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Thema: Franziplag

  1. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Wissenschaftskritik so tief geht. Meiner Wahrnehmung nach kommt das häufig aus Ecken, die nie mit Wissenschaft oder Veröffentlichungen oder Peer Review zu tun hatten und Doktorarbeiten verschwinden doch oft in irgendwelchen Unibibliotheken auf Nimmerwiedersehen...

    Zweifel an der Wissenschaft besteht imo auf viel grundsätzlicherer Ebene, also im Sinne von "die werden alle aus der Wirtschaft für die Ergebnisse bezahlt" oder "die sind alle linksgrünversifft unterwandert" oder "ja, ok, medizin ist schön und gut, aber wer heilt hat recht!"



    also, ich verstehe absolut, dass man sich ärgert, selbst Arbeit reingesteckt zu haben vor allem, wenn auch Schludern zu guten Noten führt. Aber ich glaube, dass das eher an wissenschaftsehre kratzt, als Einfluss auf die breite Bevölkerung zu haben.


    Und ich glaube auch nicht, dass mehr Studis -> mehr Professuren -> mehr Promotionen zwangsläufig zu schlechteren Promotionen führen. Dann müsste ja auch ein Studium schlechter werden, wenn es mehr Studis gibt bzw. mehr Unis, die den Studiengang anbieten.

    Ich glaube aber, dass durch die stärkere Vernetzung und durch die Onlineveröffentlichungen von Arbeiten mehr Publikum drauf schaut und es eben viel einfacher festzustellen ist, als früher, ob die Arbeit was taugt.

    Es kann mir doch keiner erzählen, dass 1980 irgendwer sich Arbeiten von promovierten Politiker:innen angeschaut hat, um mal zu gucken, ob das qualitativ hochwertige Wissenschaft war.
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  2. Get a life!

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Und ich glaube auch nicht, dass mehr Studis -> mehr Professuren -> mehr Promotionen zwangsläufig zu schlechteren Promotionen führen. Dann müsste ja auch ein Studium schlechter werden, wenn es mehr Studis gibt bzw. mehr Unis, die den Studiengang anbieten.

    [...]

    Es kann mir doch keiner erzählen, dass 1980 irgendwer sich Arbeiten von promovierten Politiker:innen angeschaut hat, um mal zu gucken, ob das qualitativ hochwertige Wissenschaft war.
    ich glaube auch, dass dieses "mehr Doktorand*innen bedeutet schlechtere Qualität" nur eine gefühlte Wahrheit ist. ja, die zahl an doktorand*innen steigt an. EIGENTLICH ist das aber auch was gutes, weil es bedeutet, dass mehr menschen, die möglicherweise vor 20 jahren rein sozial gesehen nie die Chance hatten, möglicherweise mittlerweile mehr promovieren können (Chancengleichheit kann Mans immer noch nicht nennen, der Großteil der doktorand*innen kommt mit Sicherheit immer noch aus einem Elternhaus, das bessere Chancen ermöglichen konnte). es gibt doch keine Statistiken, dass die Qualität echt abnimmt gerade? also natürlich bedeuten mehr Doktorand*innen auch mehr schlechte arbeiten, ABER eben auch mehr gute arbeiten.

    und beim letzten Punkt stimme ich dir zu. bin mir sehr sicher, dass früher auch viele doktorand*innen einfach so durchgekommen sind (und darunter sind mit Sicherheit auch profs). das hat sowas von "früher war alles besser", was auch schon seit Generationen behauptet wird.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  3. Urgestein

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Dampfwutz Beitrag anzeigen
    Trotzdem sehe ich es auch so, dass der Wert der Promotion an sich gewissermaßen sinkt, wenn plötzlich "jeder" promoviert (Angebot vs. Nachfrage).
    Das würde ich nicht so sehen - sondern eher, dass "Konkurrenz den Markt belebt".

    In Bezug auf: jeder möchte heutzutage Abitur machen/ studieren würde ich dem schon noch bis zu einem gewissen Grad zustimmen.

    In Bezug auf Dissertationen sehe ich es anders - es ist immer noch nicht so leicht, bis zu dem Punkt zu kommen, an dem man eine Promotion schreiben darf, man braucht schon einen sehr guten Masterabschluss. Ich kann nur für mein Fach sprechen: Da wurden in den letzten Jahrzehnten immer mehr äußerst geniale Doktorarbeiten veröffentlicht und damit steigt der allgemeine Anspruch, man versucht, es diesen Leuten (soweit es geht) gleichzutun.
    Auch die Menge der Literatur, die man auswerten muss, steigt (ebenfalls in meinem Fach) an, weil mehr Aufsätze und Bücher produziert werden.

    Zitat Zitat von Dampfwutz
    Natürlich hat das dann nicht direkt was mit der Qualität einer bestimmten Doktorarbeit zu tun, aber die Qualtitätsspanne zwischen Arbeiten ist teilweise schon sehr krass.
    Volle Zustimmung dazu...
    כל המקומות שבהם היית
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    לפעמים לא העזת לגלות

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    קולות מזמן אחר
    הלב אומר להתעורר מהר

    אורות - אברהם טל

  4. Regular Client

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Und ich glaube auch nicht, dass mehr Studis -> mehr Professuren -> mehr Promotionen zwangsläufig zu schlechteren Promotionen führen. Dann müsste ja auch ein Studium schlechter werden, wenn es mehr Studis gibt bzw. mehr Unis, die den Studiengang anbieten.
    Das Argument habe ich genauso auch schon oft genug gehört. Nicht in Bezug auf mehr Unis, aber in Bezug auf die Anzahl der Studierenden, die für ein Studium zugelassen werden (müssen). Als ich mich für meinen Masterstudiengang beworben habe, gab es z.B. dafür ein Auswahlverfahren, bei dem man ein Forschungsprojekt vorstellen musste, dass man im Master bearbeiten will. Dadurch wurden tatsächlich auch Leute abgelehnt. Im Jahr danach "durfte" das Institut so etwas nicht mehr anbieten, weil sie nach Meinung der Uni zu wenig Studierende im Master hatten. Es wurde auch eine Zahl an Studierenden vorgegeben, die im Master zu sein haben, was aber in dem Fachbereich echt gar nicht so einfach ist, weil tatsächlich weniger Leute als man so meinen würde einen Master machen.
    Aber so insgesamt wurde das schon eher lamentiert von den Profs.
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

    HEATHCLIIIIIIFFFF~

  5. Get a life!

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    AW: Franziplag

    ich finde ja persönlich dieses "es studieren zu viele" ganz schön elitär und ich verstehe auch nicht, was schlimm an "zu vielen" ist (und wer definiert überhaupt, wer zu viel ist). wenn das jetzt wieder runterreguliert werden würde, würde das auch bedeuten, dass bessere Chancen (und die sind ja immer noch nicht gut, es gibt ja genügend Statistiken, dass Minderheiten und Kinder aus sozialschwachen Familien immer noch deutlich geringere Chancen auf gute Bildung haben) auch runterreguliert werden. dann wird es Minderheiten und Kindern aus sozial-schwachen Familien noch schwieriger gemacht. ist das echt erstrebenswert, nur weil man sich bisschen elitär fühlen will? und so ist das doch auch mit den Doktorand*innen. ich möchte auch gern mal eine Statistik sehen, dass die wissenschaftliche Qualität wirklich abnimmt. ich bezweifle, dass es die gibt. man könnte ja z.b. qualitativ schlechtere arbeiten einfach mal nicht durchkommen lassen. das wäre was, womit die betreuenden anfangen könnten.

    (und ja, mich nervt immer noch wahnsinnig an dieser diskussion, dass die sich wie eine Nebelkerze anfühlt. als ob das größte Problem der wissenschaft irgendwelche Politiker*innen wären, die nicht ordentlich zitieren.)

    gmitsch gmatsch gmotsch

  6. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Ich seh das Problem mehr darin, dass immer alle studieren sollen, gerade durch den internationalen Vergleich.
    Wir haben doch eigentlich n gutes Ausbildungssystem, das genauso beworben und gefördert gehört.
    Aber das ist ein ganz anderes Thema.


    Zitat Zitat von Sakamoto Beitrag anzeigen
    Das Argument habe ich genauso auch schon oft genug gehört. Nicht in Bezug auf mehr Unis, aber in Bezug auf die Anzahl der Studierenden, die für ein Studium zugelassen werden (müssen). Als ich mich für meinen Masterstudiengang beworben habe, gab es z.B. dafür ein Auswahlverfahren, bei dem man ein Forschungsprojekt vorstellen musste, dass man im Master bearbeiten will. Dadurch wurden tatsächlich auch Leute abgelehnt. Im Jahr danach "durfte" das Institut so etwas nicht mehr anbieten, weil sie nach Meinung der Uni zu wenig Studierende im Master hatten. Es wurde auch eine Zahl an Studierenden vorgegeben, die im Master zu sein haben, was aber in dem Fachbereich echt gar nicht so einfach ist, weil tatsächlich weniger Leute als man so meinen würde einen Master machen.
    Aber so insgesamt wurde das schon eher lamentiert von den Profs.
    naja, das ist jetzt aber schon recht speziell und klingt auch ein bisschen nach internem Wettbewerb oder so.
    Also, unter den Fakultäten.

    Ich meint jetzt eher so - wenn mehr Menschen studieren, und (gedachtes Beispiel) die Uni dann noch ne Biologie-Professur finanziert, so dass mehr Vorlesungen angeboten werden, und die Professorin natürlich auch Leute promoviert, dann wird die Qualität ja nicht schlechter.
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  7. Get a life!

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ich seh das Problem mehr darin, dass immer alle studieren sollen, gerade durch den internationalen Vergleich.
    Wir haben doch eigentlich n gutes Ausbildungssystem, das genauso beworben und gefördert gehört.
    Aber das ist ein ganz anderes Thema.
    das wird ja tatsächlich international auch bewundert (also unser Ausbildungssystem). aber ganz ehrlich, was man teilweise für einen Ausbildungsberuf an Gehalt kriegt - wer verdenkt es einem, wenn man diese Ausbildung dann nicht macht. aber ja, ist eine andere diskussion.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  8. Regular Client

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    aber ganz ehrlich, was man teilweise für einen Ausbildungsberuf an Gehalt kriegt - wer verdenkt es einem, wenn man diese Ausbildung dann nicht macht. aber ja, ist eine andere diskussion.
    Das ist ja aber auch sehr individuell je nach Ausbildungsberuf. Meine Mitbewohnerin verdient als Einstiegsgehalt nach ihrer Ausbildung mehr als die meisten Leute in meinem Fach nach dem Master verdienen. Sie konnte sich auch unter 3 Jobangeboten eins aussuchen.
    Ich hab auch mittlerweile mehrere Freundinnen, die nach dem Studium eine Ausbildung angefangen haben, weil sie mit dem Studium nichts gefunden haben.
    Also klar, für die Friseurin oder den Bäckergesellen sieht das wieder ganz anders aus. Aber ich als Geisteswissenschaftlerin hab halt auch ne ganz andere Ausgangslage als ein Arzt oder eine Bauingenieurin.
    Und es gibt hier in meiner Region wahrscheinlich auch nicht umsonst so viele Stadtverwaltungen z.B., die gezielt verkürzte Ausbildungen ausschreiben, wo man in 18 Monaten direkt Verwaltungsfachwirt/in machen kann, wenn man ein Studium abgebrochen oder abgeschlossen hat.
    Sakamoto: hat eventuell eine exhibitionistische Ader
    Oh don't even get me started! I keep watchin' that show and I'm waitin' for the darn dragon to show up and, and kick everyone's butt! But all I get is wiener, wiener, wiener. It's not all gay wiener, but when they DO show a straight guy's wiener, it's all soft and floppy. Even though he just got done humpin' a pretty girl! Why is that? Because a soft wiener isn't threatening, just like a gay wiener.

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  9. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Wissenschaftskritik so tief geht. Meiner Wahrnehmung nach kommt das häufig aus Ecken, die nie mit Wissenschaft oder Veröffentlichungen oder Peer Review zu tun hatten und Doktorarbeiten verschwinden doch oft in irgendwelchen Unibibliotheken auf Nimmerwiedersehen...

    Zweifel an der Wissenschaft besteht imo auf viel grundsätzlicherer Ebene, also im Sinne von "die werden alle aus der Wirtschaft für die Ergebnisse bezahlt" oder "die sind alle linksgrünversifft unterwandert" oder "ja, ok, medizin ist schön und gut, aber wer heilt hat recht!"
    Schon klar, dass es nicht *den einen* Auslöser für Wissenschaftsunglauben gibt. Aber die Diskussion um Guttenberg wurde so breit und so öffentlich geführt, dass das sicher ein weiteres Mosaiksteinchen in "die erfinden eh Sachen" Story eingefügt hat.

    Und ja, da sind schon die ProfessorInnen in der Pflicht, dem Einhalt zu gebieten. Aber ich glaube, die schmücken sich zum Teil schon auch gerne mit einer großen Schar an Nachwuchswissenschaftler und dazu muss man halt auch Abstriche in der Qualität machen.

    Ich hatte eine Masterstudentin, die einfach null wissenschaftlich arbeiten konnte. JEDER hat ihr von der Promotion abgeraten (und wir ihr auch keine angeboten). Sie hat trotzdem eine Stelle gefunden und ich bezweifle ganz, ganz arg, dass sie in den 3-4 Jahren plötzlich eine Erleuchtung hatte.
    Hochtechnologie in modernen Küchen treibt immer mehr unfähige Frauen ins Berufsleben.

  10. Get a life!

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Tinelli Beitrag anzeigen
    Ich hatte eine Masterstudentin, die einfach null wissenschaftlich arbeiten konnte. JEDER hat ihr von der Promotion abgeraten (und wir ihr auch keine angeboten). Sie hat trotzdem eine Stelle gefunden und ich bezweifle ganz, ganz arg, dass sie in den 3-4 Jahren plötzlich eine Erleuchtung hatte.
    in dem fall find ichs auch echt ok, die dann durchfallen zu lassen. passiert halt nur leider nicht. kenne auch viele Dozent*innen, die sich darüber aufregen, lassen dann aber trotzdem alle durchkommen, weil ist halt so üblich. ist dann halt schwer, sich über genau die aufzuregen, die man gerade enabled hat

    ich schrieb das ja schon am Anfang, ein Grund dafür, dass es so viele Doktorand*innen-stellen gibt, ist ja auch, dass der wissenschaftliche mittelbau so ungeliebt ist (und da ja auch irgendwann mein ungeliebtestes Gesetz, das wissenschaftszeitgesetz, greift). ist halt immer noch günstiger eine*n Doktorand*in anzustellen (hier zumindest kriegen Doktorand*innen 75%. das ist in stufe 1 deutlich günstiger als e13 voll in stufe 4), der/die dann nach 3-5 jahren wieder weg ist, statt mal auf Nachhaltigkeit zu setzen und das ganze diverser anzulegen. ich finde es immer noch wahnsinnig schade, dass oft neue Methoden oder viel Grundwissen einfach mal verloren geht, wenn Doktorand*innen gehen. aber klar, die Damen und Herren profs der genannten wiki regen sich lieber über schlechte Zitate auf, als mal nachhaltig Projekte zu planen. wenn ich mal ganz viel zeit hab, recherchier ich bei den genannten mal, wieviel wissenschaftlicher mittelbau bei denen in der Abteilung ist und wieviele doktorand*innen, die so haben. würde ja fast ne wette abschließen

    gmitsch gmatsch gmotsch

  11. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    in dem fall find ichs auch echt ok, die dann durchfallen zu lassen. passiert halt nur leider nicht. kenne auch viele Dozent*innen, die sich darüber aufregen, lassen dann aber trotzdem alle durchkommen, weil ist halt so üblich. ist dann halt schwer, sich über genau die aufzuregen, die man gerade enabled hat
    naja, im Idealfall haben die Doktoreltern da ja auch viel Aufwand reingrsteckt, ich glaube, das ist schwierig, das mit Abstand zu betrachten. Aber spätestens bei der 2. Prüfung müsste das ja auffallen...

    Und ja, es gibt viele Menschen mit Ausbildung, die locker mehr verdienen als ich.
    Wenn ich richtig informiert bin, verdiene ich ungefähr so viel wie ne Krankenschwester in meinem Alter.
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  12. Get a life!

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    naja, im Idealfall haben die Doktoreltern da ja auch viel Aufwand reingrsteckt, ich glaube, das ist schwierig, das mit Abstand zu betrachten. Aber spätestens bei der 2. Prüfung müsste das ja auffallen...
    also hier sind 3 von 4 nicht die direkten betreuer*innen (ich lese selten die Doktorarbeiten von kolleg*innen, Verteidigungen sind immer öffentlich aber, deshalb rede ich vor allem von denen) bei der Prüfung nicht die direkten Betreuer*innen. die könnten da schon objektiver bewerten und danach hab ich oft von Leuten aus der Prüfungskommission gehört, wie schlecht sie eine disputation fanden, gibt dann halt ne 2 (also das ist dann schlecht bewertet). joa. funktioniert natürlich nur dann, wenn wirklich alle fair bewerten. wenn nur einer rausfällt, ist das auch wieder doof.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  13. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Ja, gut, Fairness ist ja jetzt noch mal ein ganz neues Fass, was man aufmachen könnte.

    Sind bei euch die Disputationen immer über die Diss?
    Ein Kumpel hat vor zwei Wochen verteidigt - in Physik, und wurde über Sachen befragt, die genau nichts mit seiner Arbeit zu tun haben, weil man davona usgeht, dass er sich damit jetzt hinreichend auskennt.
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  14. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Tinelli Beitrag anzeigen
    Schon klar, dass es nicht *den einen* Auslöser für Wissenschaftsunglauben gibt. Aber die Diskussion um Guttenberg wurde so breit und so öffentlich geführt, dass das sicher ein weiteres Mosaiksteinchen in "die erfinden eh Sachen" Story eingefügt hat.
    Hast du das so wahrgenommen?
    Also, klar, im Endeffekt trägt alles zum Gesamtbild bei, aber ich hab damals das eher als Diskussion über ihn wahrgenommen. Und interessanterweise auch so, dass er viel verteidigt wurde, wiederum von Leuten, die wenig mit Wissenschaft zu tun haben, á la "jeder hat doch mal abgeschrieben" oder sowas in der Art.


    Und ja, da sind schon die ProfessorInnen in der Pflicht, dem Einhalt zu gebieten. Aber ich glaube, die schmücken sich zum Teil schon auch gerne mit einer großen Schar an Nachwuchswissenschaftler und dazu muss man halt auch Abstriche in der Qualität machen.
    Hmm. Also, bei uns wurde halt auch viel parallel veröffentlicht und die Promovenden haben eben auch viel Arbeitslast abgenommen. Da wurde dann auch einfach deutlich, wer nicht viel durch's peer review bekommen hat (ich zum Beispiel )


    Ich hatte eine Masterstudentin, die einfach null wissenschaftlich arbeiten konnte. JEDER hat ihr von der Promotion abgeraten (und wir ihr auch keine angeboten). Sie hat trotzdem eine Stelle gefunden und ich bezweifle ganz, ganz arg, dass sie in den 3-4 Jahren plötzlich eine Erleuchtung hatte.
    ok, vielleicht versuche ich es doch noch mal
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    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


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  15. Get a life!

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Sind bei euch die Disputationen immer über die Diss?
    Ein Kumpel hat vor zwei Wochen verteidigt - in Physik, und wurde über Sachen befragt, die genau nichts mit seiner Arbeit zu tun haben, weil man davona usgeht, dass er sich damit jetzt hinreichend auskennt.
    das ist in der Regel dann rigorosum, oder? wurde hier abgeschafft (gibt ein paar Unis, die das nicht mehr haben) kurz bevor ich angefangen hab (und das wär auch nochmal ne ganz andere Hausnr., da hätte ich sehr viel Respekt vor). bei uns wird tatsächlich sehr dissertations-nah befragt. da merkt man dann schon sehr schnell, wenn Leute echt nicht mal einfache fragen zu ihrer eigenen Arbeit beantworten können

    gmitsch gmatsch gmotsch

  16. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Ja, aber irgendwie offenbar als Ersatz für die Disputation.
    Bei uns wüsste ich gar nicht, wie das laufen könnte. Mein Studiengang und auch die Lehrstühle, die dafür geschaffen wurden, sind so seltsam angesiedelt, dass man dann theoretisch absolut fachfremdes fragen würde. Oder andererseits Fragen aus dem Bereich, der darum herum angesiedelt ist, aber nicht zwangsläufig an der Uni hätte gelernt werden können.
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  17. Get a life!

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    AW: Franziplag

    na es gibt eben so viele Prüfungsordnungen wie es Unis gibt das ist tatsächlich extrem unterschiedlich (und dann noch von Fakultät zu Fakultät ...). bei manchen gibts nur rigorosum, bei manchen rigorosum und disputation, nur disputation ... und auch die einzelnen Prüfungen sehen nochmal komplett unterschiedlich aus. eine Freundin von mir musste 2 Klausuren bei ihrem Diplomstudiengang mitschreiben (also das war ihr rigorosum), in Heidelberg weiß ich, dass Kolleg*innen vor ein paar jahren keine ppt zur Verteidigung haben durften, sondern nur eine Folie und ansonsten die Tafel, dafür war die nicht öffentlich. hier ist es öffentlich und zweiteilig (aber nur disputation), das Publikum darf im 2. teil fragen stellen. das darf auch nicht überall passieren. ich bin auf jeden fall SEHR froh, dass es bei uns kein rigorosum gab, aber ich glaube, das würde tatsächlich nochmal sieben. und dann gibts natürlich nochmal völlig unterschiedliche vorgaben dazu, wie eine Prüfungskommission aussehen darf usw.

    gmitsch gmatsch gmotsch

  18. Ureinwohnerin

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von Schnelmi Beitrag anzeigen
    Kolleg*innen vor ein paar jahren keine ppt zur Verteidigung haben durften, sondern nur eine Folie und ansonsten die Tafel, dafür war die nicht öffentlich
    WHAT THE FUCK!?

    Und ja, klar, dass es unterschiedliche Regelungen gibt, is schon klar.
    Bei uns war's halt zusätzlich speziell. ich schreib dir kurz ne PN
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  19. Urgestein

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    AW: Franziplag

    Zitat Zitat von luxuspanda Beitrag anzeigen
    Sind bei euch die Disputationen immer über die Diss?
    Ja, zum Glück schon. Bei uns sind die Disputationen nur für Institutsangehörige offen by the way, ich saß 2019 in der Disputation einer Kollegin, die damals abgegeben hatte.

    Was ich mich bei dem Franziplag frage (mit dem ich mich tatsächlich nie so ausführlich auseinandergesetzt habe wie z. B. damals mit dem Guttenplag, damals habe ich viele Artikel darüber gelesen): Ist denn jetzt tatsächlich ihr Fazit irgendwie ein "Plagiat"? Oder sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse super und neu und das Problem ist einfach, dass sie zwischendurch längere Textpassagen von anderen übernommen hat, ohne sie als solche zu kennzeichnen?
    (Im zweiten Fall wäre es mal eine Frage, warum dann Dissertationen einfach eine bestimmte Länge haben müssen, die nicht unterschritten werden darf...)
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    AW: Franziplag

    Mit einer Rüge war Franziska Giffey davongekommen, weitere Konsequenzen hatte die Affäre um ihre Doktorarbeit für die SPD-Politikerin nicht: Die Freie Universität Berlin kritisierte die Ministerin im Oktober 2019 zwar. Auf den Entzug des Doktortitels verzichtete sie aber nach eingängiger Prüfung von Giffeys Doktorarbeit: „Weil der Kern der Arbeit und ihre wissenschaftliche Leistung von den Mängeln nicht infrage gestellt“ würden. Details zu den beanstandeten Textstellen in ihrer Arbeit nannte die FU damals nicht.
    Franziska Giffey: 27 Plagiate in Doktorarbeit! Studenten veroffentlichen Prufung - FOCUS Online

    als sie Wissenschaftssenatorin werden sollte, wurde dann das Gutachten geleakt und bekannt, wieviel es war und dass es als vorsätzliche Täuschung eingestuft wurde.
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