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  1. Urgestein

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von clubby Beitrag anzeigen
    kann denn ihr hausarzt nicht erstmal kommen und sie ansehen und sie und euch beraten?
    je nachdem, wird sie zu ihm am ehesten vertrauen haben, er kennt sie bestenfalls schon lange und kann euch den richtigen weg sagen.

    oder eben den kostenlosen unverbindlichen krisendienst anrufen, schildern, beraten lassen und schlimmstenfalls kommen lassen.

    alles gute.
    Nee, ganz ehrlich. In einen Hausarzt würde ich da nicht vertrauen. Der soll lieber bei seinen grippalen Infekten bleiben.
    Also es gibt bestimmt welche, die das könnten. Aber ich sehe da die große Gefahr, dass der sagt „ist nichts“ und sie kann sich dann der Familie gegenüber schön darauf berufen.
    Allein? Aber allein ist doch so eine Reise nur halb so schön. Gut, ich komme mit. Zu zweit sind wir stärker und brauchen uns vor nichts zu fürchten.

  2. Regular Client

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    also ich kenn genau so ne story und die ist nicht so gut ausgegangen.
    ich würde nciht bis donnerstag warten sondern sie wegen der suizidäußerung einweisen lassen.

  3. Alter Hase

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Gibt es vielleicht die Möglichkeit sehr kurzfristig einen Termin in einer Tagesklinik zu bekommen? Die Ärzt*innen dort könnten ggf. einschätzen, ob eine stationäre Therapie dringend nötig wäre oder eine Tagesklinik ausreicht.

    Mein Onkel musste 2x (nach jeder der Geburten) nachts den Notruf wählen, weil die Stimmung meiner Tante tagelang schwankte, erst schlimmer, dann vermeintlich besser wurde und dann wieder von „ich komme klar, das sind nur die Hormone“ zu „Fass mich und mein Baby nicht an, du willst uns was antun“ mit Kind zu feste an sich pressen und Mann bedrohen wurde.

    Daraus resultierten beide Male lange und unschöne stationäre Aufenthalte und traumatische Erfahrungen für alle Beteiligten.

    Aber vor Donnerstag wird das wahrscheinlich eh nichts mit der Tagesklinik.

    Oh je, ich wünsche euch viel Ausdauer und Kraft

  4. Regular Client

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich weiß nicht, ob ich bis Donnerstag warten würde. Anstelle des Mannes würde ich siedirekt in einer Klinik vorstellen oder die 112 rufen. Ersteres wäre wohl die sanftere Variante, wobei ich im Privattransport schon Risiken sehe (ins Lenkrad greifen oder so)
    Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute, deine arme Schwester
    Aus alten Zeiten stammt die bayerische Spruchweisheit, dass Weißwürste das Mittagsläuten nicht erleben dürften.

  5. Addict

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    .
    Geändert von EstellaLacht (28.05.2020 um 00:16 Uhr)

  6. Junior Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich danke euch für die ganzen Beiträge, das hilft mir wirklich weiter. Ich konnte mich auf der Arbeit heute überhaupt nicht konzentrieren und denke an nichts anderes. Ich musste leider Sonntag wieder zurückfahren und versuche mir jetzt den Rest der Woche frei zu nehmen, aus der Ferne (ich wohne 400km weiter weg) fühle ich mich sehr hilflos.
    Mein Schwager berichtet, dass sie in den letzten Tagen wohl starke Stimmungsschwankungen hatte, von starker Lethargie, zu Euphorie und dann sitzt sie weinend am Küchentisch und fragt "Warum ich?". Er und meine Mutter haben vorhin versucht mit ihr zu reden und das hat wohl auch relativ gut funktioniert. Sie kommt am Donnerstag mit zum Arzt - also Stand heute - aber da ihre Stimmung so schnell umschlägt, beruhigt mich das jetzt nicht völlig. Sie hat mich vorhin angerufen und mir gedankt, dass ich ihr den Termin gemacht habe und dass sie froh ist mich zu haben und hat dann geweint, dass es ihr leid tut, uns so viel Kummer zu bereiten und einerseits klang sie zwar tief traurig, aber auf eine sanfte Art, sodass es mir so brutal vorkommt, sie von der Polizei abholen zu lassen, sie wirkt wie ein ruhiges Lämmlein, und andererseits, mache ich mir direkt wieder Sorgen, ob diese Ruhe und Sanftmütigkeit nicht wieder in die suizidale Richtung geht. Es fühlt sich falsch an, meinen Schwager zu übergehen, müsste nicht er das im Zweifelsfall machen?

  7. Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich wäre ehrlichgesagt sicherheitshalber auch dafür, sie vor Donnerstag einem Psychiater vorzustellen. Vllt kann dein Schwager ein Taxi rufen, sich mit ihr hinten reinsetzen und mit ihr in die nächstgelegene Psychiatrie fahren. Dort ist eigentlich immer jemand ansprechbar für solche Fälle (meine Erfahrung...einfach an der Pforte fragen, auch nachts..).

  8. Inaktiver User

    AW: Schwester einweisen lassen?

    Das klingt wirklich alles sehr schlimm. Können sie denn nicht jetzt sofort zu einem Notdienst/Klinik gehen, wenn deine Schwester aktuell zugänglich ist?
    Wenn ihre Stimmung aktuell so stark schwankt kann sich das bis Donnerstag auch wieder geändert haben. Für ihren Mann und deine Mutter ist es doch auch belastend sie bis zum Termin permanent zu beaufsichtigen, wie wollen sie das denn nachts machen?

  9. Addict

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von DebbieDowner Beitrag anzeigen
    einerseits klang sie zwar tief traurig, aber auf eine sanfte Art, sodass es mir so brutal vorkommt, sie von der Polizei abholen zu lassen
    Aber es geht ja nicht darum, dass sie von der Polizei "abgeführt" wird, weil sie irgendwas "falsch gemacht" hat, sondern es geht doch ausschließlich darum, sie zu schützen, weil sie gerade Hilfe braucht und sie euch wichtig ist.

    Und es muss ja auch gar nicht über die Polizei laufen. Wenn sie momentan einsichtig und kooperativ ist, kann dein Schwager ja auch einvernehmlich und undramatisch einfach mit ihr per Taxi ins Krankenhaus fahren. Da muss ja gar kein Blaulicht ins Spiel kommen.

    Gerade so starke Stimmungsschwankungen würden mir auch bezüglich der Suizidalität enorme Sorgen machen!

  10. Junior Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ja, ihr habt recht. Ich hab ihm jetzt geschrieben, dass er ihr mal eine Tasche packen soll, dann können sie sich morgen früh in der Klinik vorstellen, wenn sie da mitmacht, und dann kann sie ggf. gleich dort bleiben. Sie schläft schon (sie und das Baby schlafen ziemlich gut, sie wandert nachts nicht rum oder so) und jetzt noch in die Klinik zu fahren, wäre denke ich nur noch mehr Stress für sie und das Kind.

    Naja, ich habe schon mal erlebt, wie ein suizidaler Nachbar von der Polizei abgeholt wurde, die wurde aus Sorge von seiner Freundin kontaktiert. Und obwohl der Nachbar kooperativ war, war das ein sehr brutaler Anblick, sehr entwürdigend und er sah sehr gebrochen aus, und obwohl sie ihn nicht "abgeführt" haben weil er etwas verbrochen hat, hatte es trotzdem etwas von einer Bedrohungskulisse. Ich hatte überhaupt keinen Bezug zu meinem Nachbarn, und trotzdem hat mich sein Anblick mitgenommen und bei meiner Schwester fällt mir das einfach schwer. Allein die Vorstellung fühlt sich an als würde ich ihr Gewalt antun.

  11. V.I.P.

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich kann nichts mehr beitragen, aber deine arme Schwester Ich hoffe ihr kann schnell geholfen werden!

    Wie ist das eigentlich bei einer PPP, inwiefern kann man dann Kontakt zum Baby haben, wie wird das gehandhabt?

  12. Addict

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Ich kann nichts mehr beitragen, aber deine arme Schwester Ich hoffe ihr kann schnell geholfen werden!

    Wie ist das eigentlich bei einer PPP, inwiefern kann man dann Kontakt zum Baby haben, wie wird das gehandhabt?
    Dem schließe ich mich an und ja, das habe ich mich auch schon gefragt

    Kann mir jemand erklären, warum ich eine Psychose nach einer Geburt so häufig ist? (Ich kenne auch zwei Frauen).

  13. Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von wieauchimmer Beitrag anzeigen
    Wie ist das eigentlich bei einer PPP, inwiefern kann man dann Kontakt zum Baby haben, wie wird das gehandhabt?
    Wenn es ein akuter Notfall ist, ist es realistisch, dass sie wenige Tage auf einer geschlossenen Station behandelt wird bis klar ist, wie die Medikation wirkt. Wenn sich der Fall nach erster Einschätzung als nicht ganz so schlimm darstellt, kann es u.U. auch auf einer offenen Station erfolgen, ggf. mit der Einschränkung, dass sie die Station oder den unmittelbaren Bereich drumherum nicht verlassen darf. Die weitere Behandlung kann dann in einer offenen Station oder Tagesklinik erfolgen, wobei das auch evtl. von dem Glück abhängt, wie Plätze verfügbar sind, oder ob ein Arzt, die Dringlichkeit sieht, sie an der Warteliste der dem Krankenhaus angeschlossenen Tagesklinik vorbeizuschleusen. Das kommt in der Praxis in Abwägung der gesamten Konstellation durchaus vor, z.B. wenn klar ist, dass der Patient bei langer Wartezeit vielleicht geheilt werden kann, dann aber vor den Trümmern seiner (beruflichen/finanziellen) Existenz stehen würde, schon mal vor. Die Therapie soll schließlich möglichst nicht in die nächste Lebenskrise münden.

    Im Prinzip ist offen oder geschlossen aber auch nebensächlich. Auch auf geschlossenen Stationen kann Besuch empfangen werden und in der Regel braucht die Krisenintervention bis zur Stabilisierung nicht ewig. Es geht darum, insbesondere über Medikation die akute Gefährdung abzuwenden, den Menschen bis dahin "sicher" zu versorgen und insbesondere auch die Wirkung der Medikation engmaschig zu überwachen.

    Ich gehe auch davon aus, dass die Ärzte mit vergleichbaren Fällen Erfahrung haben und wissen, was sich bewährt hat. Ich gehe auch davon aus, dass sie würdigen werden, dass der Kontakt zwischen Mutter und Baby wichtig ist, und das im Rahmen des Vertretbaren ermöglichen werden.

    Generell würde ich erst einmal darauf vertrauen, dass die Ärzte wissen, was sie tun, und die Lage besser beurteilen können als Laien. Noch dazu aus der Distanz. Die Beurteilung und Lage kann aber besser erfolgen und intensiver sein, wenn man den Patienten den gesamten Tag vor Ort hat. Deshalb halte ich bei Krisen eine zumindest kurzzeitige 24h-Versorgung ggü. irgendwelchen ambulanten Möglichkeiten für überlegen.
    ||: X-X- | XXX- | XXXX | -XX- :||

  14. Urgestein

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Bei der bekannten war es auch so, erstmal die ersten Tage Medis einstellen und glaub nur Besuch vom Mann, dann stundenweise mit Baby und Mann, dann stundenweise (nachmittags) raus mit Baby und Mann, dann WE besuche. Und das hat sich alles über glaub 3-4 Monate bezogen, seitdem ist sie in ambulanter Therapie.
    neu.gierig.toll.kühn

  15. Junior Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich les gerade rein, aber ich hab keine Fachkenntnisse und lasse dir daher auch einfach gute Besserungswünsche an deine Schwester (und das Baby) da

    Mensch. Wenn man stillt, ginge das ja dann gar nicht, wenn Mutter und Kind anfangs getrennt werden...
    Ich wusste überhaupt nicht, dass es das gibt, ehrlich gesagt, man hört irgendwie doch immer "nur" postpartale Depression (natürlich auch nicht schön!).

  16. Regular Client

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von Zamora Beitrag anzeigen
    Ich les gerade rein, aber ich hab keine Fachkenntnisse und lasse dir daher auch einfach gute Besserungswünsche an deine Schwester (und das Baby) da

    Mensch. Wenn man stillt, ginge das ja dann gar nicht, wenn Mutter und Kind anfangs getrennt werden...
    Ich wusste überhaupt nicht, dass es das gibt, ehrlich gesagt, man hört irgendwie doch immer "nur" postpartale Depression (natürlich auch nicht schön!).
    also in den drei fällen einer psychose nach der geburt, die ich miterlebt habe, war das nicht-mehr-stillen-können tatsächlich das kleineste problem an der sache.

  17. Junior Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Zitat Zitat von Aida Beitrag anzeigen
    Dem schließe ich mich an und ja, das habe ich mich auch schon gefragt
    Ich glaube, es gibt da geschützte Bereiche/Stationen, in größeren Kliniken auf jeden Fall, und die Weiterversorgung des Kindes durch die Mutter wird angestrebt - durga & Louja zuhilf

    Hoffentlich ist sie bald in professionellen Händen, alles Gute für Sie und die Familie.

  18. Member

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich war ja mal als Patient auf einer Krisenstation, die sowohl offen als auch geschlossen agiert hat.

    Dort hatte ich eine Mitpatientin in ziemlich genau der Situation der Schwester.

    Sie hat die Station in der Zeit nicht verlassen, ob sie nicht sollte/durfte weiß ich nicht mehr.

    (Ist möglich, wobei es auch so Zwischenagreements gab, wie begleitetes Verlassen der Station für 2h oder so ist mit Abmeldung ok.)

    Mann und Baby kamen oft tagsüber zu Besuch.

    In der Situation war die erfolgreiche „Anbehandlung“ der jungen Mutter (Therapeutengespräche zur Diagnose, Medikamenteneinstellung, ...) und das „aus der Situation heraus nehmen“ wichtiger als das Stillen des Kindes.

    Eine akute Psychose ist lebensbedrohlich. Fläschchenmilch geben nicht.

    Wie auch immer, ich hoffe Polizei ist nicht nötig.

    Also Polizei habe ich ehrlich gesagt auf der Krisenstation nur nachts erlebt, wenn Leute mit Suizidabsichten (ohne Angehörige in der Nähe) auf Gleisen und Brücken turnend evt noch alkoholisiert oder anders beeinflusst gefunden wurden...

    Ansonsten ging es bei allen anderen über Gespräche (nicht zwangsläufig Krankheitseinsicht, aber doch dem Wunsch Hilfe zu bekommen z.B. Beruhigungsmittel wegen der schlimmen Gedanken) z.B. mit dem Sozialpsychiatr. Dienst (bei uns nach Stadtvierteln zuständig und immer erreichbar). Die waren bei mir ganz ganz toll und haben alles geregelt. Ich kann einen Anruf dort unbedingt empfehlen und würde nicht warten.

    Gute Besserung für die Schwester!
    Geändert von Pinkmelon (16.10.2019 um 09:48 Uhr)

  19. Urgestein

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    AW: Schwester einweisen lassen?

    Ich wollte eigentlich auch nur alles Gute wünschen Muss da immer wieder daran denken, seit ich es gelesen habe.

    Und möchte noch die Website vom Verein "Schatten und Licht" empfehlen. Da gibt es auch eine Liste mit Ansprechpartner*innen nach Region, hauptsächlich für PPD, aber vereinzelt glaube ich auch Psychiater*innen, da könntest du bei Bedarf mal nachschauen.

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