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  1. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von mais Beitrag anzeigen
    Die nouvelle vague arbeitete sich aber am mainstream (papas kino...) ab, der neue deutsche film der zeit am heimatfilm. Das ist dann der punkt, an dem man heute die fehlende innovation bemängeln könnte
    Aber Bridgerton bezieht sich doch auch auf ein ganzes Genre, das sich wiederum auf Regency-Literatur bezieht. Das kommt ja auch nicht aus dem Nichts.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  2. Member

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Und ich glaube, Repräsentation Wirksamkeit abzusprechen hängt oft damit zusammen in einer Bubble zu sein, in der tatsächlich alle was mit jemanden wie Godard anfangen können und daher das Bewusstsein dafür fehlt was es mit anderen Menschen machen kann in Serien usw. mit bisher unsichtbaren Gruppen konfrontiert zu werden. Sowohl für Angehörige solcher Gruppen als auch jene, die sonst gar keine Verbindung dazu haben. Natürlich ist das nicht großartig politisch, aber eben auch nicht völlig wirkungslos.
    Absolut! Es sollte halt nicht da stoppen, nach dem motto, ,ihr seid doch jetzt repräsentiert, was wollt ihr denn noch?‘

    Weil das ja schon auch so stattfindet, ist ja auch gerade in queeren kontexten zb oft ein streitpunkt, ist mit der ,ehe für alle‘ schon alles erreicht?
    Oder hat ,man‘ sich mit einem aspekt der bürgerlichen institutionalisierung abspeisen lassen und soll sich jetzt gefälligst mal damit zufrieden geben?

    Lässt sich ja auch auf feministische Kämpfe ausweiten usw.

  3. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    das stimmt, "jeder" war übertrieben. aber ich würde der nouvelle vague ungefähr den selben Bekanntheitsgrad zuerkennen wie etwa Thomas Mann. Und von dem würde nun auch niemand behaupten, dass er "randständig" gewesen wäre und nur wenige ihn gekannt hätten.

  4. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    direkt Mainstream vielleicht nicht, aber meiner Einschätzung nach schon eine einflussreiche Bewegung. jeder kennt heute zumindest den Namen der Nouvelle Vague und hat von Godard schonmal gehört.
    Ich hab echt kurz überlegt ob du das ironisch meinst.
    Aber daran sieht man, wie gefangen die Diskussion in der Bubble ist. Das erklärt aber auch deine Meinung über die linke Bewegung in den 70ern.

    Ich denke eher, die Leute die das kennen, bewegt sich im Promille - Bereich und genauso wie die Studentenbewegung ist es eine so theoretische Form, dass das praktische schon beinahe verachtet wird.

    Genauso wenig wie Mitglieder der Studentenbewegung in Deutschland wohl jemals eine Fabrik betreten haben, oder nur ansatzweise Interesse an der Zusammenarbeit mit Gewerkschaften hatten (im Gegensatz zu Frankreich), finde ich schon die Behauptung solcher Nischen-Kulturen als zynisch gegenüber dem tatsächlichen Mainstream.


    Aber da sind wir wieder bei meiner Äpfel und Birnen Aussage.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  5. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    Kulturindustrie gab es damals wie heute.
    Das ist eigentlich genau der Punkt, auf den ich seit etlichen Seiten hinauswill.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  6. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Ich hab echt kurz überlegt ob du das ironisch meinst.
    Aber daran sieht man, wie gefangen die Diskussion in der Bubble ist. Das erklärt aber auch deine Meinung über die linke Bewegung in den 70ern.

    Ich denke eher, die Leute die das kennen, bewegt sich im Promille - Bereich und genauso wie die Studentenbewegung ist es eine so theoretische Form, dass das praktische schon beinahe verachtet wird.

    Genauso wenig wie Mitglieder der Studentenbewegung in Deutschland wohl jemals eine Fabrik betreten haben, oder nur ansatzweise Interesse an der Zusammenarbeit mit Gewerkschaften hatten (im Gegensatz zu Frankreich), finde ich schon die Behauptung solcher Nischen-Kulturen als zynisch gegenüber dem tatsächlichen Mainstream.


    Aber da sind wir wieder bei meiner Äpfel und Birnen Aussage.
    es hat doch niemand behauptet, dass zwischen Studentenbewegung und Gewerkschaften alles super gewesen wäre. aber de facto waren beide stärker als heute.

  7. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    das stimmt, "jeder" war übertrieben. aber ich würde der nouvelle vague ungefähr den selben Bekanntheitsgrad zuerkennen wie etwa Thomas Mann.
    Das würde ich außerhalb vom Bildungsbürgertum bezweifeln. Ich kenne den Begriff Nouvelle Vague zB nur deshalb, weil glaub ich hier mal jemand die gleichnamige Band empfohlen hat und ich den Bandnamen gegoogelt hab. Thomas Mann ist dagegen einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, den Namen hört man zumindest am Gymnasium schon in der Schulzeit.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  8. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    es hat doch niemand behauptet, dass zwischen Studentenbewegung und Gewerkschaften alles super gewesen wäre. aber de facto waren beide stärker als heute.
    Lauter vielleicht, aber stärker doch nicht.
    Wenn ich mir anschaue was Fridays for Future auf die Straße bringt, dann hat sowas nicht stattgefunden in den 70ern. Es war nur lauter.

    Und wie gesagt, mit einer massiven Überhöhung aus den eigenen Reihen, genauso wie der Gegenkräfte, die damit eine ganze Generation verteufelt haben. Ich finde man sollte auch mal anerkennen wie sehr das geprägt hat und wie wenig davon tatsächlich stattgefunden hat.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  9. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das ist eigentlich genau der Punkt, auf den ich seit etlichen Seiten hinauswill.
    ja, das sehe ich schon ein.

    ich habe bridgerton nicht gesehen, deswegen kann ich dazu kein qualifiziertes urteil abgeben. mich würde auch interessieren, was Serpentine da mit dem postfaktischen meint. allgemein scheint mir aber der unterschied von Kulturindustrie früher und Kulturindustrie heute zu sein, dass Kulturindustrie heute sehr politisch aufgeladen ist (alle Gesellschaftsgruppen sollen repräsentiert werden), während sie früher hauptsächlich der Unterhaltung diente (und dabei natürlich implizit schon auch politische Aussagen traf).

  10. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ich hab übrigens in den ganz frühen 00ern Studierendenproteste mitorganisiert und das Interesse daran war unter den anderen Studierenden gelinde gesagt eher mau. Ich glaub das sähe heute anders aus.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  11. Member

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber Bridgerton bezieht sich doch auch auf ein ganzes Genre, das sich wiederum auf Regency-Literatur bezieht. Das kommt ja auch nicht aus dem Nichts.
    Der zweite Teil, den du nicht zitiert hattest, da schrieb ich, was man als Unterschied feststellen könnte.
    An sich ist der Vergleich den ich da aufgemacht habe ja auch schief, die ganze nouvelle vague mit einer einzelproduktion vergleichen macht nur bedingt sinn. Ich würde hier dann eben eher auf netflix als ganzes gehen (hab ich im nicht zitierten Teil ja auch angerissen) um dann Medienproduktion insgesamt zu vergleichen, aber die Linie die du aufmachst ist natürlich auch plausibel, aber da geht es uns glaube ich auch einfach um unterschiedliche Dinge?
    Geändert von mais (30.04.2021 um 15:01 Uhr)

  12. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von mais Beitrag anzeigen
    An sich ist der Vergleich ja auch schief, di ganze nouvelle vague mit einer einzelproduktion vergleichen macht ja nur bedingt sinn. Ich würde hier dann eben eher auf netflix als ganzes gehen um die Medienproduktion insgesamt zu vergleichen, aber die Linie die du aufmachst ist natürlich auch plausibel, aber da geht es uns glaube ich auch einfach um unterschiedliche Dinge?
    Ich finde einfach, dass man Sachen aus dem Independent-Bereich nicht mit Netflix vergleichen kann. Dann muss man eben entweder heute auch in den Independent-Bereich schauen oder aber mit Mainstream von damals vergleichen.

    Aber ja, es kann sein, dass es uns um verschiedene Sachen geht. Für mich klang das auf den ersten Seiten einfach so, als gäbe es heute im Gegensatz zu früher keine gute Musik, keine guten Serien, keine guten Filme mehr und da wurden dann aber eben wirklich Äpfel mit Birnen verglichen. Ich vergleiche ja auch nicht Ton Steine Scherben mit ner Boygroup oder David Guetta oder was auch immer. Das funktioniert doch einfach nicht, weil das völlig unterschiedliche Bereiche sind.
    Geändert von poppyred (01.05.2021 um 23:35 Uhr)
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  13. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber ja, es kann sein, dass es uns um verschiedene Sachen geht. Für mich klang das auf den ersten Seiten einfach so, als gäbe es heute im Gegensatz zu früher keine gute Musik, keine guten Serien, keine guten Filme mehr und da wurden dann aber eben wirklich Äpfel mit Birnen verglichen. Ich vergleiche ja auch nicht Ton Steine Scherben mit ner Boygroup oder David Guetta oder was auch immer. Das funktioniert doch einfach nicht, weil das völlig unterschiedliche Bereiche sind.
    Da hast du sicherlich Recht, aber mir ging es eher um die aktuellen Bedingungen, weshalb es im Moment gar keine Bands wie Ton Steine Scherben gibt. Also weshalb es erst gar nicht dazu kommt.

  14. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Lauter vielleicht, aber stärker doch nicht.
    Wenn ich mir anschaue was Fridays for Future auf die Straße bringt, dann hat sowas nicht stattgefunden in den 70ern. Es war nur lauter.
    Fridays for Future ist aber eine soziale Bewegung mit einem einzigen Anliegen, dem Klimawandel. Die Proteste der 70er Jahre waren da deutlich breiter aufgestellt und auch von der Altersstruktur her diverser.

  15. Alter Hase

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    stimmt nicht ganz so . grad die 70er hatten u.a mit gründungen wie greenpeace ganz klare klimaanliegen.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  16. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    das ist absolut richtig. es geht ja auch gar nicht darum, zu sagen, dass in den 70ern alles top war. habe ich ja selbst geschrieben, man hatte sich da eben mit anderen Problemen auseinanderzusetzen. Und doch macht es eben einen Unterschied, ob die regierende Partei damals der Arbeiterbewegung näher stand als heute und dass nicht allerlei Dinge unter dem Label "links" firmierten (wie etwa Ökostrom zu horrenden Preisen), die de facto in der Form wenig mit sozialer Gerechtigkeit zu tun haben. Daher kann ich schon verstehen, wenn man als Marxistin sagt, man kann mit dem aktuellen Zeitgeist wenig anfangen und wünscht sich gewissermaßen ein Klima zurück, in dem der Umsturz des Ganzen "möglicher" erschien. Und die gesellschaftliche Formation hatte eben damals wie heute Auswirkungen auf die Kultur (Serien, Musik, Filme etc.)

    Ich weiß, dass ist wahrscheinlich nicht genau das, worauf serpentine hinauswollte, vielleicht würde sie mir in einigen Punkten auch widersprechen, aber so sehe ich das. Ich möchte nicht zurück in die 70er und auch nicht in die 90er, aber ich kann mich nur mäßig über die erreichten "Fortschritte" freuen.
    Nein, ich schrieb ja glaube ich bereits sogar eingangs, dass ich gar nicht behaupte, dass früher alles besser war. Ich möchte ja eben kein Retrouniversum, in das man sich einigelt und verklärt. Aber das ist unter den gegebenen Bedingungen eben schwierig. Ansonsten schließe ich mich deinem Post an.

  17. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von sternejule Beitrag anzeigen
    stimmt nicht ganz so . grad die 70er hatten u.a mit gründungen wie greenpeace ganz klare klimaanliegen.
    Ja, es gab in den 70ern natürlich auch schon eine große ökologische Bewegung. Und große Proteste, wie den gegen die Startbahn West, auch wenn das Anfang der 80er war. Der Club of Rome hatte ja schon 1972 seinen Rapport über die Grenzen des Wachstums publiziert.

  18. Alter Hase

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    die 70er und 80er waren voll davon. sehr gut so. grundlagen für heute.
    sehr subjektiv, aber bis fridays for future kam, war da nicht soooo viel ganz großes.
    aber das bleibt ja oft eher subjektiv, auch ne nach lebenslage und so.
    und Limonadenbaum..dann bist du eben meine Südseepalme

  19. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    ja, richtig.

    Das hängt aber doch zusammen, würde ich sagen. Kulturelle Inklusivität bei realem Ausschluss und gleichbleibender Ausbeutung.
    Genau das meinte ich, auch wenn ich es etwas verkürzt ausgedrückt hatte. Das ist ein wirkliches Problem, weil es, wie ich schon schrieb, für die Kulturindustrie ein leichtes ist dieser Forderung nach mehr Repräsentation nachzukommen. Ohne, dass es dafür in anderen, sozialpolitischen Fragen dann Konsequenzen hätte. Damit man das nicht falsch versteht: Ich bin da ganz klar auf der Seite der Minderheiten, um die es geht. Ich glaube nur, dass diese ja eher liberale Forderung nach mehr Repräsentation alleine uns gegenwärtig überhaupt nicht weiter bringt, wenn sie konsequenzenlos bleiben.

  20. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Serpentine, inwiefern konsequenzenlos? Dir ging es in deinem Eingangsposting doch nicht um Politik?

    Hat den wirklich jemand die Ansicht, schwarze Leute in Bridgerton zu casten habe realpolitische Folgen?

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