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  1. V.I.P.

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Das ist leider hinter einer Paywall :/ Ich fänd das echt interessant.
    Wenn man sich in bestimmten Sphären online bewegt, bekommt man halt echt das Gefühl, Transidentität sei so ne Art "Modediagnose" wie so rituelle Misshandlungen zu Zeiten der Satanic Panic. Ich glaub selbst gar nicht mal, dass das echt so ist, aber je nachdem, was Rowling vielleicht so zu sehen bekommt und konsumiert, kann ich mir zum Beispiel echt gut vorstellen, dass sie das denkt.
    im netz auch bei diesem andrew dingsbums wird ja so getan, als spräche rowling davon, dass transmenschen jugendliche ins sowas reinquatschen wollen ala ich bekehre dich zum schwulsein (was er behauptet sei auch nur ein homophobes klischee, es gibt nen ganzes porn genre dazu!). ich finde, das ist etwas simplizistisch gedacht. es geht ja nicht um menschen mit bösen absichten, sondern darum, dass jugendliche viele ihrer emotionen nicht immer gut zuordnen können und es gerade für mädchen, die ggf. die pubertät als unangenehm und desorientierend erleben auch eine beruhigende erfahrung sein kann sagen zu können: hey ich bin trans. man kann natürlich einwenden, dass angesichts der tatsache, was da für Stigmatisierung dranhängt, dass wenig leute freiwillig auf sich nehmen werden, aber ich denke, dass kommt ganz auf die sozialen kreise an, wie stigmatisiert das wirklich ist.
    .the world has turned and left me here.

  2. Regular Client

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Ich hab mir gerade das Paper von Littman angeschaut, das Rowling ja erwähnt und das finde ich tatsächlich problematisch (und es ist auch so kontrovers, dass es einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat). Ich seh aber Rowling dann auch eher als ähm "Opfer"? dieses Papers bzw. darin zitierter Quellen, wie z.B. das hier

    Das mit dem "Bekehren" hab ich übrigens im echten Leben schon mal in Bezug auf Frauen/Mädchenfußball gehört (in dem Fall halt "Bekehren" zum Lesbischsein)
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  3. Ureinwohnerin

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von ichs Beitrag anzeigen
    es geht ja nicht um menschen mit bösen absichten, sondern darum, dass jugendliche viele ihrer emotionen nicht immer gut zuordnen können und es gerade für mädchen, die ggf. die pubertät als unangenehm und desorientierend erleben auch eine beruhigende erfahrung sein kann sagen zu können: hey ich bin trans.
    Das sehe ich tatsächlich auch als großes Problem, wobei ich nicht von desorientierend sprechen würde, sondern eher von belastend bis zerstörend. JKR spricht das ja auch in ihrem Artikel an und ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich glaub ich hab’s weiter vorne schonmal geschrieben: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich, wäre ich 10-20 Jahre später geboren, als nonbinary oder genderfluid identifizieren würde oder vielleicht auch sogar als trans. Nicht, weil ich mich falsch in meinem Körper fühle, sondern weil ich die Erwartungen an mich als Frau nicht erfüllen kann und will. Ich bin aber jetzt alt genug, um zu wissen, dass das am System liegt und nicht an mir, wie ich als Kind und Teenager dachte.

    Und das ist auch genau das, was ich immer wieder in Zusammenhang mit Geschlechtsidentität von jungen Frauen/nonbinary/Transmännern lese/höre, gerade auch in Zusammenhang mit Detransition von Transmännern. Viele entscheiden sich, diesen Weg zu gehen, weil sie es schlichtweg nicht ertragen, als Frau in dieser Gesellschaft zu leben und eben den Grund bei sich suchen.

    Zitat Zitat von ichs Beitrag anzeigen
    man kann natürlich einwenden, dass angesichts der tatsache, was da für Stigmatisierung dranhängt, dass wenig leute freiwillig auf sich nehmen werden, aber ich denke, dass kommt ganz auf die sozialen kreise an, wie stigmatisiert das wirklich ist.
    Ich glaube, dass das für viele auf den ersten Blick wirklich der einfachere Weg ist (ist es natürlich tatsächlich nicht, vor allem wenn man sich für Hormone und OPs entscheidet). Geschlechterstereotype sind in den letzten 20 Jahren wieder so unerträglich zementiert worden, nachdem sie in den 80ern und 90ern zumindest ansatzweise gelöst wurden und mich wundert es wirklich null, dass es in der Zeit ja anscheinend einen so hohen Anstieg an FtM-Transitionen gab. Der Leidensdruck ist eben auch entsprechend gestiegen.

    Ich finde das ein wirklich schwieriges Thema. Natürlich müssen alle die Hilfen bekommen, die sie brauchen, ohne zu lange Wartezeiten und Schikanen, aber man muss auch genau hinschauen, was tatsächlich los ist, bevor man das OK für teilweise irreversible Eingriffe in den Körper gibt.
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  4. Member

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Ich bin längst nicht so gut im Thema drin wie ihr und bewundere eure klugen Beiträge.

    Gibt es eine entsprechende Diskussion eigentlich auch über Männer? Also z.B. "Menschen mit Samenerguss", "Menschen mit Hoden" usw.?

  5. Member

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Nicht, weil ich mich falsch in meinem Körper fühle, sondern weil ich die Erwartungen an mich als Frau nicht erfüllen kann und will. Ich bin aber jetzt alt genug, um zu wissen, dass das am System liegt und nicht an mir, wie ich als Kind und Teenager dachte.
    (ich hoffe, es ist ok, dass ich das zitiere - wenn nicht, nehme ich es gerne wieder raus. )

    genau das beobachte ich auch bei sehr, sehr vielen jungen menschen. und auch, dass sie selber sehr binär denken. ich bin ja viel in anime/manga fandoms unterwegs und es passiert SO oft, dass ein männlicher charakter als transfrau behandelt wird, weil er lange haare, eine sanfte stimme und/oder ein eher zurückhaltendes gemüt hat. sie selbst reproduzieren diese furchtbaren klischees (was ist männlich/was ist weiblich), aber gleichzeitig soll das aussehen nichts über das geschlecht aussagen. dann hüpfen teenager komplett geschminkt und mit rock und komplett in rosa herum (alles dinge, die klassisch weiblich assoziiert sind), fühlen sich in ihrem körper pudelwohl, aber rufen laut "fuck the binary" und sagen, sie sind männer, egal wie sie sich präsentieren. aber wenn ein mann z.b. crossdressing als hobby betreibt, ist er doch vielleicht mindestens ein kleines bisschen trans, weil wenn man sich in frauenkleidern wohl fühlt, ist man definitiv kein mann. wtf? tut mir leid, wenn das total wirr klingt, aber mich überfordern einfach diese widersprüche und es macht mich wütend, dass das niemanden von den betroffenen auffällt. ich hab letztens erst einen comic gesehen, wo jemand erklärt hat "früher war ich ein mädchen, jetzt bin ich ein junge und deshalb spiele ich jetzt mit blauen autos." wtf?
    don't be a loser, be a schmuser 🐈

  6. Ureinwohnerin

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Jordan: Es gibt schon sowas wie „Menschen mit Penis“, aber meinem Eindruck nach geht es deutlich häufiger um den Begriff Frauen und die damit verbundene (unterstellte) Exklusion von Transfrauen.

    Das ist auch etwas, das mir in der aktuellen Diskussion wieder stark aufgefallen ist. Man hätte den Tweet (den ich übrigens sowohl vom Timing als auch von der Formulierung her auch problematisch finde, aber das ist halt keine Entschuldigung für Gewaltandrohungen) ja auch so verstehen können, dass sie Transmänner nicht als „richtige“ Männer sieht, aber es geht die ganze Zeit wieder nur um Transfrauen. Dabei wäre es vermutlich deutlich sinnvoller und wichtiger, in dem Zusammenhang über die medizinische Versorgung und Inklusion von Transmännern zu reden (das hatten wir ja weiter vorne auch schonmal und das finde ich nach wie vor auch schwierig, ohne dabei eben Frauen mit Begriffen zu beschreiben, die sich für viele abwertend anfühlen). Die sind aber mal wieder unsichtbar.
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  7. Regular Client

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das ist auch etwas, das mir in der aktuellen Diskussion wieder stark aufgefallen ist. Man hätte den Tweet (den ich übrigens sowohl vom Timing als auch von der Formulierung her auch problematisch finde, aber das ist halt keine Entschuldigung für Gewaltandrohungen) ja auch so verstehen können, dass sie Transmänner nicht als „richtige“ Männer sieht, aber es geht die ganze Zeit wieder nur um Transfrauen. Dabei wäre es vermutlich deutlich sinnvoller und wichtiger, in dem Zusammenhang über die medizinische Versorgung und Inklusion von Transmännern zu reden (das hatten wir ja weiter vorne auch schonmal und das finde ich nach wie vor auch schwierig, ohne dabei eben Frauen mit Begriffen zu beschreiben, die sich für viele abwertend anfühlen). Die sind aber mal wieder unsichtbar.
    Das.
    A lot of bread was buttered on the side of no distinction

  8. V.I.P.

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Ich hab mir gerade das Paper von Littman angeschaut, das Rowling ja erwähnt und das finde ich tatsächlich problematisch (und es ist auch so kontrovers, dass es einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat). Ich seh aber Rowling dann auch eher als ähm "Opfer"? dieses Papers bzw. darin zitierter Quellen, wie z.B. das hier

    Das mit dem "Bekehren" hab ich übrigens im echten Leben schon mal in Bezug auf Frauen/Mädchenfußball gehört (in dem Fall halt "Bekehren" zum Lesbischsein)
    ich finde an dem zeugs was jkr schreibt ist manches schräg. dh ich hab weniger verständnis für sie, aber finde schon die grundposition (sex bestimmt uns) schon nachvollziehbar.

    dieser andrew dingsbums geht ja in seinem beitrag darauf ein und sagt, es sei gar nicht teil der debatte sex als solches in frage zu stellen. ich hatte das bisher allerdings auch immer wie jkr verstanden, dass queer--feminism diese idee zu grunde liegt. hab ich das falsch verstanden?
    .the world has turned and left me here.

  9. Regular Client

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von liorit Beitrag anzeigen
    ich bin ja viel in anime/manga fandoms unterwegs und es passiert SO oft, dass ein männlicher charakter als transfrau behandelt wird, weil er lange haare, eine sanfte stimme und/oder ein eher zurückhaltendes gemüt hat. sie selbst reproduzieren diese furchtbaren klischees (was ist männlich/was ist weiblich), aber gleichzeitig soll das aussehen nichts über das geschlecht aussagen.
    Ich seh in der Szene und verwandten Szenen auch viele Sachen, die ich verwirrend und auch irgendwo fragwürdig finde.
    Zum einen sind da die (biologisch gesehen weiblichen) Boys Love-Fans, die sich mit den Figuren aus BL-Manga identifizieren und dann daraus schließen, dass sie selbst schwule Männer sein müssten. Was ja ziemlich im Kreis drehen ist, weil Boys Love-Manga sich zumeist an ein (heterosexuelles) weibliches Publikum richten. Das hab ich allerdings auch vor mindestens 15 Jahren schon gesehen, es ist nur glaube ich mittlerweile etwas prominenter als früher.
    Und dann gibt's da dieses Diskutieren über Figuren, was du auch erwähnst. Überhaupt interpretieren manche ja schon fast zwanghaft in bestimmte Serien eine LGBTQ-Thematik rein, die z.T. von Autor*innen ziemlich sicher nicht so intendiert war. Wenn's um Fanfiction geht, ist das ja total normal, aber auch unabhängig davon gibt es das ja.
    Plus so strange Sachen wie Leute aus der Cosplay-Szene, die als Frau geboren sind, aber dann auf ihren Cosplayseiten behaupten, sie seien Cis-Männer und dann ihre "Crossplays" präsentieren
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  10. V.I.P.

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ich finde das ein wirklich schwieriges Thema. Natürlich müssen alle die Hilfen bekommen, die sie brauchen, ohne zu lange Wartezeiten und Schikanen, aber man muss auch genau hinschauen, was tatsächlich los ist, bevor man das OK für teilweise irreversible Eingriffe in den Körper gibt.

    ich finde auch, dass dieses thema super sensibel ist (sieht man ja grad wieder) und es natürlich schwierig ist hier die richtige balance zu finden zwischen jedeR soll so ein dürfen, wie es gut für sie/ihn ist und vor gewalt geschützt werden und eben auch darüber zu sprechen, was problematische aspekte hier sind. aber diese cancel culture macht das unmöglich. hatte gerade unter den fb thread eines freundes zu jkr gepostet, dass ich schon grob ihre argumentation nachvollziehen kann und gleich sprang jemand herbei uns schrieb: you are full of shit (meine bitte nichtbeleidigend zu werden, wurde beantwortet, dass er mich nicht beledigt hätte, full of shit wäre ja nur eine kritik an meiner position gewesen. no joke! ��)
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  11. Ureinwohnerin

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von liorit Beitrag anzeigen
    (ich hoffe, es ist ok, dass ich das zitiere - wenn nicht, nehme ich es gerne wieder raus. )
    Ist ok!

    Zitat Zitat von liorit Beitrag anzeigen
    aber mich überfordern einfach diese widersprüche und es macht mich wütend, dass das niemanden von den betroffenen auffällt.
    Ja, diese Widersprüche finde ich auch sehr seltsam. Wobei mich tatsächlich weniger die Betroffenen selbst wütend machen (ich weiß ja selbst, dass da ein großer Leidensdruck dahintersteckt und „Ich bin trans und kann selbst was daran ändern“ ja auch eine einfachere Lösung ist als das komplette System umzuschmeißen), sondern eher die Menschen, die das so laut und unreflektiert als einfache Lösung weitertragen und alle beschimpfen und bedrohen, die das in Frage stellen. Das führt halt auch dazu, dass viele sich kaum noch trauen, den Mund aufzumachen und betroffene junge Menschen weniger Informationsmöglichkeiten haben.
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  12. Get a life!

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von Jordan 111 Beitrag anzeigen
    Ich bin längst nicht so gut im Thema drin wie ihr und bewundere eure klugen Beiträge.

    Gibt es eine entsprechende Diskussion eigentlich auch über Männer? Also z.B. "Menschen mit Samenerguss", "Menschen mit Hoden" usw.?
    Ich bin ja auch absolut Laie, aber ich hab den starken Eindruck, dass Trans-Männer in dieser Diskussion sehr, sehr oft keine Rolle spielen (und das ist für mich auch ein Problem, dass eindeutig mit dem patriarchat zusammenhängt). Das ist so ähnlich wie oft lesbische Frauen berichten, dass in der lgbt Community lesbische Frauen auch eher anders bewertet oder sichtbar sind als schwule Männer. Das sind beides Punkte, die meines Erachtens mehr Beachtung bräuchten.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  13. Ureinwohnerin

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von ichs Beitrag anzeigen
    ich finde auch, dass dieses thema super sensibel ist (sieht man ja grad wieder) und es natürlich schwierig ist hier die richtige balance zu finden zwischen jedeR soll so ein dürfen, wie es gut für sie/ihn ist und vor gewalt geschützt werden und eben auch darüber zu sprechen, was problematische aspekte hier sind. aber diese cancel culture macht das unmöglich. hatte gerade unter den fb thread eines freundes zu jkr gepostet, dass ich schon grob ihre argumentation nachvollziehen kann und gleich sprang jemand herbei uns schrieb: you are full of shit (meine bitte nichtbeleidigend zu werden, wurde beantwortet, dass er mich nicht beledigt hätte, full of shit wäre ja nur eine kritik an meiner position gewesen. no joke! ��)
    Und damit bist Du blöd gesagt noch glimpflich davongekommen. Wärst Du ne Frau, hättest Du Dir womöglich das anhören können, was Jule weiter oben geschrieben hat. Ich hab gestern selbst auch noch nen Kommentar gelesen, in dem „TERFs“ empfohlen wurde, doch bitte der Welt einen Gefallen zu tun und sich umzubringen.
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  14. Regular Client

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Transmänner werden für mich (aber das liegt halt auch ganz sicher an den Websites, auf denen ich mich bewege) hauptsächlich als "Transtrender" oder "Fakebois" sichtbar
    Also da wird auch viel unterstellt - und an einigen Stellen seh ich auch, wieso - die seien alle gar nicht trans und wollten eine Fantasie leben.
    Die Transmänner, die ich im echten Leben kenne, sind alle "normale" Transmänner. Ich hätte die aber auch nie als "trans" wahrgenommen, wenn ich nicht wüsste, dass sie trans sind, und hab auch die Vermutung, dass es bei Transmännern teilweise auch einfach echt weniger auf den ersten Blick auffällig ist, als bei Transfrauen?


    EDIT: wegen dem, was poppy obendrüber gesagt hat: ich hab letztes Jahr in der YouTube-"Skeptic"-Blase durchaus mal mitbekommen, dass ein Mann (Stephen Woodford) richtig richtig fertig für etwas gemacht wurde, was als transphob empfunden wurde. Es wurden außerdem alle, die irgendwie gut mit ihm dran waren, unabhängig von ihrem Geschlecht, in eine Schublade mit ihm gesteckt und alle kollektiv als transphob und toxisch bezeichnet und es fielen Aussagen à la "die wollen uns (=Transfrauen in dem Fall) auslöschen" Also es ist nicht so, als gäbe es das gar nicht, aber ist natürlich ein weniger prominentes Beispiel als Rowling.
    Geändert von Sakamoto (12.06.2020 um 18:38 Uhr)
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  15. Get a life!

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Ich hätte die aber auch nie als "trans" wahrgenommen, wenn ich nicht wüsste, dass sie trans sind, und hab auch die Vermutung, dass es bei Transmännern teilweise auch einfach echt weniger auf den ersten Blick auffällig ist, als bei Transfrauen?
    Oder sie sind eben grundsätzlich weniger sichtbar (und dass sie sich vielleicht nicht ganz so stark artikulieren wie eine tranfrau fällt für mich da in diese Kategorie).

    gmitsch gmatsch gmotsch

  16. Addict

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    trans Männer werden zwar genauso Opfer furchtbarer Gewalttaten (z.B. Brandon Teena), sind aber viel weniger Zielscheibe öffentlicher Diskussion als trans Frauen. Kein Mann scheint Angst vor trans Männer auf dem Männerklo zu haben. Wahrscheinlich gibt es irgendwo MRAs, die trans Männer ausschließen wollen, aber MRA ist an sich schon so fringe, dass es auch wieder egal ist. Ich sehe keine mögliche Welt, in der Neil Gaiman sich darüber auslässt, dass Menschen mit Vaginas sich ja als Mann verkleiden können aber nie echte sein werden. Vor dem Kontext finde ich es mehr als zynisch, trans Frauen praktisch vorzuwerfen, sie würden sich auf Kosten von trans Männer in den Vordergrund drängen. Nicht sicher, ob das speziell Schnelmis Intention war, aber es ist leider etwas, das immer mal wieder aufkommt.

  17. Addict

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von freitag Beitrag anzeigen
    Ich habe JKR's statement gelesen, und fand dieses Rebuttal sehr interessant: https://twitter.com/Carter_AndrewJ/s...87941275762689 (ist ein Thread). Dort werden Stueck fuer Stuecke Behauptungen aufgedroeselt und gezeigt was tendenzioes/falsch ist.
    Danke für den Link, das ist richtig gut und spricht eigentlich alle hier angebrachten Punkte wunderbar an, differenziert und mit Quellen.

  18. V.I.P.

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von warwithwalls Beitrag anzeigen
    Ich habe ihr Statement gelesen und den von dir verlinkten Thread.
    Ein Punkt, zu dem ich immer wieder Fragen habe: Die "safe spaces" für Frauen. Ich persönlich kriege spontan auch Sorge, dass die nicht länger sicher sind, wenn es für einen Cis-Mann, der sich bewusst und nicht legitim Zugang verschaffen will, ausreicht zu sagen, er sei eine Frau.
    An welche Räume denkst du da?

    Mich irritiert im Rowlings Text sehr dieser Absatz:
    „So I want trans women to be safe. At the same time, I do not want to make natal girls and women less safe. When you throw open the doors of bathrooms and changing rooms to any man who believes or feels he’s a woman – and, as I’ve said, gender confirmation certificates may now be granted without any need for surgery or hormones – then you open the door to any and all men who wish to come inside. That is the simple truth.“

    Das wirkt auf mich weder logisch schlüssig, noch, als würde sie die von ihr selbst im vorherigen Absatz geschilderte Problematik von trans Frauen wirklich erfassen. Die Bezeichnung: „man who believes or feels he’s a woman“ wirkt auf mich übrigens auch tatsächlich transphob - ich sage doch auch nicht, Schwule glauben sich von Männern angezogen zu fühlen? Dazu passt auch an anderer Stelle zu schreiben:
    „On Saturday morning, I read that the Scottish government is proceeding with its controversial gender recognition plans, which will in effect mean that all a man needs to ‘become a woman’ is to say he’s one.“
    Das ist für mich ebenfalls am Verständnis für trans Welten vorbei gehend. Trans Frauen sind keine Männer, die Frauen werden. Ich schätze, sie meint damit zwar die gesetzliche Anerkennung, aber wenn ich weiß, ohnehin schon mit dem TWERF-Vorwurf konfrontiert worden zu sein, könnte ich das auch anders formulieren, um mögliche Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.


    Abgesehen davon sehe ich nicht, wieso man die Türen für alle Männer öffnete, wenn trans Frauen Zugang zu solchen Räumen haben? Vor allem vermute ich es gibt eine sehr viel höhere Chance als trans Frau auf einer Männertoilette Gewalt zu erleben, als dass cis Frauen Gewalt von trans Frauen auf Frauentoiletten fürchten müssten. Ich könnte mir sogar vorstellen, eine trans Frau mit schlechtem Passing könnte auf einer Frauentoilette eher das Opfer von zumindest verbalen Übergriffen werden als dass cis Frauen sich vor ihr fürchten müssten. Damit will ich nicht in Abrede stellen, dass es natürlich auch sehr aggressive trans Frauen geben dürfte. Aber allein aufgrund des sehr geringen Prozentsatzes an trans Frauen in der Bevölkerung empfände ich statistisch gesehen weniger Risiko in Hinblick auf erlebte Gewalt, wenn trans Frauen Frauentoiletten aufsuchen dürfen als umgekehrt.

    Als sehr wichtig und gut finde ich an ihrem Text aufzuzeigen, was für Frauen bedeuten kann, trans inkludierende Sprache zu verwenden:
    „But, as many women have said before me, ‘woman’ is not a costume. ‘Woman’ is not an idea in a man’s head. ‘Woman’ is not a pink brain, a liking for Jimmy Choos or any of the other sexist ideas now somehow touted as progressive. Moreover, the ‘inclusive’ language that calls female people ‘menstruators’ and ‘people with vulvas’ strikes many women as dehumanising and demeaning. I understand why trans activists consider this language to be appropriate and kind, but for those of us who’ve had degrading slurs spat at us by violent men, it’s not neutral, it’s hostile and alienating.“
    Nur: ihre gewählte Sprache ist da für mich tatsächlich auch wieder sehr schwierig, weil es klingt, als würden trans Frauen sich verkleiden und trans Frau zu sein eben eine Art Idee wäre. Also ja, ich kann nachvollziehen, warum man sie als transphob bezeichnet. Aber so, wie man rassistisch agieren kann, ohne schwarzen Menschen per se etwas schlechtes zu wünsche, agiert sie mit solchen Ausdrucksweisen meines Erachtens auch transphob und mich würde interessieren, wieso das bei vielen hier nicht so eingeordnet wird. Wie geht trans Frauen den Zutritt zu Räumen zu verwehren, die für sie - und da bin ich mir relativ sicher- weniger Gewaltrisiko bedeuten denn mit dem zusammen, sich für den Schutz von trans Frauen einsetzen zu wollen?

    Umso bedauerlicher finde ich ihre Formulierungen dieser Art, weil so die Diskussion sehr stark davon handelt, ob oder warum nicht sie transphob agiert und weniger um die Punkte, die von Relevanz wären. Etwa, wie man mit Transitionen im Jugendalter umgeht und ob es womöglich auch an einer zunehmenden Misogynie liegt, dass die die Anzahl von trans Jungs zunimmt und ob sich bei Personen, die ihre Transition bereuen, sagen ließe, es kam auf ärztlicher Seite zu einer falschen Einschätzung ihrer Lage und wie sich das verhindern ließe. Oder eben auch der Punkt mit der trans inkludierenden Sprache, der gleichzeitig für cis-Frauen etwas Triggerndes und Abwertendes haben kann und ob es nicht politisch dazu führt, cis-Frauenkörper - wie es seit Jahrtausenden passiert- abzuwerten. Ich kenne dazu leider auch keine Positionen von trans Männern. Kann da jemand was empfehlen?
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  19. Member

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von moth Beitrag anzeigen
    trans Männer werden zwar genauso Opfer furchtbarer Gewalttaten (z.B. Brandon Teena), sind aber viel weniger Zielscheibe öffentlicher Diskussion als trans Frauen. Kein Mann scheint Angst vor trans Männer auf dem Männerklo zu haben. Wahrscheinlich gibt es irgendwo MRAs, die trans Männer ausschließen wollen, aber MRA ist an sich schon so fringe, dass es auch wieder egal ist.
    Was sind MRAs?
    Bei der Diskussion um "Safe spaces" geht es aber doch darum, dass Frauen solche gewährt werden sollten, damit sie nicht Opfer männlicher Übergriffe werden. Daraus erklärt sich, dass es weniger Diskussion um Trans Männern auf Männertoiletten gibt?

  20. Addict

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    AW: Radical vs. queer feminism?

    Zitat Zitat von warwithwalls Beitrag anzeigen
    Ich habe ihr Statement gelesen und den von dir verlinkten Thread.
    Ein Punkt, zu dem ich immer wieder Fragen habe: Die "safe spaces" für Frauen. Ich persönlich kriege spontan auch Sorge, dass die nicht länger sicher sind, wenn es für einen Cis-Mann, der sich bewusst und nicht legitim Zugang verschaffen will, ausreicht zu sagen, er sei eine Frau. Wie geht es Befürworter*innen des Gender Recognition Act damit? Ist das eine Sorge, die in der queeren community nachvollziehbar ist oder scheint sie abwegig?
    Die Frage finde ich als jemand, der als Teenager massiv von einer (cis) Frau sexuell belästigt wurde und der andere (cis) Frauen keinen Glauben geschenkt haben, generell etwas schwierig. Aber diese sicher nicht wahnsinnig häufige Erfahrung mal beiseite kenne ich einen einzigen Fall, in dem ein cis Mann mit dem Argument er sei ja eigentlich eine trans Frau Zugang zu einem Space der nicht für cis Männer ist bekommen wollte. Das fiel natürlich sofort auf und er ist hochkant rausgeflogen. Die Gefahr, dass sich ein cis Mann dauerhaft meisterhaft verstellt und in Safe Spaces einschleicht und diese für Frauen unsicher macht sehe ich im abstrakten vielleicht grundsätzlich nachvollziehbar aber nicht wirklich als praktisch auftretendes Problem. Ich fand hierzu diese Tweets in dem von Freitag verlinkten Thread sehr gut https://twitter.com/Carter_AndrewJ/s...26848159752197

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