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  1. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    ich wollte gerade sagen, ist das nicht auch relativ normal, dass die kreativität irgendwann grenzen hat? ich meine gelesen zu haben, dass es z.b. auch nur so viele musikalische kombinationen gibt und wir bald an dem punkt sind, dass wir alles schon hatten und deshalb viele lieder ähnlich klingen.
    Die Hypothese habe ich auch schon gelesen, aber kann mir gar nicht vorstellen, dass im Bereich der elektronischen Musik, die ja historisch gesehen noch relativ neu ist, bereits alles ausgereizt ist.

  2. Member

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    ich wollte gerade sagen, ist das nicht auch relativ normal, dass die kreativität irgendwann grenzen hat? ich meine gelesen zu haben, dass es z.b. auch nur so viele musikalische kombinationen gibt und wir bald an dem punkt sind, dass wir alles schon hatten und deshalb viele lieder ähnlich klingen.
    Es gibt aber auch durch zb Streaming und Algorithmen geprägt in der Produktion Faktoren, die zu einer Vereinheitlichung von Musik führen, hier geht es zB ua darum:
    Warum der Erfolg des Streamings die Musik-Kultur gefahrdet - ZUNDFUNK - Generator | BR Podcast

    Oder auch die Tendenz, dass Pop so produziert wird, dass sich TikTok/Reel-Soundbites daraus erstellen lassen. Das sind dann schon andere Faktoren als es zb bei der klassischen Musik, was hier ja auch angebracht wurde, finde schon dass man das diskutieren kann/sollte und nicht nur auf ,Kritik am Remix/Plagiat gabs schon immer‘ reduzieren kann.

  3. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Aber auch sowas gabs ja schon immer. Die Romantik mit ihrer nostalgischen Verklärung des einfachen Lebens im Mittelalter fand auch nicht zufällig zur Zeit der Industrialisierung statt. Oder eben der historisch angehauchte Heimatfilmboom in der Nachkriegszeit. Daran war auch nichts innovativ.

    Wenn das Leben hoffnungslos ist, kommt Eskapismus in die Vergangenheit in ganz großem Stil in Mode. Das ist jetzt nicht anders.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  4. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von mais Beitrag anzeigen
    Oder auch die Tendenz, dass Pop so produziert wird, dass sich TikTok/Reel-Soundbites daraus erstellen lassen. Das sind dann schon andere Faktoren als es zb bei der klassischen Musik, was hier ja auch angebracht wurde, finde schon dass man das diskutieren kann/sollte und nicht nur auf ,Kritik am Remix/Plagiat gabs schon immer‘ reduzieren kann.
    In den 90ern und 00ern gabs dafür haufenweise stereotype gecastete Bands. Ich denke da muss man auch unterscheiden zwischen Pop generell und massentauglich produzierter Musik.

    Edit: und ich finde dieses Spielen mit soundbites bei tiktok bzw. in reels durchaus auch kreativ.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  5. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber auch sowas gabs ja schon immer. Die Romantik mit ihrer nostalgischen Verklärung des einfachen Lebens im Mittelalter fand auch nicht zufällig zur Zeit der Industrialisierung statt. Oder eben der historisch angehauchte Heimatfilmboom in der Nachkriegszeit. Daran war auch nichts innovativ.

    Wenn das Leben hoffnungslos ist, kommt Eskapismus in die Vergangenheit in ganz großem Stil in Mode. Das ist jetzt nicht anders.
    Naja aber daneben gab es die Innovation.

    Aber das was sich die ästhetische Sperrspitze der Gesellschaft hält oder als solche behauptet, kriegt kaum mehr als gestalterische Rückschau hin.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  6. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber auch sowas gabs ja schon immer. Die Romantik mit ihrer nostalgischen Verklärung des einfachen Lebens im Mittelalter fand auch nicht zufällig zur Zeit der Industrialisierung statt. Oder eben der historisch angehauchte Heimatfilmboom in der Nachkriegszeit. Daran war auch nichts innovativ.

    Wenn das Leben hoffnungslos ist, kommt Eskapismus in die Vergangenheit in ganz großem Stil in Mode. Das ist jetzt nicht anders.
    Da hast du natürlich Recht, aber zum einen gab es den besagten Dualismus mit der Innovation, wie Gewitter ja bereits schrieb. Und zum anderen gab es noch keinen Kapitalismus und damit keinen Warenfetisch, der sich auf die Kultur übertragen hatte. Die Vorzeichen, unter denen das geschah, waren andere.

  7. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    gewitter: Die technische Innovation gibts ja heute auch.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  8. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    gewitter: Die technische Innovation gibts ja heute auch.
    Ja, aber es ist ja eigentlich gerade so absurd, dass es trotz der technischen Innovationen der letzten Jahrzehnte so starke Rückbezüge zur Vergangenheit gibt.

  9. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von serpentine Beitrag anzeigen
    Da hast du natürlich Recht, aber zum einen gab es den besagten Dualismus mit der Innovation, wie Gewitter ja bereits schrieb. Und zum anderen gab es noch keinen Kapitalismus und damit keinen Warenfetisch, der sich auf die Kultur übertragen hatte. Die Vorzeichen, unter denen das geschah, waren andere.
    Naja, die Industrialisierung war der Beginn der Massenproduktion. Zu sagen, dass es da noch keinen Kapitalismus gab, finde ich etwas seltsam. Wiki sagt im Artikel über Kapitalismus folgendes:

    „Die Epoche des modernen Kapitalismus bezeichnet eine wirtschaftsgeschichtliche Periode, die im 18. Jahrhundert mit der industriellen Revolution beginnt und bis heute andauert.“
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  10. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von serpentine Beitrag anzeigen
    Ja, aber es ist ja eigentlich gerade so absurd, dass es trotz der technischen Innovationen der letzten Jahrzehnte so starke Rückbezüge zur Vergangenheit gibt.
    Finde ich gar nicht. Schneller Fortschritt erzeugt Unsicherheit und damit das Gefühl, dass früher alles einfacher und somit besser war.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  11. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Naja, die Industrialisierung war der Beginn der Massenproduktion. Zu sagen, dass es da noch keinen Kapitalismus gab, finde ich etwas seltsam. Wiki sagt im Artikel über Kapitalismus folgendes:

    „Die Epoche des modernen Kapitalismus bezeichnet eine wirtschaftsgeschichtliche Periode, die im 18. Jahrhundert mit der industriellen Revolution beginnt und bis heute andauert.“
    Es kommt da natürlich darauf an, welches Land man betrachtet. Während der Romantik in Deutschland steckte die Industrialisierung ja noch in den Kinderschuhen, in England mag das anders gewesen sein.

  12. Addict

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von serpentine Beitrag anzeigen
    Ja. Ich stimme Poppyred ja zu, dass es schon immer Retrophänomene gab, aber immer in einem Dualismus mit Innovation. D.h. die Dandys der 60er Jahre haben sich gleichermaßen bei der Regency-Ära wie der Op-Art bedient. Heutzutage hat sich das Ganze aber meiner Meinung nach so zugespitzt, so dass wir in einer Endlosschleife mit Retrophänomenen konfrontiert werden, die pars pro toto für die Alternativlosigkeit im Neoliberalismus auch kein kulturelles Entkommen ermöglichen. Also es ist ja eben gerade die Abwesenheit von Innovationen, die mich stört.
    Wir leben aber doch in einer Zeit massiver Innovation, nur eben technischer. Was seit den Neunziger Jahren allein durch die Einführung des Internets abgeht, ist doch nicht viel weniger als revolutionär. Ich finde es ziemlich verständlich, dass eine solch radikale Veränderung der Lebens- und Arbeitswelt wie wir sie erlebt haben und weiter erleben, dafür sorgt, dass man sich in einigen Bereichen eher an das Bekannte klammert, als da wären zum Beispiel Film, Mode und Musik. Retro halt. Ich denke, dass Kultur immer mit Gegenbewegung reagiert. In langweiligen Zeiten wird modern und vorwärts gedacht und in interessanten Zeiten rückwärts und beständig. Es wird immer ein Kontrapunkt gesetzt sozusagen. Ich halte das für sehr menschlich.

    Wirklich gefallen tut mir diese Entwicklung auch nicht unbedingt. Aber ich erwische mich regelmäßig beim Mitmachen. Der Sog ist halt da und mächtig.
    Don’t believe everything you think.

  13. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Finde ich gar nicht. Schneller Fortschritt erzeugt Unsicherheit und damit das Gefühl, dass früher alles einfacher und somit besser war.
    Das hängt auch wieder von der Epoche ab. Die 1960er Jahre waren ja von einem, aus heutiger Perspektive nahezu naiv anmutendem Forschritts- und Technikglauben geprägt. Dieser Futurismus spiegelte sich auch in der Mode und anderen Konsumgütern sowie der Musik wieder. Ich stimme Dir aber zu, dass die Digitalisierung bei vielen auch zu einem Unbehagen sowie einem Gefühl der Verunsicherung führt.

  14. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von serpentine Beitrag anzeigen
    Das hängt auch wieder von der Epoche ab. Die 1960er Jahre waren ja von einem, aus heutiger Perspektive nahezu naiv anmutendem Forschritts- und Technikglauben geprägt. Dieser Futurismus spiegelte sich auch in der Mode und anderen Konsumgütern sowie der Musik wieder. Ich stimme Dir aber zu, dass die Digitalisierung bei vielen auch zu einem Unbehagen sowie einem Gefühl der Verunsicherung führt.
    Das war in den 90ern ähnlich, aber da wurde der Fortschritt einfach auch anders empfunden, das war eher „alles ist möglich! “, während es heute eher „alles ist möglich! “ ist. Das hat natürlich auch Einfluss.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  15. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Das war in den 90ern ähnlich, aber da wurde der Fortschritt einfach auch anders empfunden, das war eher „alles ist möglich! “, während es heute eher „alles ist möglich! “ ist. Das hat natürlich auch Einfluss.
    Ja klar, weil der Kalte Krieg vorbei war und man sich befreit fühlte und sogar vom Ende der Geschichte sprach. Das war eben vor 9/11. Jetzt muss ich an X-Base (der Future Computer Club) denken, so ein Videospiel- und Technikmagazin von ZDF

  16. Fresher

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Und wie hier richtig festgestellt wurde, gibt es natürlich auch in vielen Bereichen massive Verbesserung, das will ich gar nicht abstreiten. Ich vertrete ja die Hypothese, dass viele Identitätsfragen, die früher innovativ im Pop verhandelt wurden, heutzutage im Gewand der Identitätspolitik überwiegend wenn auch nicht ausschließlich im Netz verhandelt werden. Ob das immer so progressiv ausfällt, wie es sich gibt, ist jetzt eine Frage der Betrachtenden.

  17. Member

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Plus die technische Innovation die momentan (in den letzten 10, 20 Jahren) stattgefunden hat ist dann eben eher die bereits genannte Ausrichtung an der Konformität zu Marktmechanismen, bei der Musik eben die Spotifyizierung.

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ich glaub ja das hat heute auch alles viel mit persönlicher Wahlfreiheit zu tun. Bis zu einem gewissen Punkt führt sich das wie Freiheit an, aber irgendwann (und der Punkt liegt wohl bei jeder*m an einer anderen Stelle) wird das zum Druck, keine Chance verstreichen zu lassen und das Allerbeste aus dem eigenen Leben zu machen, Plan B wäre schon Versagen. Dass man da irgendwann handlungsunfähig mit Netflix auf der Couch landet, überrascht mich echt null, darauf wird man nämlich leider nicht vorbereitet, weil die jeweils vorangehende Generation ja noch weniger Ahnung davon hat.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  19. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von mais Beitrag anzeigen
    Plus die technische Innovation die momentan (in den letzten 10, 20 Jahren) stattgefunden hat ist dann eben eher die bereits genannte Ausrichtung an der Konformität zu Marktmechanismen, bei der Musik eben die Spotifyizierung.
    Aber war das nicht auch schon immer so? Innovation hat ja auch schon immer kapitalistischen oder politischen Interessen gedient.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  20. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ich weiß nicht, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das alles wirklich nur ein Ding der letzten 20 Jahre ist. Das, was jetzt passiert, ist natürlich in vielen Bereichen eher nur noch Feintuning statt bahnbrechender Entwicklungen, aber Massenproduktion und auf einen bestimmten Markt abgestimmte Musik (ich werfe nochmal die wie geklont wirkenden Boygroups in den Ring) gabs doch einfach schon lange vor Spotify & Co.
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