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  1. Urgestein

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    the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Jemand, ich glaube Wärmflasche, hat das Buch hier empfohlen.
    In meinem Freundeskreis gibt es so unterschiedliche Arten und Weisen, mit den Corona-Regeln umzugehen, ich würde bei manchen Leuten wirklich gerne besser verstehen, wie sie da ticken... an diejenigen, die das Buch gelesen haben: Konntet ihr danach besser Kompromisse mit Leuten finden, die ihr einem bestimmten Typ zuordnen konntet, zum Beispiel Arbeitskollegen? Oder habt ihr mit ihnen in einem Gespräch "die vier Tendenzen" mal besprochen?
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    כל השאלות שבדרך שאלת
    לפעמים לא העזת לגלות

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    בשתי שניות
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    קולות מזמן אחר
    הלב אומר להתעורר מהר

    אורות - אברהם טל

  2. Addict

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Zu deiner konkreten Frage fällt mir jetzt keine Situation ein, aber mir fällt es seit der Lektüre des Buchs leichter
    a) bestimmte Eigenarten anderer Menschen, die ich einer Tendenz zuordnen kann, zu ertragen, weil ich es für mich besser einordnen kann (und zB innerlich mit den Augen rollen und sagen kann „Questioner-Getue“, mich aber nicht mehr per se über das - für mich als Obliger unerträgliche - reflexhafte Hinterfragen von grundsätzlich allem aufrege ) - etwaiges Konfliktpotenzial ist also schon von vornherein kleiner

    b) die Nachteile meiner eigenen Tendenz zu erkennen und gegenzusteuern, aber nicht wie früher als meine „Schuld/Dummheit“ zu sehen und mich drüber zu ärgern - das hat mir in Sachen Selbstliebe sehr gut getan!

    Konkret zu Corona ist mir nur eine entfernte Bekannte tendenzmäßig besonders aufgefallen - sie ist denke ich eine Mischform aus Rebell und vorwiegend Questioner, und die hat sich an gar nix gehalten und fand alles total unnötig. Ich glaube, sie war intellektuell nicht in der Lage, ihrem inneren Questioner den Sinn der Maßnahmen zu verklickern, und der Rebell tat dann sein Übriges

    Hier noch ein Artikel zu den Tendenzen und Covid von Gretchen herself:

    Gretchen Rubin

  3. Urgestein

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Zitat Zitat von jackalope Beitrag anzeigen
    Zu deiner konkreten Frage fällt mir jetzt keine Situation ein, aber mir fällt es seit der Lektüre des Buchs leichter
    a) bestimmte Eigenarten anderer Menschen, die ich einer Tendenz zuordnen kann, zu ertragen, weil ich es für mich besser einordnen kann (und zB innerlich mit den Augen rollen und sagen kann „Questioner-Getue“, mich aber nicht mehr per se über das - für mich als Obliger unerträgliche - reflexhafte Hinterfragen von grundsätzlich allem aufrege ) - etwaiges Konfliktpotenzial ist also schon von vornherein kleiner

    b) die Nachteile meiner eigenen Tendenz zu erkennen und gegenzusteuern, aber nicht wie früher als meine „Schuld/Dummheit“ zu sehen und mich drüber zu ärgern - das hat mir in Sachen Selbstliebe sehr gut getan!

    Konkret zu Corona ist mir nur eine entfernte Bekannte tendenzmäßig besonders aufgefallen - sie ist denke ich eine Mischform aus Rebell und vorwiegend Questioner, und die hat sich an gar nix gehalten und fand alles total unnötig. Ich glaube, sie war intellektuell nicht in der Lage, ihrem inneren Questioner den Sinn der Maßnahmen zu verklickern, und der Rebell tat dann sein Übriges

    Hier noch ein Artikel zu den Tendenzen und Covid von Gretchen herself:

    Gretchen Rubin
    Oh, wow, danke für den Artikel!
    Leider geht es darin aber in erster Linie darum, wie man einen "rebel" dazu bringt, sich vernünftiger zu verhalten. Ich bin "questioner" und würde gerne das Verhalten meiner upholder und obliger Freunde besser verstehen...
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  4. Urgestein

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Das Buch habe ich gefühlt schon überall empfohlen

    Mir geht es mit dem Thema ähnlich wie jackalope. Ich kann bestimmte Handlungsweisen besser einordnen. Eine Bekannte (Rebel) hat beispielsweise durchgehend draußen einen Nasen-Mund-Schutz getragen solange er noch nicht Pflicht war und will ihn jetzt nicht mehr tragen, weil es ja alle anderen tun. Eine andere schickt ständig wissenschaftliche Artikel (Questioner), einige (Obliger) regen sich über die geringe Rücksichtnahme ihrer Mitmenschen auf. Auf der Metaebene habe ich die Themenkombination Covid-19 und Tendenzen nur mit einem Freund besprochen. Mit ist aber aufgefallen, dass ich im Gespräch meine Wortwahl entsprechend der jeweiligen (von mir vermuteten Tendenz) anpasse.
    Nothing comes wrapped up in a nice, pretty bow. It's ugly. It's hard. It's messy.
    You have to fight like hell for what you want; fight to get it and fight harder to keep it.

  5. Addict

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Snow: Beschreib doch mal die für dich rätselhaften Verhaltensweisen deiner Mitmenschen, vielleicht kann ich dir als Obliger ja was davon nachvollziehbar erklären

    Wärmflasche, das Verhalten deines Umfeldes klingt ja nach Tendency-Realsatire
    Wie konkret passt du deine Wortwahl denn an?

  6. Ureinwohnerin

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Ich kann damit irgendwie überhaupt nichts anfangen und finde mein Ergebnis nicht passend für mich und auch die anderen drei "Tendencies" irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar. Also ich empfinde die inneren/ äußeren Erwartungen einfach nicht als so klar abgrenzbar (man projiziert ja häufig seine Erwartungen auf andere und andersherum) und ich glaube auch sehr stark, dass die Motivationsgründe sich immer wieder verschieben und nicht in diesen einzelnen Gruppen so verortbar sind.
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  7. Urgestein

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    jackalope, Realsatire trifft es
    Hm, ich benutze einfach andere Formulierungen. Fiktives Beispiel, falls jemand sich trotz Verbot treffen wollen würde (fiktiv deshalb, weil ich keine reale Diskussion mit allen vier Tendenzen dazu geführt habe): Für Obliger appelliere ich an die Vorbildfunktion und das Gemeinschaftsgefühl. Für Rebel würde ich an ihre/seine Identität als fürsorgliche/r Freund/in appellieren, die Konsequenz benennen, wenn das Verhalten andauert, und am Ende sagen, dass es ihre/seine Entscheidung sei. Für Questioner würde ich die Fallzahlen in der Stadt heranziehen und den Sachgrund für das Verbot. Für Upholder würde wohl die Erinnerung an das bestehende Verbot reichen.

    phaeno, hast du ein konkretes Beispiel für eine Situation, in der du die inneren/ äußeren Erwartungen nicht als so klar abgrenzbar empfindest?
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  8. Ureinwohnerin

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Ja, also äh ganz vieles? zB. kann ich nicht klar benennen, ob ich beruflich ehrgeizig bin, weil ich mich selbst irgendwann dazu entschieden habe und das jetzt von mir erwarte, oder ob diese Entscheidung einem bestimmten familiären Druck entsprungen ist.
    Oder wenn ich mir vornehme, häufiger für meinen Freund zu kochen, weiß ich nicht, ob das etwas ist, was aus mir heraus kommt oder ob ich da von gesellschaftlichen Erwartungen beeinflusst bin etc.
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  9. Urgestein

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Zitat Zitat von jackalope Beitrag anzeigen
    Snow: Beschreib doch mal die für dich rätselhaften Verhaltensweisen deiner Mitmenschen, vielleicht kann ich dir als Obliger ja was davon nachvollziehbar erklären
    Okay, also was mich immer total wundert und für mich nicht nachvollziehbar ist, sind Leute, die nicht nur einhalten, was die Gesetze gerade vorgeben, sondern sie noch strenger auslegen. Also zum Beispiel Leute, die momentan immer noch niemanden anderes in ihre Wohnung lassen.

    Ob das jetzt Obliger oder Upholder sind, weiß ich nicht, ich habe das Buch von Rubin auch immer noch nicht gelesen, aber ich würde einfach gerne mal wissen, welche Obliger oder Upholder Begründungen dahinter stecken könnten.
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  10. Addict

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    Okay, also was mich immer total wundert und für mich nicht nachvollziehbar ist, sind Leute, die nicht nur einhalten, was die Gesetze gerade vorgeben, sondern sie noch strenger auslegen. Also zum Beispiel Leute, die momentan immer noch niemanden anderes in ihre Wohnung lassen.

    Ob das jetzt Obliger oder Upholder sind, weiß ich nicht, ich habe das Buch von Rubin auch immer noch nicht gelesen, aber ich würde einfach gerne mal wissen, welche Obliger oder Upholder Begründungen dahinter stecken könnten.
    Ich frag mich wie du darauf kommst, dass nur die beiden Typen auf die Idee kämen, Regeln strenger auszulegen und niemanden in ihrer Wohnung haben zu wollen. Ich kann mir durchaus einen Questioner vorstellen, der durch seine Recherche zu dem Schluss gekommen ist, dass die Virenlast in Innenräumen erhöht ist und das auf keinen Fall in seiner Wohnung haben will.
    Oder einen Rebell, der keinen Bock hat, Leute einzuladen, nur weil das jetzt alle so tun.

    Ich würde sogar eher darauf tippen, dass die meisten Obliger und Upholder sich eher auf die Lockerungen einlassen, weil sie sich sozialem Druck eher beugen bzw. Regeln auf das I-Tüpfelchen folgen, insofern dann also auch den Lockerungen.

    Ansonsten muss ich auch sagen, dass ich das Modell viel zu schablonenartig finde.
    sans chichi ni flaflas

  11. Urgestein

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Zitat Zitat von fitzgerald Beitrag anzeigen
    Ansonsten muss ich auch sagen, dass ich das Modell viel zu schablonenartig finde.
    Yup, ich auch.

    Für mich und von außen sehen Leute, die immer noch niemanden in ihre Wohnung lassen, etwas nach Hypochondern bzw. Leuten, die übermäßig Angst vor Krankheiten haben aus. Aber klar, diese Worte würde ich gegenüber den entsprechenden Personen nicht in den Mund nehmen... einer Freundin gegenüber, die immer noch niemanden in ihre Wohnung lässt, entfuhr mir "Ah, du hast also immer noch Angst". Sie erwiderte, dass sie die Rationale sei und ich die Unvernünftige...
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  12. Enthusiast

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    AW: the Four Tendencies - Gretchen Rubin

    Ich bin so eine Person, die die Regeln (von ein paar kleinen Ausnahmen und äh Ausrutschern abgesehen) eher noch strenger auslegt als aktuell vorgeschrieben, einfach weil mir bei bestimmten Sachen das Ansteckungsgefahr vs. persönlicher Nutzen-Risko immer noch zu hoch ist.

    Tendenziell bin ich eine Person, die sich im Alltag alles in allem an Regeln hält, einfach, weil ich gern meine Ruhe habe, aber ich bin auch gerne mal strenger als durch die Regeln vorgeschrieben, wenn ich persönlich zu dem Schluss gekommen bin, dass das m.M.n. grad für die Sicherheit oder bei anderen Themen auch moralisch sinnvoller ist. Das hat dann nichts damit zu tun, dass ich scharf drauf bin, Regeln mehr als nur zu erfüllen, sondern eben damit, dass mein Moralempfinden von der Regel abweicht.
    Es gab umgedreht aber auch schon Fälle, in denen gerade diese Haltung dann dazu geführt hat, dass ich mich an manche Regeln nicht gehalten habe, wenn ich zu dem Schluss kam, dass es faktisch keinen Mehrwert hat diese zu befolgen u./o. sich meine moralischen Empfindungen daran störten. Diese Fälle sind zwar tendenziell seltener, aber sorum gehts auch.

    Weiß nicht, ob ich damit die von dir angesprochene Zielgruppe bin, weil ich den entsprechenden Test nicht gemacht habe
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

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