Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 53
  1. Stranger

    User Info Menu

    Nehme meine Freunde/Bekannten als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Hallo ihr Lieben,

    ich wollte einfach mal nachfragen, ob es jemanden gibt, dem es ähnlich geht wie mir. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass einige Freundinnen und Bekannte zum Teil immer oberflächlicher und egozentrischer werden. Insgesamt stelle ich das in der Gesellschaft fest, aber bei meinen Freundinnen und guten Bekannten geht es mir natürlich näher.

    Es ist so, dass ich bei einigen Freundinnen wirklich das Gefühl habe, dass es pausenlos nur um sie geht. Wenn wir mal telefonieren oder uns sehen, dann erzählen sie nur von sich, fragen mich kaum mal etwas, nehmen nicht wirklich Anteil an meinem Leben. Versteht mich bitte nicht falsch: Es soll nicht immer um mich gehen, aber ein bisschen mehr Interesse würde ich mir schon wünschen. Es ist auch so, dass ich häufig diejenige bin, die den Kontakt am Laufen hält. Melde ich mich nicht, dann höre ich meist ewig nichts. Irgendwann kommt dann vielleicht eine vorwurfsvolle Nachricht mit dem Inhalt, dass man ja schon lange nichts mehr von mir gehört habe. Warum soll eigentlich immer ich es sein, die sich um alles kümmert? Warum wird mir nicht auch mal zugestanden, mich einfach auch mal eine Weile nicht zu melden? Ich merke ganz häufig, dass Leute auf einmal kommen, wenn ihnen dann meine Aufmerksamkeit fehlt. Wenn ihnen jemand fehlt, der ihnen zuhört, ihnen Zuspruch gibt und immer für sie da ist. Ich bin sehr gerne für meine Freunde da, nur so langsam bin ich wirklich am zweifeln, ob das noch so gute Freundschaften sind... Auf der anderen Seite frage ich mich immer wieder, ob ich nicht vielleicht zu empfindlich bin...

    Ein aktuelles Beispiel ist: Eine meiner besten Freundinnen hatte vor ein paar Tagen Geburtstag. Ich hatte ihr einen Brief geschrieben, allerdings lebt sie momentan im Ausland, es kann also sehr gut sein, dass der Brief noch nicht ankam. Mittags habe ich ihr eine Sprachnachricht auf WhatsApp geschickt, habe ihr schon mal gratuliert und meinte, dass ich versuche, sie gehen Abend anzurufen. Ich habe sie nicht erreicht, was aber für mich kein Problem war. Nur dass dann auf meine Nachricht nicht mal ein Danke kam, hat mich schon enttäuscht. Ich habe ihr keine o8/15-Glückwünsche geschickt, sondern ihr auch sehr persönliche Sachen gesagt, ihr auch gesagt, warum ich sie sehr schätze usw. Und von ihr kam heute nur eine Nachricht, dass sie nicht erreichbar war, weil sie einen Ausflug gemacht habe, abends noch im Kino gewesen sei usw... Sie hat mir mindestens zehn Fotos von diesem Tag geschickt, will bald mal wieder telefonieren, um mir alles zu erzählen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass sie vielleicht irgendwie auf meine Nachricht eingeht, dass sie sich bedankt und nicht wieder immer nur von sich redet. Genau so wird das bei unserem nächsten Telefonat wahrscheinlich auch sein.

    Ich habe noch so viele Beispiele, die ähnlich sind und die mir immer wieder zeigen, wie sehr sich viele Freudninnen und Bekannte nur für sich interessieren. Ich habe das Gefüh, dass ich recht bin, wenn sie was brauchen, wenn sie Probleme haben oder wenn ihnen langweilig ist, ansonsten ist aber selten mal jemand da, wenn ich Hilfe bräuchte oder jemanden bräuchte, der einfach da ist. Ich weiß, dass es mir schwerfällt, Grenzen zu setzen und ich bin schon seit einer Weile aktiv dran, dass ich das besser schaffe. Dennoch enttäuschen mich solche Situationen immer wieder.

    Wie geht es euch? Erlebt ihr das ähnlich? Seid ihr auch häufig enttäuscht von Freundinnen und Freunden und habt das Gefühl, dass viele nur noch um sich selbst kreisen? Falls ja, habt ihr Strategien, die euch geholfen haben, besser Grenzen zu setzen und besser mit solchen Verhaltensweisen umzugehen?

    Ich freue mich, von euch zu hören, schon mal ganz lieben Dank!

    Liebe Grüße
    Geändert von Lapiz (08.10.2021 um 22:24 Uhr)

  2. Addict

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Mit zu großer Empfindlichkeit hat das meines Erachtens nach überhaupt nichts zu tun, vielmehr ist der Wunsch nach Gegenseitigkeit in sozialen Beziehungen wie Freundschaften doch total normal und legitim.

    Früher habe ich auch regelmäßig solche Leute angezogen, was sicher damit zu tun hatte, dass es für mich schon immer gewohnt und dadurch normal war, dass sich mir nahestehende Menschen nicht wirklich für mich und meine Bedürfnisse sowie Grenzen interessieren, sondern ich umgedreht vielmehr dafür da war, mich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Dazu bin ich nicht mehr bereit, daher habe ich solche Personen irgendwann radikal aus meinem Leben aussortiert.

    Bei einer früheren Bekannten mit solchen Tendenzen gab es mal folgende Situation: Ich war an Heiligabend wegen plötzlicher gesundheitlicher Probleme in die Notaufnahme gefahren, wurde dann dabehalten und notoperiert und lag eine Woche im Krankenhaus und musste mich danach auch noch länger zu Hause erholen. Sie schrieb mir in der Zeit (um über sich zu reden) und ich erzählte ihr dann auch, dass ich gerade aus dem Krankenhaus komme, wo ich auch Weihnachten verbracht habe, und halt ne Not-OP hinter mir habe und in nem kritischen Zustand war. Von ihr kam dann sinngemäß folgende Reaktion: "Oh, aha, ja, ich bin auch grad krank (bisschen erkältet), voll blöd".

    In diesem Moment hatte ihre selbstzentrierte Ignoranz für mich ein Level erreicht, bei dem für mich Schluss war und ich habe den privaten Kontakt ab dann eingestellt (wir waren auch Arbeitskolleginnen, daher konnte ich ihr nicht komplett aus dem Weg gehen).
    Das war halt so eine Situation, in der ihre Egozentrik für mich besonders deutlich wurde, es gab aber auch davor schon viele andere, auch subtilere Situationen, die diese Grunddynamik zeigten.

    Meiner Erfahrung nach bringt es in den meisten Fällen nicht wirklich was, diese Dynamik (einseitig) verändern zu wollen, da sie ja im Grunde die Basis der Freundschaft ist. Vermutlich wäre die Freundschaft zwischen euch gar nicht erst entstanden, wenn das anders wäre. Daher würde ich eher dazu raten, den Kontakt zu solchen Menschen abzubrechen und bei neuen Bekanntschaften ganz aufmerksam und bewusst darauf zu achten, ob Gegenseitigkeit besteht oder ob du nur dafür da sein sollst, die fremden Bedürfnisse zu erfüllen. Um solche Leute mache ich inzwischen einen großen Bogen und möchte weder meine Zeit noch meine Energie auf Kontakt zu ihnen verschwenden.

  3. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Also Thetys wenn ich dich richtig verstehe, denkst du nicht dass das allgemein zugenommen hat in der Gesellschaft, dieses Verhalten, sondern dass es einfach diese Leute gibt und schon immer gab?

    Ich bin mir da nämlich auch nicht so sicher, mir fällt das auch auf und es stört mich. Ich überlege, ob viel allein sein dazu beiträgt, dass man so wird.. ob die social distancing Zeit das verstärkt hat.. und davor irgendwie wegen Handys, social Media etc.?

    Ich bin mir eigentlich sicher, dass man vor zehn Jahren oder zwanzig viel mehr aufeinander eingegangen Ist bei Gesprächen.

    Lapiz, hast du mal versucht, einfach ohne Nachfrage selbst mehr Geschichten aus deinem Leben zu erzählen oder Bikder zu schicken und einfach mal zu schauen, wie da die Reaktion ist?

    Und wenn du dann merkst, es kommt kaum ne echte Reaktion außer "ich auch blabla" zurück, echt mal absprechen?

    Die Story mit Weihnachten und Notaufnahme ist echt traurig...

  4. Ureinwohnerin

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Zitat Zitat von Tethys Beitrag anzeigen
    Früher habe ich auch regelmäßig solche Leute angezogen, was sicher damit zu tun hatte, dass es für mich schon immer gewohnt und dadurch normal war, dass sich mir nahestehende Menschen nicht wirklich für mich und meine Bedürfnisse sowie Grenzen interessieren, sondern ich umgedreht vielmehr dafür da war, mich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Dazu bin ich nicht mehr bereit, daher habe ich solche Personen irgendwann radikal aus meinem Leben aussortiert.
    Ich hab das Gefühl, dass dieses Denken ganz weit verbreitet ist und auch (eigentlich auch zu Recht) propagiert wird, aber es bei vielen dann dazu führt, dass man einfach nicht mehr viel in Beziehungen steckt, wenn sie einem ganz akut nicht gut tun, sondern man vielleicht der anderen Person gerade gut tut.
    Hat sicher auch damit zu tun, dass durch Familie und/oder Karriere weniger Zeit für den Freundeskreis drumherum ist.

    Kurz: Ich weiß nicht, ob ich "oberflächlich und egozentrisch" zutreffend finde, es ist imo eher ne Verschiebung der Prioritäten.


    Ich selbst höre einfach irgendwann auf, zu schreiben, außer bei GANZ GANZ wenigen Menschen (genaugenommen 3 Leute). Das ist zwar einsam, aber ich mag nicht mehr ausbalancieren, wem ich zu viel schreibe, wer sich freut, wenn ich schreibe, aber sich von sich aus niemals meldet - wer nicht zurückschreibt, bin ich offenbar nicht wichtig genug, dann ist das halt so.

    Bei mir kommt allerdings auch niemand mit "man hört ja nix mehr von dir!"
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    ʕ•͡ᴥ•ʔ »Katzen-Insta « ^ᴥ^

    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  5. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Vielen Dank für eure Gedanken dazu! Es tut gut, zu wissen, dass ich mit der Thematik nicht alleine bin. Ich bin gernerell schon ein Mensch, der sich sehr viele Gedanken macht, sich und sein Verhalten hinterfragt (oft auch zu sehr) und manchmal verheddere ich mich dann auch ziemlich in meinem Gefühls- und Gedankennetz.

    @Tethys: Die Erfahrung mit deiner früheren Bekannten ist wirklich heftig! Da fehlen mir echt die Worte und es tut mir sehr leid, dass du das erlebt hast! Ich kann mir vorstellen, dass das wahnsinnig verletzend und ernüchternd gewesen sein muss. Die Situation, die du beschrieben hast, zeigt sehr gut, wie sehr es vielen Menschen einfach nur darum geht, dass sie Dinge mitteilen, dass sie über sich sprechen und selbst in so einer für dich sehr belastenden und schwierigen Situation ging es deiner Bekannten nur darum, über sich zu sprechen. Ich glaube, da wäre bei mir auch Schluss gewesen und sich abzuwenden war genau richtig! Es tut mir auch leid, dass du viele Erfahrungen mit Menschen gemacht hast, die erwartet haben, dass du ihre Bedürfnisse befriedigst, im Gegenzug aber nicht für dich da waren. Ich erkenne mich in deinen Zeilen so sehr wieder...

    Genau wie du sagst ist mein Wunsche einfach der nach Gegenseitigkeit. Eine Freundschaft ist keine Einbahnstraße, ich nehme das aber zunehmend so wahr. Danke auch für deine Einschätzung hinsichtlich Lösungsmöglichkeiten: Ich hab mir schon oft gedacht, dass ich meinen Freundes- und Bekanntenkreis jetzt endlich radikal entrümpeln werde... Bei manchen Leuten hat das schon ganz gut geklappt, bei anderen fällt es mir schwerer. Es ist auch ein guter Hinweis, bei neuen Bekanntschaften gezielt darauf zu achten, ob Gegenseitig keit da ist. Ich merke einfach immer wieder, dass bei mir der Punkt, an dem ich dann sage: "es reicht jetzt" häufig viel zu spät kommt... Ich bin ein sehr loyaler und zuverlässiger Mensch, aber wohl häufig bei den falschen Menschen...

    @wunda: Vielen Dank auch an dich! Mir geht es da ähnlich wie dir: Ich habe das Gefühl, dass es vor einigen Jahren noch nicht so ausgeprägt war, dass viele Leute einfach nur um sich selbst kreisen... Vor zehn Jahren oder so war meiner Ansicht nach einfach mehr Dialog da und nicht so sehr dieser Hang dazu, Monologe über sich selbst zu halten... Ich glaube auch, dass Social Media ein Aspekt ist, der diese Tendenz verstärkt. Ich habe zum Beispiel Bekannte, die mir Sprachnachrichten von über einer Stunde schicken. Das sind ja nun mal einfach Monologe, da ist keine Interaktion da. Ich geh inzwischen nur noch kurz darauf ein, weil ich auch schon mehrmals angesprochen habe, dass ich diese Form der Kommunikation nicht besonders mag.

    Ich merke einfach, dass viele Menschen nicht (oder nicht mehr) zuhören können. Es geht vielen nur noch ums Mitteilen. Ich würde von mir sagen, dass ich ein Mensch bin, der recht gut zuhören kann und der das auch gerne macht, nur wird das von anderen häufig ausgenutzt. Aber da muss ich an mir arbeiten, denn wenn ich mir das gefallenlasse, dann liegt das an mir.

    Ich habe bei der besagten Freundin auch schon immer wieder versucht, einfach auch von mir zu erzählen. Das ist inzwischen auch schon so, dass ich eigentlich kaum mal einen Satz aussprechen kann und sie mich immer und immer wieder unterbricht (das habe ich auch schon angesprochen, viel hat sich leider nicht geändert). Häufig ist es tatsächlich so, dass sie meine Aussagen nimmt, um wieder auf sich überzuleiten. Und das ist nicht nur bei ihr so, sondern bei ganz vielen Menschen. Und es stört mich auch unglaublich. In der Vergangenheit habe ich bei manchen Menschen auch schon angesprochen, dass mich die Einseitigkeit der Freundschaft stört, keiner davon hat sich das zu Hezen genommen und mal darüber nachgedacht. Da bin ich dann auch dazu übergegangen, den Kontakt auch nicht mehr zu pflegen. Es belastet mich schon sehr, das Gefühl zu haben, dass Egozentrsmus und Oberflächlichkeit so sehr in der Gesellschaft verankert zu sein scheinen und dass das meinem Empfinden nach auch immer mehr zunimmt.

    @luxuspanda: Vielen Dank für deine Sichtweise! Ich verstehe absolut, dass sich Prioritäten verschieben, das ist bei mir ja auch so. Mich stört auch primär nicht, dass ich von einigen Leuten weniger höre, sondern, dass einfach kaum noch ein auf Gegenseitigkeit beruhender Austausch stattfindet. Dieses "Ich, ich, ich..." finde ich einfach schrecklich. Und die fehlende Tiefgründigkeit von Kontakten (ich weiß, dass man nicht Ungengen an Tiefgründigen Freundschaften haben kann und das erwarte ich auch nicht). Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen viele Dinge nicht (mehr) schätzen, vieles für selbstverständlich nehmen, und dann aus allen Wolken fallen, wenn man sich abwendet oder Kritik übt. Mich stört es einfach, das Gefühl zu haben, dass ich dann wieder herausgekramt werde, wenn ich für etwas gebraucht werde. Das stört und verletzt mich mehr als die Tatsache, dass Leute sich zum Teil selten mal von sich aus melden...

  6. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Hallo Lapiz,

    ich denke nicht, dass Du Unrecht hast mit Deiner Beobachtung.

    Ganz falsch ist es ja nicht, sich dann zu melden, wenn man auch was zu bereden hat. Daraus entsteht dann schnell Ich, Ich, Ich, wenn man so am Übersprudeln ist.

    Bzgl des Geburtstagsbeispiels auch:

    Deine Freundin hat an dem Tag viel erlebt und schickt Dir 10. Bilder. Sie lässt Dich teilhaben. Sie hatte einen tollen, interessanten Tag,

    Ein bisschen will sie auch erklären, wieso Du sie nicht erreichen konntest. Vielleicht fühlt sie sich deswegen sogar ein bisschen schuldig, weil Du so oft versucht hast sie zu erreichen und deshalb der Hinweis auf ein Telefonat, bald. Da ist jetzt ein Ungleichgewicht entstanden.

    Ich würde mich jetzt nicht so dran aufhängen, dass sie sich nicht für Deine ausgewählten Worte bedankt hat. Vielleicht sind diese wegen der vielen Action an dem Tag gar nicht richtig zu ihr durchgedrungen.

    Aber war Deine Intention nicht, dass sie einen schönen Geburtstag hat? Das ist so gewesen und gut so.

    Trotzdem bist Du (sicher aufgrund des Ungleichheitgewichts schon vorher) enttäuscht.

    Wenn Deine (eventuell unbewusste) Intention (auch) war, Du möchtest was ganz Besonderes schreiben, um sie auf Dich aufmerksam zu machen, damit sie Dich endlich mal wieder richtig wahrnimmt / „sieht“, ihr eine bestimmte Reaktion entlocken, dann war der Geburtstag einfach nicht der richtige Tag für sowas.

    Ich würde versuchen das nicht so eng zu sehen und gleichzeitig nicht so auf die Tube zu drücken, mit den Aufmerksamkeiten die andere von Dir bekommen. Reduziere Du etwas.

    (Aber nicht in dem Sinne: Ich mach jetzt nix mehr, bis den anderen auffällt, das was ist und sie mich fragen, was los ist. Damit wird die „Aus allen Wolken“ Situation hervorgerufen. Es geht einfach darum, das Ungleichgewicht wieder etwas auszubalancieren.)
    Geändert von Pinkmelon (09.10.2021 um 09:31 Uhr)

  7. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Hallo Pinkmelon,

    vielen Dank für deine Sichtweise, die mich auch sehr weiterbringt!
    Ja, ich glaube, ich sollte versuchen, das mit dem Geburtstag nicht so eng sehen. Ich hab das Gefühl, dass ich inzwischen aufgrund vieler vorausgeganger Situationen, in denen das Ungleichgewicht sehr groß war (sowohl bei ihr als auch bei anderen Menschen), einfach eine sehr dünne Haut bekommen habe.

    Du hast recht: Mir war wichtig, dass sie einen schönen Tag hat. Den hatte sie und sie ist vielleicht auch ein Mensch, der nicht direkt so gut zeigen kann, wenn er für etwas dankbar ist. Ich kenne sie nur auch etwas anders. Ich hab sie früher als deutlich aufmerksamer und interessierter erlebt. Inzwischen dreht sie wirklich sehr um sich selbst. Auf Dinge, die ich mit ihr teilen möchte, geht sie meist gar nicht mehr richtig ein.
    Dennoch mag ich sie einfach sehr, sie ist eine Freundin, die ich seit der Schulzeit habe, und sie ist mir sehr wichtig. Da tut es sehr weh, das Gefühl zu haben, dass das nicht so richtig auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. Ich glaube, es ist tatsächlich gut, wenn ich mein Engagement ein wenig zurückfahre und anderen Menschen nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit zukommenlasse. Wie du schreibst, muss ich das ja nicht komplett zurückfahren, aber eben so, dass das Ungleichgewicht wieder etwas ausbalanciert wird. Wenn von der anderen Person nichts mehr kommt, dann soll es vielleicht auch einfach nicht sein.

    Ich glaube, es ist auch wichtig, dass ich mich frage, woher es kommt, dass ich von anderen Menschen häufig ausgenutzt fühle bzw. mich ausnutzen lasse. Fehlender Selbstwert und die Tatsache, dass ich mich von anderen zu abhängig mache, sind sicher Gründe dafür... Da möchte ich definitiv an mir arbeiten.

  8. Enthusiast

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Ich kann mir vorstellen, dass Social Media ein Faktor ist, aber Freundschaften unterliegen ja auch Dynamiken. Mir ist dieses egozentrierte Verhalten erst begegnet, als ich Ende 20 war und es hing meistens damit zusammen, dass bei der Person ein neuer Lebensabschnitt wie ein neuer Job oder eine neue Partnerschaft anlag. Mich hat es dann irgendwann auch gestört, geschlagene zwei Stunden einem Monolog zuzuhören, ohne mal eine Rückfrage zu meinem Leben zu erhalten. Bei einigen Freundinnen trat dieses Verhalten nur aufgrund des neuen Lebensabschnittes auf, bei anderen hat es sich verfestigt. Mit letzterer Gruppe bin ich nicht mehr befreundet.

    Du hattest Dich ja gefragt, ob es sich beim Egozentrismus um einen gesellschaftlichen Trend handelt und ich wusste, dass ich dazu mal einen Beitrag gehört habe (falls es dich interessiert Hauptsache ICH - werden wir immer narzisstischer?
    - SWR Wissen
    ). Ich könnte mir vorstellen, dass die Selbstkontrolle und Selbstzivilisierung, der wir in unterschiedlichem Maße unterliegen, dazu beiträgt, dass einige Personen ihre sozialen Beziehungen als Ventil nutzen.
    Geändert von serpentine (09.10.2021 um 16:58 Uhr)

  9. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Ach es ist schon schade....

    Irgendwann gab's aber auch mal einen Artikel dazu in der... Zeit? Oder so? Es ging aber eher um neue Bekanntschaften, dass das Verhalten zunimmt, dass auf Partys beim Kennenlernen man sich nur noch ewige Monologe anhören darf... Ist bestimmt schon drei, vier Jahre her.

    Ich glaub schon, dass es so ne gesellschaftliche Entwicklung ist..

    Eigentlich ehrlich gesagt fällt mir auch bei mir auf, dass ich weniger gut kommunizieren kann als früher, dass ich vieles, was man mir erzählt, gleich wieder vergesse, oder mir nur ungefähr merke, worum es ging aber nicht mehr die Details... Obwohl mich das Gegenüber echt interessiert. Und früher hingegen hab ich alles aufgesaugt wie ein Schwamm... Und oft, wenn man sich gut versteht freu ich mich auch schon mega drauf, was erzählen zu dürfen, während der anderen noch spricht. das ist genau dieses Verhalten was ich nicht mag und ich reflektiers deswegen halt auch und geb mir Mühe, richtig hinzuhören und gute Gegenfragen zu stellen und Geduld aufzubringen beim selbst erzählen dürfen. Und das lohnt sich. Aber es gruselt mich, ich merk diese Veränderung, ich war da früher ganz anders, und es gefällt mir nicht.

  10. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Ich bin übrigens glaube ich so ein ich, ich, ich rüberkommender Mensch und jmd der sich manchmal lange Phasen nicht meldet, entweder weil vom Leben gerade bisschen überfordert und nur noch reaktiv unterwegs oder weil ich echt nur blödes erlebt hab und nicht schon wieder so negativ rübergekommen will (jetzt gerade nach dem Urlaub, jmd kam ins Krankenhaus und die restliche Familie im Ferienhaus hat sich total zerstritten, wir waren 6 Wochen weg und sind nun total unerholt und das will ich irgendwie nicht sagen). Und manches ich ich ich liegt auch an Rechtfertigungsdruck. Ich hab manchmal wenig Selbstbewusstsein.

    Ich nehm mir diese Sicht, die ihr auf mich vermutlich hättet, bzw auf das Verhalten, schon zu Herzen.

    Und habe ein paar alten Freundinnen/ Bekannten deshalb von mir aus Aktivitäten vorgeschlagen, die wir mal wieder machen könnten. Mädelsessen (ist wegen Corona runtergefahren worden) und in die Berge wandern gehen (ist wegen Kinderorganisation und Arbeitslast in den letzten Jahrenkurz gekommen).

    Und wenn wir uns dann sehen, werde ich versuchen mehr aktiv zu fragen und zuzuhören.

  11. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    @serpentine: Vielen Dank für den Link, werde mir die Sendung auf jeden Fall mal anschauen!
    Ich kann gut verstehen, dass du mit Leuten, die wirklich ständig nur Monologe halten, nicht mehr befreundet bist. Irgendwann hängt einem das einfach so zum Hals raus. Noch schlimmer finde ich es, wenn immer die gleichen Geschichten erzählt werden. Die Leute wissen zum Teil gar nicht mehr, wem sie was erzählen und dass sie sich ständig wiederholen.

    Ich muss einfach schauen, wie ich für mich einen Weg finde, besser damit klarzukommen, dass viele Menschen einfach immer egozentrischer zu werden scheinen bzw. möchte ich auch wie du unterscheiden: Bei wem scheint das nur vorübergehend so zu sein (weil eben was Neues ansteht, weil sich viel ändert, weil es viel zu erzählen gibt) und bei wem ist es einfach ein Dauerzustand.

    Ich möchte auch gar nicht sagen, dass das Verhältnis zwischen reden ud zuhören immer komplett ausgeglichen sein muss, keinesfalls. Schließlich ist auch jeder Mensch anders und der eine redet mehr, der andere weniger. Nur merke ich einfach als Mensch, der gut und gerne zuhört, viele Details wahrnimmt und sich für das Gegenüber interessiert, dass das häufig regelrecht zum Anlass genommen wird, mich vollkommen zu übergehen, mich überhaupt nicht mehr zu Wort kommen zu lassen und sich für mich und meine Sorgen oder schönen Ereignisse kaum zu interessieren.

    Vielleicht darf ich auch nicht so sehr von mir ausgehen und erwarten, dass andere Menschen auch gut zuhören können sollten, dass sie sich mehr für andere interessieren sollten usw... Ich glaube, da muss ich auch noch ein bisschen an mir arbeiten.

    @wunda: Danke für den Hinweis, werde mal schauen, ob ich den Zeit-Artikel finde.
    Ich finde es toll, dass du selbstreflektiert siehst, dass du anders kommunitierst als früher. Vielleicht ist es inzwischen einfach so, dass der Mensch an für sich (um das jetzt mal zu verallgemeinern) immer ungeduldiger wird, sich mehr mitteilen will usw... Die Gesellschaft wird auch immer individualistischer, es geht immer häufiger um jede oder jeden Einzelnen (ich möchte nicht sagen, dass das per se schlecht ist, nur kann es eben auch dazu führen, dass jede und jeder mehr auf sich fixiert ist). Ich merke das auch ganz stark an der Kommunikation:

    Ich hatte erst recht spät ein Smartphone (mit Ende 20), weil ich nicht wollte, dass ich vielleicht irgendwann auch ständig nur noch aufs Handy starre, weil ich nicht so abhängig von einem Handy sein wollte. Als ich mich dann aufgrund einer längeren Reise doch dazu durchgerungen hatte, ein Smartphone zu nutzen, weil es einfach vieles vereinfacht hat, habe ich erstmal lange gebraucht, bis ich mich an die für mich zum Teil echt gewöhnungsbedürftige und oberflächliche Kommunikation über WhatsApp und Co gewöhnt hatte. Mir war das einfach zu unpersönlich, zum Teil zu harsch, zu pragmatisch (keine Begrüßung, keine netten oder wetschätzenden Worte,...), haufenweise Smileys anstelle wirklicher Inhalte.

    Ich möchte das alles nicht verteufeln, es hat auch wirklich viele Vorteile, aber ich glaube, dass es ganz gut ist, wenn man solche Dinge auch immer wieder hinterfragt. Und vielleicht bin ich auch ein einfach ein Mensch, der in dieser schnelllebigen, häufig auch unpersönlichen Welt, einfach noch sehr oldschool ist (auch wenn ich nicht viel älter als Ende 20 bin. ). Ich möchte auch mehr darauf achten, dass eben jeder Mensch anders ist. Und nur, weil es mir leichtfällt, auf andere Menschen einzugehen und ihnen zuzuhören, ist das nicht bei jedem so.

    @Pinkmelon: Ich kann verstehen, dass du negative Ereignisse nicht unbedingt teilen möchtest, das ist auch nicht immer so leicht. Ich kann nur von mir sagen, dass es mir lieber ist, wenn jemand einfach auch ehrlich ist und auch sagt, wenn es mal nicht gut läuft. Das ist viel menschlicher. Aber häufig spricht man dann ausschließlich über die schönen Ereignisse. Man kann auch nicht mit allen Freunden gleich gut über Probleme reden. Tut mir leid, dass der Urlaub eher schwierig war und ich hoffe, dass es klappt, dass du trotzdem noch ein wenig Erholung bekommst, auch wenn du wieder im Alltag angekommen bist.

    Ich finde es toll, dass du dich bei deinen Freundinnen gemeldet hast und von dir aus Unternehmungen vorgeschlagen hast! Und dass du sagst, du möchtest darauf achten, mehr Fragen zu stellen und zuzuhören. Ich habe das Gefühl, dass viele Leute auch nicht merken, dass sie sehr um sich kreisen, und es gibt meinem Empfinden nach auch nicht so viele Menschen, die sich hinterfragen und an sich arbeiten möchten. Ich hoffe, dass die Unternehmungen mit deinen Bekannten und Freundinnen toll werden!

    Eure Gedanken und Erfahrungen, die ihr geteilt habt, haben mich auf jeden Fall schon sehr weitergebracht!
    Geändert von Lapiz (10.10.2021 um 12:18 Uhr)

  12. Alter Hase

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    So eine Geschichte wie Tethys hatte ich vor ein paar Jahren auch.

    Die Ex-Freundin eines Kumpels meines damaligen Freundes war wegen der Trennung unglücklich und hat mich mehrere Wochen lang mehrmals deswegen angerufen. Ich fand sie ganz nett und hab ihr daher stundenlang gut zugeredet (würde ich heute so auch nicht mehr machen, wir kannten uns halt flüchtig, aber waren nicht befreundet oder so). Dann kam ich mit Krebsverdacht ins Krankenhaus, hatte eine schwere OP usw. Das hatte ich ihr alles erzählt, aber das hat sie nicht so interessiert. Der Punkt zu sagen, dass ich mich nicht mehr um sie kümmern kann war dann, als sie mich am Tag nach der OP im Krankenhaus angerufen hat (ich bin nicht ran) und mir dann geschrieben hat, sie müsse wegen der Trennung mit mit reden. Dass man unglücklich ist: kein Ding. Aber irgendwann ist halt auch mal gut und ich hab ihr dann auch deutlich gesagt, dass ich dafür aktuell keine Kapazitäten habe.

    Davon abgesehen habe ich bis auf ein, zwei Ausnahmen eigentlich hauptsächlich Freundschaften, in denen man auch mal länger nichts voneinander hört. Das ist eigentlich auch für alle OK so, solange man den Kontakt nicht gänzlich verliert. Mit einer Freundin ist es immer etwas schwierig, weil sie nicht immer antwortet. Wir haben uns jetzt länger nicht gesehen, wollten uns treffen, dann klappte es aber leider nicht. Hab sie gefragt wann sie dann mal Zeit hat, keine Antwort. Ich fand, dass sie am Zug ist, jetzt kam aber zwei Wochen nichts mehr von ihr. Hab dann versucht sie anzurufen, da ist sie auch nicht rangegangen und hat auch nicht zurückgerufen oder so.
    Ich hab manchmal ein bisschen das Gefühl, dass sich das mit den sozialen Kontakten bei manchen erst wieder eingrooven muss nach Lockdowns, Kontaktsperren usw....bei mir ehrlicherweise auch.

  13. Enthusiast

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Lapiz ich finde schon, dass Du Ansprüche an Freunde haben darfst. Hast Du schon mal versucht, diese Ansprüche aktiv durchzusetzen? Also hast Du gesagt, dass Du jetzt auch einmal etwas erzählen möchtest, oder wartest Du eher passiv darauf, dass Du gefragt wirst? Vielleicht musst Du dich daran gewöhnen, da etwas aktiver zu werden bei deinen Freunden. Ich habe das nämlich versucht und es folgte nach einer kurzen Erzählung wieder ein Monolog und ich wurde abgewürgt. Wenn man das mehrmals versucht hat finde ich es legitim, sich dann nicht mehr um die Freundschaft zu bemühen.

  14. V.I.P.

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Zitat Zitat von Lapiz Beitrag anzeigen
    Vielleicht darf ich auch nicht so sehr von mir ausgehen und erwarten, dass andere Menschen auch gut zuhören können sollten, dass sie sich mehr für andere interessieren sollten usw... Ich glaube, da muss ich auch noch ein bisschen an mir arbeiten.
    Ich würde eher sagen es geht darum, dir genug zu erwarten, das auch zu kommunizieren und dich gerade nicht mehr länger zu versuchen an weniger zu gewöhnen.

    Du schreibst etwa:
    Zitat Zitat von Lapiz Beitrag anzeigen
    Ich hatte erst recht spät ein Smartphone (mit Ende 20), weil ich nicht wollte, dass ich vielleicht irgendwann auch ständig nur noch aufs Handy starre, weil ich nicht so abhängig von einem Handy sein wollte. Als ich mich dann aufgrund einer längeren Reise doch dazu durchgerungen hatte, ein Smartphone zu nutzen, weil es einfach vieles vereinfacht hat, habe ich erstmal lange gebraucht, bis ich mich an die für mich zum Teil echt gewöhnungsbedürftige und oberflächliche Kommunikation über WhatsApp und Co gewöhnt hatte. Mir war das einfach zu unpersönlich, zum Teil zu harsch, zu pragmatisch (keine Begrüßung, keine netten oder wetschätzenden Worte,...), haufenweise Smileys anstelle wirklicher Inhalte.
    Wieso sollst du dich denn an sowas gewöhnen?
    "Das Verliebtsein ist ja nicht mehr als ein psychiatrisches Durchgangsstadium und die zwanghafte Besessenheit von einem Menschen auf Dauer so ungesund wie Kokainkonsum." Um etwas Pepp in Vernunftbeziehungen zu bringen, empfiehlt der deutsche Paartherapeut Arno Retzer den gelegentlichen Einsatz von Wasserpistolen.

  15. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Serpentine, aktiv meine Anprüche durchzusetzen, dass mir auch zugehört wird, das mache ich vor allem bei meiner Familie, wenn ich so darüber nachdenke. Bei Freunden fällt es mir definitv schwerer. Bei besagter Freundin habe ich schon häufiger angesprochen, dass sie mich bitte aussprechen lassen soll. Aber direkt gesagt, dass ich jetzt auch mal was sagen will, das fällt mir eher schwer. Ich werde versuchen, da aktiver zu sein und nicht abzuwarten, bis jemand mal still ist, um dann sofort wieder zu starten, wenn ich zwei Sätze gesagt habe.

    Ich verstehe dich gut in dem, was du sagst, und ich finde es total schade, dass deine Bedürfnisse da so missachtet wurden, auch wenn du mehrmals angesprochen hattest, dass auch mal zu Wort kommen möchtest. Ich denje auch, dass es völlig leditim ist, sich nicht mehr um jemanden zu bemühen, wenn die eigenen Wünsche mehrmals missachtet wurden.

  16. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannte als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Ich würde eher sagen es geht darum, dir genug zu erwarten, das auch zu kommunizieren und dich gerade nicht mehr länger zu versuchen an weniger zu gewöhnen.

    Ja, das stimmt, darauf werde ich achten!



    Wieso sollst du dich denn an sowas gewöhnen?
    Gewöhnen in dem Sinne, dass es mich nicht mehr so sehr nervt, nicht in der Hinsicht, dass ich es gut finde.

  17. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannten als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Zitat Zitat von Lapiz Beitrag anzeigen
    Hallo ihr Lieben,

    Ein aktuelles Beispiel ist: Eine meiner besten Freundinnen hatte vor ein paar Tagen Geburtstag. Ich hatte ihr einen Brief geschrieben, allerdings lebt sie momentan im Ausland, es kann also sehr gut sein, dass der Brief noch nicht ankam. Mittags habe ich ihr eine Sprachnachricht auf WhatsApp geschickt, habe ihr schon mal gratuliert und meinte, dass ich versuche, sie gehen Abend anzurufen. Ich habe sie nicht erreicht, was aber für mich kein Problem war. Nur dass dann auf meine Nachricht nicht mal ein Danke kam, hat mich schon enttäuscht. Ich habe ihr keine o8/15-Glückwünsche geschickt, sondern ihr auch sehr persönliche Sachen gesagt, ihr auch gesagt, warum ich sie sehr schätze usw. Und von ihr kam heute nur eine Nachricht, dass sie nicht erreichbar war, weil sie einen Ausflug gemacht habe, abends noch im Kino gewesen sei usw... Sie hat mir mindestens zehn Fotos von diesem Tag geschickt, will bald mal wieder telefonieren, um mir alles zu erzählen. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass sie vielleicht irgendwie auf meine Nachricht eingeht, dass sie sich bedankt und nicht wieder immer nur von sich redet. Genau so wird das bei unserem nächsten Telefonat wahrscheinlich auch sein.
    Hmm, also bei dem Beispiel kann ich deinen Ärger / deine Enttäuschung irgendwie nicht so verstehen. Es war doch ihr Geburtstag, da ist doch irgendwie klar, dass es um sie geht? Und sie hat ja von sich aus gesagt, dass sie bald mit dir telefonieren möchte.

  18. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannten als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Ich bin eben enttäuscht gewesen, dass sie mit keinem Wort "Danke" gesagt hat. Klar, an ihrem Geburtstag geht es um sie und damit hab ich auch überhaupt kein Problem, aber ich hätte mich über ein einfaches "Danke für deine Glückwünsche" gefreut und nicht wieder nur "Ich, ich, ich..." Ich glaube, dadurch, dass es in den letzten Jahren sehr viele Situationen gab, in denen sie nur Monologe gahalten hat, überhaupt nicht auf mich eingegangen ist und direkt wieder zu sich überleitet, wenn ich ein paar wenige Sätze gesagt habe, bin ich einfach sehr enttäuscht. Und ich fürchte, dass sich in dem Telefonat auch wieder alles nur um sie drehen wird.

    Dass es an ihrem Geburtstag um sie geht, das verstehe ich vollkommen, und dagegen habe ich auch nichts.
    Geändert von Lapiz (10.10.2021 um 19:51 Uhr)

  19. Member

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannten als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Also, das abstrakte Gefühl kann ich schon nachempfinden. Ich habe eher nicht dass Gefühl, dass es in den letzten Jahren schlimmer geworden ist, ich empfinde das als individuell unterschiedlich.

    Zu deinem Beispiel ist mir aber noch etwas eingefallen: Ich selbst finde es manchmal unangenehm, wenn Menschen, mit denen ich von meiner Seite aus gefühlt nicht so ein enges Verhältnis habe, mir sehr emotionale und tiefgreifende Nachrichten senden. Dann reagiere ich so wie deine Freundin, ich gehe nicht im einzelnen darauf ein, sondern versuche das Ganze zu überspielen. Sicherlich nicht optimal, aber möglicherweise eine Erklärung

    Aber so Monologisieren finde ich auch furchtbar, eine Freundin von mir hat das auch extrem gemacht. Anfangs dachte ich ok, ich höre ihr jetzt lange und gründlich zu, dann wird sie vielleicht alles los, was sie sagen wollte und merkt, dass ich jetzt mal an der Reihe wäre. Das ist aber über Monate, im Grunde Jahre hinweg nicht passiert. Wir sind jetzt nicht mehr befreundet.

  20. Stranger

    User Info Menu

    AW: Nehme meine Freunde/Bekannten als immer oberflächlicher und egozentrischer wahr

    Miss Blurry, vielen Dank noch für deinen Post! Sorry, das ging gestern ein wenig unter.
    Tut mir total leid, dass du auch so eine extrem schlechte Erfahrung gemacht hast und ich finde es soooo krass, dass die Bekannte damals einfach ständig nur an sich gedacht hat, obwohl bei dir der Verdacht bestand, Krebs zu haben, obwohl du operiert wurdest.... Ich kann echt nur den Kopf schütteln und da wäre es bei mir auch vorbei gewesen mit der Bekanntschaft. Ich frag mich immer, ob die Leute eigentlich gar nicht merken, wie sehr sie nur an sich denken?

    Ja, kann gut sein, dass sich alles erst wieder ein bisschen einpendeln muss, was das Kontakthalten angeht. Schließlich waren die Lockdowns, die Kontaktveschränkungen usw... Ich glaube, an deiner Stelle würde ich die Freundin, von der du gesprochen hast, erstmal nicht mehr kontaktieren. Vielleicht kommt sie auf dich zu. Ich hab mir einfach vorgenommen, dass ich niemandem mehr "hinterherrenne". Wer sich nicht mehr meldet und nur an mich denkt, wenn er Hilfe braucht, dem bin ich nicht wichtig genug. Aber da muss jeder schauen, womit es ihm gut geht. Ich merke einfach, dass ich inzwischen wahnsinnig empfindlich geworden bin, wenn ich schon das leisteste Zeichen wahrnehme, dass einfach keine Gegenseitigkeit (mehr) da ist.

    Vielen Dank für deine Sichtweise, Jordan! Muss ich mal drüber nachdenken, ob das so sein könnte bei meiner Freundin. Jedenfalls hat sie mir füher auch deutlich persönlicherer und emotionalere Nachrichten geschrieben, auch in der ganz normalen Kommunikation (nicht, nur, wenn eine persönliche und tiefergehende Nachricht von mir kam).

    Ich werde mein Engagement definitv zurückschrauben und falls sich nichts ändert, werde ich es vielleicht mal ansprechen, dass ich mir mehr Gegenseitigkeit, mehr Tiefe und mehr wirklichen Austausch wünsche.

    Krass auch, dass deine ehemalige Freundin selbst nach Jahren nicht gemerkt hat, wie unausgeglichen eure Gespräche sind und dass sie ständig monologisiert, Wahnsinn! Solche "Freunde" braucht man wirklich nicht...

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •