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  1. Ureinwohnerin

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Also, selbst, wenn man nicht alles fatalistisch sieht - bis meine bis dato nicht gezeugten Kinder irgendwie was bewirken können, dauert es dann ja noch mindestens 20 Jahre, selbst wenn wir heute Nacht anfangen.
    Ich denke, das ist zu spät, als dass sie dann noch was ausrichten können.

  2. Addict

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von jadore Beitrag anzeigen
    man könnte dann aber umgekehrt auch Hoffnung in die eigenen kinder bzw. in die Menschheit setzen. also statt fatalistisch davon auszugehen, dass alles sehr schlimm werden wird und man nichts dagegen tun kann (wohlgemerkt kann ich das verstehen), kann man darauf hoffen, dass die eigenen kinder sich dem entgegenstellen werden und zb gegen ein abgeschottetes europa kämpfen werden.

    also für mich ist es so: ob nun ein individuelles leben zB im Zweiten Weltkrieg oder 2050 während einer Flutkatastrophe lebenswert ist oder nicht, kann ich überhaupt nicht beurteilen. ebenso wenig kann ich beurteilen oder vorhersagen, wie viel "glück" oder frieden ein mensch braucht, um sein leben als lebenswert zu empfinden. würde ich kein kind bekommen, nur weil dieses kind eventuell (wegen Klimawandel) kein kind bekommen kann? für mich individuell lautet die Antwort: nein. die Menschheit wird existieren, bis es tatsächlich keine Lebensbedingungen mehr für sie gibt. bis dahin gibt es ein kleines licht, das nicht ausgehen sollte, ich nenne es mal Hoffnung.
    Aber was denkst Du werden Deine Kinder/Enkel anders machen können, was wir nicht können bzw. wollen?
    Sich massiv einschränken, keine Ressourcen mehr verbrauchen, wie denn? Die Priviligierten werden doch auf nichts verzichten wollen, es wird mehr Gewalt geben.
    Leute kloppen sich wegen Klopapier, ich will mir nicht vorstellen, wie das ist, wenn es um Wasser geht. Sarkasmus, ich weiß.
    Wir wissen doch und rennen da sehenden Auges rein.
    Welche Hoffnung hast Du, was tust Du dagegen?
    Ich bin echt mittlerweile zu pessimistisch und glaube da leider nicht mehr dran. Auch wenn ich wollte

  3. Alter Hase

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Aus verschiedenen Gründen könnte sich mein Kinderwunsch durch Pflegschaft (oder Adoption, ist aber eher unwahrscheinlich) erfüllen.
    Ich müsste somit nicht entscheiden, ob ich trotz Klimawandel ein Kind in diese Welt setzen möchte, was von diesem Blickwinkel aus klar ein Vorteil ist, ich muss aber ehrlicherweise auch zugeben, dass für mich der Klimawandel gerade nicht der ausschlaggebende Punkt in meinen Überlegungen ist, ob und wie ich mir meinen Kinderwunsch erfülle.

  4. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Ich schaue mir immer fasziniert, neidisch aber ehrlich gesagt auch etwas mitleidig meine Freundinnen an, die bis auf 2 Ausnahmen alle Kinder haben.
    Ich habe eine stabile Beziehung und habe einen leichten Kinderwunsch, aber Klima ist mein Hauptgrund dagegen.
    Ich weiß nicht, wie andere das psychisch machen. Also ich verstehe nicht, wie es geht,das Thema offenbar relativ zu verdrängen oder auszublenden, ich kann das nicht.
    Ich finde auch, dass es nicht mit früheren Krisen vergleichbar ist. Die Frauen hatten ja auch früher einfach keine Wahl. Und jetzt entscheiden sich in meinem Umfeld alle aus freien Stücken dazu, ihre Kinder in eine Endzeit reinzuwerfen, ich find das einfach krass.
    Keine moralische Bewertung, ich hätte nur einfach so gern diese Abgebrühtheit.
    Geändert von Inaktiver User (08.08.2021 um 21:48 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Auch unabhängig vom Kinderthema fänd ich es schön, sich mit Leuten auszutauschen, wie ihr es schafft damit zu leben.
    Ich kann es nicht so gut. Ich kann vieles nicht mehr richtig genießen, teils aus Angst, teils aus Schuldgefühlen, dass wir das vermasselt haben.
    Hoffnung hab ich keine mehr, wir sind ja momentan so weit, dass wir alle Worst-Case-Pfade noch weit übertreffen. Also das muss man sich mal kurz vorstellen. Es ist schlimmer,als die schlimmste Variante, die sich Forscher vorstellen konnten.

  6. Member

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Also, selbst, wenn man nicht alles fatalistisch sieht - bis meine bis dato nicht gezeugten Kinder irgendwie was bewirken können, dauert es dann ja noch mindestens 20 Jahre, selbst wenn wir heute Nacht anfangen.
    Ich denke, das ist zu spät, als dass sie dann noch was ausrichten können.
    Ja, die 20 Jahre bist dahin kannst du ja selbst nutzen, um was zu bewirken.

    Ich kenne diese Gedanken auch, ich habe schon ein kleines Kind und wünsche mir ein zweites und sehr wahrscheinlich werden wir auch versuchen, eines zu bekommen.

    Waverley, ich verdränge das Thema nicht, ich beneide auch diejenigen, die sich keine Sorgen zu machen scheinen.
    Meine Gedanken dazu passen am ehesten zu den Überlegungen, die jadore oben anstellte: Wann ist ein Leben lebenswert? Ist es nicht lebenswert/wäre es besser, nicht gelebt zu haben, wenn man irgendwann Krieg erlebt, Nahrungsmittelknappheit, Naturkatastrophen? Wer könnte das beurteilen? Trotz dieser Perspektive kann ich meinem Kind aktuell (noch?) sehr vieles mitgeben, was in unserer Zeit auch einzigartig positiv ist (zB eine viel bedürfnisorientiertere Erziehung und Pädagogik als noch vor einiger Zeit, andere Frauenrollenbilder, anderer Umgang mit Homo- oder Transsexualität, anderer Umgang mit psychischen Erkrankungen, modernere Familienmodelle mit weniger Leistungsdruck u.v.m.).
    Und irgendwie finde ich den Gedanken "wie kann man in so eine Welt ein Kind setzen?" auch auf eine Art etwas anmaßend Frauen und Familien in anderen Teilen der Welt gegenüber. Früher hatten Frauen keine Wahl, das stimmt, aber auch heute sind Überlegungen, wie wir sie anstellen, doch nur aufgrund unserer privilegierten Situation möglich. Wenn man im Gaza-Streifen ein Kind kriegt oder in Syrien oder im Jemen kann niemand das planen im Vertrauen darauf, dass das Kind es gut haben wird. Das konnten nur wir hier im globalen Norden für eine sehr kurze Zeit. Ich finde es auf eine Art auch irgendwie schwierig, sich zu fragen, wie man "sowas" tun kann. Menschen tun eben sowas. Sie passen sich an alle möglichen Umstände an und sie pflanzen sich fort. Sie verlieben sich, haben Sex, kriegen Kinder, lachen und weinen, überall auf der Welt. Irgendwie sehe ich das manchmal fast so etwas schicksalsergeben oder fatalistisch. Und ich kann mir kein Leben vorstellen, das von existenziellen Ängsten oder Nöten geprägt ist. Aber deswegen kann ich auch nicht wissen oder entscheiden, dass so ein Leben besser gar nicht stattfinden sollte. Und wir werden uns wohl dran gewöhnen (müssen), so ein Leben zu leben, vielleicht sind später Geborene da auch im Vorteil, weil sie nicht jahrelang in einem trügerischen Sicherheitsgefühl aufgewachsen sind.

    Und ich denke auch, ein Kinderwunsch bleibt immer was, was man für sich selbst realisiert. Egal unter welchen Umständen. Klar kann man diesen "egoistischen Akt" besser vor sich rechtfertigen, wenn man davon ausgeht, seinem Kind eine rosige Zukunft bescheren zu können. Aber auch ohne Klimakatastrophe hat man das ja oft längst nicht so sehr in der Hand wie man es gerne hätte.

    Ein Stück weit hat mich auch Corona entlastet, was meine Klimaangst angeht, einfach in dem Sinn, dass auch bevor die Dinge eintreten, die ich fürchte, noch ganz andere Sachen, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte, das Leben fundamental verändern können.

    Und am Ende ist es ein ständiger Konflikt. Irgendwie weiterleben mit der Perspektive, die wir jetzt eben haben. Irgendwie "muss" ich ja trotzdem weitermachen, "normale" Dinge tun, mein Kind groß ziehen und ja, auch Pläne machen. Mein Mann sagt immer "singend in den Untergang". Eine echt schwierige Gratwanderung.
    Aktiv zu sein für eine bessere Politik im Rahmen meiner Möglichkeiten hilft mir auf jeden Fall auch ein bisschen gegen die Ohnmacht. Und man kommt mit Leuten in Kontakt, die es eben auch nicht verdrängen, das tut auch echt gut. Und Schuldgefühle habe ich keine mehr.
    Manchmal macht mich das Bewusstsein für die Katastrophe auch achtsamer und dankbarer für alles, was jetzt noch ist und geht.
    Und trotzdem liege ich oft wach und manchmal könnte ich heulen, wenn ich meine unbeschwerte kleine Tochter ansehe. Und manchmal habe ich auch so Preppergedanken, aber es ist irgendwie schwierig, sich auf was vorzubereiten, von dem so wenig klar ist, wann es wo und in welcher Form zum existenziellen Problem wird.
    Schwer einfach.

    Edit: Also ich habe das so ausgeführt, um zu zeigen, dass man nicht unbedingt "abgebrüht" ist, wenn man sich trotzdem für Kinder entscheidet. Abgebrüht fühle ich mich nun wirklich gar nicht.
    Ich hoffe auch einfach, dass meine Tochter zumindest erwachsen ist, bis die Auswirkungen noch sehr viel deutlicher sind als heute. Das würde mich auch sehr erleichtern.
    Geändert von warwithwalls (08.08.2021 um 22:02 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Danke für deine Gedanke, warwithwalls, ich verstehe das total,was du schreibst. Ich finde es interessant, die Perspektive von Müttern zu hören, die das umtreibt. Ich habe zwar ein sehr links-grünes Umfeld, aber der Tenor dort ist eher so: Ich weiß, es ist nicht so super alles, aber ich hab einfach keine Zeit, mich da reinzusteigern oder ich glaube dran, dass wir das hinkriegen.
    Und das empfinde ich als abgebrüht, auch wenn sie es sicher nicht so sehen.
    Aber ich kann auch nicht 100 % ausschließen, dass wir doch noch ein Kind kriegen (er hat eins), dann würde ich das so ähnlich argumentieren wie du. Ich hab nur dann brutal Angst vor dem psychologischen Zustand, der da folgen würde.
    Ich werde jetzt schon so furchtbar traurig, wenn ich meine Nichte, meinen Neffen und die Tochter meines Freundes anschau, wie sie so urvertrauend dran glauben, dass ihre Eltern alles im Griff haben und sie eine Zukunft haben.

  8. Ureinwohnerin

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Rechnest du echt damit, dass das eine Sache von Jahren ist, in der wir uns über elend sterbende eigene Kinder Gedanken machen müssen?

  9. Member

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Mir ist das Ausmaß tatsächlich erst nach meiner letzten Schwangerschaft in 2018 klar geworden und ich würde mit der Erkenntnis heute keine Kinder mehr bekommen, mein Mann auch.

  10. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Ich denke auch, dass wir in 20 Jahren Existenzprobleme der höheren Art haben. Die Kinder werden Probleme haben, an Nahrungsmittel, Wasser und im schlimmsten Fall auch Luft zum Atmen zu kommen. Vielleicht sind sie in Europa auch noch auf der besseren Seite, aber dann haben sie es auch mit Kriegen um diese Dinge zu tun. Ich sehe da ehrlich gesagt schwarz, das dauert nicht mehr lange. Nachdem ich einige Reports über den nachlassenden Golfstrom gelesen habe, bin ich noch viel trauriger, damit habe ich bei Geburt meines Kindes wahrlich nicht gerechnet, auch wenn ich diese Dinge schon in der Schule gelernt habe. Ich frage mich echt, wieso das alles so lange zugelassen wurde.

  11. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Rechnest du echt damit, dass das eine Sache von Jahren ist, in der wir uns über elend sterbende eigene Kinder Gedanken machen müssen?
    Es sind vor zwei Wochen in Deutschland Kinder in einer Flutwelle ertrunken, die unter anderem die Folge des Klimawandels und des schlechten Umgangs der Politik damit ist.

    In Athen ist aktuell keine Luft mehr zum Atmen und es geht Asche nieder. Sizilien hat für die nächsten sechs Monate den Notstand ausgerufen.


    Utoya hatte dieses Jahr zehnjähriges, das OEZ fünfjähriges.
    Wenn die Kinder den entsprechenden Migrationshintergrund haben, die falsche politische Einstellung, oder zur falschen Zeit am falschen Ort sind, können sie mitten in Europa erschossen werden.


    Also nur weil nicht im wörtlichen Sinne die "eigenen" waren, passiert das bereits.


    Natürlich sind wir statisch in einer wesentlich besseren Situation, als in großen Teilen der Welt. Natürlich stehen uns wesentlich mehr Ressourcen zur Verfügung, weil wir alle anderen (Kinder) ausbeuten und sie abhängig von uns gemacht haben. Hooray!!

    Aber die Frage "ob das wohl in den nächsten paar Jahren passiert oder erst in 100" ist schon lange keine Frage mehr.

    Wir leben natürlich mit einer sehr erfolgreichen Verdrängung, was den Menschen eigen ist und wahrscheinlich einfach normal.
    Aber es ist keine Frage OB wir uns da SCHON Gedanken darüber machen sollte. Klar sollten wir das, weil es schon Realität ist.


    Aus kinderwunschfreier Sicht gesprochen...ich mach mir eigentlich mehr Sorgen um mich selber und das ich in dieser, nicht so rosigen Zukunft, alt bin und mich um das Zeug kümmern muss.

  12. Member

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Ab wann ist es denn "sehr viel deutlicher"?

    Würde mich echt interessieren...


    Ich kann mir schon vorstellen, dass wir uns in ein paar Jahren oder wenigen Jahrzehnten wünschen werden, nicht zu leben, ob mit oder ohne Kinder. Und die eigenen Kinder elend sterben zu sehen, ist wahrscheinlich eins der schlimmsten Schicksale. Anders als bei Kriegen oder so wird es halt nicht die Hoffnung geben, dass es wieder besser werden wird, dass man "nur ein paar Jahre überstehen" muss. Es wird immer schlimmer. Seit meiner Kindheit sind die Jahreszeiten ins Wanken geraten, die Luft von Insekten leer gestorben, erstmals haben uns dieses Jahr die Vögel alle Beeren weggefressen, obwohl sie eigentlich Insekten fressen. Außer halt, wenn die Insekten schon weggestorben sind. Das ist das, was ich real in meinem persönlichen Alltag sehe. In so kurzer Zeit. Und es ist halt klar, Teil von was es ist.

    Vielleicht kann man ein paar schöne Jahre oder Jahrzehnte haben und dann "freiwillig" abtreten.
    Mit "sehr viel deutlicher" meine ich, dass unser Leben hier im globalen Norden sich drastisch verschlechtert, sei es durch Nahrungsmittelknappheit, Verteilungskriege, Bürgerkriege oder Naturkatastrophen. So schrecklich die Flutkatastrophe jetzt war, denke/hoffe ich doch, dass das aktuell noch nichts ist, was jetzt quasi überall in D alle paar Monate passiert. Aber das wird sich ja auch ändern.
    Natürlich ist es jetzt schon sehr deutlich, aber nicht in einem Sinne, dass mein Kind jetzt gerade in diesen Tagen wesentlich darunter leiden würde (zB unter dem Artensterben).
    Also damit möchte ich keineswegs relativieren, alles, was jetzt schon ist, ist schrecklich und schlimm und belastet mich, aber trotzdem ist für die allermeisten hier in D ja noch ein völlig unbeschwerter Alltag möglich, in dem das größte Problem ist, ob die Feuchttücher im Ökotest gut abgeschnitten haben oder sich die Zalandolieferung um einen Tag verschiebt (jetzt mal polemisch)
    Ich hoffe und gehe auch aktuell noch davon aus, dass mein Kind etwachsen ist, wenn sich das langfristig und unumkehrbar ändert.
    Und dann denke ich wie du: Wenn mein Kind oder ich sich dann wirklich wünschen, nicht mehr zu leben, kann man sich letztlich auch dementsprechend entscheiden - deswegen hoffe ich, dass mein Kind dann erwachsen ist und für sich selbst entscheiden kann, wie es mit den Umständen umgehen "will" oder vll eher wird.

    Viele schreiben, sie würden heute keine Kinder mehr bekommen - meint ihr echt, in letzter Konsequenz? Ich mache mir wie gesagt auch sehr große Sorgen, aber trotzdem liebe ich mein Kind so sehr und das Leben mit ihr ist so viel schöner als ohne sie. Irgendwie glaube ich - grade mit dem Wissen, wie es ist, ein Kind zu haben, nicht, dass ich wirklich anders entscheiden würde.

    Und grade weil hier so Doom-Stimmung vorherrscht: Jedes Zehntelgrad zählt! Kopf in den Sand stecken is nicht. Grade für eure Kinder. Eine 2-Grad-Welt ist hundert Mal lebenswerter als eine 3-Grad-Welt, es ist nicht alles oder nichts, wir müssen tun, was wir können, für jedes Zehntel Grad.
    Das jedenfalls hilft mir.

  13. Member

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .ich mach mir eigentlich mehr Sorgen um mich selber und das ich in dieser, nicht so rosigen Zukunft, alt bin und mich um das Zeug kümmern muss.
    Und das ist ja auch noch eine interessante Perspektive: bei den jüngeren von uns hätten unsere Eltern, wären sie gut informiert gewesen, auch Ende der 80er/Anfang der 90er schon die Szenarien kennen können. Sicher damals mit mehr Hoffnung, dass adäquat reagiert wird als heute.
    Hin oder her - bereue ich, dass meine Eltern mich bekommen haben, bei der Perspektive, die ich und mein Kind jetzt haben? Also ich persönlich nicht, das ist nichts, worüber ich nachdenke, ich lebe halt.

    (Man merkt vll - ich möchte wirklich gerne noch ein Kind und mich damit nicht jeden Tag schlecht fühlen.. :/ )

  14. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von warwithwalls Beitrag anzeigen
    Und das ist ja auch noch eine interessante Perspektive: bei den jüngeren von uns hätten unsere Eltern, wären sie gut informiert gewesen, auch Ende der 80er/Anfang der 90er schon die Szenarien kennen können. Sicher damals mit mehr Hoffnung, dass adäquat reagiert wird als heute.
    Hin oder her - bereue ich, dass meine Eltern mich bekommen haben, bei der Perspektive, die ich und mein Kind jetzt haben? Also ich persönlich nicht, das ist nichts, worüber ich nachdenke, ich lebe halt.

    (Man merkt vll - ich möchte wirklich gerne noch ein Kind und mich damit nicht jeden Tag schlecht fühlen.. :/ )
    Ich finde das kann man trennen.

    Meine Mutter reflektiert das schon so und bringt zum Ausdruck "mit dem Wissen von heute, hätte ich kein Kind bekommen sollen" - das macht mich ja nun nicht weniger geliebt und gewollt.

    Genauso wird es wohl mit eigenen Kindern sein.

  15. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Meine Entscheidung gegen eigenes Kind ist übrigens komplett "egoistisch". Zum Wohl der Welt würde ich vermutlich nicht drauf verzichten.
    Aber ich habe eh ein Angstproblem und ich bin ziemlich sicher, dass ein Kind das um ein Vielfaches verschlimmern würde. Ich bin sicher, dass ich die guten Seiten am Elternsein zumindest in Phasen nicht genießen könnte und an der Verantwortung und Sorge unter den kommenden Bedingungen zerbrechen würde.

  16. Ureinwohnerin

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von durga Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich nicht fünf Jahre, denk ich mir so laienhaft.
    Aber 20 Jahre sind doch schon sehr schlecht zu überblicken, oder?
    Okay. Ich kann/will da keine Zeiträume abschätzen, für mich klang nur die explizite Betonung von Jahren und Jahrzehnten so, dass der Überlebenskampf anstehen könnte, bevor die nächste Dekade um ist.
    Das halte ich persönlich tatsächlich für nicht so wahrscheinlich

  17. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von warwithwalls Beitrag anzeigen
    Mit "sehr viel deutlicher" meine ich, dass unser Leben hier im globalen Norden sich drastisch verschlechtert, sei es durch Nahrungsmittelknappheit, Verteilungskriege, Bürgerkriege oder Naturkatastrophen. So schrecklich die Flutkatastrophe jetzt war, denke/hoffe ich doch, dass das aktuell noch nichts ist, was jetzt quasi überall in D alle paar Monate passiert. Aber das wird sich ja auch ändern.
    Natürlich ist es jetzt schon sehr deutlich, aber nicht in einem Sinne, dass mein Kind jetzt gerade in diesen Tagen wesentlich darunter leiden würde (zB unter dem Artensterben).
    Also damit möchte ich keineswegs relativieren, alles, was jetzt schon ist, ist schrecklich und schlimm und belastet mich, aber trotzdem ist für die allermeisten hier in D ja noch ein völlig unbeschwerter Alltag möglich, in dem das größte Problem ist, ob die Feuchttücher im Ökotest gut abgeschnitten haben oder sich die Zalandolieferung um einen Tag verschiebt (jetzt mal polemisch)
    Ich hoffe und gehe auch aktuell noch davon aus, dass mein Kind etwachsen ist, wenn sich das langfristig und unumkehrbar ändert.
    Und dann denke ich wie du: Wenn mein Kind oder ich sich dann wirklich wünschen, nicht mehr zu leben, kann man sich letztlich auch dementsprechend entscheiden - deswegen hoffe ich, dass mein Kind dann erwachsen ist und für sich selbst entscheiden kann, wie es mit den Umständen umgehen "will" oder vll eher wird.

    Viele schreiben, sie würden heute keine Kinder mehr bekommen - meint ihr echt, in letzter Konsequenz? Ich mache mir wie gesagt auch sehr große Sorgen, aber trotzdem liebe ich mein Kind so sehr und das Leben mit ihr ist so viel schöner als ohne sie. Irgendwie glaube ich - grade mit dem Wissen, wie es ist, ein Kind zu haben, nicht, dass ich wirklich anders entscheiden würde.

    Und grade weil hier so Doom-Stimmung vorherrscht: Jedes Zehntelgrad zählt! Kopf in den Sand stecken is nicht. Grade für eure Kinder. Eine 2-Grad-Welt ist hundert Mal lebenswerter als eine 3-Grad-Welt, es ist nicht alles oder nichts, wir müssen tun, was wir können, für jedes Zehntel Grad.
    Das jedenfalls hilft mir.
    Ich hab gerade keine Lust, in die Diskussion einzusteigen, wollte aber kurz anmerken, dass ich das so wie du sehe. Bei mir ist nur die Situation, dass ich kein Kind habe und aus anderen Gründen vermutlich auch keine Kinder haben werde und daher nicht vor der Entscheidung stehe. Aber wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich vermutlich keinen Tag zögern und versuchen, schwanger zu werden.

  18. Urgestein

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Zitat Zitat von perry_moppins Beitrag anzeigen
    Mir ist das Ausmaß tatsächlich erst nach meiner letzten Schwangerschaft in 2018 klar geworden und ich würde mit der Erkenntnis heute keine Kinder mehr bekommen, mein Mann auch.
    Ich kenne diese ganz 100% sichere Aussage, trotz starkem Kinderwunsch unter jetzigen Voraussetzungen keine Kinder zu bekommen tatsächlich nur von Menschen mit abgeschlossener Familienplanung.
    Da würde nur eine Kristallkugel helfen, aber mich würde ganz wertfrei interessieren, ob die Überzeugung auch bei 100% wäre, wenn bisher "nur" 0-1 Kinder vorhanden wären.

  19. Ureinwohnerin

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    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Je nach Wunsch blendet man bestimmte Themen einfach stärker aus... Frauen erfüllen sich den Kinderwunsch ja auch trotz Gefahr, mit den Kindern allein gelassen zu werden werden, drohender Altersarmut,Gefahr durch die Geburt, usw usf.
    Aber man ist sich ja nicht allem komplett bewusst und blendet das dann bewusst aus.

  20. Inaktiver User

    AW: Frage an die kinderlosen mit Kinderwunsch- Klima

    Abgesehen davon, dass mir zum Kinderkriegen der richtige Partner fehlt und ich auch nicht jünger werde ist das ein Punkt, der mich ernsthaft darüber nachdenken lässt, ob ich es verantworten könnte, Kinder in diese Welt zu setzen.

    Ich bin mir sehr sicher, dass uns kein Klimaabkommen oder ähnliches retten wird. Dazu ist der Mensch zu egoistisch und unsere westlichen Gesellschaften sind zu sehr auf die Ausbeutung des Planeten ausgerichtet.

    Und neben dem Klima geben mir die aktuelle und möglicherweise noch bevorstehenden Pandemien auch zu denken.

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