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  1. V.I.P.

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    "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ich würde gerne mal darüber diskutieren, wie ihr Folgendes seht:

    Den Ausspruch aus dem Titel hört man ja gerne, wenn es ums Thema Gendern, Feminismus, Rassismus usw. geht. Ich war immer recht genervt davon, weil ich es doof fand, dass Leute sich herausnehmen, Dinge doof zu finden, die sie selbst nicht benachteiligen (gerne ja Männer zum Gendern). Vorweg: Ich selbst finde es gut, dass sich in der Sprache etwas ändert, finde Feminismus sehr wichtig und z.B. auch gut, dass N**** aus Büchern genommen wurde.

    Aber... ich merke in manchen Bereichen, dass ich den o.g. Satz langsam auch manchmal denke Das kommt daher:

    Zum Beispiel lese ich so viele verschiedene Gender-Formen, dass ich nicht mehr durchblicke, welche die beste ist, die niemanden ausschließt. Finde das mitunter tatsächlich schwierig, obwohl ich es wichtig finde und ärgere mich, dass es einfach irgendwie gemacht wird anstatt dass man sich wirklich ernsthaft mal was Gutes und Allgemeingültiges überlegt. Dann hab ich das Gendern mal vergessen und wurde direkt angemacht. Außerdem bin ich in einer Veganer-FB-Gruppe, wo sich regelmäßig angemacht wird, weil man eigentlich gar nichts mehr richtig machen kann. Vegan leben und alte Lederschuhe tragen = Teufel. Alle 3 Jahre mal eine Ausnahme beim Essen machen = "Dann kannst es auch gleich lassen". Vegane Produkte von Firma xy essen = "Die verkaufen auch Fleisch, alles Verbrecher, kann man nicht kaufen!!!" usw. Dazu kamen dann noch tausend andere Sachen. Eine Person schreibt "Ich bin süchtig nach diesem Gericht" und es ranten einige, dass man das Wort Sucht nicht so verharmlosen soll usw. Dann schrieb mal jemand, dass ihn das triggert und dann kam der nächste und sagt, dass die meisten Menschen ja gar nicht echt getriggert seien und das Wort nicht so inflationär benutzen soll usw. Dann war es letztens nicht in Ordnung, dass jemand ohne Triggerwarnung geschrieben hat, dass er/sie Rezepte mit vielen Kalorieren sucht. Weil das ja Leute mit Esstörungen triggert. In einer Essensgruppe übrigens... Dann hab ich letztens den Rant gegen die Hautfarbenbuntstifte gelesen, weil das wohl auch nicht richtig ist. Dazu soll jetzt jeder bei Insta hinter seinen Namen (he/his oder she/her) schreiben, weil man sonst ein ignorantes Arschloch wäre, weil Menschen, denen man es nicht ansieht, dann immer so auffallen, wenn sie es als einzige da stehen haben. In jüngster Zeit dann noch die Sache mit den pinken Handschuhen usw. Das sind echt nur einige wenige Beispiele...

    Um es zusammenzufassen: ich verstehe in den meisten Fällen, warum etwas kritisiert/geändert wird. Finde es sogar meistens gut und wichtig! Aber.. ich komme echt nicht mehr hinterher und verstehe manchmal, dass es Menschen gibt, die sich langsam nur noch kritisiert fühlen, weil irgendwie alles "falsch" ist....

    Wie geht es euch damit? Und wie kann man damit umgehen? Ich finde das sau schwierig...

  2. Ureinwohnerin

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ich würde mir solche FB-Gruppen echt nicht geben.
    Und ansonsten: also nur weil es ganz viele Optionen beim Gendern gibt, würde ich es jetzt nicht weglassen. Mach ich schon auch mal, weil ich es vergesse. Aber ich schaue schon, „es gut zu machen“. Bin da jetzt aber nicht so streng mit mir. Und habe gelernt, dass ich Internetdiskussionen häufig ziemlich sinnlos finde
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  3. Member

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Also erstmal wuerde ich sagen, dass der Satz keinen Sinn macht, denn man kann praktisch alles sagen, was man will, muss aber dann auch mit den Konsequenzen leben können. Er löst in mir sofort die Assoziation aus, dass der Sprechende eher meint, er will alles ohne Widerworte sagen können.

    Speziell zu deinem Post: Ich denke, es kommt auf die Gesellschaft an, in der man gewisse Dinge äussert. Zum Beispiel wuerde ich mich im Internet generell und in Facebookgruppen speziell ( ) fragen, ob sich solche Personen auch so beleidigend oder radikal im echten Leben äussern wuerden, wenn ihnen ein echter Mensch gegenuebersitzen wuerde und nicht nur ein Bildschirm. Ich denke nämlich eher nicht.
    Geändert von Nameschonweg (20.04.2021 um 10:25 Uhr)
    Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht.

  4. Regular Client

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    Ich würde mir solche FB-Gruppen echt nicht geben.
    aber echt. Ich war neulich kurzzeitig so einer Naturgartengruppe beigetreten weil ich dachte schön da kann man Anregungen kriegen und das Thema Garten kann ja wohl nicht so kontrovers sein, aber es war irgendwie nur Krieg da drin und total unangenehm.

    Beim Gendern wird sich das schon irgendwie einschleifen in den Sprachgebrauch.

  5. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ja, dass FB-Gruppen speziell sind, klar. Aber diese Leute denken ja auch in echten Leben so...und ich frage mich, wie die sich die Welt manchmal vorstellen... es kann einfach wirken nicht jeder wissen, was man alles gegenüber wem nicht sagen sollte... ich fand es bis zu meiner eigenen Schwangerschaft auch nicht schlimm, Leute nach dem Kinderwunsch zu fragen. Aber jetzt sehe ich das anders, daher werfe ich das erstmal niemandem vor, weil es nicht jedem so bewusst ist, was da verletzen könnte.

    Dass der Satz aus dem Titel nicht wörtlich zu nehmen ist, ist klar. Ich find den auch total doof. Aber er war für mich der Aufhänger zu dem Thema, weil ich mich manchmal frage, worauf man alles achten sollte und wie man das schaffen soll... Es wirkt manchmal so, als müsste man alles wissen. Letztens kriegte ich auch im RL mit, wie jemand einen anderen anmachte, weil er "jedem das seine" sagte. Ich weiß inzwischen auch, woher das kommt, aber ganz ehrlich, noch nicht lange... ich glaube, mich nervt einfach dieses Anspruchsdenken, dass jeder alles wissen und bedenken muss, was einfach unmöglich ist. Und dass auf allem sofort herumgehackt wird ohne Rücksicht auf Verluste (wie bei den pinken Handschuhen). Ich finde das manchmal echt erschreckend. Oder den Hautfarbenbuntatiften. Da will eine Firma alles richtig machen und kassiert einen Shitstorm.... Ich denke dann halt manchmal, man sollte mal die Kirche im Dorf lassen und schrittweise Veränderungen wertschätzen, aber dann fühle ich mich auch direkt so, als würde ich die Betroffenen nicht ernst nehmen und naja, ein Teufelskreis...
    Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen...

  6. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Danke für den Thread, ich lese mal mit.
    Ich hab festgestellt, dass ich mich manchmal sehr überfordert fühle und dann einfach gar nichts sage / schreibe. Ich finde es aber gut, dass die eigenen Einstellungen und Gedanken stets herausgefordert werden und man dazu lernen kann. Nur habe ich noch keinen Weg gefunden, das in meinem Hirn zu sortieren und einen Weg zu finden, niemandem auf die Füße zu treten.

  7. Addict

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ich finde es auch ganz schön schwierig, teilweise geht es mir auch so und ich sage dann Sachen gar nicht ehe ich etwas sage, an dem sich irgendjemand stören könnte. Das ist natürlich nicht gut, aber ich habe auch das Gefühl es ist ein fließender Übergang zu Menschen, die gegen Gendern sind und das N-Wort nutzen. Ich bin da bisher nicht in der Lage, für mich eine Linie zu finden. Also, ich denke natürlich nicht, dass ich wenn ich heute nicht richtig gendere dann morgen das N-Wprt nutze und gegen Cancel-Culture wettere, aber ich kann ja auch schlecht sagen, so, es ist mir jetzt egal ob jemand dadurch verletzt wird/sich daran stört, dass ich mich über die Optionen zur Genderauswahl bei der Bestellung beim Pizzaservice amüsiere (echte Geschichte aus meinem Leben ), aber bei Themen xyz vermeide ich es unbedingt, nicht komplett inklusive Sachen zu sagen.

  8. Addict

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    In dem Zusammenhang finde ich den Umgang mit Harry Potter interessant. Die woke Generation muss nämölich entscheiden, wie sie mit der Autorin, antisemitischen Stereotypen, .... umgeht: Autorin nicht mehr nennen, überhaupt nicht mehr lesen...
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  9. Ureinwohnerin

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Man hat online häufig das Gefühl, dass das so eine schwarz-weiß-Geschichte ist (da frag ich mich auch gerade, ob der Ausdruck in Ordnung ist?), in der eigentlich jede*r wissen müsste, was richtig und was falsch ist, obwohl es tatsächlich deutlich differenzierter ist und viel mit entsprechender Bildung zu tun hat.

    Meiner Meinung nach gibt es schon Dinge, die so bekannt und etabliert sind, dass man sie wissen MUSS (wer im Jahr 2021 noch das N-Wort benutzt, macht das ziemlich sicher aus rassistischen Gründen, das hat nichts mit Unwissen zu tun) und es gibt auch Sachen, die für mich einfach ne Sache von Menschenverstand sind (dass zwei Typen glauben, Menstruationshygiene revolutionieren zu können, weil sie mal mit ner Frau zusammengelebt haben und dann nach vier Jahren Arbeit mit sonem bullshit um die Ecke kommen, ist einfach so dermaßen dämlich und leider aber auch sehr typisch für die weiße männliche Start-Up-Bubble). Bei solchen Sachen find ich klare Worte absolut angebracht, da muss man auch nichts mehr erklären.

    Gendern und entsprechende Pronomen benutzen ist für mich selbstverständlich und ein Zeichen von Respekt, aber ich glaub da muss man auch erstmal reinwachsen und da gibt es auch gefühlt jede Woche neue Regeln (die natürlich durchaus Sinn ergeben), die nicht unbedingt jede*r mitbekommt, deshalb finde ich da harte Reaktionen eher unangebracht, es sei denn es ist deutlich, dass das aus diskriminierenden Beweggründen passiert. In dieselbe Kategorie fallen für mich so Sachen wie nach dem Kinderwunsch fragen. Ich glaub da muss man öfter genauer hinschauen, statt direkt draufzuschlagen, weil sonst eben das passiert, was hier schon mehrfach gesagt wurde: irgendwann traut sich dann niemand mehr, was zu sagen, aus Angst vor Konsequenzen. Man muss keine Fleißsternchen verteilen, aber wenn sich jemand sichtlich bemüht, ist ein bisschen Nachsicht vermutlich zielführender als Hass, auch wenn das als Betroffene*r oft schwierig und es absolut nachvollziehbar ist, wenn man das in dem Moment nicht leisten kann. Da sind dann vielleicht auch eher diejenigen gefordert, die bei dem Thema keine starke emotionale Reaktion und die emotionalen Kapazitäten für Aufklärung haben.

    Trigger finde ich ein schwieriges Thema, weil das so weit ist. Ich fand es zb echt schwierig, dass hier neulich mal gefordert wurde, ein bestimmtes Thema in eine Gruppe zu verschieben, weil betroffene User*innen sich auch getriggert fühlen könnten, wenn sie den Threadtitel in der „neue Beiträge“-Übersicht sehen, während andere für viele User*innen potenziell triggernde Themen hier völlig selbstverständlich täglich, wöchentlich, monatlich ohne jede Warnung besprochen werden, obwohl den meisten hier wohl klar ist, dass das emotional belastende Themen sein können. Außerdem gibt es so viele spezielle Trigger, die man als Außenstehende*r vermutlich niemals für Trigger halten würde und dementsprechend ohne das Wissen gar nicht mit ner Warnung versehen kann. Und ganz schwierig wird es dann, wenn das, was die eine Person triggert, für die andere ein extrem wichtiges Thema ist. Sensibilität gegenüber Triggern ist wichtig, aber man kann da auch die Eigenverantwortung nicht komplett abgeben und muss selbst filtern, weil eine triggerfreie Welt nicht möglich ist.
    Geändert von poppyred (20.04.2021 um 12:07 Uhr)
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  10. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Poppyred:

    Schön geschrieben Ich sehe das ähnlich, bis auf die eine Ausnahme mit den Handschuhen. Die sind sinnfrei und die ganz Geschichte doof gelaufen, aber der Shitstorm, der da rausgekommen ist, den fand ich nicht gut. Denn für mich ist Hass und Hetze im Internet generell schlimm. Egal gegen wen. Aber das muss nicht jeder genauso sehen. (editiert, weil scheinbar falsch rüberkommen)

    Zum Trigger: Genau das dachte ich auch. In der Gruppe geht es um Essen. Einen Post vorher hatte jemand gefragt, welche leichten Gerichte es zum Abnehmen gibt und keine wollte ne Triggerwarnung. Dagegen durfte ein Beitrag mit einer Frage noch hochkalorischen Gerichten nicht stehen bleiben. Und da fragte ich mich dann, wo das noch enden soll. Und was das überhaupt bringen soll, wenn jemand vor einen Beitrag schreibt "Triggerwarnung, geht um Essen zum Zunehmen". Denn das ist nichts anderes als die Frage, die gestellt wurde. Also da macht eine Triggerwarnung einfach mal so gar keinen Sinn. Und da bekomme ich manchmal Angst, was eigentlich alles von den Menschen erwartet wird.

    Genauso mit dem "Ich bin süchtig nach..." Ich verstehe, dass das durchaus für eine süchtige Person schwierig sein kann, dass das so banal benutzt wird. Aber für mich ist der Ausdruck schon immer da gewesen und ich benutze den z.B. ohne nachzudenken. Dass das trotzdem falsch sein kann, sehe ich ein, aber letztlich kriegt man es nicht immer gleich hin, das sofort 100pro umzusetzen. Ich will schon seit Jahren bestimmte Wörter nicht mehr sagen (Schimpfwörter wegen Kindern und so ) und es ist eeeeeeeecht schwer

    Und zum N-Wort: Ja, wer das noch für sich beansprucht, der ist meiner Meinung nach einfach ignorant und rassistisch. Ich kapiere nicht, wie man das auch immer wieder anbringen muss. Wie viele Leute ich mitkriege, die bei der Frage danach, ob sie einen Schaumkuss möchte, sagen "Hahaha, das heißt für mich immernoch N*kuss. Ich kenn ja niemanden, der das schlimm findet...blablub..."
    Geändert von Lucina (20.04.2021 um 14:10 Uhr)

  11. Senior Member

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ich würde mich auf jeden Fall freuen, gerade in diesem Thread das N-Wort nicht lesen zu müssen (so viel zum Thema Trigger). Das zeigt, wie noch viel zu tun ist und dass sich niemand auf irgendwas ausruhen kann und schon mal gar keine Dankbarkeit etc bekommt (von mir zumindest nicht, ich würde jahrzehntelang retraumatisiert und werde garantiert nicht vor Demut zu Kreuze kriechen, weil das jetzt nicht mehr täglich, sondern nur noch alle zwei Tage geschieht).

  12. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ehrlich, du wirfst mir da eindeutig zu viele Themen durcheinander und bewertest sie alle gleich schlimm.

    Facebook Gruppen sind per se einfach dumm, ob das jetzt eine Veganer-Gruppe oder eine Häkel-Gruppe ist.

    Ob sich da jetzt jemand darüber aufregt, weil ein anderer Lederschuhe trägt ist für mich NICHT gleichwertig, wie die Rücksichtnahme im Sprachgebrauch auf mehr als ein Geschlecht.

    Die Typen mit den pinken Handschuhen haben verdient was sie gekriegt haben.
    Wer heute ein Produkt mit dermaßen vielen Fails (ich glaube ich komme alleine auf 10 schwachsinnige Punkte an diesem Produkt) auf den Markt bringt und sich dabei abfeiert wie der Erretter aller Frauen, der hat einen Shitstorm in dieser Stärke mehr als verdient.


    Nein, man MUSS nicht alles wissen um sich korrekt zu verhalten und auszudrücken. Aber wenn man es gesagt bekommt, kann man es annehmen und sich entsprechend verhalten.
    Niemand von uns weiß alles, die meisten hatten eine Entwicklung oder befinden sich stetig darin.

    Ich persönlich empfinde es aber eher als unsympathisch, wenn sich jemand über diese Entwicklung beschwert oder sie als schwierig empfindet. Ich weiß nicht was daran schwierig sein soll, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen. Wo es doch immer ein Thema ist, das man so gerne für sich beansprucht.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  13. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Ergänzend dazu empfinde ich die "es gibt jetzt so viele auf die ich Rücksicht nehmen muss, ich verliere den Überblick" - Haltung, als ausgesprochen privilegiert und weiß.

    Es bedeutet, mehr Menschen haben einen Stimme und eine Haltung und möchten gesehen werden.

    Damit überfordert zu sein, sollte einem eigentlich nur aufzeigen, die eigene Blase mal dringend zu verlassen.
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    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  14. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Schade, dass du mich scheinbar falsch verstanden hast. Ich habe deutlich geschrieben, dass ich all diese Veränderungen gut und wichtig finde, insbesondere im Sprachgebrauch. Trotzdem finde ich es als eigentlich sehr informierter Mensch schwierig, immer alles auf dem Zettel zu haben, was man nicht sagen sollte, weil es jemanden verletzen könnte. Und tatsächlich sehe ich es nicht als hilfreich an, eine Triggerwarnung vor einen Beitrag mit einer Frage nach Essen in einer Kochgruppe zu setzen. Und ich finde Facebook-Gruppen nicht per se "dumm" und ich finde auch nicht, dass Menschen Hass und Morddrohungen verdient haben. Schön, wenn das deine Meinung ist, aber tut mir leid, auf diesem Niveau bewege ich mich nicht.

    Ich wollte hier gerade diese Diskrepanz diskutieren, die ich habe, weil ich FÜR Gendern, FÜR das Streichen mancher Wörter aus Büchern und Co bin, aber manchmal Erwartungen gegenüberstehe, die ich nicht erfüllen kann, weil ich es einfach nicht wusste, dass es das gibt und dass sich eine Person von einem Ausdruck verletzt fühlen kann. Und ich habe für mich festgestellt, dass ich diese Erwartungen und dem Umgang damit schwierig finde, weil man eben direkt abgestempelt wird, weil man einmal vergessen hat zu gendern oder sonst was gesagt hat. Ich finde es spannend, zu sehen, wie es anderen damit geht. Wenn ich gegen all das wäre, wäre es mir auch egal, was andere davon halten, wenn ich nicht gendere Aber so ist es ja nicht. Ich finde es nur schwierig, dass Menschen, die sich echt Mühe geben (damit meine ich nicht die Handschuhmänner), trotzdem angegangen werden. Da ist mir das Beispiel mit den Hautfarbenbuntstiften zu eingefallen. Ich hätte bis vor Kurzem nicht mal ansatzweise gewusst, was daran nun ernsthaft falsch sein kann. Die Argumente der "Gegner" verstehe ich, aber ein Shitstorm halte ich da nicht für angemessen. Der war auch nicht so riesig wie das Ding mit den Handschuhen, aber schon auch nicht klein. Und das finde ich für mich schwierig und tausche mich dazu gerne aus, wie es anderen damit geht Dir geht es damit gut, das weiß ich jetzt
    Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen...

  15. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Weißt du, ich würde das allen abnehmen, Morddrohungen und Hass schlimm zu finden, fänden sie es auch tatsächlich immer schlimm.
    Tun sie aber nicht.

    Jetzt wo es zwei weiße Dudes erwischt hat, ist es auf einmal total verabscheuungswürdig. Passiert Frauen, Linken, dem Migrationshintergrund halt nur täglich.

    Deshalb finde ich es so ungünstig, ausgerechnet diese zwei Dudes für einen "ungerechtfertigten" Shitstorm zu nehmen.


    Der Thread-Titel ist derart provokant gewählt, ich habe einfach nicht den Eindruck, als ginge es NUR darum, es schwierig zu finden auf ALLE Rücksicht zu nehmen.
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  16. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Und du machst jetzt genau das, was ich oben meinte. Anstatt dich sachlich damit auseinanderzusetzen, greifst du mich direkt an und steckst mich in die weiß-und-privilegiert-Schublade. Genau DAS ist das, womit ich mich auseinandersetzen möchte. Weil ICH genau diese Schubladen auch aufgemacht habe, sobald Menschen sagten, sie haben sich bei Ausdruck xy nichts gedacht. Anstatt Menschen zuzugestehen, dass sie nicht alles auf dem Zettel haben KÖNNEN, habe ich sie direkt verurteilt und genau DAVON möchte ich weg. Weil ich jetzt selbst durch viele Gruppen und Unterhaltungen mitbekommen habe, dass es selbst für mich als Menschen, der aufgeklärt ist und sich viel informiert, nicht richtig klar ist, was in manchen Bereichen bisher das richtige Wort/die richtige Verwendung ist (beim Gendern z.B. gibt es ja verschiedene Lager mit Sternchen oder Doppelpunkt usw.). Ich habe für mich das Gefühl, dass es aktuell viele Dinge gibt, die man kritisiert. Viele zu recht, aber sicher auch einige, bei denen man vielleicht auch andere Standpunkte zulassen sollte (wie bei der Essensgruppe), weil es einfach keine Möglichkeit gibt, in einer Essensgruppe alles zu vermeiden, was eine Person mit Essstörung triggern könnte. Ich denke, jeder ist selbst in der Verantwortung und wenn mich FRagen nach Essen triggern, kann ich irgendwie nicht erwarten, dass eine Essensgruppe bei FB für mich zumacht. Mal überspitzt ausgedrückt. Und trotzdem finde ich es wichtig, im Alltag Rücksicht zu nehmen. Aber wenn eine Freundin mit Essstörung mit mir ins Restaurant geht, kann ich ja schlecht sagen, wir essen alle nichts, damit sie sich nicht doof fühlt. Ich hoffe, man versteht, was ich meine. Man muss reden und das würde ich immer vorher klären. Aber dass man beschimpft wird, weil man eine Redewendung sein Leben lang benutzt und nicht wusste, welchen Hintergrund sie hat, finde ich schwierig. Ich ich verstehe, dass es Menschen gibt, die manchmal wirklich das Gefühl haben, nur noch in Fettnäpfchen treten zu können. Und diese Diskrepanz ist für mich gerade ein Problem, worüber ich mich austauschen wollte. Ich bin für Veränderung in der Sprache (ich fand sogar die Rechtschreibreform gut, mit einigen Ausnahmen ) und für Rücksichtnahme für bisher diskriminierte Gruppen. ich will aber weg davon, es meinem 80jährigen Vater übel zu nehmen, dass er nicht weiß, was LGBTQ und diverse Ergänzungen bedeuten und welche Form davon nun die richtige ist, die wirklich alle mit einschließt. Denn er weiß das nicht aus böser Absicht nicht. Und genauso würde ich mir wünschen, dass Menschen das in anderen Bereichen auch tun. Dass sie es vorsichtig und freundlich ansprechen, wenn sie finden, dass der Ausdruck "ich bin süchtig nach Datteln!" nicht gut ist. Aber sowas wird immer gleich in einem Ton angesprochen..himmel.. Und genau das ist es. Ich selbst als jemand, der es hasst, wenn Menschen alles egal ist und finden, es braucht keine Veränderung, merke grad an mir selbst, dass auch ich so vieles falsch mache, weil ich es einfach nicht wusste und nicht berücksichtigen KONNTE. Und das macht mir Gedanken, wie man damit heutzutage umgehen sollte...
    Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen...

  17. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Weißt du, ich würde das allen abnehmen, Morddrohungen und Hass schlimm zu finden, fänden sie es auch tatsächlich immer schlimm.
    Tun sie aber nicht.

    Jetzt wo es zwei weiße Dudes erwischt hat, ist es auf einmal total verabscheuungswürdig. Passiert Frauen, Linken, dem Migrationshintergrund halt nur täglich.

    Deshalb finde ich es so ungünstig, ausgerechnet diese zwei Dudes für einen "ungerechtfertigten" Shitstorm zu nehmen.


    Der Thread-Titel ist derart provokant gewählt, ich habe einfach nicht den Eindruck, als ginge es NUR darum, es schwierig zu finden auf ALLE Rücksicht zu nehmen.
    Das ist dein Eindruck und da kann ich dann nicht viel machen. Der Titel ist bewusst gewählt, weil mich dieser Satz oft sehr "getriggert" hat und ich sofort in schlechter Laune war, wenn den jemand gesagt hat, weil ich es scheiße fand, dass die Person das nicht ernst nimmt. Nur dachte ich sowas in der Art halt auch in letzter Zeit mal und das fand ich spannend. Aber das musst du mir natürlich nicht glauben. Und ich finde Hass in alle Richtungen und IMMER schlimm. Aber auch das musst du mir nicht glauben. Kann ich wohl auch schwer beweisen. Ich weiß nicht, was du erlebt hast, dass du da grad so aggro bist, aber da kann ich wenig gegen tun. Wenn andere Hass und Morddrohungen nicht schlimm finden, dann musst du das nicht an mir auslassen.
    Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen...

  18. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Man macht es besser beim nächsten Mal und nimmt Rücksicht.

    Und wenn man dem nicht zustimmt, wie jetzt zum Beispiel die Dinge in dieser FB Gruppe, dann geht man weiter und macht es anders, oder halt nicht.

    Aber vielleicht verstehe ich den großen Schmerz da gerade einfach nicht...


    Und bezüglich Opas und Väter und alte Menschen an sich. Ich hab es immer so gehalten "du darfst noch ein Kraftfahrzeug führen, wählen gehen? Dann kann ich dir jetzt auch erklären, wieso N* jetzt uncool ist und warum das so ist."
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

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    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  19. Regular Client

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ehrlich, du wirfst mir da eindeutig zu viele Themen durcheinander und bewertest sie alle gleich schlimm.

    Facebook Gruppen sind per se einfach dumm, ob das jetzt eine Veganer-Gruppe oder eine Häkel-Gruppe ist.

    Ob sich da jetzt jemand darüber aufregt, weil ein anderer Lederschuhe trägt ist für mich NICHT gleichwertig, wie die Rücksichtnahme im Sprachgebrauch auf mehr als ein Geschlecht.

    Die Typen mit den pinken Handschuhen haben verdient was sie gekriegt haben.
    Wer heute ein Produkt mit dermaßen vielen Fails (ich glaube ich komme alleine auf 10 schwachsinnige Punkte an diesem Produkt) auf den Markt bringt und sich dabei abfeiert wie der Erretter aller Frauen, der hat einen Shitstorm in dieser Stärke mehr als verdient.


    Nein, man MUSS nicht alles wissen um sich korrekt zu verhalten und auszudrücken. Aber wenn man es gesagt bekommt, kann man es annehmen und sich entsprechend verhalten.
    Niemand von uns weiß alles, die meisten hatten eine Entwicklung oder befinden sich stetig darin.

    Ich persönlich empfinde es aber eher als unsympathisch, wenn sich jemand über diese Entwicklung beschwert oder sie als schwierig empfindet. Ich weiß nicht was daran schwierig sein soll, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen. Wo es doch immer ein Thema ist, das man so gerne für sich beansprucht.
    .
    let the good times roll.

  20. V.I.P.

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    AW: "Was darf man denn überhaupt noch sagen?"

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Man macht es besser beim nächsten Mal und nimmt Rücksicht.

    Und wenn man dem nicht zustimmt, wie jetzt zum Beispiel die Dinge in dieser FB Gruppe, dann geht man weiter und macht es anders, oder halt nicht.

    Aber vielleicht verstehe ich den großen Schmerz da gerade einfach nicht...


    Und bezüglich Opas und Väter und alte Menschen an sich. Ich hab es immer so gehalten "du darfst noch ein Kraftfahrzeug führen, wählen gehen? Dann kann ich dir jetzt auch erklären, wieso N* jetzt uncool ist und warum das so ist."
    Mein Vater sagt dieses Wort auch nicht Ich glaube tatsächlich, du verstehst nicht, worum es mir geht... schade... Ich kann es scheinbar auch nicht besser erklären. Ich möchte Rücksicht nehmen und mache das. Verpeile es manchmal aber einfach auch, weil sich 30 Jahre lang eingeschlichene Ausdrücke und Redewendungen nicht einfach mal mit einem Mal umändern lassen. Oder hast du direkt von vornherein ohne einen einigen Fehler beim Sprechen durchgängig richtig gegendert? Respekt. Ich habe da manchmal Sätze, da komm ich heute immernoch nicht klar, wie es richtig wäre... . Aber scheinbar bist du genau so jemand, für den es nicht okay ist, einen Fehler zu machen und etwas mal unbedacht gesagt zu haben, was einem später wirklich leid tut, weil es einem nicht bewusst war, dass das schwierig sein könnte. Schade. Mehr kann ich dir auch nicht erklären, was ich meinte. Ich hatte heute eine Art Weltschmerz, weil so viel Scheiße grad passiert und immernoch so viele Menschen ausgegrenzt werden und ich so vieles richtig machen möchte, aber an meine Grenzen komme und manchmal nicht mehr weiß, wo ich noch anfangen soll, weil ich nicht alles weiß, was andere verletzen könnte. Das hat mich beschäftigt.
    Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen...

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