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  1. Newbie

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    Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    - nicht zitieren, bitte -

    Hallo liebes Forum, meine jüngere Schwester hat bald einen Amtsarztbesuch für die Verbeamtung auf Probe. (BaWü) Ich bin auch Lehrerin und sollte Bescheid wissen, aber der Besuch beim Arzt ist über 10 Jahre bei mir her. Deswegen weiß ich nicht, wie ich ihr raten soll.

    Vor 6 Jahren war sie mal für ein knappes halbes Jahr in therapeutischer Behandlung.
    Ihr ging es im Studium damals nicht gut (eine toxische Beziehung hat da eine große Rolle gespielt) und sie hat sich Hilfe geholt. Ihr wurden Antidepressiva verschrieben (nahm sie etwa 1/2 Jahr ein) und eine tiefenpsychologische Therapie zugeteilt (Wartelistendebakel - und damals hatte man auch noch keinen Durchblick, dass es da verschiedene Arten gibt)

    In den Monaten der Therapie hat sie normal weiter studiert und gearbeitet. Die Art der Therapie hat ihr nicht geholfen, nach 4 Monaten hat sie sie abgebrochen.

    Durch Sport, eine therapeutische Beratung bei der Kirche (selbstgezahlt), Selbstdisziplin und die Trennung vom damaligen Partner kam sie da alleine raus.
    Ist ja auch schon eine Weile her.
    Sie ist mittlerweile glücklich privat und beruflich, hat beide Examen prima abgeschlossen und steht kurz vor dem Amtsarztbesuch (letztes Jahr war sie angestellt, deswegen muss sie nochmal hin.)

    Sie macht sich riesige Sorgen jetzt. Ansprechen oder nicht? Sie will auf keinen Fall.

    Ich mache mir aber um sie Sorgen, dass sie später an einen Punkt kommt, wo sie Hilfe benötigt (nicht wegen ihrer Vorgeschichte, sondern weil man nie weiß, womit das Schicksal noch aufwartet), und dann Konsequenzen bekommt.
    Jaja, die langweilige große Schwester.

    Aber das ganze Beamten- und Lehrerausbildungs-System ist einfach so dermaßen gequirlter Bullshit, dass ich mir umgekehrt auch vorstellen kann, dass ihr je nach Amtsarzt Ehrlichkeit zum Verhängnis werden kann. Ich habe mehrere Freunde mit psychischen Erkrankungen oder depressiven Phasen vor der Verbeamtung, die haben alle gelogen bzw. es privat finanziert, damit die Versicherung es nicht "weiß".

    Daher weiß ich auch nicht, was ich ihr raten soll.

    Was passiert konkret, wenn man ehrlich ist? Fordert der Amtsarzt dann die Akte "von damals" an?
    Kann er sie trotzdem durchwinken?
    Kann er ihr direkt ein "Nein" aufdrücken?

    Was passiert, wenn man die Phase verschweigt und es später rauskommt? Wird man dann fristlos gekündigt?

    Oder ist das nur für die Probezeit von Relevanz und sobald die Verbeamtung auf Lebenszeit kommt, ist es egal?

    Ihr könnt mir auch gerne eine private Nachricht schreiben.
    Geändert von ventilador (25.05.2020 um 17:02 Uhr)

  2. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Ist sie bereits in der PKV? Falls nicht, muss sie ihre Diagnosen und Therapien dort angeben. Sie macht sich strafbar, wenn sie das verschweigt.

  3. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Stimmt, da muss man ja auch nochmal so einen Bogen ausfüllen. Danke für die Erinnerung.
    (Das mit strafbar wusste ich nicht, ich dachte, es würde zur sofortigen Aufhebung des Schutzes führen oder so)

  4. Senior Member

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Ich hab mal den Mann gefragt (auch Beamter, aber kein Lehrer) (weil mich das auch intetessiert hat ) und er sagte so was:

    "Das kann durchaus sein, dass es anzugeben ist!
    (man muss es auch vorher beim Abschluss der privaten KV sicherlich angeben).

    Der Amtsarzt muss ja feststellen, ob man gesundheitlich akut geeignet ist und, ob man davon ausgehen kann, dass das bis zur Pension auch so bleibt!

    Wenn was war, ist in der Regel aber nicht schlimm. Es muss nur austherapiert sein oder ggf. unschädlich für den Job sein, so dass eine positive Prognose gestellt wird!"
    Brünett.Grünäugig.Brilliant.

  5. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Die PKV würde sie rausschmeißen, weil es sich um arglistige Täuschung bzw Vorsatz handelt. Deshalb: Vorerkrankungen angeben und höchstwahrscheinlich 30 % Risikozuschlag zahlen.
    Geändert von align (25.05.2020 um 17:21 Uhr)

  6. V.I.P.

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Das mit der PKV stimmt so nicht pauschal. Es fragen nicht alle PKV komplett alles ab. Teilweise wird nur nach ambulanten Behandlungen der letzten 5 Jahre gefragt und stationären der letzten 10 Jahre. Gegenüber psychotherapeutischen Behandlungen sind die PKV zunehmend empfindlicher geworden, gebe ich zu, aber man muß immer genau darauf schauen, was wirklich gefragt wird, und dann *nur das* beantworten und nicht noch freiwillig irgendwelche Sachen oben drauf.

  7. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von Mellabelle Beitrag anzeigen
    Ich hab mal den Mann gefragt (auch Beamter, aber kein Lehrer) (weil mich das auch intetessiert hat ) und er sagte so was:

    "Das kann durchaus sein, dass es anzugeben ist!
    (man muss es auch vorher beim Abschluss der privaten KV sicherlich angeben).

    Der Amtsarzt muss ja feststellen, ob man gesundheitlich akut geeignet ist und, ob man davon ausgehen kann, dass das bis zur Pension auch so bleibt!

    Wenn was war, ist in der Regel aber nicht schlimm. Es muss nur austherapiert sein oder ggf. unschädlich für den Job sein, so dass eine positive Prognose gestellt wird!"
    Danke fürs Nachfragen. Es ist defintiv anzugeben - sie hat ja den Anamnesebogen schon gesehen.
    "...jemals psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen" oder so.

    Ich habe es so verstanden, dass Ihre Befürchtung ist, dass er dann drauf rumhackt und sie sich am Ende wirklich psycho und ungeeignet für den Job fühlt. (Ich hab da bei ihr überhaupt keine Bedenken, sie ist stark und kommt auch mit schwierigen Schülern klar.)

  8. Enthusiast

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von align Beitrag anzeigen
    Die PKV würde sie rausschmeißen, weil es sich um arglistige Täuschung bzw Vorsatz handelt. Deshalb: Vorerkrankungen angeben und höchstwahrscheinlich 30 % Risikozuschlag zahlen.
    Rausschmeißen darf die PKV sie nicht. (Andere Versicherungen schon, Kfz etc.) Aber Beiträge nachfordern zum neuen Satz auch rückwirkend.

    30% Zuschlag halte ich für sehr sehr milde. Psychische Erkrankungen* sind ein extremer Kostenfaktor und es ist mit dem Höchstsatz zu rechnen, ob die Beihilfe hier vielleicht ausreichend abfedernd wirkt, weiß ich nicht. Ggf. lohnt die PKV überhaupt nicht mehr.

    (*leider auch wenn nur einmalig eine Therapie gemacht wurde)
    Geändert von NeroDAvola (25.05.2020 um 17:41 Uhr)

  9. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Es geht aber zunächst nicht um die KV, sondern um den Besuch beim Amtsarzt.
    Vielleicht lohnt sich ja auch bei einem, ehrlich zu sein und beim anderen, nicht

  10. Regular Client

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Die Angst ist doch, nicht verbeamtet zu werden, oder? Arbeiten kann sie ja auch angestellt - da ist dann wiederum egal, ob sie eine Therapie gemacht hat oder nicht.

  11. Addict

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von NeroDAvola Beitrag anzeigen
    30% Zuschlag halte ich für sehr sehr milde. Psychische Erkrankungen* sind ein extremer Kostenfaktor und es ist mit dem Höchstsatz zu rechnen, ob die Beihilfe hier vielleicht ausreichend abfedernd wirkt, weiß ich nicht. Ggf. lohnt die PKV überhaupt nicht mehr.
    Ich sehe auf der Arbeit regelmäßig ausgefüllte Anträge zur Aufnahme in die PKV und danach auch die Beitragshöhen und kann dem auf jeden Fall zustimmen. Der Beitrag erhöht sich schon, wenn eine Person angibt, 1-mal (also nicht mehrere Termine, sondern 1 Termin) bei einer psychologischen Beratung gewesen zu sein. Noch teurer als bei psychologischen Sachen wird es eigentlich nur noch bei zurückliegenden Krebserkrankungen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.
    Da es bei uns um Leute geht, die ohnehin nur begrenzte Zeit in Deutschland (und damit auch nur begrenzte Zeit versichert) sind, könnte ich mir vorstellen, dass es bei Leuten, die "für immer" versichert sind, noch etwas düsterer aussieht.
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  12. Newbie

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von shine.on. Beitrag anzeigen
    Die Angst ist doch, nicht verbeamtet zu werden, oder? Arbeiten kann sie ja auch angestellt - da ist dann wiederum egal, ob sie eine Therapie gemacht hat oder nicht.
    Genau, es geht um die Verbeamtung. (Klar KANN man auch für 1000€ Netto weniger den exakt selben Job machen. )

  13. Regular Client

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von ventilador Beitrag anzeigen
    Genau, es geht um die Verbeamtung. (Klar KANN man auch für 1000€ Netto weniger den exakt selben Job machen. )
    Ja, ich weiß, aber tauglich wäre sie ja ohnehin für den Beruf, wenn sie auch das ref ja erfolgreich bestanden hat.
    Dass der Gehaltsunterschied extrem ist, ist natürlich nicht wegzudiskutieren.

    Ich kenne sowohl als auch: bei einer war auch eine langjährige Therapie egal, eine andere wurde aufgrund einer kürzeren stationären Therapie (Todesfall in der Familie) nicht verbeamtet :/

  14. Addict

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Ganz doofe Frage, aber ist der Gehaltsunterschied dann eigentlich noch wirklich groß, wenn man die Krankenversicherung mitberücksichtigt? Also als Beamte hat man netto ja zwar an sich mehr, aber davon geht ja die KV (zur Hälfte) ab - lohnt sich das dann in jedem Fall?

    (Also jetzt allgemein gefragt, nicht unbedingt auf die Schwester der TE bezogen)
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  15. Ureinwohnerin

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Vielleicht habe ich es überlesen: wie hat sie es denn beim ersten Amtsarztsbesuch gemacht? Verschwiegen?

  16. Foreninventar

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Fürs ref muss man nicht zum Amtsarzt. Zumindest nicht in nrw.

  17. Ureinwohnerin

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Ah, hier schon.
    Aber es stand ja auch was von "war angestellt und muss deshalb jetzt noch mal hin" da.

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von shine.on. Beitrag anzeigen
    Ich kenne sowohl als auch: bei einer war auch eine langjährige Therapie egal, eine andere wurde aufgrund einer kürzeren stationären Therapie (Todesfall in der Familie) nicht verbeamtet :/
    Ich glaube, das ist dann echt davon abhängig, wie die Amtsärztin das einschätzt.
    Ich kenne von früher noch Leute, die damals echt kaputt waren, mehrere Jahre in Behandlung, auch medikamentös, und die sind verbeamtet worden, weil sie als geheilt eingestuft wurden.

    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Ganz doofe Frage, aber ist der Gehaltsunterschied dann eigentlich noch wirklich groß, wenn man die Krankenversicherung mitberücksichtigt? Also als Beamte hat man netto ja zwar an sich mehr, aber davon geht ja die KV (zur Hälfte) ab - lohnt sich das dann in jedem Fall?
    Über Beihilfe schon, glaube ich.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    ..manchmal zitiere ich auch im Alltag studiVZ-Gruppen..
    ʕ•͡ᴥ•ʔ

    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  19. V.I.P.

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Zitat Zitat von NeroDAvola Beitrag anzeigen
    30% Zuschlag halte ich für sehr sehr milde.
    viele pkv begrenzen im rahmen der öffnungsaktion den zuschlag für beamtInnen auf 30% und verpflichten sich, niemanden aufgrund von vorerkrankungen abzulehnen

  20. Enthusiast

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    AW: Verbeamtung: Psychotherapie beim Amtsarzt ansprechen

    Ablehnen wie früher dürfen sie seit der Gesetzesänderung (2009?) doch eh nicht mehr nur eben ein teures Angebot machen mit Leistung auf GKV-Niveau. Aber wir waren eigentlich beim Amtsarztthema, ich schweige

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