Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. Enthusiast

    User Info Menu

    Ärger auf der Arbeit

    Ich würde gerne mal generell über dieses Thema sprechen. Ich bin nach meinem relativ langen Studium nun in meinem ersten Job gelandet (Vertretung) und heute gab es Ärger zwischen verschiedenen Personen wegen Verantwortlichkeiten.

    Es geht mir jetzt nicht um die konkrete Sache heute eigentlich, eher um eure allgemeinen Erfahrungen/Gedanken zu dem Thema. Mir scheint es so, dass Ärger auf der Arbeit eigentlich unvermeidlich ist, zum einen, weil man wirklich viel Zeit miteinander verbringt, sich abstimmen muss und davon ja auch finanziell abhängig ist, zum anderen, weil es - zumindest bei größeren Firmen/Projekten - ja auch meistens Personen gibt, die nicht ganz einfach zu handlen sind/zu Wutausbrüchen neigen o.Ä.

    Muss man das einfach als Gegebenes akzeptieren? Wie geht ihr damit um? Wie ist eure Situation bei der Arbeit, habt ihr da oft Ärger?
    Gibt es Gruppen/Cliquen, die sich gegenseitig unterstützen?

    Für mich ist dieses ganze Thema nicht ganz leicht, da ich eigentlich eher eine ruhige, nachgiebige Person bin, und es nicht mein Naturell ist, Leute einfach so aus dem Nichts anzugehen. Wenn das andersrum aber passiert, find ich das natürlich scheiße und will mich wehren. Im Grunde hätte ich gerne eine Arbeit, bei der ich überhaupt nicht von anderen und deren Launen abhängig bin, was aber in meinem Feld recht unwahrscheinlich ist.
    Wenn man selbständig ist, ist das vielleicht etwas besser, aber auch dann hat man mit schwierigen Kunden zu kämpfen.

    Geht es euch ähnlich? Muss man sich da einfach ein dickeres Fell zulegen?

    Mir schwant halt, dass es "kein Entkommen" gibt und gleichzeitig merke ich, dass auf regelmäßig vorkommenden Ärger auf der Arbeit wirklich keine Lust und Nerven habe.

  2. V.I.P.

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    Mir scheint es so, dass Ärger auf der Arbeit eigentlich unvermeidlich ist
    Ja. Auch im privaten Rahmen ist ja unvermeidlich, dass es ab und zu irgendeine Form von Ärger gibt. Im Job gehört es meiner Meinung nach grundsätzlich dazu. Von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz unterscheidet sich nur das Ausmaß des Ärgers und auch die Art des Ärgers. Arbeiten zu gehen unterliegt ja grundsätzlich Zwängen. In einer Firma gibt es grundsätzlich unterschiedliche Interessen verschiedener Subjekte (und wenn es nur ist, dass jeder möglichst wenig arbeiten will und die anderen mehr arbeiten sollen als der basalste Konflikt überhaupt) und somit Auseinandersetzungen. Beruflich kommt man auch mit Leuten zusammen, die man privat keines Blickes würdigen würde.

    Muss man das einfach als Gegebenes akzeptieren? Wie geht ihr damit um? Wie ist eure Situation bei der Arbeit, habt ihr da oft Ärger?
    Gibt es Gruppen/Cliquen, die sich gegenseitig unterstützen?
    Was Kollegen angeht, so ermöglicht mein Beruf es, wechselnde Kollegen zu haben und nicht jeden Tag die gleichen. Das finde ich ein nicht zu unterschätzendes Plus. Zwar hat man ab und zu mal Schichten mit Leuten, mit denen man sich nicht versteht, aber es kommt eben nicht zu der Situation, dass man eigentlich jeden Tag beim Aufstehen schon kotzt, weil man mit dem Typen, mit dem man sich das Büro teilt, einfach überhaupt nicht klar kommt.

    Konflikte mit Kunden gehören aus meiner Sicht auch zur Tagesordnung. Meine Branche, Gesundheitswesen, empfinde ich als absolut komplett pervers. Das kann man für viele andere Arbeitsbereiche aber sicher auch so sagen und empfinden, wahrscheinlich ist das weniger ein Alleinstellungsmerkmal meiner Branche als ich es subjektiv empfinde.

    Aus meiner Sicht:

    1) Man gewöhnt sich daran, wird durch öfteres Erleben im Verlauf dauer-entillusioniert und erwartet im Verlauf einfach weniger von seinen Mitmenschen und betrachtet alles, was im Job passiert, entspannter. Jede Interaktion zwischen Menschen ist in gewisser Form gleichzeitig eine Beziehungserfahrung. Beim Job sollte aber diese Art Beziehungserfahrung in meinen Augen eine möglichst geringe Rolle spielen. Aus meiner eigenen Sicht kann ich sagen, dass man (ich) als Berufsanfänger viele Dinge als auf sich selbst bezogen erlebt, die es in dem Ausmaß gar nicht sind und vor allem auch nicht sein sollten. Das ganze ist ein Job, und den Leuten, mit denen wir dabei zu tun haben, sind wir 98%ig egal. Es geht beim Job überhaupt nicht um uns.

    Ich habe den Eindruck, ein dickeres Fell bekommt man mit der Zeit im Beruf und mit dem Älterwerden von ganz alleine. Früher habe ich mich und andere einfach viel ernster genommen.

    2) Man sollte sich Bereiche suchen, in denen man mit Ärger konfrontiert wird, mit dem man besser umgehen kann. Mit der Zeit findet man das raus, was einen mehr ärgert und was einen weniger ärgert.

    Für mich ist dieses ganze Thema nicht ganz leicht, da ich eigentlich eher eine ruhige, nachgiebige Person bin, und es nicht mein Naturell ist, Leute einfach so aus dem Nichts anzugehen. Wenn das andersrum aber passiert, find ich das natürlich scheiße und will mich wehren. Im Grunde hätte ich gerne eine Arbeit, bei der ich überhaupt nicht von anderen und deren Launen abhängig bin, was aber in meinem Feld recht unwahrscheinlich ist.
    Wirst du nicht bekommen, solange du mit anderen Leuten zu tun hast. Es gibt Leute, die es schaffen, eine Stelle als Förster zu bekommen und tatsächlich relativ wenig Interaktion mit Kollegen zu haben. Aber auch als Förster gibts mit Sicherheit Quellen für Ärger.

    Dieses "andere Leute aus dem Nichts angehen" oder auch so Dinge wie Leute anschreien oder so finde ich auch relativ uncool und habe da keinen Bock drauf. Ich habe mich inzwischen so dran gewöhnt, dass ich damit auch umgehen kann. Die Taktik, andere Leute grundlos anzugehen, gehört für manche dazu und ist in ihrem Sinne meistens auch erfolgreich.

    Ich glaube, dass es in den meisten Fällen Möglichkeiten gibt, sich im Lauf seiner Karriere weiter zu entwickeln in Richtungen, die einem besser behagen. Bereits das Erleben der gleichen Abteilung kann sich stark ändern je nach (Verantwortungs-)Position in der Abteilung. So als Beispiel mal: Chef- oder Oberarzt in der Notaufnahme ist ein völlig anderer Job als Assistenzarzt in der Notaufnahme, mit jeweils unterschiedlichem Ärger. In diesem Sinne habe ich mich im Verlauf meiner Karriere weiterentwickelt zu einem Job, bei dem ich mich derzeit relativ wenig über Interaktionen mit anderen Menschen ärgere, praktisch nie "aus dem Nichts angegangen" werde und der Ärger, den ich habe, meistens aus Sachen kommt, die mich nicht nachhaltig frustrieren.

    Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass selbst unterschiedliche Abteilungen im selben Unternehmen, unter Umständen sogar solche mit einem eigentlich ähnlichen oder gleichen Aufgabengebiet, sich ziemlich krass unterscheiden können. Es gibt aber auch immer eine zeitliche Fluktuation, d.h. der Ärger und die Konflikte ändern sich auch im zeitlichen Verlauf, nicht nur von Abteilung zu Abteilung.

    Meinem Eindruck ist es aber branchenübergreifend so, dass zur Qualität höherer Positionen unmittelbar dazu gehört, dass es einem auch nichts ausmacht, sich mit anderen Leuten rumzustreiten, Leute "anzugehen" (unter Umständen auch aus dem Nichts), und vor allem: Nichts an Ärger persönlich zu nehmen, sondern das alles nur als Mittel zum Zweck zu betrachten.

    Und noch eine Sache: Manches geht auch einfach nicht. Ich hab mal ne Stelle nur wegen einer einzigen Person gekündigt. Mit allen anderen bin ich echt gut ausgekommen. Aber die eine Person und die Interaktionen, die ich mit ihr hatte, waren für mich so unfruchtbar, dass ich mir dafür echt zu schade war. Sicher gab es noch weitere Gründe, warum der Job nicht perfekt war, aber völlig eindeutig war der eine ausschlaggebende Grund dafür, dass es keine Perspektive für mich gab, diese eine Person aus dem Kollegium.

    Gleichzeitig bietet die Arbeit aber ja auch Möglichkeiten, auch nette Menschen kennenzulernen, guten Umgang zu pflegen etc. Also ich ziehe aus den Interaktionen bei der Arbeit auch durchaus Positives für mein Leben. Neben den Arschlöchern gibts ja auch z.B. die schöne Erfahrung, mit kompetenten, freundlichen, unkomplizierten Menschen zusammen zu arbeiten.
    Geändert von bwlstudent (25.05.2021 um 19:55 Uhr)

  3. Member

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Würde ich so unterschreiben.

    Wobei ich das Wort Ärger etwas komisch in dem Zusammenhang finde, da es für mich eher in eine Richtung abzielt und eher etwas hierarchisches hat.
    Gefühlt bestehen 30% Prozent meiner Arbeit daraus, Konflikte zu managen. Zwischen Kollegen, Teilprojekten, Abteilungen, mit Kunden etc.
    Wichtig ist dabei m.E. aber, das ganze möglichst sachlich zu halten. Klar fahren manche mal aus der Haut, aber auch damit lernt man umgehen. Ich bin aber auch eher jemand, der sowas nicht auf sich sitzen lässt (also rumbrüllen, persönlich werden etc.).
    Im Beruflichen fällt es mir aber weitaus leichter, Kritik anzunehmen und konstruktive Lösungen zu finden, als im Privaten.
    Gibt es bei euch vllt Fortbildungen im Bereich Konfliktmanagement oder so?
    Solche Situationen lassen sich ja nie vermeiden, überall dort, wo Menschen aufeinander treffen, gibt es unterschiedliche Meinungen und damit auch Konfliktpotenzial.
    Topfblume: hat eventuell einen exhibitionistischen Adler

    "Well, you know what they say. She's a marshmallow.”

  4. Junior Member

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Ja, diese Art von Konflikten sind meiner Erfahrung nach normal. Gerade wenn die Verantwortlichkeiten/Kompetenzen nicht ganz klar abzugrenzen sind.

    Ich bin auch eher ruhig und fand das anfangs oft unangenehm. Vermutlich kam mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt. Wobei ich immer probiere die Themen auf die sachliche Ebene zu ziehen. Wenn es tatsächlich mal total aufgebrachte Kunden gab, die sich ohne Vorwarnung ärgstens beschwert haben, habe ich sie erstmals ausreden lassen und mir ihre "Geschichte" erzählen lassen. Das hat oft schon geholfen, dass sie sich beruhigt haben und man wieder normal diskutieren konnte.

    Ich hatte auch schon Choleriker als Arbeitskollegen. Da war es recht schnell so, dass ich bei deren Auszuckern auf Durchzug geschalten habe und sie ignorierte.

  5. V.I.P.

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Nach 20 Jahren hab ich mich wegen dieser scheiss toxischen und von patriarchalen Vorgängen geprägten Arbeitswelt, selbstständig gemacht.

    Nein, das ist nicht normal. Wenn man sich versucht anzupassen, kann das klappen oder man fühlt sich halt irgendwann scheisse.

    Dieses Hauen und Stechen ist oft das Ergebnis von schlechter Führung und fehlenden Prozessen.

    Aber...es gibt Unternehmen und Organisationen, die werden anders geführt und arbeiten harmonischer.

    Die muss man nur erst finden.
    Wichtige Aufklärung: https://www.clankriminalitaet.de

    “Ob Links- oder Rechtsterrorismus – da sehe ich keinen Unterschied”

    “Doch, doch”, ruft das Känguru, “die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos sind schlimmer, denn es hätte meines sein können. Ausländer besitze ich keine.”

  6. Ureinwohnerin

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Bei uns läuft dad grösstenteils ziemlich konfliktfrei. Ich erinnere mich in 10 Jahren nur an drei wirkliche Konflikte - und bei allen sind die Personen, die da mit Gewalt was durchsetzen wollten, nicht mehr im Unternehmen.
    Es gab natürlich sehr viel mehr dumme oder sinnlose Projekte, aber die wurden idR nicht völlig gegen den klugen Menschenverstand durchgedrückt.

    Bei uns sind in allen wichtigen Entscheidungen so viele Abteilungen involviert, die alle ein offensichtliches Veto-Recht haben. Da wird zwar oft gegrummelt, aber am Ende sieht das jeder ein, wenn etwas gestoppt / geändert wird.

    Rumbrüllen oder Choleriker gibts einfach nicht bzw. verlassen die relativ fix wieder die Firma.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  7. Urgestein

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Nach 20 Jahren hab ich mich wegen dieser scheiss toxischen und von patriarchalen Vorgängen geprägten Arbeitswelt, selbstständig gemacht.

    Nein, das ist nicht normal. Wenn man sich versucht anzupassen, kann das klappen oder man fühlt sich halt irgendwann scheisse.

    Dieses Hauen und Stechen ist oft das Ergebnis von schlechter Führung und fehlenden Prozessen.

    Aber...es gibt Unternehmen und Organisationen, die werden anders geführt und arbeiten harmonischer.

    Die muss man nur erst finden.
    Ja.
    Nach 10 Jahren Arbeiten hat sich bei mir kein Gewöhnungseffekt eingestellt. Klar, sehe ich über kleine Unstimmigkeiten, Reibereien, blöd formulierte E-Mails und Seitenhiebe (beabsichtigt oder nicht) hinweg, mit manchen Dynamiken kann man irgendwann besser umgehen, dennoch sind die Betriebe unterschiedlich und wie oben schon geschrieben - die Führung macht viel aus, die Stimmung und der Zusammenhalt im Team sind wichtig, jeder sollte gefördert und wertgeschätzt werden, sobald da irgendwas im Ungleichgewicht ist, wird's schwierig. Oft auch, wenn die Leitungen selbst wenig Unterstützung haben. Und ja, über einen nervigen Menschen in einer anderen Abteilung kann man leichter hinwegsehen, über cholerische Chefs oder eine grundsätzliche negative Stimmung eher nicht. Schwierig ist es auch, wenn Zuständigkeiten nicht klar sind.

    Ein dickes Fell ist sicherlich hilfreich. Alles Hinnehmen kann ich z.B. nicht und dazu würde ich auch grundsätzlich nicht raten - außer man ist da absolut der Typ für.

    Hatte vor einer Weile mal ein Gespräch mit einer Kollegin, die wie ich seit ca. 10 Jahren in der gleichen Branche tätig ist und sehr häufig gewechselt hat, weil sie immer an den gleichen Punkt kam, wo sie sich nicht mehr mit dem Unternehmen und den Strukturen arrangieren konnte. Jetzt hat sie die Branche etwas gewechselt und sie ist am gleichen Punkt. Was wir uns beide gefragt haben, ist, wie es Menschen in solchen Unternehmen 20 Jahre aushalten. Ob irgendwann dieser Gewöhnungseffekt eintritt, einem mehr egal wird, haben die Leute ein dickeres Fell oder sind sie einfach einfacher zufrieden, mit dem, was sie haben? Vielleicht ist es auch eine Typsache?

    In allen Firmen, in denen ich gearbeitet habe, gab es sehr viel Wechsel. Viele sind gegangen, wenn nicht sogar alle, da war grundsätzlich die Stimmung nicht gut und ich kann klar sagen, dass es zu 99% an der Führung lag. In meinem neuen Unternehmen startet das jetzt leider auch, bei der letzten Betriebsversammlung sind die Leute reihenweise in Tränen ausgebrochen (zum Glück hat das meine Abteilung nicht betroffen).

    Ich suche auch noch eine Firma, bei der die Strukturen, Umstrukturierungen und Prozesse die Leute nicht ausbrennen, sondern fördern und man gemeinsam produktiv arbeiten kann.

    Aber Ausdiskutieren, kleinere Streitigkeiten etc. werden sicherlich immer bestehen bleiben, das liegt ja in der Natur der Sache. Ich finde das auch nach 10 Jahren noch anstrengend. Je nachdem wie groß das Team ist, kann das schon zermürbend sein, wenn jemand neidisch auf Kollegen ist, sich Dynamiken zwischen Kollegen entwickeln, die nicht gut sind, sich jemand schlecht behandelt fühlt, jemand seinen Willen durchsetzen will etc. In kleineren Teams kriegt man das immer sehr stark mit. Bin daher in eine Firma mit sehr großem Team gewechselt und das war tatsächlich - zumindest in dieser Hinsicht - sehr entspannend.

  8. Ureinwohnerin

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Dieses Hauen und Stechen ist oft das Ergebnis von schlechter Führung und fehlenden Prozessen.
    Würde ich zustimmen.

    Ich bin bisher immer viel angeeckt im Job, obwohl ich noch nie Vollzeit beschäftigt war. Dabei ging es meistens um fehlende Kommunikation hinsichtlich meiner Position (ich wurde von Leuten als Hilfskraft gesehen, obwohl ich keine Hilfskraft war zB.) oder dass ich mich zu Wehr gesetzt habe, wenn mir was nicht gepasst hat (sexuelle Übergriffe im Job zB.).
    Ich hab das jetzt einfach akzeptiert. Lieber habe ich mal einen Konflikt, als mich unterbuttern zu lassen.
    „Jeder Mensch muss sich verschleißen. Wenn man noch gut ist, wenn man stirbt, ist das Verschwendung. Man muss lebendig zu Asche verbrennen, nicht erst im Tod.“ J. Beuys

  9. Addict

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Nach 20 Jahren hab ich mich wegen dieser scheiss toxischen und von patriarchalen Vorgängen geprägten Arbeitswelt, selbstständig gemacht.

    Nein, das ist nicht normal. Wenn man sich versucht anzupassen, kann das klappen oder man fühlt sich halt irgendwann scheisse.

    Dieses Hauen und Stechen ist oft das Ergebnis von schlechter Führung und fehlenden Prozessen.

    Aber...es gibt Unternehmen und Organisationen, die werden anders geführt und arbeiten harmonischer.

    Die muss man nur erst finden.
    Ja.
    Ich bin seit zehn Jahren im Berufsleben. Meine erste Stelle/ Aufgabenbereich war im Nachhinein betrachtet furchtbar. Ich hatte eine manipulative, cholerische Chefin, mit der ich eng zusammenarbeiten musste. Am Ende war ich für jeden Tag dankbar, an dem ich sie nicht sehen musste. In dieser Zeit habe ich wirklich viel geweint, weil ich komplett überfordert mit meinem Aufgabenbereich sowie dem Verhalten der Chefin war. Vier Jahre habe ich dort gearbeitet, mit Unterbrechungen und später auch Teilzeit und in einem anderen Team.

    In der zweiten Stelle hatte ich EINE sehr schwierige Kollegin, mit der ich und einige andere im Team nicht zurecht gekommen sind. Im Personalgespräch bat ich um eine andere Teamzusammensetzung und bin nun seit gut nem dreiviertel Jahr in einem neuen Team. Zum ersten Mal erlebe ich Prozesse und Probleme, die konstruktiv gemeinsam angegangen werden und nicht gegen einzelne Personen geschossen wird. Es gibt hohe Kompromissbereitschaft bei allen und ich gehe jetzt sehr gerne zur Arbeit. Natürlich gibt es auch mal kleinere Konflikte, die aber auf Augenhöhe und sehr respektvoll gelöst werden. Ich wurde als neue Kollegin sehr gut aufgenommen, habe viel Hilfe bei der Einarbeitung erfahren.
    Rückblickend sehe ich meine 1. Stelle als absoluten Horror an. Mit solchen Personen könnte ich heute längerfristig nicht mehr zusammenarbeiten.

    Ich würde dir dringend raten, dir jemanden (Freund*in, Kolleg*in, Coach, Therapeut...) zu suchen, mit dem du über das alles sprechen kannst. Irgendwann gewöhnt man sich so daran, dass es einem gar nicht mehr so richtig auffällt. Die Belastung und der Leidensdruck wachsen trotzdem.

  10. Enthusiast

    User Info Menu

    AW: Ärger auf der Arbeit

    Ich habe eigentlich auch den gleichen Lerneffekt, wie ihr alle. Im ersten Job habe ich mehr mit mir machen lassen, wie notwendig und mehr gemacht, als notwendig. Ich habe alles Ernst genommen. Heute habe ich eine größere Distanz zum Unternehmen. Das heißt jetzt auch nicht mehr, dass ich mich nicht engagiere und meinen Beruf nicht mag. Aber es ist eben nur mein Beruf und damit ein Teil meines Lebens. Ich nehme Ärger selten mit nach Hause und distanziere mich mehr von seltsamen Kollegen. Ich muss aber sagen, dass ich jetzt in einem ganz guten Unternehmen bin.

    Das war aber nicht so. Ich bin auch schon in einem Drecksunternehmen gewesen, mit miserabler Führung und ohne Strukturen. Da waren sehr viele Machtmenschen in der Führungsriege, die ihre individuelle Launen an den Mitarbeitern austobte. Das war richtig böse. Gebrüll war da der normale Umgangston. Einzige Kollegen konnten sich Frechheiten rausnehmen, die in jedem anderen Unternehmen mutmaßlich zu Abmahnungen geführt hätten.
    Ich habe mich auch stets von "immer noch mehr, weiter, schneller" von denen treiben lassen. Das würde mir heute nicht mehr passieren. War keine schöne Zeit, aber eine Zeit mit großem Lerneffekt. Ich habe es nur viel zu lange mitgemacht (über sieben Jahre).

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •