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  1. Member

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    Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Bitte nicht zitieren und sorry für die Langatmigkeit.

    Es gibt kein Musiker- oder Hobby-Forum hier, oder? Dann passt es am besten hier, vielleicht sind hier ja auch Laien-Musikerinnen

    Meine Eltern machen begeistert Musik und alle Kinder sollten ein Instrument lernen, damit man gemeinsam musizieren kann. Ich hatte Cello-Unterricht, das Instrument habe ich mir, glaube ich, ausgesucht - war aber nie motiviert fürs Üben.

    Ich hab es meist die Woche über verdrängt und bin mit schlechtem Gewissen ungeübt zur Stunde. Klar hat es auch mal zwischendurch total Spaß gemacht, wenn ich ein Stück "konnte". Es gab aber auch viel Streit mit den Eltern, die gedroht haben, mich abzumelden, wenn ich nie übe. Aber insgeheim wollten sie immer, dass ich spiele.

    Mit 30 hatte ich ewig nicht gespielt. Ich war grade in einer Lebens-Neu-Ausrichtungsphase nach einer Trennung und dachte mir, Musizieren ist ein gutes Hobby, das Instrument an sich wunderschön und ich kann ja auch viel mehr, als wenn ich etwas komplett neu lerne... also fang ich wieder an.

    Also bin ich in ein nettes Laienorchester von niedrigem Niveau eingetreten, und damit ich es packe, habe ich vor knapp 3 Jahren auch Unterricht genommen.

    Mir fehlen immer noch Grundlagen wie Musiktheorie und Notenlesen, ich bin recht unselbstständig und habe es am liebsten, wenn mein Lehrer mir Fingersätze vorgibt.
    Wir erarbeiten die Stücke fürs Orchester zusammen und ich spiele auch eigene Sachen, einmal im Jahr gibt es ein Vorspiel von Erwachsenen und Kindern gemeinsam.

    Auch jetzt ist es wieder mit dem Üben ein Problem und ich schleiche mit derselben Scham zu meinem Unterricht wie damals als Kind, obwohl ich ihn selbst bezahle (100€ im Monat) und hoffe, dass mein Lehrer "nicht schimpft". Tut er natürlich nicht, aber er ist schon mal verwundert, wenn ich alles was wir besprochen hatten, nicht umgesetzt habe. Und mir ist es peinlich. Ich weiß selber, dass das inkonsequent ist.

    Ich überlege immer wieder, aufzuhören. Ich bin relativ kreativ und denke mir oft, dass ich gern auch andere Sachen machen würde, regelmäßig zeichnen, schreiben, oder einfach einen gemütlichen Filmabend an dem Tag.
    So ein Instrument sollte man (bei meinem Niveau) schon mehrmals die Woche spielen.

    Ich gehe schon so lang mit diesen Gedanken schwanger, aber in meinem Umfeld hat niemand so ein Hobby, was auch Disziplin erfordert und wo man mit Frust klarkommen muss und kann mich beraten.
    Ich stecke irgendwie in meiner Kinderrolle fest, zwischen Trotz und Scham und es für mich tun und es für die Eltern tun und es für mich tun. Oft denke ich schon morgens "Oh nein, heute ist Mittwoch - Cellounterricht, ich hab nicht geübt!" und oft schwänze ich auch - obwohl ich es ja selbst bezahle, oder bin fast schon froh, wenn es ausfällt wie z.B. wegen einer Geschäftsreise oder gerade wegen Corona .

    Allerdings ist so ein Stück zu können oder gemeinsam zu musizieren schon ein unbeschreibliches Gefühl und extrem gut gegen Grübelei und Alltagsstress, ähnlich wie meditieren. Auch in der Gruppe zu spielen ist nett - wenn auch viele alt sind. Und ganz aufzuhören macht mich auch total traurig, weil es auch Überwindung war, wieder anzufangen. Und die kitschigen Dinge, die man damit spielen kann, reizen mich immer noch.

    Mein Ziel wäre:
    Ich möchte mehr Freude am Spielen haben und wissen wofür ich es tu. Die Freude soll größer sein als das schlechte Gewissen/die Scham.
    Am liebsten würde ich (nach Corona) in einer kleineren Gruppe musizieren, die sich regelmäßig trifft für einfache Stücke, vielleicht alle zwei Wochen - aber die dürfen echt nicht zu gut sein. Oder mehr Stücke spielen, die ich mir selbst ausgesucht habe. Aber wie macht man das? Oder mehr auftreten.

    Oder ganz aufhören, wenn ich mich so quäle.
    Ich bin einfach komplett zwiegespalten.

  2. Addict

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Das klingt nicht so, als würde dir das Musizieren Spaß machen, sondern eher, als fändest du eine Version von dir, die gerne musiziert, gut. Ich würde aufhören, wenn du anscheinend nie motiviert zum Üben bist und freiwillig den Unterricht schwänzt.
    Ich hatte keinen besonderen Anlass, glücklich zu sein, ich war es aber.

  3. Enthusiast

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Mein Gedanke beim Lesen wäre noch: hast du es mal mit anderen Instrumenten probiert? Ich selbst hab die Erfahrung gemacht, dass das einen riesen Unterschied machen kann und einem manche halt einfach mehr liegen als andere.
    Und grade, wenn Cello so das ist, was du als Kind schon immer machen solltest, könnte es vielleicht befreiend sein, mal etwas neues zu lernen, was mit weniger Kindheitserfahrungen besetzt ist.

    Und ich glaube, du brauchst keine Scham gegenüber dem Lehrer zu haben. Du bezahlst den schließlich. Wenn du zwischendurch nicht übst und dadurch langsamer vorankommst, ist das doch dein Bier ich habe ein paar Musiklehrer/innen in meinem Umfeld und die klingen auch immer eher entspannt, wenn es um nichtübende Schüler/innen geht und haben da Verständnis, dass das halt oft so ein Hobby ist, das die Leute neben der Arbeit haben und zu dem sie nicht immer kommen und tja, wenn die halt nicht geübt haben seit dem letzten Mal, ist das halt auch für den/die Lehrer/in eine ruhige Stunde, weil man nicht so viel neues erklären muss. Danach kommt vielleicht wieder jemand, der auf irgendwelche hochtrabenden Wettbewerbe will und mehr gefördert und gefordert werden muss. Von daher würde ich das entspannt sehen
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  4. Senior Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von engel... Beitrag anzeigen
    Das klingt nicht so, als würde dir das Musizieren Spaß machen, sondern eher, als fändest du eine Version von dir, die gerne musiziert, gut.
    Genau den Eindruck hatte ich auch. Kann es sein, dass da noch der Einfluss deiner Eltern nachwirkt? Wenn dir seit deiner Kindheit vermittelt wurde, dass es ganz wichtig und toll ist ein Instrument zu beherrschen wäre es ja nicht grade verwunderlich, wenn du da unterbewusst versuchst den Ansprüchen noch irgendwie gerecht zu werden. Auch wenn es dir überhaupt nicht liegt.
    Wenn du die Vorstellung von dir als Person, die musiziert, nicht einfach so über Bord werfen willst wäre es vielleicht wirklich eine ganz gute Idee nochmal ein neues Instrument zu lernen. Und wenn du dich dann immernoch zum Üben zwingen musst: schmeiss es hin und mach irgendwas, das dir Spaß macht.
    i expect to find him laughing

  5. Alter Hase

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Wie oft schaffst du es denn, dich zum üben aufzuraffen? Und wie fühlst du dich dann?

    Suchst du eher Tipps, wie man eine Routine ins üben reinbekommt, oder möchtest du eigentlich gerne aufhören und findest vor dir selbst den Absprung nicht?
    Mornings are for coffee and contemplation.

  6. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von engel... Beitrag anzeigen
    Das klingt nicht so, als würde dir das Musizieren Spaß machen, sondern eher, als fändest du eine Version von dir, die gerne musiziert, gut. Ich würde aufhören, wenn du anscheinend nie motiviert zum Üben bist und freiwillig den Unterricht schwänzt.
    Das ist unschön zu lesen - wahrscheinlich genau, weil es zutrifft.

    rubysoho, definitiv liegt es daran. Deswegen mach ich auch so einen Aufriss mit den Gedanken anstatt einfach zu sagen "Och nö."

    Wobei - vielleict ist es auch normal, dass man sich mit so einer Hobby-Entscheidung so schwer tut. Es ist ja immer auch ein Teil der Identität und Geschichte, wenn man das so lange macht, und ein lieber Personenkreis, den man dann nicht mehr sieht... Und man hat das regelmäßig aus dem normalen Umfeld rauskommen und etwas "eigenes" machen ohne Partner, Arbeitskollegen oder sonstige Freunde.

    Es gäbe auch die Möglichkeit, "halb aufzuhören" im Orchester zu bleiben und mich bei den Stücken durchzumogeln. (Erstmal sind ja ohnehin keine Proben, haha )
    Bei schwierigen Stellen hätte ich dann nicht mehr den Lehrer, der sie mit mir durchspricht, aber könnte vielleicht jemand aus der Gruppe fragen.

    Allerdings habe ich nur alle 2 Wochen eine Stunde Unterricht - und die hat mein Lehrer schon netterweise so gelegt, dass sie an meiner Arbeitsstelle stattfindet. Der Aufwand ist jetzt nicht so groß. Orchester ist dagegen jede Woche.
    Es ist eher der "geistige Aufwand", dass ich immer wieder dran denke und mich schlecht fühle, wenn ich wieder nicht geübt habe und das Schamgefühl schlecht vorbereitet zur Stunde zu gehen.

    Eins von beidem muss gehen - das Hobby oder das schlechte Gewissen.
    Vielleicht sollte ich mal ausprobieren, ob mein schlechtes Gewissen auch so groß ist, wenn ich fürs Orchester nicht geübt habe. Wahrscheinlich nicht so schlimm, weil man die Einzel-Vorspiel-Situation nicht hat.

    Mein halb-bewusster Plan war eigentlich, dass ich sowieso irgendwann ein Kind bekomme und dann elegant aufhören kann. Aber irgendwie ist das auch albern.

  7. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von Johnny Fan Beitrag anzeigen
    Wie oft schaffst du es denn, dich zum üben aufzuraffen? Und wie fühlst du dich dann?

    Suchst du eher Tipps, wie man eine Routine ins üben reinbekommt, oder möchtest du eigentlich gerne aufhören und findest vor dir selbst den Absprung nicht?

    Bisher so ein- bis keinmal die Woche, wenn, dann kurz vorher und dann ist die Stunde so lange her, dass ich nicht mehr weiß, was wir besprochen haben (auch wenn ich es mir aufschreibe).

    Wenn ich rechtzeitig übe, fühle ich mich toll, ähnlich wie wenn man aufgeräumt hat. Dann macht es ja auch jedes Mal mehr Spaß.
    (Außer ich übe so kurz vor meinem Unterricht, dass ich merke ich kann nichts mehr davon hinbekommen... dann ist es ätzend und ich denke schon auf dem Hinweg drüber nach, wie ich ihm das erkläre. )

    Eine Üb-Routine würde mich auch interessieren. Vielleicht geh ich ja auch falsch an die Sache ran.

    Ein anderes Orchestermitglied hat mir mal erzählt, dass es sich jeden Tag für nur 10 min vornimmt, zu spielen. Dann ist die Hürde nicht so groß und man geht gezielt an schwierige Stellen - und oft bleibt man dann länger dran. Das fand ich eine tolle Idee, hab sie auch umgesetzt. Aber ich würde auch gerne jeden Tag zeichnen oder essen Kochen oder Outfits zusammen stellen, ich habe viele Interessen und Hirnfürze, ich weiß nicht, ob sie damit "ein" dominantes Hobby verträgt...

  8. Addict

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Oh man, hilft dir nicht, aber das erinnert mich alles so an mich mit 14 und meinen Geigenunterricht - das schlechte Gewissen, aaaahhh ich kann es noch im Nacken spüren

    Edit: ich würde mit dem Lehrer reden.
    Dieses schlechte Gefühl /Gewissen würde ich mir nicht freiwillig antun.
    Ich weiß, wie schön a sich anfühlt, im Orchester oder so mit anderen zusammen zu spielen, wenn man es kann und alles gut klappt. Aber das würde es für mich glsube ich nicht aufwiegen
    Geändert von fliegen_lernen (14.05.2020 um 15:25 Uhr)
    let the good times roll.

  9. Enthusiast

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von awkward silence Beitrag anzeigen
    Mein halb-bewusster Plan war eigentlich, dass ich sowieso irgendwann ein Kind bekomme und dann elegant aufhören kann. Aber irgendwie ist das auch albern.
    Eeeeh, das würde ich aber dann doch als eindeutigen Antimarker sehen Geht mir zumindest im Rückblick so mit allen möglichen Dingen, bei denen ich nicht bewusst Aufhörgedanken hatte, aber mich immer wieder bei so kleinen "Vielleicht passiert ja xy und dann bin ich gezwungen, es zu beenden."-Gedanken erwischt habe. Im Moment dieser Gedanken denk ich manchmal noch "Ach was, das würde ich doch nicht wirklich wollen." Bei allen Sachen, wo es aber doch freiwillig oder unfreiwillig dann so kam seh ich im Rückblick so klar, dass ich NATÜRLICH nicht mehr wollte und das eigentlich so offensichtlich war, aber ich halt nicht die Verantwortung dafür tragen wollte, dass Schluss ist und immer wollte, dass mir das irgendwie abgenommen wird. Also bezieht sich auf die unterschiedlichsten Dinge: Beziehungen, Hobbies, Jobs, Wohnungen, Gegenstände von denen ich mich nicht bewusst trennen wollte...

    Bei Sachen, die mir wirklich Freude bringen, habe ich solche Gedanken nicht. Z.B. habe ich jetzt ein Hobby, bei dem ich einfach nur "oh shit " dachte, als ich nicht sicher war, ob ich es während der ganzen Coronasache fortführen kann.

    Vielleicht wäre das noch eine Idee, mal zu schauen, ob du in deinem Leben ähnliche Gedankengänge hattest und ob das bei dir vielleicht auch so ein eindeutiger Hinweis sein könnte.
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  10. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Ich habe mir auch eben überlegt, dass ich echt keine Person aus dem näheren Umfeld kenne, die als Erwachsene noch (Einzel-)Unterricht in etwas nimmt. Wahrscheinlich genau deswegen, weil der Aufwand hoch ist, auch an Disziplin.

    Selbst meine musikalischen Eltern nehmen keine Stunden . Aber ich bin da ja auch nicht aus Ehrgeiz gelandet, sondern um mir den Wiedereinstieg zu erleichtern.
    Sie kamen übrigens jedes Mal beide fröhlich und stolz zu Konzerten, obwohl Anfahrtsweg anderhalb Stunden.

    Was mich auch noch beschäftigt:
    Soll ich mit meinem Lehrer da offen drüber reden oder einfach kurz ohne Drama zusammen fassen, dass meine Motivation fehlt und ich gerne ab dem Sommer mal versuchen würde, ob es auch ohne Unterricht im Orchester klappt.

  11. Enthusiast

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von fliegen_lernen Beitrag anzeigen
    Oh man, hilft dir nicht, aber das erinnert mich alles so an mich mit 14 und meinen Geigenunterricht - das schlechte Gewissen, aaaahhh ich kann es noch im Nacken spüren
    High five! Same here! Was fiel mir ein Stein vom Herzen als das vorbei war (und auch da im Rückblick eigentlich recht eindeutig: man wünscht sich nicht, sich den Arm zu brechen und nicht mehr spielen zu können, wenn man das Instrument wirklich mag *hüstel*)
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  12. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von Bergkind Beitrag anzeigen
    Eeeeh, das würde ich aber dann doch als eindeutigen Antimarker sehen Geht mir zumindest im Rückblick so mit allen möglichen Dingen, bei denen ich nicht bewusst Aufhörgedanken hatte, aber mich immer wieder bei so kleinen "Vielleicht passiert ja xy und dann bin ich gezwungen, es zu beenden."-Gedanken erwischt habe. Im Moment dieser Gedanken denk ich manchmal noch "Ach was, das würde ich doch nicht wirklich wollen." Bei allen Sachen, wo es aber doch freiwillig oder unfreiwillig dann so kam seh ich im Rückblick so klar, dass ich NATÜRLICH nicht mehr wollte und das eigentlich so offensichtlich war, aber ich halt nicht die Verantwortung dafür tragen wollte, dass Schluss ist und immer wollte, dass mir das irgendwie abgenommen wird. Also bezieht sich auf die unterschiedlichsten Dinge: Beziehungen, Hobbies, Jobs, Wohnungen, Gegenstände von denen ich mich nicht bewusst trennen wollte...

    Bei Sachen, die mir wirklich Freude bringen, habe ich solche Gedanken nicht. Z.B. habe ich jetzt ein Hobby, bei dem ich einfach nur "oh shit " dachte, als ich nicht sicher war, ob ich es während der ganzen Coronasache fortführen kann.

    Vielleicht wäre das noch eine Idee, mal zu schauen, ob du in deinem Leben ähnliche Gedankengänge hattest und ob das bei dir vielleicht auch so ein eindeutiger Hinweis sein könnte.
    Hihi, danke für den Einblick.
    Bisher ist mir der Zug an mir nicht aufgefallen, ich kann schon brutal Dinge beenden, aber da scheint es wirklich eine Ausnahme zu sein. Was ist das für ein Hobby, wo du oh-shit dachtest? Reine Neugierde.

    Wenn ich nach dem Orchester heimkomme, fühle ich mich auch oft nicht besser.

    In 50% der Fälle fühle ich mich danach neutral, bin froh, dass ich da war um "mal rauszukommen" oder es lief gut und ich habe bessere Laune.
    In 50% bin ich einfach nur todmüde und neidisch wie Bolle auf meinen Partner, der den ganzen Abend Serien geschaut hat.

    Allerdings weiß ich von einer Freundin, deren Mann ehrgeizig Sport macht, dass sie auch seine Launen ertragen muss, wenn es mal nicht gut läuft. Vielleicht ist auch das normal...

  13. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von Bergkind Beitrag anzeigen
    High five! Same here! Was fiel mir ein Stein vom Herzen als das vorbei war (und auch da im Rückblick eigentlich recht eindeutig: man wünscht sich nicht, sich den Arm zu brechen und nicht mehr spielen zu können, wenn man das Instrument wirklich mag *hüstel*)
    Haha, oh Gott, ja. Wie bist du dann schließlich rausgekommen? Ich hoffe nicht, durch einen Sturz vom Balkon?
    Da ist schon was Wahres dran und ich weiß auch noch, als ich Abitur geschrieben habe und meiner Lehrerin immer wichtigtuerisch erklären konnte, dass es so viel zu lernen sei und ich deshalb leider nicht üben konnte.

    Wieder angefangen habe ich auch nicht wegen dem Spielen an sich, sondern weil es ein "Hobby war, das ich nur reaktivieren musste" und es "ganz cool ist, dass man ein Instrument spielen kann" und "weil man als Single viele Leute trifft, wenn man einem Orchester beitritt".

    (Das sind ja auch alles valide Argumente )

  14. Enthusiast

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von awkward silence Beitrag anzeigen
    Hihi, danke für den Einblick.
    Bisher ist mir der Zug an mir nicht aufgefallen, ich kann schon brutal Dinge beenden, aber da scheint es wirklich eine Ausnahme zu sein. Was ist das für ein Hobby, wo du oh-shit dachtest? Reine Neugierde.
    Geocaching Ironischerweise etwas, bei dem ich immer, wenn mir jemand davon erzählt hat, dachte "Das klingt absolut nicht nach Spaß, aber mach nur...". Bis mich irgendwann eine Freundin mal mitgenommen hat und ich dermaßen geflasht war und dachte "Ach das meinen die Leute, wenn sie sagen, dass einem ein gutes Hobby Energie GIBT und nicht NIMMT". Evtl. spielt da natürlich auch rein, dass das was ist, was man absolut nicht regelmäßig machen muss, sondern halt einfach nach Laune und ohne Terminstress tut oder lässt. Und weil es eh nichts ist, wofür es jetzt generell in der Gesellschaft große Bewunderung geben würde, wenn man es gut kann, ist da halt auch irgendwie ein weiterer Druck raus, hab ich das Gefühl. Manchmal frag ich mich, ob auch andere Hobbies mehr Spaß machen würden, wenn man es schaffen würde, so ungestresst da ranzugehen bzw. versuche ich mich da grad auch selbst dran.
    Geändert von Bergkind (14.05.2020 um 15:49 Uhr)
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  15. Enthusiast

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von awkward silence Beitrag anzeigen
    Haha, oh Gott, ja. Wie bist du dann schließlich rausgekommen? Ich hoffe nicht, durch einen Sturz vom Balkon?
    Da ist schon was Wahres dran und ich weiß auch noch, als ich Abitur geschrieben habe und meiner Lehrerin immer wichtigtuerisch erklären konnte, dass es so viel zu lernen sei und ich deshalb leider nicht üben konnte.

    Wieder angefangen habe ich auch nicht wegen dem Spielen an sich, sondern weil es ein "Hobby war, das ich nur reaktivieren musste" und es "ganz cool ist, dass man ein Instrument spielen kann" und "weil man als Single viele Leute trifft, wenn man einem Orchester beitritt".

    (Das sind ja auch alles valide Argumente )
    Ich hab mir (sehr zu meinem großen Schrecken damals, weil: "ohgott, ist das die Strafe für meine fiesen Gedanken?") tatsächlich den Arm gebrochen und hab das dann zum Anlass genommen, ganz mit der Geige aufzuhören und mich anschließend einem anderen Instrument zuzuwenden, das ich zwar jetzt auch nicht mehr spiele, aber das mir damals sehr viel Spaß gemacht hat.

    Hm, wenn du eher so die Nebenaspekte zu schätzen weißt, gibts vielleicht ein Hobby, das das auch hat und das du mal probieren könntest?
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  16. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Ja, ich hab da tatsächlich was. Ich würde mich gerne einer Zeichengruppe anschließen. (Ob ich dabei dann bleibe, keine Ahnung. Aber muss man das? Du spielst das Instrument von damals ja auch nicht mehr.)

  17. Senior Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von awkward silence Beitrag anzeigen
    Wieder angefangen habe ich auch nicht wegen dem Spielen an sich, sondern weil es ein "Hobby war, das ich nur reaktivieren musste" und es "ganz cool ist, dass man ein Instrument spielen kann" und "weil man als Single viele Leute trifft, wenn man einem Orchester beitritt".

    (Das sind ja auch alles valide Argumente )
    Um Gottes Willen, schmeiss es endlich hin!
    Ehrlich, das tut ja schon beim lesen weh. Hör auf dich zu quälen und mach was, das dir Spaß macht.
    i expect to find him laughing

  18. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Bei Geocachen kann ich mir vorstellen, dass das Spaß macht... man bewegt sich, ist draußen, darf kreativ sein und sieht die Auswirkungen seines Handelns bei anderen, bekommt Feedback.
    Das sind alles Punkte, die mir beim klasssischen Instrument fehlen

  19. Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Zitat Zitat von rubysoho Beitrag anzeigen
    Um Gottes Willen, schmeiss es endlich hin!
    Ehrlich, das tut ja schon beim lesen weh. Hör auf dich zu quälen und mach was, das dir Spaß macht.
    Im Moment neige ich auch dazu. Ich weiß aber noch nicht, wie ich es dem Lehrer sagen soll. "Habe keinen Bock mehr" finde ich irgendwie undifferenziert und das klingt, als hätte ich es mir leicht gemacht. Außerdem ist er nett.

  20. Senior Member

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    AW: Motivationslos als Erwachsene ein Instrument spielen

    Aber deshalb bist du ihm doch keine Rechenschaft schuldig?
    Leute hören doch ständig aus den unterschiedlichsten Gründen mit sowas auf. Ich glaube nicht, dass er erwartet dich bis in alle Ewigkeit zu unterrichten.
    i expect to find him laughing

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