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  1. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Klar, aber das ist doch einfach basale Kapitalismus Kritik und die war weder in den 80er, 90ern oder 00er großartig präsenter war als sie es heute ist, insofern entgeht mir hier der begründende Punkt das auf den Zeitgeist zu schieben.
    in den 70ern zumindest war aber einfach Identitätspolitik kein Problem, mit dem man sich als Marxistin in der Linken auseinanderzusetzen hatte, meine ich zumindest. zumindest nicht in der Form wie heute.

  2. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    in den 70ern zumindest war aber einfach Identitätspolitik kein Problem, mit dem man sich als Marxistin in der Linken auseinanderzusetzen hatte, meine ich zumindest. zumindest nicht in der Form wie heute.
    Dafür aber ohne Ende Sexismus seitens der Genossen. Für Marxisten mag das ne gute Zeit gewesen sein, für Marxistinnen eher nicht, wie man immer wieder liest.

    Und das mit der Nähe zu Arbeiter*innen: die war vermutlich auch eher theoretisch als real.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  3. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Dafür aber ohne Ende Sexismus seitens der Genossen. Für Marxisten mag das ne gute Zeit gewesen sein, für Marxistinnen eher nicht, wie man immer wieder liest.

    Und das mit der Nähe zu Arbeiter*innen: die war vermutlich auch eher theoretisch als real.
    Naja aber mal ehrlich: den sexismus des linken softbois gibts doch immer noch. Er trägt jetzt halt Nagellack.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  4. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    das ist absolut richtig. es geht ja auch gar nicht darum, zu sagen, dass in den 70ern alles top war. habe ich ja selbst geschrieben, man hatte sich da eben mit anderen Problemen auseinanderzusetzen. Und doch macht es eben einen Unterschied, ob die regierende Partei damals der Arbeiterbewegung näher stand als heute und dass nicht allerlei Dinge unter dem Label "links" firmierten (wie etwa Ökostrom zu horrenden Preisen), die de facto in der Form wenig mit sozialer Gerechtigkeit zu tun haben. Daher kann ich schon verstehen, wenn man als Marxistin sagt, man kann mit dem aktuellen Zeitgeist wenig anfangen und wünscht sich gewissermaßen ein Klima zurück, in dem der Umsturz des Ganzen "möglicher" erschien. Und die gesellschaftliche Formation hatte eben damals wie heute Auswirkungen auf die Kultur (Serien, Musik, Filme etc.)

    Ich weiß, dass ist wahrscheinlich nicht genau das, worauf serpentine hinauswollte, vielleicht würde sie mir in einigen Punkten auch widersprechen, aber so sehe ich das. Ich möchte nicht zurück in die 70er und auch nicht in die 90er, aber ich kann mich nur mäßig über die erreichten "Fortschritte" freuen.

  5. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Das kann ich sehr genau so unterschreiben.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  6. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ich kann durchaus mitgehen, dass diese Form der Kritik präsenter sein könnte, aber es nicht zu sein ist doch einfach kein Phänomen der letzten zehn Jahre? Und das Eingangsposting bezog sich auf diesen Zeitraum.
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  7. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Naja aber mal ehrlich: den sexismus des linken softbois gibts doch immer noch. Er trägt jetzt halt Nagellack.
    Ja, definitiv! Ich hab nur einfach oft den Eindruck, dass die 70er und teilweise auch 80er in intellektuellen Kreisen stark nostalgisch verklärt werden und das finde ich echt schwierig. Daher kommt dann vielleicht auch das Gefühl, dass heute alles blöder ist.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  8. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Ja, definitiv! Ich hab nur einfach oft den Eindruck, dass die 70er und teilweise auch 80er in intellektuellen Kreisen stark nostalgisch verklärt werden und das finde ich echt schwierig. Daher kommt dann vielleicht auch das Gefühl, dass heute alles blöder ist.
    Definitiv.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  9. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    Ich möchte nicht zurück in die 70er und auch nicht in die 90er, aber ich kann mich nur mäßig über die erreichten "Fortschritte" freuen.
    Ja, so gehts mir natürlich auch, aber wie finessa auch schon geschrieben hat ist das ja kein Problem der letzten zehn Jahre und darum gings ja hier ursprünglich.

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    Und die gesellschaftliche Formation hatte eben damals wie heute Auswirkungen auf die Kultur (Serien, Musik, Filme etc.)
    Woran denkst Du denn da, wenn Du von den 70ern sprichst? Also bei Serien, Filmen und Musik?
    Geändert von poppyred (30.04.2021 um 13:37 Uhr)
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  10. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ich finde gar nicht, dass die 70iger cooler oder besser waren. Ich will da nix verklären.
    Es gibt nur einen Punkt: die Kämpfe von damals, waren damals noch unentschieden und heute würde ich sie für gescheitert erklären. Gescheitert auf die seltsamste Art: schön gescheitert nämlich. Die Ideen sind noch irgendwie da, aber sind ins Kapital integriert worden. Zahnlos und affirmiert.
    Was also vielleicht früher(tm) mal besser war: es gab noch sowas wie eine Hoffnung. Die hab ich mittlerweile völlig aufgegeben.
    (Auch wenn es mir ganz individuell gut geht.)
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  11. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Ja, das mit der Hoffnung kann ich verstehen, so gehts mir halt mit den 90ern, die ich ja sehr bewusst erlebt hab.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  12. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Was also vielleicht früher(tm) mal besser war: es gab noch sowas wie eine Hoffnung. Die hab ich mittlerweile völlig aufgegeben.
    (Auch wenn es mir ganz individuell gut geht.)
    Das halte ich nicht für Zeitgeist, sondern für den ganz normalen Prozess des Älterwerdens.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  13. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen


    Woran denkst Du denn da, wenn Du von den 70ern sprichst? Also bei Serien, Filmen und Musik?
    Bei Filmen fällt mir da zum Beispiel die Nouvelle Vague ein, die implizit und teilweise auch explizit ziemlich politisch war. Ich denke da zum Beispiel an Godard ("Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola" etc.)

  14. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Das halte ich nicht für Zeitgeist, sondern für den ganz normalen Prozess des Älterwerdens.
    Ein Stück weit ist das schon auch Zeitgeist finde ich. Man sieht das immer gut an den Bond-Filmen, die waren in den 60ern etwas ernster, in den 70ern völlig drüber und absurd, in den 80ern wieder ernster, in den 90ern noch mehr drüber und absurd und in den 00ern/10ern wieder sehr ernst.

    Abe ja, älter werden spielt da definitiv auch eine große Rolle.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

    Borte bra, men hjemme best.

  15. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Das halte ich nicht für Zeitgeist, sondern für den ganz normalen Prozess des Älterwerdens.
    Bei mir setzt das Gefühl praktisch mit 9/11 ein. Da war ich 16. (Bestimmt mit einem Zeitverzug, weil dieses Ereignis natürlich auch Zeit brauchte um sich politisch festzusetzen.)

  16. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    Bei Filmen fällt mir da zum Beispiel die Nouvelle Vague ein, die implizit und teilweise auch explizit ziemlich politisch war. Ich denke da zum Beispiel an Godard ("Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola" etc.)
    Aber das ist dann doch echt kein Mainstream mehr, das kann man doch nicht mit Bridgerton vergleichen. Das ist genau das, was ich meinte, als ich weiter vorne geschrieben hab, dass ich das Gefühl hab, dass da für die früheren Jahrzehnte eher an alles abseits vom Mainstream gedacht wird, während man sich heute den Mainstream anschaut und dadurch entsteht dann eine gewaltige Schieflage.

    Wenn man das wirklich vergleichen wollte, müsste man für die 70er eher zB die Schlagerkömodien mit Roy Black und Chris Roberts heranziehen, die waren auch Eskapismus pur. Dann sieht der Vergleich auch direkt ganz anders aus.
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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  17. Member

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Die nouvelle vague arbeitete sich aber am mainstream (papas kino...) ab, der neue deutsche film der zeit am heimatfilm. Das ist dann der punkt, an dem man heute die fehlende innovation bemängeln könnte (weil es, platt gesagt/verkürzt, sich darauf beschränkt, dass man ne serie bei netflix mit einigen poc-charakteren besetzt, aber das wird eben nicht die politische situation von poc ändern. Und für netflix ist diese besetzung nen marktargument, nicht politisch.)

  18. Enthusiast

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von poppyred Beitrag anzeigen
    Aber das ist dann doch echt kein Mainstream mehr, das kann man doch nicht mit Bridgerton vergleichen. Das ist genau das, was ich meinte, als ich weiter vorne geschrieben hab, dass ich das Gefühl hab, dass da für die früheren Jahrzehnte eher an alles abseits vom Mainstream gedacht wird, während man sich heute den Mainstream anschaut und dadurch entsteht dann eine gewaltige Schieflage.

    Wenn man das wirklich vergleichen wollte, müsste man für die 70er eher zB die Schlagerkömodien mit Roy Black und Chris Roberts heranziehen, die waren auch Eskapismus pur. Dann sieht der Vergleich auch direkt ganz anders aus.
    direkt Mainstream vielleicht nicht, aber meiner Einschätzung nach schon eine einflussreiche Bewegung. jeder kennt heute zumindest den Namen der Nouvelle Vague und hat von Godard schonmal gehört.

    aber es stimmt schon, direkt vergleichen mit Bridgerton kann man das natürlich nicht. Kulturindustrie gab es damals wie heute.

    Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass es heute insgesamt keine spannenden Kulturprodukte mehr gibt. Man muss nur ein bisschen danach suchen. Bei Filmen empfehle ich zB Julian Radlmaier.

  19. V.I.P.

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    jeder kennt heute zumindest den Namen der Nouvelle Vague und hat von Godard schonmal gehört.
    Nein, es hat definitiv nicht „jede_r“ davon gehört.

    Und ich glaube, Repräsentation Wirksamkeit abzusprechen hängt oft damit zusammen in einer Bubble zu sein, in der tatsächlich alle was mit jemanden wie Godard anfangen können und daher das Bewusstsein dafür fehlt was es mit anderen Menschen machen kann in Serien usw. mit bisher unsichtbaren Gruppen konfrontiert zu werden. Sowohl für Angehörige solcher Gruppen als auch jene, die sonst gar keine Verbindung dazu haben. Natürlich ist das nicht großartig politisch, aber eben auch nicht völlig wirkungslos.

  20. Ureinwohnerin

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    AW: Wenn man dem Zeitgeist nichts abgewinnen kann...

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Nein, es hat definitiv nicht „jede_r“ davon gehört.

    Und ich glaube, Repräsentation Wirksamkeit abzusprechen hängt oft damit zusammen in einer Bubble zu sein, in der tatsächlich alle was mit jemanden wie Godard anfangen können und daher das Bewusstsein dafür fehlt was es mit anderen Menschen machen kann in Serien usw. mit bisher unsichtbaren Gruppen konfrontiert zu werden. Sowohl für Angehörige solcher Gruppen als auch jene, die sonst gar keine Verbindung dazu haben. Natürlich ist das nicht großartig politisch, aber eben auch nicht völlig wirkungslos.
    Ja und ja!
    Geändert von poppyred (30.04.2021 um 16:27 Uhr)
    „Sie schauen mich grad an als bräuchte ich eine Farbberatung, aber ich bin ganz zufrieden mit schwarz!“

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