicherungsnetz" ausgeschlossen wird, im Erbenfall auch noch an den Staat fließen damit es an die, die eh schon auf staatliche Leistungen zurückgreifen können, verteilt wird.
    (Ja, wenn die Wohnung / das Haus klein genug ist (60qm für zwei Personen ) bekommen auch Eigentümer Hartz4).
    Geändert von Blaubeerkuchen (21.09.2019 um 09:27 Uhr)

  2. Member Avatar von pilzfee
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ich schätze deine Beiträge, blaubeerkuchen, sie sind differenziert und zeigen die andere Seite der Medaille, der vermeintlich ach so Privilegierten.
    Der Threadstellerin hat das hier sicher wenig genutz, ansonsten finde ich hat sich die Diskussion sehr spannend entwickelt, meine Meinung halt.
    Wer lebt stört.

  3. Member Avatar von miezee
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    Das liegt aber nicht am fehlenden materiellen Erbe, sondern Verhaltensweisen, Gewohnheiten, dem Mindset, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    In Deutschland erhält jeder die finanzielle Unterstützung um die Möglichkeit zu haben Abitur zu machen und ein Studium abzuschließen. In armen Familien sehr viel mehr als in "mittelständischen".
    Sorry, aber das ist so unendlich arrogant. Es gibt so viele Studien, wie sie hier auch schon verlinkt haben, die genau zeigen, dass es sehr wohl vom Einkommen abhängt. Wenn ich mich erinnere, was wir in der Oberstufe schon an Bücherkosten zahlen mussten. Und manche schaffen es vielleicht gar nicht bis zur Oberstufe, weil es besser ist, wenn das Kind anfaengt zu arbeiten und nicht mehr auf der Tasche liegt. Unglaublich.

  4. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von miezee Beitrag anzeigen
    Sorry, aber das ist so unendlich arrogant. Es gibt so viele Studien, wie sie hier auch schon verlinkt haben, die genau zeigen, dass es sehr wohl vom Einkommen abhängt. Wenn ich mich erinnere, was wir in der Oberstufe schon an Bücherkosten zahlen mussten. Und manche schaffen es vielleicht gar nicht bis zur Oberstufe, weil es besser ist, wenn das Kind anfaengt zu arbeiten und nicht mehr auf der Tasche liegt. Unglaublich.
    In Berlin gibt es Gymnasien mit fast 98% der Schüler mit Migrationshintergrund - und viele der aktuellen Schüler, die nicht biodeutsch sind, sind meistens bereits in 3. Generation in Deutschland und fallen gar nichts mehr unter den Migrationsbegriff.

    https://www.gymnasium-berlin.net/migrationshintergrund/2015-2016

    Glaubst du ernsthaft von diesen Schülern kann jemand sein Abitur nicht ablegen weil er das Büchergeld nicht hat. Natürlich wird auch das vom Staat übernommen.

    Ca. 45% aller Gymnasium haben einen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund der über dem Anteil der Gesamtbevölkerung mit Migrationshintergrund in Berlin (ca. 23%) liegt. Uns sag mir jetzt bitte nicht das sind alles Diplomatenkinder.

    Und Berlin ist ein Negativbeispiel in Sachen Integration und Chancengleichheit.

    Sich hier hinzustellen und zu sagen, dass Menschen, deren Vorfahren nicht schon immer in Deutschland gelebt und deswegen kein Vermögen anhäufen können, haben keine Chance auf Bildung und ein finanziell unabhängiges Leben, ist schlichtweg ignorant.

    Da kannst du noch so oft entsetzt "Unglaublich" schreiben.

    Über Selbstverständlichkeiten, dass Kinder von Ärzten oft auch Ärzte werden und die Oberschicht unter sich bleibt, muss man hoffentlich nicht diskutieren.

  5. Addict Avatar von Sakamoto
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Ob Bücher selbst bezahlt werden müssen, ist doch total abhängig vom Bundesland? Da können wir doch gar nicht einheitlich über Deutschland sprechen... Bei mir damals mussten die Bücher selbst bezahlt werden. Bei geringem Einkommen konnte man aber einen Antrag stellen und bekam die Bücher (teilweise?) bezahlt. Dasselbe galt auch für Klassenfahrten. Die Erstattung für die Bücher wurde bei uns aktiv von den Lehrern angesprochen und es wurde allen Kindern ein Formular mitgegeben für zu Hause. Gebraucht gekauft / verkauft wurden auch viele Schulbücher und es war in vielen Fällen total OK, eine alte Auflage zu haben.
    Irgendwann nachdem ich schon die Schule abgeschlossen hatte wurde das auch generell geändert und die Möglichkeit geschaffen, Bücher für 1 Jahr von der Schule auszuleihen, sodass man gar keine mehr kaufen musste, wenn man nicht konnte/wollte.

    Und generell hatte ich in der Oberstufe sehr sehr viel weniger Bücher und entsprechend wirklich viel weniger Ausgaben als z.B. in der 5. oder 6. Klasse. Ich glaube, in den 3 Jahren Oberstufe zusammen haben meine Eltern weniger für meine Bücher / Materialien zahlen müssen als in der 5. Klasse allein (Lektüren mit eingerechnet).

    In anderen Bundesländern mag das aber zum Beispiel ganz anders sein, weil es andere Regelungen gibt.

    EDIT: also was ich damit sagen will, ist, dass die finanzielle Belastung für Eltern, was den Schulbesuch ihrer Kinder betrifft, wahrscheinlich sehr von der Region abhängig ist und auch wenn es mit Sicherheit einen Einfluss auf die fehlende Bildungsdurchlässigkeit hat, glaube ich, dass man die anderen Faktoren eben auch nicht außen vor lassen darf.
    Geändert von Sakamoto (21.09.2019 um 16:55 Uhr)
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  6. Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Es gibt so viele Studien, wie sie hier auch schon verlinkt haben, die genau zeigen, dass es sehr wohl vom Einkommen abhängt.
    Niedriges Einkommen (der Eltern) ist auf alle Fälle ein Co Indikator (für schlechtere Chancen auf einen höheren Schulabschluss). Nicht immer der Auslöser.

    Einfachstes / trivialstes Beispiel Sprache als gemeinsamer Auslöser:
    Du weißt dann als Elternteil unter Umständen gar nicht, dass Dir bzw dem Kind Büchergeldbeihilfe zusteht oder Du hast das irgendwie doch mitbekommen, aber hast Probleme mit dem Formular. Sprach/Verständigungsprobleme hindern Dich auch daran Deinen im Ausland erworbenen berufsqualifizierenden Abschluss in DE anerkennen zu lassen oder ihn dann auszuüben.

    (Geschichten meiner Kollegen damals beim Burgerbrater... Da waren Ingenieure dabei! Die Ingenieure waren aber aufgrund des Bildungsgrad und der Vorerfahrungen, wie man sich weiterqualifiziert, gleichzeitig beim Goetheinstitut und nicht auf Dauer da. Anders als serbische und bosnische Kollegen, denen der Krieg die Abivorbereitung versaut hat.)
    Geändert von Pinkmelon (21.09.2019 um 17:08 Uhr)

  7. Ureinwohnerin Avatar von Rückspiegel
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen

    In anderen Bundesländern mag das aber zum Beispiel ganz anders sein, weil es andere Regelungen gibt.
    Über das Bildungspaket der Bundesregierung ist soweit ich weiß sehr viel abgedeckt was Schulbedarf, Klassenfahrten, Nachhilfe, Sportverein, ... Angeht.

    "Verlierer" sind hier die, die "zuviel" verdienen und keine staatliche Unterstützung bekommen und somit alles selbst zahlen müssen bzw. ggf einfach nicht mit auf Klassenfahrt fahren können, wenn auch der Förderverein nicht helfen kann.

  8. Member
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Editiert: egal

  9. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Pinkmelon Beitrag anzeigen
    Einfachstes / trivialstes Beispiel Sprache als gemeinsamer Auslöser:
    Du weißt dann als Elternteil unter Umständen gar nicht, dass Dir bzw dem Kind Büchergeldbeihilfe zusteht oder Du hast das irgendwie doch mitbekommen, aber hast Probleme mit dem Formular. Sprach/Verständigungsprobleme hindern Dich auch daran Deinen im Ausland erworbenen berufsqualifizierenden Abschluss in DE anerkennen zu lassen oder ihn dann auszuüben.
    Ja! All diese Hindernisse werden aber nicht beseitigt, wenn diesen Familien zuungunsten von Erben Vermögen in Form von Wohneigentum zugeteilt wird. Es ist nicht das fehlende (Wohn-)Eigentum sondern es sind andere Faktoren, die ich auch bereits angesprochen habe. Dafür können aber Familien wie die der TE nichts - im Gegenteil, es sind oft sogar besser gestellte, nicht vermögende Menschen aus der Mittelschicht, die ehrenamtlich Integrationsarbeit leisten.

  10. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Rückspiegel Beitrag anzeigen
    Über das Bildungspaket der Bundesregierung ist soweit ich weiß sehr viel abgedeckt was Schulbedarf, Klassenfahrten, Nachhilfe, Sportverein, ... Angeht.

    "Verlierer" sind hier die, die "zuviel" verdienen und keine staatliche Unterstützung bekommen und somit alles selbst zahlen müssen bzw. ggf einfach nicht mit auf Klassenfahrt fahren können, wenn auch der Förderverein nicht helfen kann.
    Ja, aber schulbedarf zn geht aufs konto der familie und das kind kann leider nix tun wenn die eltern das anderweitig investieren.

  11. Ureinwohnerin Avatar von Milly
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von ana. Beitrag anzeigen
    Ja, aber schulbedarf zn geht aufs konto der familie und das kind kann leider nix tun wenn die eltern das anderweitig investieren.
    Bei uns (berufskolleg nrw) gibt es für sozialhilfeempfänger die bücher direkt von der schule ausgehändigt. D.h. da können die eltern nix anders investieren.
    (Auch von klassenfahrten bekommen wir das geld vom amt direkt überwiesen).
    böse gibts nicht! nervös und bewaffnet, das gibts... (nuhr)

  12. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Rückspiegel Beitrag anzeigen
    Über das Bildungspaket der Bundesregierung ist soweit ich weiß sehr viel abgedeckt was Schulbedarf, Klassenfahrten, Nachhilfe, Sportverein, ... Angeht.

    "Verlierer" sind hier die, die "zuviel" verdienen und keine staatliche Unterstützung bekommen und somit alles selbst zahlen müssen bzw. ggf einfach nicht mit auf Klassenfahrt fahren können, wenn auch der Förderverein nicht helfen kann.
    Ja, ich kenne leider viele solcher "Verlierer" (in den allermeisten Fällen ohne Migrationshintergrund), die durch dieses Raster gefallen sind und keinerlei "Auffangnetz" hatten und haben. Das geht soweit, dass sie keine Familie gründen konnten oder wollten, weil sie sich Kinder schlichtweg nicht leisten konnten und sie Angst hatten ohne jegliches Sicherheitsnetz die Verantwortung für Kinder zu tragen. Wenn sie dann mit 55 irgendwann eine alte Reihenhaushälfte aus den 60igern erben ist es dafür längst zu spät. Die Reihenhaushälfte fällt dann eh eine Generation später dem Staat zu wenn man keine Nachkommen hat. Insofern ist es klüger nicht auf Wohneigentum zu sparen und nichts zurückzulegen sondern alles in seine Kinder zu investieren und im Notfall das staatliche Sicherheitsnetz in Anspruch nehmen zu können. Dann hat man wenigstens Familie anstatt von Missgunst zerfressene Neider.

  13. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    In meiner Grundschulklasse war ein Kind aus einer eher bildungsfernen Schicht das eine Gymnasialempfehlung hatte. Die Eltern haben ihn auf die Hauptschule geschickt weil er dann nicht mit dem Bus fahren musste. Sowas ist für mich ein Mindset-Problem. Die Eltern hatten nicht mal auf dem Schirm, dass es dem Kind wesentlich bessere Chancen eröffnet hätte, wenn es auf die höhere Schule gegangen wäre.
    The true north

    Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,
    mit der ich euch gegenüberstehe.

    You're not going to hotbox my office, no way!

  14. Member Avatar von miezee
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Blaubeerkuchen Beitrag anzeigen
    In Berlin gibt es Gymnasien mit fast 98% der Schüler mit Migrationshintergrund - und viele der aktuellen Schüler, die nicht biodeutsch sind, sind meistens bereits in 3. Generation in Deutschland und fallen gar nichts mehr unter den Migrationsbegriff.

    Schuler mit Migrationshintergrund - Schuljahr 2015/16 | Gymnasien in Berlin

    Glaubst du ernsthaft von diesen Schülern kann jemand sein Abitur nicht ablegen weil er das Büchergeld nicht hat. Natürlich wird auch das vom Staat übernommen.

    Ca. 45% aller Gymnasium haben einen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund der über dem Anteil der Gesamtbevölkerung mit Migrationshintergrund in Berlin (ca. 23%) liegt. Uns sag mir jetzt bitte nicht das sind alles Diplomatenkinder.

    Und Berlin ist ein Negativbeispiel in Sachen Integration und Chancengleichheit.

    Sich hier hinzustellen und zu sagen, dass Menschen, deren Vorfahren nicht schon immer in Deutschland gelebt und deswegen kein Vermögen anhäufen können, haben keine Chance auf Bildung und ein finanziell unabhängiges Leben, ist schlichtweg ignorant.

    Da kannst du noch so oft entsetzt "Unglaublich" schreiben.

    Über Selbstverständlichkeiten, dass Kinder von Ärzten oft auch Ärzte werden und die Oberschicht unter sich bleibt, muss man hoffentlich nicht diskutieren.
    Ich habe mit keinem Wort Menschen mit Migrationshintergrund genannt, sondern meine Kinder aus sozial schwächer Gestellen Familien. Es ist Fakt, dass Kinder von Eltern ohne Abitur auch seltener Abitur machen und seltener studieren.

  15. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von pilzfee Beitrag anzeigen
    Ich schätze deine Beiträge, blaubeerkuchen, sie sind differenziert und zeigen die andere Seite der Medaille, der vermeintlich ach so Privilegierten.
    Der Threadstellerin hat das hier sicher wenig genutz, ansonsten finde ich hat sich die Diskussion sehr spannend entwickelt, meine Meinung halt.
    Danke dir!
    Aber ich argumentiere hier nicht einmal in erster Linie für mich. Ich hatte das Privileg promovieren zu können und habe kein oder kein großes Erbe zu erwarten. Aber ich kenne leider zu viele Menschen aus der sog. Mittelschicht, die durchs Raster gefallen sind. Vor allem auch ältere Menschen und Rentner, die in ihrem kleinen Reihenhäuschen sitzen und kaum Geld für die notwendigsten und billigsten Lebensmittel haben, obwohl sie 40-50 Jahre gearbeitet und Steuern bezahlt haben. Die schieben dann den leeren Einkaufswagen 30 Minuten durch den Aldi weil sie sich das meisten nicht leisten können. Ich könnte da jedes Mal losheulen.

  16. Member Avatar von miezee
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Es ist doch auch völlig egal, dass das "nur" ein mindset problem ist, also könnte man den Leuten einmal sagen "mach doch was aus deinen schlechten Bedingungen" und die "ah ja danke, dann mache ich nun Abitur!"

  17. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von miezee Beitrag anzeigen
    Ich habe mit keinem Wort Menschen mit Migrationshintergrund genannt, sondern meine Kinder aus sozial schwächer Gestellen Familien. Es ist Fakt, dass Kinder von Eltern ohne Abitur auch seltener Abitur machen und seltener studieren.
    DD hat mit der Migrationsthematik argumentiert, weil sie fehlende Verwurzelung als Ursache dafür sieht, dass diese Familien kein Vermögen und Wohneigentum aufbauen konnten und können.
    Natürlich gibt es auch sehr, sehr viele arme Familien ohne Migrationshintergrund. Der Schlüssel zu einem besseren Leben ist eben nicht Erbe in der Hinterhand zu haben sondern Bildung. Wenn also Erbschaften höher besteuert und Vermögen so umverteilt wird wie von DD gewünscht, ändert sich gar nichts.
    Da wir immer noch in dem Thread schreiben, in dem es um die Nutzung der vererbten Wohnung geht, habe ich mich darauf bezogen.

  18. Member Avatar von laut
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von miezee Beitrag anzeigen
    Ich habe mit keinem Wort Menschen mit Migrationshintergrund genannt, sondern meine Kinder aus sozial schwächer Gestellen Familien. Es ist Fakt, dass Kinder von Eltern ohne Abitur auch seltener Abitur machen und seltener studieren.
    Ganz genau.
    Und da geht es ja auch gar nicht um die Frage, ob genug Geld für Bücher da ist...?

  19. Enthusiast Avatar von Blaubeerkuchen
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von miezee Beitrag anzeigen
    Es ist doch auch völlig egal, dass das "nur" ein mindset problem ist, also könnte man den Leuten einmal sagen "mach doch was aus deinen schlechten Bedingungen" und die "ah ja danke, dann mache ich nun Abitur!"
    Ich habe oben verlinkt wie hoch in Berlin der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund, die auf Gymnasien gehen, ist. Berlin deswegen, weil es mitunter die schlechteste Bildungspolitik hat.

    Auch habe ich gestern einen Artikel verlinkt, der besagt, dass Italien zu den europäischen Ländern mit der höchsten Wohneigentumsquote gehört bei gleichzeitig hohem Steuerfreibetrag und sehr geringer Besteuerung von Erbschaften.
    Die Akademikerquote in Italien ist übrigens eine der niedrigsten in Europa.

    Die Schlussfolgerung, dass man keine Chance auf eine berufliche Zukunft und ein finanziell unabhängiges Leben hat wenn man nicht die Sicherheit einer Erbschaft hat, und im Umkehrschluss Wohneigentum in Familienbsesitz eine Akademikerlaufbahn quasi garantiert, ist schlichtweg falsch.

  20. Foreninventar Avatar von ana.
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    AW: Eigenbedarfskündigung und das Gewissen

    Zitat Zitat von Milly Beitrag anzeigen
    Bei uns (berufskolleg nrw) gibt es für sozialhilfeempfänger die bücher direkt von der schule ausgehändigt. D.h. da können die eltern nix anders investieren.
    (Auch von klassenfahrten bekommen wir das geld vom amt direkt überwiesen).
    Bei klassenfahrten und so ist das bei uns auch, aber ich wird 2x im jahr mein ich eine summe für schulbedarf an die eltern überwiesen, und davonmuss dann auch das büchergeld gezahlt werden.

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