+ Antworten
Seite 3 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 60 von 82
  1. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.598

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Meine Großeltern und meine Urgroßeltern hatten mit Mitte 30 gerade je einen Weltkrieg überlebt und in der ersten Hälfte des 20. Jhds viel verloren. Meine eine Oma ist aus einer traditionsreichen damals wohlhabenden Handwerkerfamilie, ihr Vater war aber der letzte Meister und mittlerweile gibt es den Beruf kaum noch, sie hatte den Großteil ihres Lebens weniger relativen Wohlstand als ihre Eltern vor dem Zweiten Weltkrieg, sie hat keinen Beruf gelernt, aber verschiedene Arbeiten gehabt. Der dazugehörige Opa kam aus einer kleinbürgerlichen Familie, Lehre und FH haben bescheidenen Wohlstand gebracht im Vergleich zu seinen Eltern.. Der andere Opa war der einzige Überlebende mit Abi aus der Generation in meiner Familie, hat studiert, deutlich mehr verdient als seine Eltern, die Oma dazu kam aus einem Beamtenhaushalt, hat eine Ausbildung gemacht, als Ehefrau war sie Hausfrau.
    Meine Eltern (und auch meine Tante) haben studiert und deutlich mehr als zumindest das eine Großelternpaar verdient.
    Also, ich würde sagen, Bildungsbürgertum.

    Sozioökonomisch bin ich ähnlich gestellt wie meine Eltern, dank längerem Studium, nicht vorhandener Partnerschaft/Familie, noch nicht angestrebter Sesshaftigkeit und explodierten Immobilienpreisen hab ich aber nicht mit Anfang 30 das Haus fürs Leben gekauft und hätte auch nicht die Möglichkeit gehabt, was nur teilweise in meiner Hand liegt und auch sonst lebe ich auf teilweise sehr ähnlichem, teilweise sehr anderem Fundament wie meine Eltern letztlich doch recht anders.

    Habitus haben ja an sich alle gesellschaftlichen Gruppen. Aber sie werden ungleich honoriert/ziehen an unterschiedlich ergiebigen Stellen.
    Ich bin tw. immer noch eingeschüchtert vom Habitus der Pflegekräfte, den ich nicht nur an ihrem Beruf festmache, das hängt schon auch mit dem Hintergrund zusammen (und ich fühl mich schlecht, wenn sie in meinem Alter schon fast 20 Jahre Berufserfahrung haben, Steuern gezahlt haben, nicht zuletzt für die Uni, die sie nicht, aber ich, besucht haben, und ich zwei).
    Geändert von durga (18.11.2019 um 19:51 Uhr)

  2. Senior Member Avatar von Pepparmint
    Registriert seit
    22.04.2010
    Beiträge
    6.699

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung ist wirklich süß!

    Aber ich glaube schon, das studierte Eltern eher sowas sagen können, wie „Mach erstmal, wenn’s nicht passt studierst du halt noch mal was anderes.“ Oder ne Vorstellung davon haben, dass nur zwei Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht nicht bedeutet, dass man nix macht. Oder eben nicht irritiert sind, dass man ein paar Jahre nix (wesentliches) verdient. Und ich glaube schon, dass das ne andere Sicherheit geben kann.
    Das zieht sich ja auch noch über Ausbildung und Studium hinweg. Ich bin mit meinen Abschlüssen bestens ausgebildet aber habe aktuell Probleme, einen entsprechenden Job zu finden, weit unter meiner Qualifikation gäbe es viele Stellen. Ich glaube nicht, dass Akademiker-Eltern mir in dieser Situation gesagt hätten "na ja, vielleicht willst du auch einfach zu viel"...

  3. Regular Client Avatar von YuckFou
    Registriert seit
    18.01.2003
    Beiträge
    4.761

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    weg
    Geändert von YuckFou (19.11.2019 um 08:08 Uhr)

  4. Ureinwohnerin Avatar von luxuspanda
    Registriert seit
    07.05.2014
    Beiträge
    21.497

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    ja, sowas. Oder das man ca. 2 Jahr or einem Erasmus-Aufenthalt anfangen muss zu organisieren und dahe schon als Erstsemester sich Unterstützungsschreiben vom Prof holt. Ich dachte sowas bekommen nur die Topstudenten
    exakt so ging es mir als Akademikerkind halt auch...
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    Klamotten || Bücher

    wubbalubbadubdub.
    ʕ•͡ᴥ•ʔ

  5. Regular Client Avatar von das hotel
    Registriert seit
    01.12.2004
    Beiträge
    3.529

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von Chisa Beitrag anzeigen
    ich weiß glaub ich was du meinst. aber ich denke, es geht auch bei so organisatorischen sachen weniger darum, dass die eltern schon wissen, wie das oberstufensystem genau funktioniert (variiert ja auch von land zu land und teilweise von schule zu schule) oder selbst mal bafög bezogen haben. sondern darum, ob sie ein grundsätzliches gefühl dafür haben, wie bestimmte dinge funktionieren, dass es bei dieser und jener frage doch sicherlich möglichkeiten geben wird das zu regeln, selbst wenn man das geld von haus aus nicht hat etc. und

    ich finde zwar schon auch, dass es zu einem studium und allgemein zum erwachsen werden dazugehört, dinge nach und nach selbstständig geregelt zu kriegen. aber wenn ich z.b. an eine freundin von mir denke, die die erste in ihrer familie mit abitur ist und etwas studieren wollte (und auch studiert hat), dass sie nicht wohnortnah studieren konnte. die musste erstmal selbst recherchieren, welche finanzierungsmöglichkeiten es gibt, die ausreichend sind als dass sie davon auch miete zahlen kann. das war zu der zeit, prä internet, wenige bis keine auf arbeiterkinder zugeschnittene beratungsangebote, nicht so einfach, aber nötig, weil ihre eltern, die grundsätzlich hinter dem studiumswunsch ihrer tochter standen, wirklich dachten "das geht doch nicht, wie sollen wir das bezahlen?". und natürlich ist die wahrscheinlichkeit, dass die eltern drauf kommen, dass es da doch bestimmt eine lösung für gibt, höher, wenn sie, dadurch dass sie selbst mal in dem bereich unterwegs waren, ein gewisses gefühl für den bereich und das umfeld haben. und das ist natürlich, je nachdem, ein startvor- oder nachteil gegenüber denen, die da anders aufgestellt sind. der muss sich ja nicht in jedem fall bis zum ende durchsetzen. aber ein vor- oder nachteil ist es schon.

    wie stark sich insofern der systemumbruch im osten als egalisierer ausgewirkt hat, kann ich nicht beurteilen, kann mir aber schon vorstellen, dass die unterschiede in der herkunft sich dadurch weniger stark ausgewirkt haben.
    Da hast du schon Recht. Ich hab auch noch ein bisschen drüber nachgedacht und obwohl meine Eltern wie gesagt beide kein Abitur haben, war es z.B. ziemlich schnell klar, dass ich aufs Gymnasium gehen würde und, wenn ich will, auch studieren. Dass es Bafög gibt und dass ich das dann beantragen würde, war auch klar. Überhaupt die Gewissheit, dass es schon irgendwie gehen wird, auch wenn es hier und da mal ein Hindernis gibt. Das war unausgesprochen klar und gibt einem bei der Recherche natürlich mehr Ruhe als wenn man Angst davor hat, überhaupt nicht klarzukommen.

  6. Member Avatar von hiwi
    Registriert seit
    15.12.2013
    Beiträge
    1.079

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    ... eingeschüchtert vom Habitus der Pflegekräfte, den ich nicht nur an ihrem Beruf festmache...
    wie meinst du das? woran machst du ihn sonst fest?

  7. Urgestein Avatar von durga
    Registriert seit
    01.01.2004
    Beiträge
    9.598

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Ich glaub, es ist so ne Kombination aus Bodenständigkeit, Fleiß und alltagspraktischer Kompetenz und daraus erwachsendem Selbstbewusstsein und Wohlstand (ist hier ländlich, viele wohnen auf dem Dorf, bauen mit Hilfe von Verwandten und Freund_innen in der Freizeit selbst ihre Häuser, fischen, jagen, bewirtschaften ertragreiche Gärten), alle arbeiten immer, ggf. drei Generationen in einer Familie gleichzeitig, weil halt alle 20 Jahre ne neue Generation kommt, ne Kollegin aus der Pflege, die mal gerade fünf Jahre älter ist als ich, also 40, kann gut und gerne noch berufstätige Eltern und auch schon berufstätige Kinder haben, bei den Gleichaltrigen geht das erste Kind auf den Schulabschluss zu.

    Übrigens nehme ich das Medizinstudium (zumindest an meiner ostdeutschen Uni) als wenig elitär oder von bürgerlichem Dünkel durchtränkt wahr. Natürlich gibt es AUCH die, die sich unerklärlicherweise was darauf einbilden, dass ihnen das, was sie materiell und an Connections haben, unverdient in den Schoß gefallen ist oder aber das gar nicht reflektieren, aber viele bei uns waren Bildungsaufsteiger_innen, haben tw. erstmal eine medizinische Ausbildung gemacht und dann das Studium mit Wochenendschichten in Pflege oder Rettungsdienst selbst finanziert, wovor ich echt den Hut zieh. Ärzt_in ist ja auch ein Beruf, den jede_r kennt und bei Bestehen des Studiums, was den Allermeisten, die einen Studienplatz kriegen, gelingt, gibt es ne gut bezahlte Beschäftigungsgarantie, auch bildungsferne Eltern fragen eher nicht "und was willst du denn damit machen?" wenn das Kind Medizin studieren will. Da stellt sich vielleicht eher die Frage, ob das "geht", weil der Beruf und das Studium von außen ja irgendwie auch mit vielem aufgeladen wird, was halt auch so nicht stimmt, kochen auch alle nur mit Wasser...
    Geändert von durga (19.11.2019 um 01:35 Uhr)

  8. Addict Avatar von juno_
    Registriert seit
    20.07.2015
    Beiträge
    2.024

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von das hotel Beitrag anzeigen
    Ok, das ist vielleicht echt auch ein Ost-West-Ding...? Weder meine noch die Eltern irgendwelcher Klassenkameraden wussten über solche Dinge Bescheid. Woher auch. Aber na und? So wahnsinnig kompliziert fand ich das eigentlich nicht mit den Leistungskursen und dem Punktesystem etc, dass man da Hilfe von den Eltern braucht.

    Genauso im Studium. Stimmt, meine Eltern wussten da nix drüber, aber ich hab das nie als Nachteil empfunden, weil ich das sowieso nie erwartet hätte, dass sie mir da weiter helfen. Ich mein, selbstständig Dinge geregelt kriegen gehört doch irgendwie zum Studium dazu?
    Ja, natürlich. Ich habe auch nicht gemeint, dass ich dadurch mit allem völlig überfordert war, während "die anderen" alle ganz easy ihre Kurse gewählt und zum Studium in die von den Eltern bezahlte Eigentumswohnung gezogen sind. Ich meinte das noch nicht mal als zwangsläufigen Nachteil, sondern erst mal als Beobachtung von Unterschieden. Mich hat das halt teilweise gewundert, wie die Eltern von anders aufgestellten MitschülerInnen da mitgeredet haben, Empfehlungen geben konnten (muss ja nicht immer "Aufzwingen" sein) und was da in den Elternhäusern überhaupt thematisiert wurde, wozu meine Eltern einfach nichts sagen konnten.

    Darüber hinaus hat chisa dann ganz gut ausgedrückt, was ich mit meinem Post auch sagen wollte.

  9. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    27.437

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von juno_ Beitrag anzeigen
    Ich habe auch als Arbeiterkind studiert und habe schon auf dem Gymnasium gemerkt, dass MitschülerInnen mit anderen Hintergründen einen Wissensvorsprung hatten, was so Organisatorisches anging. Sei es die Wahl der Leistungskurse oder allgemein das System in der Oberstufe (kein Klassenverband mehr, Kurse, Punkte statt Noten). Beim Studium zog sich das weiter durch, Studienwahl, Immatrikulation, Semesterferien (wie kann man dauernd 3 Monate frei haben??).
    Ich glaube schon, dass da auch ein bestimmtes Selbstbewusstsein mit reinspielt. Ich wusste, meine Mutter hat sich da "durchgewurschtelt", ich werde das schon auch können. Es ist viel selbstverständlicher, überhaupt zu studieren, und das bringt dann auch eine Form Selbstsicherheit.
    Man hat übrigens nicht in allen Studiengängen dauernd 3 Monate frei?!

    Und ansonsten sagt da halt auch das soziale Milieu halt auch nicht sooo viel aus. Ich bin wirklich sorgenfrei aufgewachsen, was finanzielle Mittel angeht und auch bis heute weitestgehend sorgenfrei in dem Bereich. Trotzdem wurde ich vernachlässigt in der Kindheit und das zieht Spuren nach sich.

    (Bitte den letzten Absatz nicht zitieren.)
    Geändert von phaenomenal (19.11.2019 um 08:09 Uhr)
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  10. Enthusiast Avatar von mais
    Registriert seit
    11.03.2011
    Beiträge
    949

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    exakt so ging es mir als Akademikerkind halt auch...
    Und daher willst du jetzt mit deinem individuellen Beispiel wegdiskutieren, dass es für Kinder aus bildungsfernen Schichten schwieriger ist im akademischen Umfeld?

  11. Member
    Registriert seit
    06.07.2016
    Beiträge
    1.017

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Wir sind dann jetzt bald thematisch wieder im Eigentumswohnung Schwabing Thread und den familiären Privilegien angelangt... ;-)

  12. Addict Avatar von juno_
    Registriert seit
    20.07.2015
    Beiträge
    2.024

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Man hat übrigens nicht in allen Studiengängen dauernd 3 Monate frei?!
    Ich habe damit gemeint, dass meine in der Hinsicht wie gesagt sehr unbedarften Eltern, und ja, ehrlich gesagt anfangs auch ich, die vorlesungsfreie Zeit (die an meiner Uni halt immer so 2-3 Monate pro Semester dauerte, ich habe nicht behauptet, dass das an jeder Hochschule oder in jedem Studiengang so ist) anfangs naiv für "Ferien" hielten.

  13. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    27.437

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    juno, achso, ich verstehe. Na, in manchen Studiengängen kommt das ja teilweise schon hin.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  14. Alter Hase Avatar von *Flower*Power*
    Registriert seit
    21.02.2009
    Beiträge
    7.383

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von juno_ Beitrag anzeigen
    Ich habe damit gemeint, dass meine in der Hinsicht wie gesagt sehr unbedarften Eltern, und ja, ehrlich gesagt anfangs auch ich, die vorlesungsfreie Zeit (die an meiner Uni halt immer so 2-3 Monate pro Semester dauerte, ich habe nicht behauptet, dass das an jeder Hochschule oder in jedem Studiengang so ist) anfangs naiv für "Ferien" hielten.
    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    juno, achso, ich verstehe. Na, in manchen Studiengängen kommt das ja teilweise schon hin.
    Was kommt in manchen Studiengängen schon hin? 2-3 Monate vorlesungsfreie Zeit oder das implizierte „Ferien haben“? Du hörst dich da gerade nicht viel besser an als die „naiven Eltern“, wobei es bei dir eher herabschauend klingt.

  15. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
    Registriert seit
    06.01.2011
    Beiträge
    27.437

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Ne, ich meine nur, dass ich u.a. Freund*innen habe, die zB. innerhalb des Semesters sehr intensiv beschäftigt sind und dann am Anfang des Semesters Klausuren schreiben und danach schon "Ferien" haben. Andere teilen sich das so auf, dass sie am Anfang und am Ende der vorlesungsfreien Zeit Klausuren schreiben und die Zeit dazwischen mit lernen verbringen. Ich schreibe in der vorlesungsfreien Zeit meine Hausarbeiten, könnte die sicher aber auch innerhalb des Semesters schreiben, weil ich da nicht so vollgeladen bin innerhalb des Studiums und dann hätte ich auch ein paar Wochen Ferien.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  16. Get a life! Avatar von jacksgirl
    Registriert seit
    11.05.2001
    Ort
    Kopf in München, Herz in Berlin.
    Beiträge
    76.463

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    ich war so eine mit "2 monaten ferien". die habe ich meistens mit wochenlangen praktika verbracht. unsere studierenden haben auch "3 monate ferien". die sie mit praktika und ausbildung verbringen und von denen sie etwa zwei bis drei wochen nehmen. also ja, ich finde auch, dass es doch etwas herabschauend und unangebracht neidisch klingt, wie du darüber redest.
    I will always place the mission first.
    I will never accept defeat.
    I will never quit.
    I will never leave a fallen comrade.

    ------
    Jacky-Journal! | Ein für schrob | Gmitsch gmatsch gmotsch! |
    Ehrwürdigste und entsetzlichste aller Katastrophen

    ----
    "I'm the only one of me, Baby, that's the fun of me!"


  17. Newbie
    Registriert seit
    21.09.2019
    Beiträge
    131

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Ich hab die Semesterferien zur freien Verfügung, das sind pro Jahr fünf Monate. Nutze sie für intensivere Arbeit und Reisen. Klausuren sind gebündelt am Semesterende.

    Was mir sehr negativ aufgefallen ist im Studium, das ist ein gewisser Sozialneid derjenigen, die wie ich ihr Studium selbst finanzieren, gegenüber den durch die Eltern finanzierten Studis. Da fielen in FB-Gruppen schon mal Kommentare wie "Dafür hab ich keine Zeit, werd schließlich nicht von Mami und Papi gesponsert". Ich fand es einfach sehr unangenehm, dass manche da immer wieder die Unzufriedenheit mit ihrer Situation an vermeintlich besser gestellten ausgelassen haben.

  18. Alter Hase
    Registriert seit
    10.04.2009
    Beiträge
    7.612

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Ich war in meiner Familie auch die erste, die studiert hat, bis auf einen Cousin ein paar Jahre vorher. Bei den Vorfahren war viel dabei von Bauer, selbständig, irgendein Vorfahr war wohl auch mal ziemlich studiert-wohlhabend, das hat sich über die Generationen aber wieder verloren, Beamte, kaufmännische Angestellte...
    Mein Elternhaus war definitiv bildungsbürgerlich, "obwohl" wie gesagt niemand studiert hatte. Es war auch sehr schnell klar, dass ich studieren würde, und zumindest mein Vater hat das als Bildungsaufstieg gesehen und ihm war das sehr wichtig. Wenn ich jetzt trotz guter Noten ne Ausbildung hätte machen wollen, hätte er wohl sehr sparsam geguckt, rumdiskutiert, aber mich wohl auch machen lassen. Das Studienfach konnte ich mir frei aussuchen und bekan auch völlig selbstverständlich finanzielle Unterstützung. Inhaltlich und organisatorisch helfen konnten meine Eltern mir schon auf dem Gymnasium nicht mehr (abseits von Vokabeln abgragen), aber ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, sie zu fragen. Das war meine Sache, und das habe ich auch bei Mitschülern und Kommilitonen so erlebt.

    Also theoretisch bin ich wohl ein Bildungsaufsteiger, gefühlt aber nicht. Finanziell und vom Lebensstandard her bin ich grob in derselben "Schicht" (wenn man das so nennen will) wie meine Eltern, aber eher am unteren Rand. Also schon niedriger.

    Die Eltern meines Mannes kommen auf der einen Seite vom Land aus sehr kleinen Verhältnissen, auf der anderen Seite aus dem studierten Bildungsbürgertum. Beide Eltern haben studiert, er auch.

  19. Alter Hase
    Registriert seit
    10.04.2009
    Beiträge
    7.612

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Zitat Zitat von NeroDAvola Beitrag anzeigen
    Ich hab die Semesterferien zur freien Verfügung, das sind pro Jahr fünf Monate. Nutze sie für intensivere Arbeit und Reisen.

    Was mir sehr negativ aufgefallen ist im Studium, das ist ein gewisser Sozialneid derjenigen, die wie ich ihr Studium selbst finanzieren, gegenüber den durch die Eltern finanzierten Studis. Da fielen in FB-Gruppen schon mal Kommentare wie "Dafür hab ich keine Zeit, werd schließlich nicht von Mami und Papi gesponsert". Ich fand es einfach sehr unangenehm, dass manche da immer wieder die Unzufriedenheit mit ihrer Situation an vermeintlich besser gestellten ausgelassen haben.
    Wieso "vermeintlich" besser gestellt? Es IST doch ein risen Privileg, sich nicht dauernd Sorgen um den Lebensunterhalt machen zu müssen?

  20. Newbie
    Registriert seit
    21.09.2019
    Beiträge
    131

    AW: Aus welchem sozialen Milieu stammt ihr?

    Weil die meisten mit Bafög und kleinem Nebenjob mit sehr überschaubarem Aufwand auf die gleiche Summe kommen wie die anderen mit Geld der Eltern, rund 1000€ pro Monat.

    Dass sie zum Beispiel Bafög zur Hälfte und mehr geschenkt bekommen und die anderen nicht, den Vorteil können sie gut ignorieren.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •