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  1. Urgestein

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    Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Also ich nehme seit ungefähr vier Jahren Venlafaxin und bin damit im Allgemeinen zufrieden. Ich hatte von Anfang an bestimmte Nebenwirkungen wie verstärktes Schwitzen, aber es hat sich im Rahmen gehalten. Ich nehme das Antidepressivum immer abends. Vor etwa einem Monat war ich dadurch, dass ich an dem Tag sehr viel gearbeitet hatte, so übermüdet, dass ich abends direkt eingeschlafen bin, ohne das Medikament zu nehmen. Am nächsten Morgen konnte ich mich an meine Träume erinnern, was sonst so gut wie nie vorkommt. Und das hat mich ein bisschen ins Zweifeln gebracht über dieses Medikament: Wenn es den Mechanismus unterdrückt, dass ich mich an meine Träume erinnere, was unterdrückt es dann noch alles?! Und ich habe angefangen, darüber nachzudenken, ob ich es absetze... Ich hatte dann auch einen Termin bei meinem Neurologen (nicht extra abgemacht, der stand sowieso an) und habe ihn gefragt, was er zum Absetzen sagen würde. Er meinte, Depressionen seien eine Erkrankung des Gehirnstoffwechsels, so wie Diabetes eine des Zuckerstoffwechsels, im Diabetesfall (Typ I logischerweise) käme man nicht ohne Insulin aus, im Depressionsfall nicht ohne Antidepressivum. Einerseits bin ich super froh, vor vier Jahren mit Venlafaxin angefangen zu haben, vorher habe ich drei oder vier andere Antidepressiva genommen, die alle nichts oder nur sehr kurzfristig etwas gebracht haben.
    Aber das ist eben auch meine Frage... verändert sich nicht irgendetwas bei der Langzeiteinnahme von Antidepressiva? Ich weiß zum Beispiel noch, dass ich, bevor ich mit Venlafaxin angefangen habe, mich depressionsbedingt nicht an meine Träume erinnert habe, als ich anfing, das Medikament zu nehmen, habe ich angefangen, mich an meine Träume zu erinnern... und jetzt hat es eben den gegenteiligen Effekt und (zumindest, wenn ich es abends nehme) ich erinnere mich dadurch nicht mehr an meine Träume. Der Körper verändert sich... und ich weiß eben nicht mehr, ob es so ideal ist, das Antidepressivum zu nehmen. Was sich auch verändert hat, ist meine Einstellung gegenüber dem Medikament. Ich habe es quasi mit Handkuss entgegengenommen, hatte super hohe Erwartungen daran, weil es ja nicht nur, wie viele andere Antidepressiva, in den Serotoninstoffwechsel eingreift, sondern auch in den Dopaminstoffwechsel. Ich hatte mir eine super Wirkung bezüglich der Antriebssteigerung versprochen. Die kam nie so wahnsinnig, aber ich hatte am Anfang schon das Gefühl, dass sich meine Konzentrationsfähigkeiten durch das Antidepressivum verbessert haben. Momentan fehlt mir natürlich auch der direkte Vergleich, wie es wäre, "ohne" zu leben. Leider ist es bei Antidepressiva ja so, dass sie, wenn man sie einmal genommen hat und dann absetzt, möglicherweise beim nächsten Mal nicht mehr wirken. Mich würde es freuen, ein paar Erfahrungen von Leuten, die das Medikament schon lange nehmen, zu hören. Und natürlich auch, wenn jemand schreibt, wie es ihr nach dem Absetzen von Venlafaxin ging.
    Geändert von ~snow06~ (04.04.2014 um 07:24 Uhr)
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  2. Inaktiver User

    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Ich kann dir keine Langzeitergebnisse von mir präsentieren. Aber für einige Monate hatte ich Venlafaxin, wie auch schon das eine oder andere Mittel und kann insgesamt nicht behaupten, dass es mir viel besser ging.
    Es war irgendwie besser, also die schlimmsten Verzweiflungsschübe waren weg, aber gleichzeitig fühlte ich mich insgesamt ziemlich teilnahmslos, was ich erst nach dem Absetzen so richtig gemerkt habe. Ich finde es immer schwierig, das genau zu beschreiben, aber es ist in etwa so, wie aus einer großen Blase zu treten und die Umwelt etc. wieder viel direkter wahrzunehmen.

    Was ich dir noch sagen kann ist, dass ich wirklich mal das "Vergnügen" hatte, ein AD nach einiger Zeit nochmals verschrieben zu bekommen. Das war kein Spaß. Ich hatte unangenehme Vergiftungserscheinungen, obwohl ich das Medikament zuvor ganz prima vertragen hatte. Viel später hatte ich erst gelesen, dass ADs irgendwas am Körper verändern, dass sie bei einem zweiten Einsatz nicht mehr vertragen werden.
    Nur, falls du darüber nachdenkst, Venlafaxin nochmals u. U. nehmen zu wollen.

  3. Senior Member

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Ich nehme Venlafaxin auch schon seit 4 Jahren wieder. Davor auch einige Jahre, allerdings mit einer Pause von 2-3 Jahren.
    Also ich konnte es demnach wieder neu anfangen zu nehmen, nachdem ich es schon ein mal über einen längeren Zeitraum genommen habe. Früher war die Dosierung aber niedrig (75mg), jetzt ist sie bei 225 mg, weil zwei Ärzte unabhängig von einander (musste wegen Umzug den Arzt wechseln) meinten, dass er bei dieser Dosis das Venlafaxin auf das Noradrenalin Einfluss hat und das sei bei mir wohl besser so.

    Ich nehme das Venlafaxin morgens. Träume extrem viel und als ich es das letzte Mal vergessen habe zu nehmen, hatte ich neben einigen anderen Nebenwirkungen ziemlich viele Bilder im Halbschlaf im Kopf, sehr wirres Zeug und später auch Albträume... Es ist schon immer sehr heftig, wenn ich die Medikamente mal vergesse.

    Wegen des Absetzens: ein Arzt von mir meinte zu mir, und ich fand die Erklärung eigentlich ganz gut, dass man das Einnehmen mit einem Flug vergleichen soll. Es geht aufwärts, aber man muss eben eine gewisse Flughöhe erst mal erreichen. Wenn man die hat, dann sollte man erst mal da oben bleiben und wenn das klappt, dann kann man über das Absetzen nachdenken. Als Zeitraum nannte er mir ein halbes Jahr, in dem man auf Flughöhe sein sollte. (Leider hat das bei mir noch nicht geklappt, aber ich bin zur Zeit auf einem halbwegs guten Weg.)

    In den nächsten Jahren werde ich auch noch einmal versuchen, es abzusetzen, denn irgendwann möchte ich auch Kinder haben und davor sollte ich es gut abgesetzt haben und das eben auch gut vertragen.


  4. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Hm, ich nehme venlafaxin seit etwa 2,5 jahren und ich habe noch nie versucht, es abzusetzen, nicht einmal ernsthaft darüber nachgedacht habe ich. Ich merke einfach, dass ich es brauche. Vor einem halbenjahr habe ich die dosis von 2x 75 mg auf 1x 75 mg pro tag halbiert, weil ich nicht gerne mehr als nötig nehmen möchte. Ausserdem hatte ich zum schluss bei der höheren dosis oft entfremdungsgefühle. Für mich ist es allerdings ziemlich deutlich, dass 75 mg wirklich die untergrenze sind. Vielleicht erhöhe ich irgendwann auch noch mal wieder um 37,5 mg.
    Ich habe kaum körperliche nebenwirkungen. Ab und zu habe ich hitzewallungen, bei denen ich mir aber nicht sicher bin, ob sie eine venlafaxinnebenwirkung bei mir sind. Die nebenwirkungen oder wirkungen sind hauptsächlich psychisch und kognitiv. Aber da ist es halt auch so schwierig auszumachen, was nun konsequenz von was ist und wie es ohne das medikament wäre bzw mit einem anderen.
    Mir fehlen zeit und nerven, um mich damit näher zu befassen...und letztlich habe ich auch keinen leidensdruck, der so stark ist, dass ich mich darum kümmern müsste/wollte.

    wie gesagt, habe ich nie versucht, das ad abzusetzen. Ich habe allerdings mal zwei tage in folge vergessen es zu nehmen....und was dann ab mittag das zweiten tages passierte, war nicht schön
    ich weiss jetzt, was die venlafaxinabsetzer meinen, wenn sie von stromschlägen im kopf sprechen.

    nachtrag: mein arzt hat mit mir noch nie über ein mögliches absetzen (oder eine dosisänderung) gesprochen, zumindest nicht von sich aus.
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  5. Regular Client

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Langzeitwirkung kann ich nicht berichten. Hab Venlafaxin nur ein paar Monate genommen. Wichtig beim Absetzen ist das langsame Ausschleichen. Ich war beim reduzieren wohl zu schnell, und hab ein bis zwei Wochen nach dem kompletten Absetzen auch mit Entzugserscheinungen (oder was auch immer) zu kämpfen gehabt. Zum Absetzen gabs hier auch schon mal ein Thread

  6. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Hamsterchen Beitrag anzeigen
    Langzeitwirkung kann ich nicht berichten. Hab Venlafaxin nur ein paar Monate genommen. Wichtig beim Absetzen ist das langsame Ausschleichen. Ich war beim reduzieren wohl zu schnell, und hab ein bis zwei Wochen nach dem kompletten Absetzen auch mit Entzugserscheinungen (oder was auch immer) zu kämpfen gehabt. Zum Absetzen gabs hier auch schon mal ein Thread
    Warum hast du es nur ein paar Monate genommen?
    Just a dream away

  7. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Ich glaub ich nehm Venlafaxin jetzt seit ca. 10 Jahren. Mit einer Unterbrechnung von einem Jahr. Konnte aber ohne Probleme wieder damit anfangen, als von den normalen Nebenwirkungen am Anfang und Ende abgesehen.

    Ich hatte letztens auch ein Gespräch mit meiner Psychiaterin bei dem auch zur Sprache kam, dass ich sofort Entzugserscheinungen habe wenn ich die Einnahme mal vergesse. Ich nehme 100 mg retardiert abends (also bastel ich mir selber, da es 100 mg retardiert nicht gibt), im Sommer 75 mg. Vergesse ich es 1x kann ich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ich sehr intensive Trauminhalte habe, meistens sehr gewalttätige Träume die auch richtig körperlich anstrengend sind und ich morgens schweißgebadet aufwache. Am nächsten Tag habe ich zudem Kopfschmerzen und Übelkeit.

    Sie hat mir das so erklärt, dass ich mich mit den 75 mg/100 mg auf dem unteren Level bewege. Würd ich z.B. 150 mg nehmen, wäre immer genug Wirkstoff da um auch mal eine vergessene Einnahme auszugleichen. Mit den 75 mg wäre das nicht möglich und deshalb würden da sofort Entzugserscheinungen kommen. Das nehme ich aber in Kauf bevor ich mich mit 150 mg zudröhne.

    Ansonsten hat sie mir das mit den Antidepressiva auch so erklärt wie mit Insulin etc. Manche Menschen brauchen es halt einfach. Zu einem Diabetiker sagt man ja auch nicht, dass er mal mit dem Insulin aufhören soll. Ich vermute mal, das ist auch der Grund, warum es mir nach dem Absetzen und Ausschleichen auch wieder schlechter ging. Wobei ich sagen muss, dass sich bei mir die Depression in erster Linie durch Übelkeit am Morgen bemerkbar macht.

    NOchmal zu den Träumen: Jeder Mensch träumt im Schlaf. Erinnern tut man sich nur daran, wenn man in einer bestimmten Traumphase aufwacht. Somit wird Venlafaxin nur indirekt dein Erinnerungsvermögen an Träumen beeinflussen.


  8. Urgestein

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Vielen Dank schon mal für eure ausführlichen Antworten. Ich gehe nachher noch weg, werde morgen aber richtig darauf eingehen.
    Zitat Zitat von Anathema Beitrag anzeigen
    Warum hast du es nur ein paar Monate genommen?
    Anathema, ohne jetzt Hamsterchens Geschichte zu kennen: In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Person, die ein paar Monate lang ein Antidepressivum genommen hat und es dann abgesetzt hat, als es ihm besser ging (das ist jetzt einige Jahre her, und seitdem kam bei ihm nie wieder überhaupt nur der Gedanke auf, er bräuchte noch mal ein Antidepressivum.)
    Ich finde es irgendwie auch "normal" - wenn Menschen keine jahrelangen Vorgeschichten mit Depressionen etc. haben, sagt man ja, dass man das Antidepressivum noch sechs Monate nach Abklingen der Beschwerden nehmen soll und dann ist gut. Worüber wir hier sprechen, Langzeiteinnahme, das ist ja eher etwas, das bei Menschen vorkommt, die mehr als einmal in ihrem Leben depressive Episoden haben, bei denen die Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen gibt etc.
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  9. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von ~snow06~ Beitrag anzeigen
    Vielen Dank schon mal für eure ausführlichen Antworten. Ich gehe nachher noch weg, werde morgen aber richtig darauf eingehen.

    Anathema, ohne jetzt Hamsterchens Geschichte zu kennen: In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Person, die ein paar Monate lang ein Antidepressivum genommen hat und es dann abgesetzt hat, als es ihm besser ging (das ist jetzt einige Jahre her, und seitdem kam bei ihm nie wieder überhaupt nur der Gedanke auf, er bräuchte noch mal ein Antidepressivum.)
    Ich finde es irgendwie auch "normal" - wenn Menschen keine jahrelangen Vorgeschichten mit Depressionen etc. haben, sagt man ja, dass man das Antidepressivum noch sechs Monate nach Abklingen der Beschwerden nehmen soll und dann ist gut. Worüber wir hier sprechen, Langzeiteinnahme, das ist ja eher etwas, das bei Menschen vorkommt, die mehr als einmal in ihrem Leben depressive Episoden haben, bei denen die Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen gibt etc.
    ja, ich ziehe da auch keine Vergleiche.... suche eher jmd. der in der gleichen Situation ist wie ich. Mir wurde Venlaflaxin wegen ner leichten Angststörung verschrieben. Habe jetzt die geringste Dosis (37,5mg) und soll die ca. ein halbes Jahr nehmen.
    Habe ein wenig Angst vor den Nebenwirkungen (was auch Teil der Krankheit sein kann ), weswegen ich hier interessiert mitlesen...
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  10. Addict

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Wie ist es bei euch mit der Libido? Meine ist sehr stark zurückgegangen v.a. seit der letzten Dosiserhöhung auf 225mg.
    Und ich habe mir auch schon Gedanken über die Vor- und Nachteile bzw. Sinn- und Unsinn der Einnahme gemacht. Ich weiß, sie helfen mir, aber manchmal frage ich mich, wie sehr mich die Einnahme auch in meiner Wahrnehmung und meinem Empfinden (negativ) verändern oder einschränken.

  11. Urgestein

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann dir keine Langzeitergebnisse von mir präsentieren. Aber für einige Monate hatte ich Venlafaxin, wie auch schon das eine oder andere Mittel und kann insgesamt nicht behaupten, dass es mir viel besser ging.
    Es war irgendwie besser, also die schlimmsten Verzweiflungsschübe waren weg, aber gleichzeitig fühlte ich mich insgesamt ziemlich teilnahmslos, was ich erst nach dem Absetzen so richtig gemerkt habe. Ich finde es immer schwierig, das genau zu beschreiben, aber es ist in etwa so, wie aus einer großen Blase zu treten und die Umwelt etc. wieder viel direkter wahrzunehmen.

    Was ich dir noch sagen kann ist, dass ich wirklich mal das "Vergnügen" hatte, ein AD nach einiger Zeit nochmals verschrieben zu bekommen. Das war kein Spaß. Ich hatte unangenehme Vergiftungserscheinungen, obwohl ich das Medikament zuvor ganz prima vertragen hatte. Viel später hatte ich erst gelesen, dass ADs irgendwas am Körper verändern, dass sie bei einem zweiten Einsatz nicht mehr vertragen werden.
    Nur, falls du darüber nachdenkst, Venlafaxin nochmals u. U. nehmen zu wollen.
    Danke dir!
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  12. Urgestein

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Marita Beitrag anzeigen
    Ich nehme Venlafaxin auch schon seit 4 Jahren wieder. Davor auch einige Jahre, allerdings mit einer Pause von 2-3 Jahren.
    Also ich konnte es demnach wieder neu anfangen zu nehmen, nachdem ich es schon ein mal über einen längeren Zeitraum genommen habe. Früher war die Dosierung aber niedrig (75mg), jetzt ist sie bei 225 mg, weil zwei Ärzte unabhängig von einander (musste wegen Umzug den Arzt wechseln) meinten, dass er bei dieser Dosis das Venlafaxin auf das Noradrenalin Einfluss hat und das sei bei mir wohl besser so.
    Das klingt gut...

    Zitat Zitat von Marita
    Ich nehme das Venlafaxin morgens. Träume extrem viel und als ich es das letzte Mal vergessen habe zu nehmen, hatte ich neben einigen anderen Nebenwirkungen ziemlich viele Bilder im Halbschlaf im Kopf, sehr wirres Zeug und später auch Albträume... Es ist schon immer sehr heftig, wenn ich die Medikamente mal vergesse.
    same here

    Zitat Zitat von Marita
    Wegen des Absetzens: ein Arzt von mir meinte zu mir, und ich fand die Erklärung eigentlich ganz gut, dass man das Einnehmen mit einem Flug vergleichen soll. Es geht aufwärts, aber man muss eben eine gewisse Flughöhe erst mal erreichen. Wenn man die hat, dann sollte man erst mal da oben bleiben und wenn das klappt, dann kann man über das Absetzen nachdenken. Als Zeitraum nannte er mir ein halbes Jahr, in dem man auf Flughöhe sein sollte. (Leider hat das bei mir noch nicht geklappt, aber ich bin zur Zeit auf einem halbwegs guten Weg.)
    Hm... mein Arzt kommt eben immer nur mit diesem Diabetes-Vergleich und sagt, ich muss (was heißt "muss"... wenn ich will, dass es mir ok geht, "muss" ich) das Zeug mein ganzes Leben lang nehmen.

    Zitat Zitat von Marita
    In den nächsten Jahren werde ich auch noch einmal versuchen, es abzusetzen, denn irgendwann möchte ich auch Kinder haben und davor sollte ich es gut abgesetzt haben und das eben auch gut vertragen.
    Ich meine, man muss Venlafaxin nicht absetzen, wenn man Kinder will. Man soll irgendetwas zusätzlich nehmen, Folsäure (?) aus der Apotheke, wenn ich mich richtig erinnere (mein Arzt hat mir das im Dezember gesagt aber da bei mir noch nicht mal ein Freund vorhanden ist, habe ich mir die Dinge, die er über Schwangerschaften erzählt hat, nicht besonders gemerkt.) Es gibt auf jeden Fall Ärzte, die Spezialisten für das Thema "Antidepressiva und Schwangerschaften" sind und zu so einem sollte man hingehen, bevor man schwanger werden möchte...

    OT: Machst du eigentlich weiter mit der Promotion? Und ich finde, du klingst immer sehr reflektiert, erwachsen und ausgeglichen, wenn du hier schreibst, auch in Bezug auf die Depression.
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  13. Urgestein

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von rhabarber* Beitrag anzeigen
    Hm, ich nehme venlafaxin seit etwa 2,5 jahren und ich habe noch nie versucht, es abzusetzen, nicht einmal ernsthaft darüber nachgedacht habe ich.
    Nachdem ich das Venlafaxin 2,5 Jahre genommen hatte, habe ich auch noch nicht über ein Absetzen nachgedacht, überhaupt nicht. Dieser Gedanke ist erst in den letzten Monaten aufgetaucht, das erste Mal habe ich bei bym darüber im letzten September geschrieben (in einer privaten Gruppe.)

    Zitat Zitat von Rhabarber*
    Mir fehlen zeit und nerven, um mich damit näher zu befassen...und letztlich habe ich auch keinen leidensdruck, der so stark ist, dass ich mich darum kümmern müsste/wollte.
    Wie gesagt... nach "deinem" Zeitraum habe ich mir da auch noch null Gedanken drum gemacht.
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  14. Urgestein

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Bine Beitrag anzeigen
    Ich glaub ich nehm Venlafaxin jetzt seit ca. 10 Jahren. Mit einer Unterbrechnung von einem Jahr. Konnte aber ohne Probleme wieder damit anfangen, als von den normalen Nebenwirkungen am Anfang und Ende abgesehen.
    Das klingt beruhigend...

    Zitat Zitat von Bine
    Ich hatte letztens auch ein Gespräch mit meiner Psychiaterin bei dem auch zur Sprache kam, dass ich sofort Entzugserscheinungen habe wenn ich die Einnahme mal vergesse. Ich nehme 100 mg retardiert abends (also bastel ich mir selber, da es 100 mg retardiert nicht gibt), im Sommer 75 mg.
    Wahnsinn, dass es bei dir so einen Unterschied zwischen Sommer und Winter gibt. Und wie "bastelst" du die Tabletten selbst? Eine 75 mg Tablette + eine zweite, aus der du den entsprechenden Anteil an kleinen Kügelchen rausnimmst?
    Zitat Zitat von Bine
    Sie hat mir das so erklärt, dass ich mich mit den 75 mg/100 mg auf dem unteren Level bewege. Würd ich z.B. 150 mg nehmen, wäre immer genug Wirkstoff da um auch mal eine vergessene Einnahme auszugleichen. Mit den 75 mg wäre das nicht möglich und deshalb würden da sofort Entzugserscheinungen kommen. Das nehme ich aber in Kauf bevor ich mich mit 150 mg zudröhne.
    Ah, interessant... so würde ich es wohl auch handhaben an deiner Stelle.

    Zitat Zitat von Bine
    Ansonsten hat sie mir das mit den Antidepressiva auch so erklärt wie mit Insulin etc. Manche Menschen brauchen es halt einfach. Zu einem Diabetiker sagt man ja auch nicht, dass er mal mit dem Insulin aufhören soll. Ich vermute mal, das ist auch der Grund, warum es mir nach dem Absetzen und Ausschleichen auch wieder schlechter ging. Wobei ich sagen muss, dass sich bei mir die Depression in erster Linie durch Übelkeit am Morgen bemerkbar macht.
    Nein, zu einem Diabetiker sagt man nicht, dass er mal mit dem Insulin aufhören soll... Aber: Ich finde trotzdem, dass der Diabetes-Depressionen-Vergleich hinkt. Erstens hilft einem Diabetiker nur ein ganz bestimmter Stoff, nämlich Insulin (möglicherweise von verschiedenen Herstellern.) Dem gleichen Depressiven können aber unter Umständen ganz unterschiedliche Stoffe helfen (trizyklische Antidepressiva, SSRIs, MAO-Hemmer...). Und wenn man Depressionen schon mit Diabetes vergleicht, dann kommen ja auch noch ganz andere Aspekte hinzu: Als Diabetiker muss man richtig essen, Sport machen etc.

    Zitat Zitat von Bine
    NOchmal zu den Träumen: Jeder Mensch träumt im Schlaf. Erinnern tut man sich nur daran, wenn man in einer bestimmten Traumphase aufwacht. Somit wird Venlafaxin nur indirekt dein Erinnerungsvermögen an Träumen beeinflussen.
    Klar, aber ich finde es halt schade. Für mich ist es ein Verlust, sich nicht an meine Träume zu erinnern.
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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Anathema Beitrag anzeigen
    ja, ich ziehe da auch keine Vergleiche.... suche eher jmd. der in der gleichen Situation ist wie ich. Mir wurde Venlaflaxin wegen ner leichten Angststörung verschrieben. Habe jetzt die geringste Dosis (37,5mg) und soll die ca. ein halbes Jahr nehmen.
    Habe ein wenig Angst vor den Nebenwirkungen (was auch Teil der Krankheit sein kann ), weswegen ich hier interessiert mitlesen...
    Ah, ok.
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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von ningun Beitrag anzeigen
    Wie ist es bei euch mit der Libido? Meine ist sehr stark zurückgegangen v.a. seit der letzten Dosiserhöhung auf 225mg.
    Meins ist ganz ok... aber ich habe seltener bis fast nie einen Orgasmus unter Venlafaxin.
    Zitat Zitat von ningun
    Und ich habe mir auch schon Gedanken über die Vor- und Nachteile bzw. Sinn- und Unsinn der Einnahme gemacht. Ich weiß, sie helfen mir, aber manchmal frage ich mich, wie sehr mich die Einnahme auch in meiner Wahrnehmung und meinem Empfinden (negativ) verändern oder einschränken.
    Yes, same here... Mich hat die Tatsache, dass ich mich in der Zeit, als ich das Antidepressivum morgens genommen habe, an meine Träume erinnert habe, ein bisschen wachgerüttelt... es kam die Frage auf, was das AD noch alles unterdrückt, wenn es die Erinnerung an meine Träume unterdrückt... langfristig gesehen kann ich das Venlafaxin aber nicht morgens nehmen, mir wurde einige Zeit, nachdem ich die Einnahme vom Abend auf den Morgen verändert hatte, ständig schlecht und ich habe mich mindestens einmal am Tag übergeben. Ich habe mit einer Apothekerin darüber geredet und die meinte, dass es erstens daran liegt, dass ich morgens bei der Einnahme nur wenig oder noch gar nichts gegessen hatte und das abends natürlich anders ist und zweitens, dass der Schlaf die Übelkeit ein bisschen "überdeckt"...
    Also habe ich in der letzten Woche die Einnahme wieder auf abends umgestellt (am Montag oder Dienstag) und es ging mir echt übel... ich habe mich mehrmals am Tag übergeben und hatte am Donnerstag so stark Migräne, dass ich nicht zur Arbeit gehen konnte. Seit gestern hat sich alles zum Glück wieder beruhigt.
    Der zweite Grund, warum ich gerne aufhören würde, das AD zu nehmen, ist die Tatsache, dass die Krankheit Depression immer noch stigmatisiert ist und ich mich allein durch die Tatsache, dass ich ein AD nehme, manchmal "kränker" fühle... aber ok, damit muss ich, vorerst zumindest, wohl leben.

    Übrigens an dieser Stelle eine Buchempfehlung... ich lese gerade "Sane New World - Taming the Mind" von Ruby Wax. Es geht um mindfulness und sie gibt eine kleine Einführung in neuro science... das ist für mich aber nicht das Wichtigste an dem Buch, sehr tröstlich finde ich vor allem den trockenen Humor, mit dem sie von ihren Depressionserfahrungen schreibt und ihren gesunden Menschenverstand. Es ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber für mich das erste Buch über Depressionen, bei dem ich einiges über das Thema dazulerne und gleichzeitig nicht nach der Lektüre deprimierter bin als vorher.
    Geändert von ~snow06~ (06.04.2014 um 12:03 Uhr)
    כל המקומות שבהם היית
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    אורות מהבהבים
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  17. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Den diabetes typ 1 vergleich finde ich ziemlich bemüht. Was damit gesagt werden soll, ist ja gut und schön und bis zu einem gewissen punkt auch berechtigt (eben diese sache richtung metabolische fehlfunktion), aber der vergleich hinkt dann eben doch sehr. Auch wenn depressionen (wobei ich das medikament nicht einmal deswegen nehme) in letzter konsequenz einen fatalen ausgang haben können, ist das doch kein vergleich zu einer unbehandelten diabeteserkrankung, um nur mal einen punkt zu nennen. Snow hat ja schon einiges andere aufgezählt.

    Seit ihr denn zusätzlich auch in psychologischer beratung/behandlung (gewesen)?

    libido. Anfangs hat es länger gedauert zum orgasmus, aber das hat sich irgendwann wieder gegeben. Ansonsten ist es schwet für mich, da frage zu beantworten, weil ich in den letzten jahren auch verschiedene pillen genommen habe und eine gynäkologische op hatte und ich eh keinen partner für sexuelle akivitäten habe.
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  18. Regular Client

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Anathema Beitrag anzeigen
    Warum hast du es nur ein paar Monate genommen?
    Nach ein paar Monaten war das große Tief, bzw. die akute Phase vorbei und ich wollte einfach wissen ob ich jetzt auch ohne die Medikamente auskomm. Außerdem wollte ich auch wissen welche Gefühle "echt" sind und welche vom AD beeinflusst werden. Ich bin zwar psychisch nicht der stabilste Mensch und hab die ein oder andere Baustelle, aber so lang nichts akutes ist, komm ich zum Glück auch ohne ein AD aus. So im Nachhinein betrachtet wär ein AD mittlerweile für mich auch die letzte Möglichkeit, obwohl es mir damals echt geholfen hat. Aber ich glaub ich hab in meiner Absetzphase einfach zu viel negatives darüber gelesen!

  19. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Mit den negativen oder umstrittenen aspekten habe ich mich in den jahren vor der einnahme befasst. Irgendwann ging es mir so schlecht, dass ich nicht mehr das gefühl hatte, eine wahl zu haben.
    mir hilft es auch wirklich sehr.
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  20. Ureinwohnerin

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    AW: Langzeiteinnahme Venlafaxin

    Zitat Zitat von Hamsterchen Beitrag anzeigen
    Nach ein paar Monaten war das große Tief, bzw. die akute Phase vorbei und ich wollte einfach wissen ob ich jetzt auch ohne die Medikamente auskomm. Außerdem wollte ich auch wissen welche Gefühle "echt" sind und welche vom AD beeinflusst werden. Ich bin zwar psychisch nicht der stabilste Mensch und hab die ein oder andere Baustelle, aber so lang nichts akutes ist, komm ich zum Glück auch ohne ein AD aus. So im Nachhinein betrachtet wär ein AD mittlerweile für mich auch die letzte Möglichkeit, obwohl es mir damals echt geholfen hat. Aber ich glaub ich hab in meiner Absetzphase einfach zu viel negatives darüber gelesen!
    Danke für die ausführliche Antwort. Wie lange hast du zum Absetzen gebraucht?

    Ich habe gestern Abend die erste Tablette genommen und mir war richtig übel... im moment wären die Nebenwirkungen schlimmer als die Erkrankung
    Just a dream away

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