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  1. Ureinwohnerin

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    Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Mir ist erst mit über 30 klargeworden, dass keine Kinder bekommen eine (realistische) Option für mich sein könnte, weil ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, in dem Kinder bekommen eine Selbstverständlichkeit ist und keine Kinder haben als egoistisch und verantwortungsscheu angesehen wird. Das hat mich viel zu lange nachhaltig beeinflusst.

    Jetzt würde mich mal interessieren, wie das bei Euch war und ist, egal ob Ihr Kinder habt/wollt oder nicht? Gabs da Druck seitens der Familie? Hattet Ihr (viele) Menschen ohne Kinder in Eurem Umfeld und wenn ja, wie wurde über die geredet? Hattet Ihr das Gefühl, dass Ihr da eine Wahl habt? Erzählt mal, wenn Ihr mögt und ergänzt gerne, was Euch zu dem Thema noch so einfällt!
    I sigh as I observe
    The mathematics of the storm

  2. Senior Member

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich wollte immer Kinder haben. Ich habe mit 13 angefangen mit Babysitting, weil ich Babys so toll fand.
    Ich habe das nie in Frage gestellt, mir war das einfach immer klar. Mit 32 habe ich das erste Kind bekommen.
    Druck von außen habe ich nicht gespürt. Meine Paten und zwei Brüder meiner Mütter sind/waren kinderlos, das hat nie jemand irgendwie kommentiert. Ich fand das aber als Kind immer komisch und ich weiß, dass meine Schwester und ich unsere Eltern auch häufiger gefragt haben, warum sie keine Kinder haben.
    Meine Schwester hatte glaube ich nie Interesse an Kindern und hat auch keine bekommen.

    Im meinem Freundeskreis haben inzwischen alle Kinder bis auf einen Freund, der sich mit seinem Mann keine für sie passende Umsetzung vorstellen konnte, aber die gerne Kinder gehabt hätten und jetzt viele Patenkinder haben und sehr viel Zeit mit denen verbringen.

  3. Ureinwohnerin

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich wollte als Kind viele Babies, weil ich Schwangerschaft und Babies toll fand. Als ich dann irgendwann angefangen habe, regelmäßig Babysitting zu machen, wurde mir schnell klar, dass das doch nicht so das ist, was ich will. Bzw. wurde für mich klar, dass ich das allein für mich überhaupt nicht will, aber mit jemandem zusammen ich darüber nachdenken könnte, wenn der andere wirklich viele Aufgaben übernimmt. Da war ich so 18-20 und mit jemandem zusammen, der durchaus mal Kinder haben wollte (...wenn ich die Hauptbezugsperson fürs Kind bin).

    Über die ersten Kinder in meinem Umkreis Anfang 20 wurde mir dann sehr schnell klar, dass ich das für mich 100% ausschließe. Und dass ich es auf eine abstrakte Art und Weise sogar als unmoralisch empfinde, noch mehr Kinder auf diese Welt zu setzen. Mir war aber nie bewusst, wie "normal" es ist, Kinder zu bekommen. Ich dachte immer, dass 50% der Menschen Kinder bekommen und das wars und bin immer noch am Staunen darüber, wie viele mehr es sind.

    Von meiner Familie wurde mir immer die Wahl gelassen, wobei das eher in die Richtung geht, dass ich mir mal viel Zeit dabei lassen soll und "erwachsen" und "situiert" genug sein soll, bis ich mir Gedanken über Kinder mache. Soweit ich weiß, ist auch niemand wirklich darüber enttäuscht, dass ich keine Kinder haben werde.
    Im Rausch der Liebe ist Wahnsinn immer süß.

  4. V.I.P.

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Hier keine Kinder und kein Kinderwunsch, ich hab das allerdings lange nicht in Frage gestellt, Kinder kriegen stand für mich immer fest, weil man das schließlich so macht. Ich hatte dann auch einen Partner, der Kinder wollte und von dem ich bis heute glaube, er wäre ein grandioser Vater gewesen, das lief irgendwie alles erstmal so, wie ich dachte, dass es sich eh gehört. Dann ging diese Beziehung in die Brüche, ich war nicht alt, aber auch nicht mehr blutjung und musste mir begreiflich machen, dass es nun zumindest eine Möglichkeit gibt, dass ich keine Kinder haben werde... und da stellte sich raus, dass ich diesen Punkt an der ganzen Geschichte gar nicht schlimm fand. Ich glaube, ich hatte nie einen großen eigenen Kinderwunsch, sondern nur Vorstellungen von dem, was man so tut, plus dann einen mich mitreißenden Partner.

    Sehr geprägt in meiner Entscheidung, keine Kinder zu wollen, haben mich Freundinnen, die das Kinder kriegen bereuen (was nicht mit mangelnder Liebe zu den Kindern verwechselt werden darf! Ich habe aber mehr als eine Freundin, die sagt, wenn sie vorher gewusst hätte, wie krass das alles wirklich ist, dann hätte sie dankend abgelehnt). Und ich habe eine enge Freundin mit psychisch krankem Kind und musste da ein Jahrzehnt lang zusehen, dass einem wirklich niemand hilft, wenn es hart auf hart kommt. Die Chance, ein Kind mit einer so krassen Störung zu bekommen ist natürlich minimal, aber sie ist vorhanden und ich weiß jetzt, dass man sich wirklich nicht einbilden braucht, irgendeine der tausend Anlaufstellen würde sich scheren, wenn es wirklich schwierig wird. Diese Erfahrung hat mir glaube ich dann endgültig den Rest gegeben und ich bin komplett glücklich mit meiner Entscheidung gegen Kinder, auch wenn ich sonst im Leben manches gerne anders gehabt hätte.

    Druck von der Familie kann ich nicht beantworten, ich hab in den jungen 20ern den Kontakt abgebrochen, da war das noch kein Thema. Wie sich das entwickelt hätte kann ich nicht beurteilen.
    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt!

  5. Junior Member

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich hatte noch nie einen Kinderwunsch, habe das in Partnerschaften auch immer so kommuniziert und kann seit einigen Jahren auch aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen.

    Ich finde Kinder zwar toll, habe aber kein Bedürfnis danach, selber welche zu haben. Mein Wunsch nach Freiheit und Flexibilität ist einfach zu groß, und mehr Verantwortung, als ich für meine Hunde habe, kann und will ich nicht übernehmen.

    Als ich krank geworden bin, haben netterweise auch die Nachfragen, wann es denn mal Zeit für Kinder sei, aufgehört.

    Ich habe auch nie mit dieser Einstellung gehadert, von daher ist es gut so, wie es ist

  6. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich hab da nie irgendwie groß drüber nachgedacht.
    Und in meinen Zwanziger war das eher so "mit dem richtigen Mann dann" - dann kam der richtige Mann mit dreißig und wir haben festgestellt, nö, Kinderwunsch gibt es nicht so wirklich.


    Den Eltern und Schwiegereltern ist es total egal, selbst Opa hat das noch nie gefragt.

    Ich find Kinder prima, möchte aber halt keine eigenen. That's it.

  7. Member

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich habe keinen Kinderwunsch und hatte auch noch nie einen. Es gab Zeiten, so Mitte bis Ende 20, in denen das eine für mich offene Entscheidung war, aber nicht, weil da ein Wunsch gewesen wäre, sondern weil es halt scheinbar irgendwie dazu gehört (was natürlich Unsinn ist). Ich fänd es wohl interessant zu wissen, wie sich das bei mir entwickelt hätte, wenn ich nie mit Kindern gearbeitet hätte. Ich komme, seit ich Ende 20 bin, immer von der Arbeit nach Hause und bin froh, dass ich mich hier nicht auch noch um Kinder kümmern muss, keine Ahnung, wie ich das sehen würde, wenn ich das auf Arbeit nicht hätte...

    Ich komme aus einer nicht besonders kinderreichen Familie, ich habe einen Bruder und quasi keine Cousins und Cousinen, die ich wirklich kenne, in meiner Kindheit hatten wir immer nur Kontakt zu zwei Großcousinen. Im Freundeskreis ist es sehr durchwachsen, wir haben befreundete Pärchen, die Kinder haben, aber auch Pärchen ganz ohne Kinder und auch Singles, die keine Kinder haben und wahrscheinlich auch nie welche haben werden. Über Kinder im Allgemeinen sprechen wir eher selten, nur in der Mittelstufe gab es mal eine Phase, wo das für mich und eine Freundin ein absolutes Gruselthema war, wir fanden alle Kinder doof und waren uns sicher, dass wir uns sowas niemals ins Haus holen würden...

    Druck hatte ich zum Glück auch nie, weder von der Familie, noch von Freunden. Da kamen auch nie großartig Nachfragen, wobei das Thema an sich natürlich schon aufkommt, aber es bohrt halt keiner nach oder stellt infrage.
    Ich musste das im beruflichen Kontext mal eine zeitlang immer wieder erläutern, wobei es da vor allem darum ging, die Gründe für den nicht vorhandenen Kinderwunsch zu bedenken und mir zu überlegen, warum ich eine bestimmte Position anstrebe, da bin ich mir auch noch unschlüssig, wie ich dazu stehe. Aber auch da war halt kein Druck im Sinne von "das muss aber so".

    Ich habe aber insgesamt das Gefühl, in einem (gesellschaftlichen) Umfeld aufgewachsen und erwachsen worden zu sein, in dem Kinder zu bekommen keine Selbstverständlichkeit war und ist, was ich sehr positiv finde.

    Mein Mann hätte übrigens kein Problem mit Kindern, aber die sollen dann quasi bei Geburt schon kurz vor dem Teenie-Alter sein, alles andere ist ihm zu anstrengend. Man könnte sagen, wir haben also einen ähnlich großen Kinderwunsch ;-)
    Ladies and gentlemen, take my advice: Pull down your pants and slide on the ice.

  8. Foreninventar

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Bitte sicherheitshalber nicht zitieren.

    Ich hab keine Ahnung, was mich geprägt hat. In der Familie und im Freundeskreis gibt es sehr, sehr wenige ohne Kinder, noch weniger wegen fehlendem Kinderwunsch.

    Ich hab immer gedacht, dass ich mal heirate und Kinder bekomme, eher so als unterbewusste Vorstellung weil "das normal ist".

    Mit der Zeit hat sich aber kein Kinderwunsch gebildet und plötzlich war ich 30 und hatte immer noch das Gefühl, eine Schwangerschaft wäre dieselbe emotionale Katastrophe wie mit 16. Nur dass ich es nicht mehr meiner Mutter beichten muss.

    Irgendwie fühlt sich das für mich so an wie meine sexuelle Orientierung, die ist, wie sie ist ohne dass ich darüber nachgedacht oder das entschieden hätte, hätte genau so gut anders sein können.

    Mein Umfeld sagt dazu eigentlich nix. Meine Mutter findet es total verständlich und ist auch nicht scharf auf Enkel. Nur ihr Oma Umfeld fragt immer mal, wann sie denn endlich Enkel bekommt, das nervt mich eher stellvertretend

    Allerdings habe ich einen sehr sehnlichen, herzzerreißenden und irrational starken Wunsch nach einer Katze was aus verschiedensten Gründen nicht geht, aber ich glaube, Mama wäre eine perfekte Katzenoma

  9. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    .
    Geändert von Inaktiver User (03.12.2021 um 07:52 Uhr)

  10. Foreninventar

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    18.10.
    «Le monde est irréel, sauf quand il est chiant.»

  11. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    -
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2021 um 12:01 Uhr)

  12. Addict

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Zitat Zitat von Ally Mc Beal Beitrag anzeigen
    Bitte sicherheitshalber nicht zitieren.
    Haha, das kann ich perfekt so unterschreiben bis hin zur Katze!! Zum Glück wurde ich aus der Familie und auch sonst nicht unter Druck gesetzt, u.a. aber auch, weil ich nie eine lange Beziehung hatte. Jetzt schon, aber wenn, dann habe ich aktuell in letzter Zeit ganz selten mal Kommentare gehört. Die finde ich aber blöd. so richtig klassisch: Z.B. ein Arbeitskollege, der meinte, hach du wärst bestimmt eine tolle Mutter, überleg es dir doch. Da denke ich mir einfach WTF, ganz sicher nicht!!
    Mein Umfeld weiß es, weil ich es auch so kommuniziere (also dass ich keine Kinder möchte, keinen Wunsch danach habe). Ich habe nur eine Freundin, die sowohl gesundheitlich keine bekommen kann als auch nicht möchte. Die restlichen (noch) ohne Kinder sind Mitte bis Ende 30. Theoretisch kann sich da noch was tun, insbesondere da es bei zweien einen neuen Partner gibt.
    Ich hätte gerne mehr Kontakt zu Frauen, die keinen Kinderwunsch haben. In meinem Umfeld gibt es fast keine, auch wenig "role models".


    Hattet Ihr (viele) Menschen ohne Kinder in Eurem Umfeld und wenn ja, wie wurde über die geredet? Wenig bis keine.
    Hattet Ihr das Gefühl, dass Ihr da eine Wahl habt? Absolut, ja! Meine Mutter hat mir glaube ich sehr "eingebläut" dass man als Frau unabhängig sein sollte und findet es toll, dass ich so bin. Sie selbst hat einiges bereut und war "nur" Hausfrau (weil es damals keine gute Kinderbetreuung gab und Familie zu weit entfernt" und das habe ich oft gehört. Daher vllt. auch nicht das Bsp vor Augen, dass Heiraten und Kinderkriegen so super erstrebenswert ist.
    Ach ja, Schwangerschaft kann ich mir auch körperlich null vorstellen
    Ich fände einzig spannend daran, zu sehen, wie das Kind mal wird (Aussehen, Charakter etc.) aber ich kann mir nicht vorstellen, mein Leben lang für jmd. verantwortlich zu sein, außer mich selbst.

  13. V.I.P.

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Als Kind dachte ich immer, dass ich irgendwann Kinder bekomme und gerne viele, weil ich zwei Geschwister habe und gern noch mehr gehabt hätte. Meine Vorstellung war aber erst so mit Mitte 30 anzufangen (wohl weil meine Mutter mich mit 37 bekommen hat, sie hat dann als ich im Kindergarten war wieder Vollzeit gearbeitet, für mich war immer klar dass ich arbeiten, finanziell unabhängig sein und Kinder haben kann).
    Als Erwachsene wurde mir dann aber klar, dass viele Kinder mir viel zu anstrengend wären, wenn ich die Mutter bin. Ich war auch nie ein Baby- oder Kinder-Typ und fand Kinder immer eher langweilig bis nervig. Meine Nichten waren dann die ersten Kinder, bei denen das etwas anders war.
    So Anfang 20 hatte ich mal eine Phase, in der schon ein emotionaler Kinderwunsch aufkam (vielleicht wegen sehr glücklicher Beziehung), kam aber nicht infrage. Dann konnte ich mir später mit dem Partner keine Kinder mehr vorstellen und bekam eine chronische Erkrankung - und dachte eine Weile, dass ich es vielleicht doch lasse mit Kindern. Mit meinem jetzigen Partner kam Ende 20 dann aber mit voller Wucht ein starker emotionaler Kinderwunsch, den ich dann auch umgesetzt habe. Und damit bin ich überglücklich, meine eigenen Kinder finde ich auch glücklicherweise nie langweilig oder nervig. Na ja, fast nie

    Für mich hängt es nicht unbedingt zusammen allgemein Kinder zu mögen und selbst welche zu wollen - hier sieht man ja auch, dass es alle Kombinationen gibt. Ich fand den Vergleich mit der sexuellen Orientierung ganz treffend.

    „Druck“ gab es aus meinem Umfeld nicht, aber ich war mit Ende 20 auch eher früh dran. Ich denke, meine Familie hat schon tendenziell erwartet dass ich Kinder bekomme, aber ich denke, wenn ich gesagt hätte, dass ich keine will, wäre das Thema damit dann auch durch gewesen. Meine FreundInnen haben mittlerweile fast alle Kinder und meine KollegInnen ebenfalls (mein Team könnte aktuell problemlos zwei Kita-Gruppen füllen), dass den kinderlosen damit auf die Nerven gegangen oder das hinterfragt wird, habe ich aber noch nicht erlebt.
    Geändert von wieauchimmer (27.10.2021 um 19:06 Uhr)
    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die besser sind als das Schweigen.

  14. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    -
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2021 um 12:01 Uhr)

  15. V.I.P.

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich hatte immer einen Kinderwunsch, aber auch schon mit 14 verstanden, dass es halt auch ganz gut nicht klappen kann - da hatte ich eher medizinische Gründe im Kopf, obwohl der erste automatische Gedanke, den ich zu mir selbst und Beziehung nicht in einer fernen Zukunft, sondern im Jetzt hatte, als die ersten Mitschülerinnen mit 14, 15 ihre ersten Freunde hatten war, dass ich das ja vielleicht nie haben würde. Und ich nie ernsthaft geplante Mutterschaft ohne Partner in Erwägung gezogen hab. Ne relevante gesellschaftliche Erwartung nehme ich für mich nicht wahr, nur so abstrakt. In der Familie sind persönliche Fragen kein Thema. Ich fand es immer naiv, wie mein Vater sein Leben als Normalstandard erlebt und darum bei meinen zahlreichen Freundinnen, die mit Anfang/Mitte zwanzig, also zehn Jahre jünger als er war, ihre ersten Kinder bekamen sich jedes Mal wieder wunderte.

    In meinem Freundeskreis gibt es ne Menge Frauen, die, der Statistik entsprechend, mangels Partner ungewollt kinderlos sind, und ich hab einige Freundinnen, die sechs Jahre jünger sind als ich, wo evtl. in den nächsten Jahren noch Kinder kommen werden.
    Abgesehen von Kolleginnen, in deren Umfeld man mit 20 Kinder kriegt, fragt mich nie jemand so "smalltalkmäßig" und selbst die nicht irgendwie vorwurfs-/erwartungsvoll.

  16. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Irgendwie war mir immer klar, dass ich keine Kinder will. Das fand eigentlich nie jemand seltsam oder musste besonders argumentiert werden.

  17. V.I.P.

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Ich habe als Jugendliche eine Zeitlang sehr breit gestreut, dass ich niemals Kinder haben will und es absolut unmöglich finde, dass meine Eltern vier in die Welt gesetzt haben. Danach war das nie wieder Thema. Ich hatte keine Beziehung, bis ich 34 war, und auch das oder die Frage, ob ich mir das anders wünsche oder nicht, war in meiner Familie und auch im Freundeskreis eigentlich nie Thema. Auch nicht, als meine Schwester und Freundinnen dann Kinder bekommen haben. Ich glaube, die fanden das auch eher gut, eine ungebundene (Paten-)Tante zu haben. Nur mein auch ansonsten nicht wirklich ernstzunehmender Onkel hat mich bei seinen jährlichen Anrufen immer gefragt, ob ich jetzt endlich mal jemanden hätte. Als ich dann mit 34 meine Freundin kennengelernt habe, haben sich alle gefreut, ebenso, als wir zwei Jahre später gesagt haben, dass wir uns um ein Pflegekind bewerben wollen. Einzig mein 90-jähriger Opa wollte wissen, wieso wir uns gegen Samenspende entschieden hätten, das war‘s. Ich bin mir sicher, dass es genauso unkommentiert geblieben wäre, wenn ich alleine geblieben wäre oder wir keine Kinder bekommen hätten. Meine Eltern sind da glaube ich tatsächlich nicht wertend. Habe sie auch nie den (Nicht-)Beziehungsstatus oder das (Nicht-)Vorhandensein von Kindern bei anderen kommentieren hören.

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Irgendwie war mir immer klar, dass ich keine Kinder will. Das fand eigentlich nie jemand seltsam oder musste besonders argumentiert werden.
    Ich finde das total krass. Im Grunde vergehen bei mir kaum zwei Monate, ohne dass mir gesagt wird, dass ich aber bestimmt irgendwann mal Kinder haben werde/ möchte o.ä., in unzähliger Abwandlung.

    Ich kam mit Kindern immer gut zurecht und mag viele Kinder, und gerade Babys. Mittlerweile habe ich mich davon aber abgewendet, weil ich auch da dann nur am Ende zuhören bekomme, dass ich doch auch welche haben sollte / wann es bei mir so weit ist etc. pp.
    Im Rausch der Liebe ist Wahnsinn immer süß.

  19. Inaktiver User

    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Dass ich was mütterliches habe, hör ich ab und an. Aber eigentlich nicht als Auftrag. (Oder ich krieg keinen Subtext mit.)
    Aber ne, Tatsache war das Leuten eigentlich immer klar, dass ich das so meine.
    So ein unpersönliches, von ner Ärztin oder der Maklerin oder so, die dann sowas sagen wie ‚Ja also wenn sie dann irgendwann mal…‘, klar. Aber das muss ich mir ja nicht anziehen.

  20. Urgestein

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    AW: Kinderwunsch vs kindfrei leben: was hat Euch geprägt?

    Als Kind in meinem Umfeld hatten alle Leute Kinder. Ist ja auch klar, wenn die Eltern keine eigenen Freundschaften haben, sondern man nur was mit Leuten aus dem Umfeld der Kinder unternimmt, wenn überhaupt. Alle Onkels und Tanten hatten auch Familie.
    Ich habe nie darüber nachgedacht, OB ich Kinder will, das war für mich total selbstverstänlich.

    Einen starken emotionalen Kinderwunsch hatte ich dann später auch, also NUR aus gesellschaftlicher Erwartung heraus habe ich meine Kinder nicht bekommen Aber das Gefühl, eine Wahl zu haben, also dass das eine freie Entscheidung ist, die man so oder so treffen kann, hatte ich nie. Also klar, niemand hätte mir den Kopf abgerissen, wenn ich keine Kinder hätte bekommen wollen (meine Eltern wären SEHR traurig und auch vorwurfsvoll gewesen, da bin ich mir sicher), aber wie gesagt, das kam in meinem Kopf nichtmal vor.
    Now is the winter of our discontent

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