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  1. V.I.P.

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    AW: 40 werden/sein

    Ich bin gestern 39 geworden. Habe also noch ein Jahr bis zur 40. Mich beschäftigt das Thema schon sehr, der Gedanke, dass so grob die Hälfte rum ist, ich möchte einfach noch so viel vom Leben und gesundheitlich gehts mir die letzten Jahre nicht besonders gut, und ich fürchte, das wird nicht mehr besser.

    Eigentlich hatte ich gute Voraussetzungen mich auf die 40 zu freuen. In meinen 30ern habe ich viel gehadert und eine große Kriese gehabt. Ich habe meinen Berufsweg in Frage gestellt, ich musste mich viel selbst finden, ich habe langer an der Kinderfrage geknabbert, und hatte eine lange Phase in der ich noch Kinder wollte, aber dachte, ich werde nie dahin kommen, mir das zuzutrauen. Das ist auch immernoch so. Aber inzwischen bin ich einfach zufrieden mit dem Gedanken, kinderlos zu bleiben.

    Ich habe mich mit 37 nach vielen Jahren nochmal verliebt und gedacht, so der ist es jetzt endlich, so überzeugt war ich nie vorher. Aber es hat nur 1 Jahr und 3 Monate gehalten, dann hat er sich getrennt, und wenn ich ihn nicht gerade schrecklich vermisse, denke ich, vielleicht hatte er Recht, dass wir nicht langfristig glücklich geworden wären. Aber leider ist das so ein Ding, das mich belastet. Dass ich es immer noch nicht geschafft habe, einen Partner für eine langfristige Beziehung zu finden, die ich mir wünsche, denn die Zeit mit ihm hat mir nochmal gezeigt, wie schön das ist. Ich war auch noch nie länger als 2 Jahre in einer Beziehung. Ich habe noch nie mit jemandem zusammen gewohnt. Und ich habe das Gefühl es wird immer schwerer, jemanden kennenzulernen.

    Besonders schwierig finde ich, dass jetzt so langsam fast alle Freunde in meinem Alter in Beziehungen sind, und auch immer mehr Kinder haben. Daraus resultiert einfach, dass ich weniger Sozialleben habe als früher, wenn alle so eingebunden sind, noch dazu bin ich mehrfach umgezogen und die Freude, die ich habe, sind sehr verstreut. Da wünsche ich mir frühere Lebensphasen zurück. Neue Freundschaften aufbauen finde ich auch schwieriger als früher, aber ich arbeite dran.

    Aber abgesehen von den Themen Beziehung und Freundschaften bin ich ziemlich zufrieden mit Alter und Lebensphase und mit mir. Ich gefalle mir besser als früher, ich habe keine Existenzängste mehr, ich habe einen Job, den ich mag, ich bin kann für mich selbst sorgen, ich kann mir Reisen leisten, von denen ich früher geträumt habe.

    Das Thema Eltern ist schon auch präsent. Meine Mutter ist vor 6 Jahren gestorben und mein Vater wird langsam wirklich alt und braucht zunehmend Unterstützung. Dadurch fühle ich mich schon irgendwie erwachsen. Aber die Zahl 40 (bzw. 39) ist total abstrakt.

    Ein lustiges Erlebnis war, als ich ein random video auf facebook gesehen habe, zum Thema Scheitel und dann wurde da berichtet, dass es einen Tiktok Trend gab, das angeblich allen Leuten ein Mittelscheitel besser steht als ein Seitenscheitel. Und dann wurden Leute um die 20 interviewed und sagten alle, ja klar, nur Mittelscheitel geht, und am Seitenscheitel erkennt man immer wer schon "alt" ist. Und ich hab mich so amüsiert und gedacht, ich fühl mich einfach nicht alt, für mich sind die so krass jung, und ich wollte nie wieder so jung sein, und ich muss einfach nur so sehr darüber lachen, dass die mich für alt halten.

  2. Junior Member

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    AW: 40 werden/sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe zwar noch ein paar Jahre Zeit, aber ich stelle mir 40 ganz toll vor. Als ich noch weit von der 30 entfernt war, hatte ich von 40 bereits die Vorstellung einer geilen, reife(ren) Frau ab 40, die diverse beliebte Klassiker-Lebensschritte gekonnt umschifft hat und weiterhin frei und ungebunden ihr Leben lebt. Kann man natürlich nicht streng am Alter festmachen, aber es ist so eine schöne, runde Zahl. Eine, die ihr Leben mehr und mehr locker sehen kann und immer weniger auf "was könnten andere denken" gibt. Ich bekomme das jetzt schon ganz gut hin, aber wie geil muss das Leben erst sein, wenn man im Alter hoffentlich immer noch besser und besser darin wird?
    Und die sich ein bisschen freut, dass es mehr und mehr jüngere Herren gibt, die sich seriös serviceorientiert um sie bemühen. Im Café oder als agiler Lieferboy oder so, der die Treppen noch jung und frisch hochrennen kann. Was fürs Auge halt Und wo sie denken kann "Hach, das könnte mein Sohn sein. Aber glücklicherweise ist er es nicht und glücklicherweise kann niemand mir Enkel aufs Auge drücken".
    Ich mache dann nette Reisen und freue mich, dass ich nicht mehr im Hostel-Mehrbettzimmer wie mit 20 schlafen muss. Und gehe in die hippsten Etablissements mit jungem, trendigem Publikum und lasse mir krasse vegane Burger oder sowas servieren. Dann bin ich diese coole "alte" Frau, die schon vor 25 Jahren dem Trend voraus war und die anrührig erzählen kann, wie man "zu ihrer jungen Zeit" noch ekelhaft schmeckende Sojamilch im Reformhaus in der hintersten Ecke suchen musste. Ok, vielleicht sprechen wir hier auch schon von einem Alter von 50 oder 60 Jahren... aber ich stelle mir alles toll vor
    Komm, wir machen eine Alters-WG. Mit ganz vielen kleinen Hunden noch.

  3. Member

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    AW: 40 werden/sein

    Vitulina das ist super! geschrieben vom Mehrbettzimmer im Hostel aus.

  4. Inaktiver User

    AW: 40 werden/sein

    -
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2021 um 12:02 Uhr)

  5. Inaktiver User

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    -
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2021 um 12:02 Uhr)

  6. Member

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    AW: 40 werden/sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie alt (jung) bist du?
    Ich dachte um die 20, dass ich "ewig" in Mehrbettzimmern schlafen werde, weil preisgünstig und man ist doch eh nur zum Schlafen im Hostel und eine Küche gabs praktischerweise auch oft. Und habe Leute belächelt, die ins Hotel gehen. Den sozialen Aspekt daran konnte ich noch nie leiden. Aber es kam mit dem Alter irgendwie ganz von selber anders...
    32! Und vielleicht bin ich die Älteste hier, ich weiß es nicht.
    Mit Anfang 20 dachte ich das auch genau so, seit Ende 20 nehm ich mir vor, in Airbnb Zimmer zu gehen (bester Kompromiss) oder in Einzelzimmer im Hostel, aber buche zu kurzfristig oder ende irgendwie aus Gewohnheit doch wieder im Mehrbettzimmer und denke, naja es sind ja nur so und so viele Tage, dann haste eh wieder deine Wohnung allein. Und nehme mir vor, im nächsten Urlaub ein Pärchen zu sein und dann ist eh alles ganz anders

  7. V.I.P.

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    AW: 40 werden/sein

    Dank Corona musste ich meinen 40. nicht groß feiern, fand das auch ganz super weil ich mich damit nicht groß auseinandersetzen musste. Ansonsten gehts mir prima, ich hab keine Wehwehchen, ich fühl mich nicht anders als mit 25 und wir leben wirklich sehr angenehm. Ich gönne mir viel, das Kind ist groß genug um recht selbstständig zu sein und ich kann mein Leben wieder sehr selbstbestimmt leben. Herrlich. Eigentlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt um die "Pause"-Taste des Lebens zu drücken und einfach so ewig weiterzumachen. Das wäre traumhaft, ich versuche diesen Status so lange wie möglich zu erhalten. Ich genieße mein Leben momentan sehr!

  8. Urgestein

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    Zitat Zitat von wunda Beitrag anzeigen
    geschrieben vom Mehrbettzimmer im Hostel aus.
    wunda, ich bin aus den gleichen Gründen wie du auch immer mal wieder in Mehrbettzimmern in Hostels, das letzte Mal Anfang des Monats. Und ich bin schon 36. Finde es auch nach wie vor okay, wobei ich dieses Mal über eine Woche im Hostel war und mich dann am Ende seeehr gefreut habe, wieder in eine richtige Wohnung zu kommen.
    כל המקומות שבהם היית
    עולמות שראית וגילית
    כל השאלות שבדרך שאלת
    לפעמים לא העזת לגלות

    אורות מהבהבים
    בשתי שניות
    חולפים חיי אל מול עיני
    קולות מזמן אחר
    הלב אומר להתעורר מהר

    אורות - אברהם טל

  9. Addict

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    AW: 40 werden/sein

    Zitat Zitat von finessa Beitrag anzeigen
    Glaubt ihr dann Leute ohne Kinder sind nie richtig erwachsen?
    Im Durchschnitt agieren Kinderlose ungebundener (z.B. spontane Aktionen), risikobereiter (wenn das hier nicht klappt, zieh ich halt um) und hedonistischer. Diese Verhaltensweisen sind (in MItteleuropa, spätestens seit den 1960ern) im allgemeinen als "jugendlich" konnotiert.
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  10. Member

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    AW: 40 werden/sein

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    wunda, ich bin aus den gleichen Gründen wie du auch immer mal wieder in Mehrbettzimmern in Hostels, das letzte Mal Anfang des Monats. Und ich bin schon 36. Finde es auch nach wie vor okay, wobei ich dieses Mal über eine Woche im Hostel war und mich dann am Ende seeehr gefreut habe, wieder in eine richtige Wohnung zu kommen.
    Ach ja, so ungewöhnlich ist das doch gar nicht.
    Habe nachdem ich hier geschrieben habe auch noch eine lustige aufgedrehte Kanadierin im Zimmer kennen gelernt, die war nur kurz da um sich aufzubrezeln und hat erzählt, sie trifft sich jetzt mit jemandem von Couchsurfing und macht das ständig so auf Reisen.. hab sie dann noch gefragt wie alt sie ist und habe mit 23 gerechnet.. war aber 30.
    Dachte mir dann, vielleicht bin ich einfach bisschen langweilig und nicht alt.

  11. Urgestein

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    AW: 40 werden/sein

    Also, ich bin oft auf längeren Reisen oder/und in teuren Ländern in Hostels und da war ich nie die Älteste mit Ende 30. Vielmehr war da das Durchschnittsalter immer recht hoch, teilweise auch Rentner. 30 finde ich jetzt nicht so alt für Hostels!

  12. V.I.P.

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    AW: 40 werden/sein

    Ich glaube ich würde auch in Hostels/Mehrbettzimmern schlafen, wenn ich nicht so elendige Schlafprobleme hätte, dass schon jeder Mucks von einem Partner mit dem ich das Bett teile meine Schlafqualität beeinträchtigen würde. Ich will einfach nicht wie ein Zombi auf Reisen rumwanken.

    Gut finde ich Hostels, die auch Einzelzimmer haben, von mir aus auch mit Gemeinschaftsbad, obwohl eigenes schon ganz nett ist. So hat man immer die Möglichkeit nette Leute kennenzulernen.

  13. Member

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    AW: 40 werden/sein

    Zitat Zitat von Vögelchen Beitrag anzeigen
    Mir sagt kürzlich jemand, man sei solange noch teilweise Kind, bis die Eltern gestorben sind.
    Also, ich habe seit ich 30 bin keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern und ich habe nicht das Gefühl, dass mich das (positiv oder negativ) besonders hat altern lassen.

  14. V.I.P.

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    AW: 40 werden/sein

    Ich seh da in meinem Umfeld bei denen, die, in welchem Alter auch immer, so oder so ihre Eltern verloren haben, auch nicht unbedingt einen Zusammenhang.
    Mit eigenen Kindern häufiger, aber weder erlebe ich alle mit Kindern als besonders, keine Ahnung, gesettelt, noch alle ohne als weniger gesettelt.

    Erwachsen erlebe ich die meisten altersmäßig Erwachsenen dankenswerterweise so von außen insgesamt schon.

  15. V.I.P.

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    AW: 40 werden/sein

    Also ich auch nicht. Ich habe vor 6 Jahren meine Mutter verloren und danach hatte ich erstmal die größte Kriese meines Lebens und dachte, ich schaffe es nie für mich selbst zu sorgen, eigenständig zu sein usw.
    Gut, ich bin da wieder rausgekommen, aber so einen Erwachsenwerdensschub hats nicht gegeben.

  16. Ureinwohnerin

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    AW: 40 werden/sein

    Ich muss tatsächlich sagen, dass mich die Phase vor ein paar Jahren, in der meine Mutter schwer krank war, schon verändert hat. Son bisschen "Ende der Unschuld" in dem Sinn, das mir das zum ersten Mal so richtig bewusst gemacht hat, dass meine Eltern älter werden und irgendwann Hilfe brauchen werden, auch wenn sie da noch recht jung (Mitte 50 und 60) und eigentlich auch fit waren. Ob mich das allein erwachsener gemacht hat, weiß ich aber nicht, das fiel mit vielen anderen Entwicklungen zusammen und ich kann nicht genau sagen, wie weit sich das gegenseitig bedingt hat.
    I sigh as I observe
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