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  1. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Du bist als KünstlerIn, die das Geld nimmt (im weitesten Sinne: Stipendien, Sammlungsankäufe, Ausstellungen in Häusern die zu diesen Konzernen gehören, Sponsoring, etc.) eben Teil der Außendarstellung. Die machen das ja nicht aus Langeweile.

    Aber: es gibt halt einfach kein sauberes Geld. Allerdings: es gibt kein Leben ohne Geld.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  2. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    gewitter, ist halt auch die Frage, wo man da die Grenze zieht. Selbst wenn die Veranstaltungen nicht von solchen Konzernen / Unternehmen gesponsort sind, sind sie bestimmt durch andere Financiers gesponsort und die haben wiederum Aktien bei solchen Konzernen.
    (edit, das bezog sich auf post #56)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  3. V.I.P. Avatar von hellogoodbye
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von mrs_november Beitrag anzeigen
    Ich drehe das mal um: Ich würde nur für Arbeitgeber arbeiten, deren Tätigkeit ich sinnvoll finde. [...]

    Sinnvoll finde ich:

    - Öffentlicher Dienst in Teilen
    - Soziale Einrichtungen, Verbände, NGOs, Gewerkschaften etc.
    - Wenige Unternehmen, deren Produkte/Engagement/Unternehmenskultur ich gut finde (also Richtung Fairtrade, Bio etc.)

    Ich weiß, dass das ein verdammt privilegierter Standpunkt ist. Aber ich finde, wenn ich die Möglichkeit habe, derart auszuwählen, sollte ich sie auch nutzen.
    .

    Geht mir sehr ähnlich. Daher habe ich bisher auch nur sehr kurze Zeit in der freien Wirtschaft gearbeitet

  4. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Ich schließe die Bundeswehr übrigens als allerersten AG absolut und kategorisch aus.
    Einfach so, weil sie mir unsympathisch ist.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  5. Get a life! Avatar von jacksgirl
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ich schließe die Bundeswehr übrigens als allerersten AG absolut und kategorisch aus.
    Einfach so, weil sie mir unsympathisch ist.

    ja, wissen wir
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  6. Addict Avatar von juno_
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von jacksgirl Beitrag anzeigen
    ich finde die karriereberater leider in der mehrheit relativ unfähig. also, die nachwuchswerbung im ministerium ist marketingmäßig top aufgestellt und kriegt einen HAUFEN kohle, aber die einzelnen karriereberater sind ziemlich oft echt nich so die hellsten kerzen auf der torte, und es erzählt dir auch wirklich jeder was anderes. bei der "ihr müsst ganz sicher in den auslandseinsatz!!!einself"-nummer gehts aber gar nicht so sehr ums abschrecken, sondern darum, sich selbst abzusichern. also, halt so wirklich nach dem motto "ich erzähle denen lieber, dass sie alle in den einsatz müssen, sonst kommt nachher noch einer zu mir und behauptet, ich hätte ihn nicht ordentlich gewarnt und schwärzt mich vielleicht noch bei meinem vorgesetzten an."

    edit: wenn auslandseinsätze für dich so ein problem sind, warum hast du dann das AA eigentlich nicht ausgeschlossen? das wäre viel logischer...
    Danke für den Hinweis, ich ergänze das auf meiner Liste.

  7. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    gewitter, ist halt auch die Frage, wo man da die Grenze zieht. Selbst wenn die Veranstaltungen nicht von solchen Konzernen / Unternehmen gesponsort sind, sind sie bestimmt durch andere Financiers gesponsort und die haben wiederum Aktien bei solchen Konzernen.
    (edit, das bezog sich auf post #56)
    Ja eh. Banken haben ja mit die größten Sammlungen. Schön is das nicht.
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  8. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Ich lese hier mit und frage mich das die ganze Zeit. Jetzt fühle ich mich ein bisschen bestätigt.
    Hier wird viel kategorisch ausgeschlossen, was zum Beispiel im privaten genutzt wird. Diverse Konzerne, Polizei, Bundeswehr,...teilweise freie Wirtschaft im allgemeinen.
    Wie konsequent ist das dann?

    Und jetzt am letzten Beispiel der Kunst wird das ja schon so ein bisschen zum Nutzen gedreht.
    Ja, man will nicht direkt für diesen Arbeitgeber arbeiten, aber wenn das Bild in einer Bank hängt, ist es wieder okay?
    geht doch adorno lesen, ihr lauchs!

  9. Member Avatar von fitzgerald
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Naja, selbst wenn man es als Künstlerin schafft, das eigene Werk zunächst nicht an solche Kunden zu verkaufen. Wenn es erst einmal auf dem Markt ist, hat man doch sowieso jedwede Kontrolle darüber verloren?
    Don't tell Mama.

  10. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ich lese hier mit und frage mich das die ganze Zeit. Jetzt fühle ich mich ein bisschen bestätigt.
    Hier wird viel kategorisch ausgeschlossen, was zum Beispiel im privaten genutzt wird. Diverse Konzerne, Polizei, Bundeswehr,...teilweise freie Wirtschaft im allgemeinen.
    Wie konsequent ist das dann?

    Und jetzt am letzten Beispiel der Kunst wird das ja schon so ein bisschen zum Nutzen gedreht.
    Ja, man will nicht direkt für diesen Arbeitgeber arbeiten, aber wenn das Bild in einer Bank hängt, ist es wieder okay?
    Hab ich das so gesagt?
    (Also ne ich will auch nicht für ne Bank arbeiten, weil ich es mir halt langweilig vorstelle. Also auf der selben Ebene wie ich eben auch nicht Lageristin werden wollte.)
    Ich glaube eben nicht, dass es irgendwie möglich ist, moralisch korrekt zu leben, solange es eben diese Verhältnisse sind. Ich halte das nur für graduelle Unterschiede. Und trotzdem könnte ich als Managerin von Rheinmetal wahrscheinlich doch noch schlechter schlafen, als als Ergotherapeutin, um mal zwei Extreme zu nennen.
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  11. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Naja, selbst wenn man es als Künstlerin schafft, das eigene Werk zunächst nicht an solche Kunden zu verkaufen. Wenn es erst einmal auf dem Markt ist, hat man doch sowieso jedwede Kontrolle darüber verloren?
    Das eh. Und im größten Teil der Welt gibt es eben auch keine Tradition von öffentlich geförderten Institutionen/Museen. Und um dort stattzufinden, um also als KünstlerIn stattzufinden, wird man in privatgeförderten Institutionen ausstellen. Naja go figure.
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  12. Ureinwohnerin Avatar von Chisa
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Du bist als KünstlerIn, die das Geld nimmt (im weitesten Sinne: Stipendien, Sammlungsankäufe, Ausstellungen in Häusern die zu diesen Konzernen gehören, Sponsoring, etc.) eben Teil der Außendarstellung. Die machen das ja nicht aus Langeweile.

    Aber: es gibt halt einfach kein sauberes Geld. Allerdings: es gibt kein Leben ohne Geld.

    ja, klar. das ist halt ein systemimmanentes problem. ich meine ja nur, dass jede und jeder für sich schauen muss, wie weit sie oder er bereit ist, sich aufgrund der systembedingten zwänge mit den gegebenheiten zu arrangieren und wo man, wenn man es sich irgendwie leisten kann oder meint leisten können zu müssen, eben doch eine grenze zieht. dass man nicht ausschließlich das reine und wahre machen kann, heißt ja nicht, dass man keine grundsätze und grenzen haben kann, sofern man eben zumindest innerhalb des systems einen gewissen spielraum hat.

    was weiß ich. ne ausstellung in einem u.a. von thyssen geförderten haus zu machen, weil man das geld braucht, ist was anderes als eine auftragsarbeit für die afd anzufertigen, auch wenn man das geld auch gut gebrauchen könnte.
    Geändert von Chisa (05.11.2019 um 17:25 Uhr)

  13. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Hab ich das so gesagt?
    (Also ne ich will auch nicht für ne Bank arbeiten, weil ich es mir halt langweilig vorstelle. Also auf der selben Ebene wie ich eben auch nicht Lageristin werden wollte.)
    Ich glaube eben nicht, dass es irgendwie möglich ist, moralisch korrekt zu leben, solange es eben diese Verhältnisse sind. Ich halte das nur für graduelle Unterschiede. Und trotzdem könnte ich als Managerin von Rheinmetal wahrscheinlich doch noch schlechter schlafen, als als Ergotherapeutin, um mal zwei Extreme zu nennen.
    Nein hast du nicht.

    Aber darauf will ich ja raus - hier wird, und nicht erst in den letzten Beiträgen, die Verhältnisse mit der alles zusammenhängt, halt ein bisschen ignoriert. Ich wollte das nur in die Diskussion einbringen.
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  14. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Naja, selbst wenn man es als Künstlerin schafft, das eigene Werk zunächst nicht an solche Kunden zu verkaufen. Wenn es erst einmal auf dem Markt ist, hat man doch sowieso jedwede Kontrolle darüber verloren?
    Es gab immer wieder Künstler*innen, die versuchen, das zu beeinflussen. Aber als Künster*in verkaufst du deine Werke ja auch eher nicht selbst und daher ist der Einfluss da auf dem Primärmarkt schon schwierig. Kunsthändler*innen, die das Werk für dich verkaufen, sind aber auch einfach auf "solche" Kunden angewiesen. Also, wenn man an solche Kunden als Kunsthändler*in überhaupt rankommt, ist das schon sehr sehr gut, ich glaube nicht, dass das viele ablehnen würden.

    Ich habe über STiftungen im Kulturbereich gesprochen. Und ehrlich gesagt ist mir da eben egal, woher das Geld kommt und bei welchen Unternehmen es angelegt ist. Da bin ich froh, dass es "gut" verwendet wird. Weil unsere Welt eben so funktioniert, s. gewitter.
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  15. Regular Client Avatar von Chipsie
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von jacksgirl Beitrag anzeigen
    äh, nee, das war nicht mein punkt. ich finds voll okay, aus gewissensgründen nicht zur bundeswehr zu gehen. mein kritikpunkt war, "rüstungsindustrie" und "bundeswehr" in einem atemzug zu nennen und so zu tun, als sei das alles die gleiche soße (wie das zum beispiel die SPD berlin in ihrem strunzdummen LPT-antrag zu bundeswehr in den schulen im april gemacht hat). und das ist schlicht faktisch falsch.
    Klar, das ist natürlich nicht das gleiche, und viele Jobs in der Bundeswehr sind vermutlich auch moralisch nicht so kritisch. Aber wenn ich mal bei meinem Rüstungsindustriebeispiel mit der Drohne bleibe, ist es für mich als Ingenieurin relativ egal, ob ich die jetzt in der Rüstungsindustrie baue oder z.B. als technische Verantwortliche in der Bundeswehr instand halte, in beiden Fällen würde ich vermutlich Nachrichten gucken und denken "Wow, Chipsie, diese Drohne konnte jetzt durch deine Arbeit zu dem zivilen Krankenhaus fliegen und ne Bombe abwerfen!". Also klar, das ist überspitzt, aber ich hätte in beiden Fällen keine Kontrolle, was mit meinem "Werk" gemacht wird, deshalb könnte ich beides auch nicht vor mir verantworten.
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  16. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von Chipsie Beitrag anzeigen
    Klar, das ist natürlich nicht das gleiche, und viele Jobs in der Bundeswehr sind vermutlich auch moralisch nicht so kritisch. Aber wenn ich mal bei meinem Rüstungsindustriebeispiel mit der Drohne bleibe, ist es für mich als Ingenieurin relativ egal, ob ich die jetzt in der Rüstungsindustrie baue oder z.B. als technische Verantwortliche in der Bundeswehr instand halte, in beiden Fällen würde ich vermutlich Nachrichten gucken und denken "Wow, Chipsie, diese Drohne konnte jetzt durch deine Arbeit zu dem zivilen Krankenhaus fliegen und ne Bombe abwerfen!". Also klar, das ist überspitzt, aber ich hätte in beiden Fällen keine Kontrolle, was mit meinem "Werk" gemacht wird, deshalb könnte ich beides auch nicht vor mir verantworten.
    Und was wäre, wenn du Nachrichten guckst und feststellt, dass dein technisches Know how für die Bundeswehr dafür verwendet wird, Stabilität in Krisenregionen aufrecht zu erhalten, eine Infrastruktur für Hilfswerke vor Ort zu errichten oder Dschihadisten und den IS zu bekämpfen? Wenn du merkst, dass sich ohne einen Einsatz von außen, Hunderttausende an die Gurgel gehen und viele unschuldige Menschen sterben müssen?

  17. Enthusiast Avatar von Moehrchen
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Das kannst du jetzt aber auch genauso für die Rüstungsindustrie bzw. „Sicherheits- & Verteidigungsindustrie“ anwenden.
    Und was ist, wenn du merkst, dass dank deiner Panzer / Helme / Schiffe das Leben der Soldaten geschützt wird, die den IS bekämpfen und in Krisenregionen für Stabilität sorgen?

  18. Alter Hase Avatar von jewa
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von Moehrchen Beitrag anzeigen
    Das kannst du jetzt aber auch genauso für die Rüstungsindustrie bzw. „Sicherheits- & Verteidigungsindustrie“ anwenden.
    Und was ist, wenn du merkst, dass dank deiner Panzer / Helme / Schiffe das Leben der Soldaten geschützt wird, die den IS bekämpfen und in Krisenregionen für Stabilität sorgen?
    Du meinst jetzt die Peschmerga? Ich bin gegen einen Export in Krisen- und Konfliktgebiete und natürlich auch dagegen, dass deutsche Waffen unkontrolliert zirkulieren und für völlig andere Zwecke eingesetzt werden.

  19. Enthusiast Avatar von Moehrchen
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Nein, mein Text war allgemein gehalten, die Sicherheits- & Verteidigungsindustrie ist doch quasi der Zweitname der Rüstungsindustrie.
    Es ging mir nur darum, dass ich schon finde, dass sich Rüstungsindustrie und Bundeswehr schwer trennen lassen bzw. sich halt bedingen. Deshalb wundert es mich nicht, dass es hier über einen Kamm geschoren wurde, was ja bemängelt wurde. Mehr wollte ich garnicht sagen

  20. Get a life! Avatar von jacksgirl
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    AW: Gibt es Arbeitgeber, für die ihr nicht arbeiten wollen würdet?

    Zitat Zitat von juno_ Beitrag anzeigen
    Danke für den Hinweis, ich ergänze das auf meiner Liste.
    also, meine frage war echt gar nicht böse gemeint oder so, es ist mir nur aufgefallen. beim AA kommt man ja noch viel weniger drumherum, und hat auch sehr viel mehr auslandseinsätze, die auch noch viel länger dauern (auch die in die krisenregionen. bei der bundeswehr geht das so bis maximal 6 monate, beim AA kommst du halt auch in krisenregionen auf sehr viel länger).

    Zitat Zitat von Chipsie Beitrag anzeigen
    Klar, das ist natürlich nicht das gleiche, und viele Jobs in der Bundeswehr sind vermutlich auch moralisch nicht so kritisch. Aber wenn ich mal bei meinem Rüstungsindustriebeispiel mit der Drohne bleibe, ist es für mich als Ingenieurin relativ egal, ob ich die jetzt in der Rüstungsindustrie baue oder z.B. als technische Verantwortliche in der Bundeswehr instand halte, in beiden Fällen würde ich vermutlich Nachrichten gucken und denken "Wow, Chipsie, diese Drohne konnte jetzt durch deine Arbeit zu dem zivilen Krankenhaus fliegen und ne Bombe abwerfen!". Also klar, das ist überspitzt, aber ich hätte in beiden Fällen keine Kontrolle, was mit meinem "Werk" gemacht wird, deshalb könnte ich beides auch nicht vor mir verantworten.
    das ist auch nicht mein punkt. mein punkt ist, dass die bundeswehr eine parlamentsarmee in einem demokratischen rechtsstaat ist, die engmaschiger demokratischer kontrolle so wie für bewaffnete einsätze dem parlamentsvorbehalt unterliegt. über jeden einsatz muss abgestimmt werden, jede beschaffungsmaßnahme muss bis ins kleinste detail dokumentiert werden (fun fact: bis jetzt wurden die kosten für das anmieten von navis für dienstreisen nicht erstattet. damit das möglich ist, musste erst die reisekostenverordnung per erlass des ministeriums geändert werden. das ist jetzt gerade erst passiert. und da ging es nur um das ANMIETEN eines NAVIS), großprojekte unterliegen der demokratischen kontrolle und wenn was schiefläuft, gibt es sowohl die wehrdisziplinarordnung als auch das strafrecht und das recht des parlaments, untersuchungsausschüsse einzuberufen und alles bis ins kleinste detail aufklären zu können. es gibt jemanden, der verantwortlich ist und der sich verantworten muss, weil die bundeswehr dem parlament - und also auch uns allen - zu transparenz verpflichtet ist und alles lückenlos offenlegen muss (nur halt nicht für jeden sichtbar. aber für diejenigen abgeordneten des verteidigungsausschusses, die die entsprechenden sicherheitsfreigaben haben, schon, und im sinne der repräsentativen demokratie ist auch das transparent).

    rüstungsunternehmen sind immer noch privatunternehmen, die nur bedingt staatlicher kontrolle unterliegen und deren produkte immer wieder auf seltsamen wegen trotz kriegswaffenkontrollgesetz und rüstungsexportkontrolle durch das wirtschaftsministerium ihren weg in die hände von diktatoren, terroristen und kriminellen finden. und am ende will es keiner gewesen sein, es wird irgendein bauernopfer aus dem mittleren management entlassen und ansonsten weiß man leider, leider nicht, wie DAS passieren konnte.

    ja, doch, es gibt einen unterschied zwischen bundeswehr und rüstungsunternehmen. einen gewaltigen.

    Zitat Zitat von Moehrchen Beitrag anzeigen
    Das kannst du jetzt aber auch genauso für die Rüstungsindustrie bzw. „Sicherheits- & Verteidigungsindustrie“ anwenden.
    nein, kann man nicht. heckler&koch ist es relativ egal, wohin sie ihre ware verkaufen und wo die ware plötzlich wieder auftaucht, obwohl sie da hätte nie auftauchen dürfen, ebenso wie kraus-maffai-wegmann oder rheinmetall. denen geht es um den profit. wenn sie könnten und dürften, würden sie ganz sicher ganz offen an jeden verkaufen, der sie bezahlen kann. weil das das system ist, in dem wir leben. das nennt sich kapitalismus.

    ansonsten: alle von uns, und da schließe ich mich mit ein, die nicht für rüstungsunternehmen arbeiten wollen, haben damit übrigens dann nur noch einen sehr eingeschränkten kreis an unternehmen, für die sie arbeiten können. siemens beispielsweise hat jahrelang sowohl landminen als auch minenräumgerät hergestellt (so viel zu "man kann ja auch über rüstungsunternehmen sagen, dass mit ihren produkten was gutes passiert"). daimler ist sehr gut im rüstungsgeschäft unterwegs (das gilt auch, soweit ich weiß, für ein paar weitere große autohersteller). airbus helicopters baut neben zivil genutzen helikoptern die super puma und den tiger. jenoptik will sich zwar von seiner rüstungssparte trennen, da ist aber bisher noch nicht allzu viel passiert. software-firmen produzieren erstaunlich oft überwachungs- und andere software, die für rüstungszwecke bestimmt ist. wenn man das für sich beschließt, dann sollte man aber auch konsequent sein.
    I will always place the mission first.
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    I will never quit.
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