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  1. Ureinwohnerin Avatar von lil..
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    "Harte Arbeit"

    Man kennt sie u.a. auch Motivationssprüchen und Erfolgsratgebern - die "harte Arbeit". Aber was genau ist das eigentlich? Ich erkenne es meistens, wenn jemand "hart arbeitet", aber definieren könnte ich es nicht. Ich würde das gerne durchkauen. Heißt es, man arbeitet viel (und das könnte ja eigentlich auch auf schlechte Planung zurückzuführen sein)? Dass man dabei leidet? Opfer bringt? (Gesundheit, Familie, Freunde, Freizeit, ...) Effizient arbeitet?

    Was meint ihr?

    Sprüche etc. nehme ich auch

    "Hard work puts you where good luck can find you."


  2. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: "Harte Arbeit"

    Ich bin da eher für "work smart not hard" und stimme dir mit der schlechten Planung bei Vielarbeitern zu (klar gibt's Ausnahmen aber schlechte Personal Planung wäre auch so eine Möglichkeit).
    Burnout finde ich prinzipiell nicht so erstrebenswert.

  3. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: "Harte Arbeit"

    Hart Arbeiten ist für mich nicht, sich bis zum
    burnout zugrundezurichten. Sondern konstant sein Bestes geben, neue Aufgaben bewältigen obwohl es schwer ist, zu „Wachsen“. Wer das konsequent durchhält hat oft Erfolg.
    The true north

    Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung,
    mit der ich euch gegenüberstehe.

    You're not going to hotbox my office, no way!

  4. Ureinwohnerin Avatar von lil..
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    AW: "Harte Arbeit"

    @Ise Und wie würdest du "harte Arbeit" definieren?


  5. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Hart Arbeiten ist für mich nicht, sich bis zum
    burnout zugrundezurichten. Sondern konstant sein Bestes geben, neue Aufgaben bewältigen obwohl es schwer ist, zu „Wachsen“. Wer das konsequent durchhält hat oft Erfolg.
    ja.

    ergänzend: zielgerichtet was tun/zielstrebig sein, also sich ein Ziel setzen und sich langfristig daran orientieren auch wenn es nicht alles locker flockig läuft. (Mentale) Durststrecken durchstehen. Bereit sein Umwege/alternativrouten zu gehen, um am Ziel anzukommen.

    Die Lateiner sagen "ad aspera ad astra" (durch Mühe zu den Sternen).
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  6. Alter Hase
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    AW: "Harte Arbeit"

    Für mich ist harte Arbit (neben der anderen Bedeutung, die ihr schon genannt habt) auch einfach körperlich harte Arbeit. Steinbruch und so Wo man sich buchstäblich kaputt macht.

  7. Member Avatar von hiwi
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Für mich ist harte Arbit (neben der anderen Bedeutung, die ihr schon genannt habt) auch einfach körperlich harte Arbeit. Steinbruch und so Wo man sich buchstäblich kaputt macht.
    das, plus sachen, die keiner machen will. pflege, krematorium, müllabfuhr, kanalinstandhaltung, solche dinge. vergessen: öffentlicher nahverkehr mit extremen schichtwechseln und "herausforderndem" kundenkontakt.

  8. Alter Hase
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    AW: "Harte Arbeit"

    Ja. Das sind ja meist auch körperlich anstrengende Sachen.

  9. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von lil.. Beitrag anzeigen
    "Hard work puts you where good luck can find you."
    Solche Sprüche sehe ich immer eher psyche-bezogen. Ich sage zB. auch über mich, dass ich hart an mir gearbeitet habe durch Therapie etc. und es mir jetzt deswegen gut geht.
    Da meine ich dann, dass ich Rotz und Wasser geheult und sehr oft wieder hingefallen und aufgestanden bin. Das waren einfach psychisch sehr anstrengende Jahre, wo ich mich immerzu hinterfragt und mir neue Dinge angewöhnt habe und so.

    "Harte Arbeit" im Sinne eines (deutschen) Arbeitsethos ist für mich, wenn jemand einfach eine sehr hohe Arbeitsbelastung hat, die durch äußere Faktoren besteht und der da kühlen Kopfes durchnavigiert. Zum Beispiel bei Veranstaltungen, wo ja während des Aufbaus etc. einfach immer bestimmte Stressfaktoren vorhanden sind, auch wenn man das ganze super gut vorbereitet hat und auf alle Eventualitäten eigentlich vorbereitet ist. Ich finde das zumindest immer sehr anstrengend, wenn ich so viele Dinge betreuen und tun muss und dann gleichzeitig natürlich präsent und ansprechbar sein will, von der Veranstaltung was mitbekommen will und dann auch einfach viele Stunden auf den Beinen bin.

    Und ja, harte Arbeit ist auch körperliche Arbeit, aber tatsächlich verwende ich das eher weniger, weil das eben auf so ein sehr deutsches "Nur Arbeit mit den Händen ist richtige Arbeit" fußt, was ich schwierig finde.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  10. Fresher Avatar von Kokosring
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von hiwi Beitrag anzeigen
    das, plus sachen, die keiner machen will. pflege, krematorium, müllabfuhr, kanalinstandhaltung, solche dinge. vergessen: öffentlicher nahverkehr mit extremen schichtwechseln und "herausforderndem" kundenkontakt.
    Vor allem das plus körperlich anstrengende Arbeit oder sonst irgendwie unangenehme (sehr lange oder psychisch belastend)

  11. Alter Hase
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Solche Sprüche sehe ich immer eher psyche-bezogen.
    Muss nicht sein.
    Es kann auch bedeuten: man hat ne Ausbildung gemacht / studiert, sich da durchgebissen, vielleicht noch Fortbildungen u.s.w., und DANN kommt das supertolle Jobangebot, für das man durch die "harte Arbeit" qualifiziert ist.

    Und ja, harte Arbeit ist auch körperliche Arbeit, aber tatsächlich verwende ich das eher weniger, weil das eben auf so ein sehr deutsches "Nur Arbeit mit den Händen ist richtige Arbeit" fußt, was ich schwierig finde.
    Ja, das ist vielleicht sehr deutsch, aber diese Ansicht gibt es jedenfalls. Und nicht ganz zu unrecht. Also natürlich ist nicht nur solche Arbeit richtige Arbeit, aber es ist meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen, wie hart / schwer in solchen Berufen gearbeitet wird.

  12. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Muss nicht sein.
    wtf? Ich schrieb, dass ICH das so SEHE. Nicht, dass das so ist.

    Zu dem anderen: Und ne, natürlich darf man diese Arbeit nicht unterschätzen und ich habe da sehr viel Respekt vor. Aber da so eine krasse Differenz aufzumachen, finde ich halt schwierig.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  13. Addict Avatar von fitzgerald
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von hiwi Beitrag anzeigen
    das, plus sachen, die keiner machen will. pflege, krematorium, müllabfuhr, kanalinstandhaltung, solche dinge. vergessen: öffentlicher nahverkehr mit extremen schichtwechseln und "herausforderndem" kundenkontakt.
    Das. Ich muss echt immer lachen, wenn mir so ein privilegiertes Bürschchen im Dreitreiler erzählt, wie hart er vor seiner excel-Tabelle heut wieder malocht hat, während er sich seine Matcha Latte to go hinter die Binde kippt. Der soll mal nur ein paar Tage den Job seines Baristas machen, selbst da käme er schon aus dem Staunen nicht mehr raus.

    Alles andere erfordert vielleicht Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, aber harte Arbeit hat definitiv nochmal ne Komponente, die Spuren an Körper und Seele hinterlässt und die Sicht auf die Welt und die Mitmenschen langfristig ändert.
    Humbug!

  14. Senior Member Avatar von Ise
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Hart Arbeiten ist für mich nicht, sich bis zum
    burnout zugrundezurichten. Sondern konstant sein Bestes geben, neue Aufgaben bewältigen obwohl es schwer ist, zu „Wachsen“. Wer das konsequent durchhält hat oft Erfolg.
    Die Definition gefällt mir sehr gut, wobei das für mich auch eher eine psychische Komponente ist. Sich Gedanken über einen strukturieren Ansatz und Ziele zu machen ist für mich qualitativ.
    Harte Arbeit sehe ich aber eher quantitativ und daher negativ. Allerdings würde ich auch von mir selbst nicht sagen smart zu arbeiten. Ein besseres Wort fällt mir also tatsächlich nicht ein und wenn ich sage, dass ich aktuell hart arbeite, meine ich das tatsächlich eher psychisch. Sonst würde ich es wohl gar nicht sagen oder dass ich "viel" arbeite.
    See the line where the sky meets the sea? It calls me!

  15. V.I.P. Avatar von GuteMiene
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    AW: "Harte Arbeit"

    Psychisch hart arbeiten ist zwar anders als körperlich harte Arbeit, aber ich würde fast sagen dass die Langzeitwirkung von mentalem Stress mindestens genauso schlimm ist wie wie die körperlicher Arbeit. Ständige Anspannung, nicht abschalten können („habe ich die Email gesendet?“ zb, oder „ich muss diesen Account landen“). Während manche der Beispiele harter körperlicher Arbeit diese Probleme eher nicht hat, weil die Arbeit am Ende des Tages eben getan ist.
    The true north

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  16. Urgestein Avatar von Sternenratte.1
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    AW: "Harte Arbeit"

    Die Lateiner sagen "ad aspera ad astra" (durch Mühe zu den Sternen)

    per aspera ad astra. wenn schon klugscheißen, dann richtig.
    πάντα ῥεῖ


    und jedem anfang wohnt ein zauber inne
    der uns beschützt und der uns hilft zu leben


    winter is coming

  17. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "Harte Arbeit"

    Zitat Zitat von GuteMiene Beitrag anzeigen
    Psychisch hart arbeiten ist zwar anders als körperlich harte Arbeit, aber ich würde fast sagen dass die Langzeitwirkung von mentalem Stress mindestens genauso schlimm ist wie wie die körperlicher Arbeit. Ständige Anspannung, nicht abschalten können („habe ich die Email gesendet?“ zb, oder „ich muss diesen Account landen“). Während manche der Beispiele harter körperlicher Arbeit diese Probleme eher nicht hat, weil die Arbeit am Ende des Tages eben getan ist.

    Ich finde nicht, dass man das gegeneinander aufwiegen kann. Ist doch schwer zu sagen, ob es schlimmer ist, nie abschalten zu können, weil man sein Gehirn zu doll in den Alarmmodus konditioniert hat oder weil man jahrzehntelang Dreischicht arbeitet oder weil einem immer (auch wenn die Arbeit des Tages nach acht oder zehn oder zwölf Stunden getan ist) die Knochen weh tun. Oder ob man Krebs kriegt wo vielleicht der Stress mit dran schuld war oder ob die Werftarbeiter Dank Asbest reihenweise am Mesotheliom sterben.

    Für mich kann harte Arbeit auf verschiedenen Ebenen hart sein
    - körperlich durch dauernde körperliche Anstrengung oder/und gleichförmige ungünstige Bewegungen, vegetativ anstrengend wie Wetter ausgesetzt sein, Schicht, Lärm, extremen Temperaturen, Wasser, Chemikalien, anderen Stoffen ausgesetzt sein oder auch der Schutz davor (irgendwelche Anlagen reinigen in nem dichten Schutzanzug oder so)
    - gefährlich durch die unbelebte Umgebung (große Höhe, Feuer, Wasser; Maschinen) oder durch andere Menschen bei Polizei, Rettungsdienst, Sicherheitspersonal etc.
    - prekär durch volle Auslastung der Arbeitskraft (also Vollzeit) und dabei nicht existenzsichernd
    - intellektuell anstrengend durch hohe Komplexität, hohe Entscheidungsdichte
    - hohe Verantwortung (v.a. für das Leben anderer Menschen, aber sicher auch für sehr große Geldbeträge oder so)
    - emotional durch Konfrontation mit viel Leid, der Tatsache, wie Scheiße Menschen zueinander sein können, und, auch wieder etwas andere Ebene, dann daran oft nichts ändern zu können - weil es nicht zu ändern ist oder weil Andere es entscheiden
    - geringe Achtung (v.a. auch in Zusammenhang mit anderen Punkten, v.a. den körperlich harten)
    - strukturell, also dass ein eigentlich machbarer Job hart wird durch Unterbesetzung, aber die gleiche Arbeit muss abends fertig sein.

    Oft kommen halt einige Ebenen zusammen wie bei vielen schon genannten Berufen, die schlecht verdienen, schlecht angesehen sind, obwohl wir alle auf ihre Arbeit angewiesen sind, und sich mit Schicht und körperlich belastender Arbeit die Gesundheit ruinieren.
    Die, die viel (Entscheidungs)Verantwortung haben, was auch hart ist/sein kann, werden öfters mal ganz gut bezahlt und genießen ganz gutes Ansehen.

    Sehr ungünstig ist die Kombination gerade aktuell in der Pflege: körperlich sauanstrengend durch im Akkord Hundertkiloleute im Bett waschen, lagern etc., gewissen Ekelfaktor und Schicht das ganze Berufsleben lang, hohe Verantwortung dadurch, dass sie von allen Fachleuten am dichtesten an den Patient*innen dran sind und sich fragen, ob sie Anzeichen übersehen haben, wenn was schlecht läuft, ABER in Deutschland wenig Entscheidungsverantwortung, um wirklich was zu bewegen, darum Gefühl von Ausgeliefertsein, aber trotzdem hohe Entscheidungsdichte, emotional durch hohe, tw. hautnahe Konfrontation mit Schmerz, Leid, Sterben, Verzweiflung, sowie unangenehmen bis aggressiven Patient*innen und Angehörigen, denen gegenüber oft weniger wirksame Autorität als die Ärzt*innen und das Ganze unter dauerndem Zeitdruck und für relativ wenig Geld und Anerkennung.

    Darum würde ich sagen, das ist der härteste Job, den ich kenne (ich kenn ihn aber halt auch ganz gut, andere Bereiche nicht so), weil man eigentlich auf keiner Ebene Ruhe hat. Als Ärztin, auch in Fächern mit höherem Zeitdruck und mehr Tod und Sterben und mehr körperlicher Anstrengung, etwa im OP, als bei mir in der Psychiatrie, hab ich zwar ne höhere Verantwortungslast, aber viel Ansehen und relativ viel Autorität (auch wenn der allgegenwärtig wuchender Dokumentationswahnsinn und die Absurdität unseres Systems uns auch nervt bis frustriert) und krieg ziemlich viel Geld dafür.
    Geändert von durga (10.01.2020 um 20:56 Uhr)

  18. Member Avatar von Vögelchen
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    AW: "Harte Arbeit"

    Dem was Durga über die Ärzte und Pflege gesagt hat schließe ich mich an!

    Daran ist auch hart, dass man selbst wenn man 150% gibt auf Kosten der eigenen Gesundheit immer noch Menschen (!) übrig bleiben denen man nicht genügen konnte, auch in ganz basalen Bedürfnissen. Das ist der Perdonalsituation geschuldet und ist echt schwer auszuhalten.

  19. V.I.P. Avatar von *Eve*
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    AW: "Harte Arbeit"

    Ein fettes JA zu dem, was oben von Durga über Pflegeberufe geschrieben wurde!!! Ich wundere mich mittlerweile nur noch, dass es überhaupt noch Jungs und Mädels gibt, die darin eine Ausbildung beginnen- gilt auch für Physios, Heilerziehungspflegende, Ergos, OTAs usw.

    Und durga, ich empfinde die Arbeit im OP selten als körperlich anstrengend. Witzigerweise habe ich aber echt großen Respekt vor Deinem Fach, eben weil ich da die Beurteilung von Patienten (suizidal oder nicht, z.B.) als mit sehr viel Verantwortung und großer Last verbunden empfinde.

    Als "harte Arbeit" würde ich meinen Job aber definitiv nicht bezeichnen, eher den eines Fließbandarbeiters, einer Reinigungskraft oder den von oben genannten Berufsgruppen.
    Herzrasen kann man nicht mähen.

    "Gestört und vorbelastet, dunkel und verdreht..."

  20. Urgestein Avatar von durga
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    AW: "Harte Arbeit"

    Das übliche Gespräch zwischen Psychiater*innen und anderen Kliniker*innen: [beide]: "Oh Gott, DEINE Dienste könnte ich ja nicht machen!! "

    Ich finde Ärztin sein grundsätzlich schon hart, aber nur ein bisschen, weil es das ist, was ich machen will und weil sich in Deutschland dank guter Bezahlung und so einen gewissen Ausgleich/Freiheit von vielen Sorgen gibt - und Psychiatrie nicht so viel Zeitdruck und seltener zwischen Feierabend und nächstem Arbeitsbeginn die Frage, ob ich aus Versehen jemanden umgebracht hab, mit sich bringt, als ich es von Freund*innen in anderen Fächern mitkriege. OP hab ich (mit Stützstrümpfen) auch idR nicht als super anstrengend empfunden (außer 2. Assistenz bei Hüft-TEP oder Assistenz bei langen vaginalen Eingriffen), weil ich da gern war, aber stundenlang stehen, ggf. mit gesenktem Kopf, ist ja für den Körper schon ne Belastung.

    Die von Dir genannten Berufe find ich definitiv auch härter als unseren.

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