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  1. Urgestein

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    Was tun bei Erschöpfung?

    Bitte nicht zitieren:

    Mir geht es schon länger nicht gut auf verschiedenen Ebenen, und momentan bin ich auf dem Trichter, dass es wahrscheinlich "einfach" verschiedene Symptome von Erschöpfung sind.
    Ich bin leider eh nicht besonders leistungsfähig. Das letzte Jahr war insgesamt sehr anstrengend (für mich, andere würden das locker wegstecken, ist klar). Also ich war eh schon auf der Kippe, und dann kam Corona. Seitdem bin ich einfach total fertig, obwohl das Leben momentan wieder fast wieder in gewohnten Bahnen läuft.

    Ich weiß nicht so richtig, was ich machen soll. Ich war bei der Hausärztin, die mir viele Wochen später einen Termin wegen Leboruntersuchungen gegeben hat, das steht also noch aus. Außerdem habe ich eine Überweisung zur Psychtherapie, aber da ist sogar ein Erstgespräch ohne Aussicht auf einen Therapieplatz eine Sache von mehreren Monaten.

    Ich schleppe mich jeden Tag so durch den Tag, schaffe nur einen Bruchteil meiner Aufgaben, bin gereizt, extrem müde. Manchmal schlafe ich mitten am Tag einfach ein. Eigentlich würde ich gern ein paar Wochen oder Monate lang nur schlafen
    Statt dessen sind bald Sommerferien, wo meine Kinder wieder zuhause sind, einen teil der Zeit muß ich "nebenbei" arbeiten, und an den Herbst mit evtl. zweiter Coronawelle will ich gar nicht denken

    Es fühlt sich sehr aussichtslos an. Ich weiß, ich bin weiß Gott nicht die einzige mit sowas gerade, und anderen geht es viel schlechter und andere sind sicher viel fertiger. Aber ich merke immer mehr, wie ich es nicht mehr schaffe. Letztens hatte ich sogar ein Wochenende "frei", aber da habe ich dann dringend nötige andere Aufgaben erledigt. Und ich bin über den Punkt hinaus, wo ein Wochenende Erholung reicht.

    Was kann man da machen?
    Kann man sich wohl mal ne Woche krank schreiben lassen? Das wäre nur leider auch ungünstig, weil ich mich ja auch dann nicht ins Bett legen kann wegen der Kinder, und Leute aus meiner Firma würden mich dann zwangsläufig in der Freizeit sehen.

    bitte wirlich nicht zitieren, ich will das wieder rausnehmen.

  2. Senior Member

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Ich kenne mich da nicht aus, aber mehrere meiner Kolleginnen haben schon Mutter-Kind-Kuren gemacht. Das ist wohl nicht so schwierig genehmigt zu bekommen. Wäre das vielleicht was?
    Mach einfach Dein Ding. Irgendjemand findet es eh scheisse.

  3. Urgestein

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Ja, das gibt es wohl recht einfach, das rät mir auch jeder, mit dem ich darüber rede. Aber erstens muß man sich überlegen, ob diese Art von Erholung was für einen ist, mit kleinen Kindern fand ich die Vorstellung eher abschreckend.
    Zweitens haben die einen Vorlauf von ca. einem dreiviertel Jahr, und wegen Corona fiel jetzt eh alles flach. Das wäre also allenfalls langfristig mal ne Idee.

  4. Addict

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Wahrscheinlich wäre es wesentlich hilfreicher, wenn dein Mann eine Vater-Kind-Kur macht und du hast zu Hause mal deine Ruhe.
    Krank schreiben geht schon, wenn die Hausärztin dazu bereit ist. Wäre es dann eine Option, mit den Kindern zu den Großeltern zu fahren, damit du den Kollegen nicht begegnest und die Kinder nicht allein bespaßen musst?

    Ich habe sehr kurzfristig einen Therapieplatz in der Universitätsambulanz bekommen, also da ist man bei einer Therapeutin in Ausbildung. Wenn es bei euch auch sowas gibt, würde ich mich da mal erkundigen.

  5. Urgestein

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Lustig, die Idee mit der Vater-Kind-Kur hatte ich schon vor über einem Jahr. Der Vater will aber nicht, ist ihm u.a. zu stressig. Und überhaupt

    Großelternbesuch in beide Richtungen ist keine Option zur Entspannung, das ist eher noch mehr Stress Die Kinder können demnächst mal hin, aber dann muß ich ganz viel arbeiten, um meine Stunden aufzuholen. Ja, das ist schon auch hilfreich, aber nicht so richtig durchschlagend.
    Geändert von Whassup (06.07.2020 um 23:10 Uhr)

  6. Senior Member

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Du könntest die Zeit bis zum Therapiebeginn eventuell mit Terminen in einer psychologischen Beratungsstelle überbrücken, vielleicht ergibt sich daraus schon die ein oder andere kleine Veränderung.

    Alles Gute!

  7. Enthusiast

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Ich kann grad leider nicht viel schreiben, aber wollte zu der Sache mit der Krankschreibung noch sagen, dass das durchaus möglich sein sollte in deiner Situation bzw. hatte ich selbst in einer Situation, wo ich mental einfach nicht mehr konnte (bei mir wegen sehr blöder Jobsituation) explizit 2 Wochen eine Krankschreibung wegen Erschöpfung.

    Also wenn dich das zumindest ein Bisschen erstmal entlasten würde, bis alles weitere geklärt ist, wäre das vielleicht eine Möglichkeit.

    Ansonsten erstmal weiter viel Kraft dir
    “As far as I can make out, edgy occurs when middlebrow, middle-aged profiteers are looking to suck the energy — not to mention the spending money — out of the ‘youth culture.’ So they come up with this fake concept of seeming to be dangerous when every move they make is the result of market research and a corporate master plan.”
    — Daria

  8. Ureinwohnerin

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Hast du schon deine Ernährung überprüft und ist dein Schlafrhythmus okay? Schläfst du nachts lang genug und ist das erholsamer Schlaf?

    Bei mir ist Müdigkeit, Erschöpfung und Antrirbslosigkein ansonsten leider ein Symptom der Depressionen, kennst du das auch von dir?
    "Ich verlange nicht nach einem Leben ohne Schwierigkeiten,
    aber ich will auf seiner Höhe sein können, wenn es schwierig wird." (Camus)


    ʕ•͡ᴥ•ʔ »Katzen-Insta « ^ᴥ^

    “Gaslighting doesn’t exist. You made it up ‘cause you’re fucking crazy.”

  9. Urgestein

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Mein Schlafrhythmus ist absolut nicht okay, ich schlafe für meinen Bedarf konsequent zu wenig. Daran "arbeite" ich seit langem, mal mehr mal weniger intensiv. Ich kriege es aber nicht hin, weil einfach auch Sachen zu tun sind, wenn die Kinder endlich mal schlafen, und manchmal hätte ich auch gern ein bißchen kindfreie Freizeit, sonst drehe ich nämlich auch durch.

    Und ja, Depression kann gut sein (sagte auch die Hausärztin, soweit sie das im Erstgespräch kann), aber auch da frage ich mich, was Ursache und Wirkung ist. Wie auch immer, Therpie liegt ja auch in weiter Ferne.

    Bitte nicht zitieren.

  10. V.I.P.

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    vielleicht ist eine mütterkur (ohne kinder) ne möglichkeit, zumindest mittelfristig

  11. Foreninventar

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Das klingt gar nicht gut.

    Ich würde sagen: Mach als erstes mal das Blutbild. Wäre ja echt ärgerlich, wenn du dann nach Monaten draufkommst, dass mit ein bisschen Eisen oder so alles viel einfacher gewesen wäre.

    Meine Ärztin hat mir übrigens gegen Müdigkeit und Erschöpfung Vitango empfohlen. Rosenwurz ist das. Gibt sicher auch andere Marken. Mir hat es nicht geholfen, aber vielen ihrer anderen PatientInnen. Evt ist das zur Überbrückung mal einen Versuch wert.

    Und dann würde ich mich auf alle Fälle mal krankschreiben lassen. Zu den KollegInnen, die dich unterwegs sehen könnten: Eine Kollegin von mir hatte ein Burnout, hat aber in der Firma gesagt, sie hätte Rückenprobleme und könne deswegen eine Zeit lang nicht so viel sitzen. (Hast du auch eine sitzende Tätigkeit?) So war es logisch, dass sie rausgehen durfte/musste, um Bewegung zu machen.


  12. Foreninventar

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Und der nächste Schritt:
    Kannst du Aufgaben auslagern? Mann? Putzhilfe? Babysitter?


  13. Senior Member

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Weiß Dein Mann denn wie ernst die Lage ist?
    Es kann ja irgendwie nicht sein dass er Dir helfen könnte, es ihm aber zu anstrengend ist.
    Mach einfach Dein Ding. Irgendjemand findet es eh scheisse.

  14. Foreninventar

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Zitat Zitat von Cherrycoke Beitrag anzeigen
    Weiß Dein Mann denn wie ernst die Lage ist?
    Es kann ja irgendwie nicht sein dass er Dir helfen könnte, es ihm aber zu anstrengend ist.
    !


  15. Addict

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Ich schließe mich den anderen an. Ganz wichtig finde ich Blutbild.
    Hast du Energie oder Zeit, mal deine Tagesabläufe zu dokumentieren? Stichwort mental load?
    Das werde ich jetzt machen, denn ich stelle fest, dass ich den Großteil (eigentlich wirklich alles von A-Z) unseres Familienlebens organisiere. Da mein Freund das nicht checkt, werde ich ihm das mal schwarz auf weiß präsentieren, klingt vielleicht blöd und kleinkariert, aber es frisst mich gerade auf.

    Erholsamen Schlaf kann man ja leider nicht erzwingen. Da musst du auch erstmal wieder in einen Rhythmus finden. (ich kann nur von mir ausgehen, seit fast 4 Jahren extremer Schlafmangel, mir brennt es Erinnerungen und Verknüpfungen im Hirn weg, ich fühle mich wie ein Zombie, der nur mit x-Tassen Koeffein durch den Tag kommt).

    Ich habe glaube ich dieselbe Baustelle. Vor einer Weile hatte ich mal mit meinem Hausarzt mehr im Scherz darüber gesprochen, als ich wegen was anderem bei ihm war. Er hat gesagt "Sie müssen zur Mutter-Kur, ohne Zwillinge, ganz allein für sich". Das ist bei uns aktuell aber nicht realisierbar.

    Kannst du einen Ausgleich für dich finden? (Abends) zum Sport/regelmäßige Spaziergänge/irgendwohin verziehen mit einem Buch?
    Mit einer Woche krankschreiben wird es bei weitem nicht getan sein, hilft dir aber vielleicht, mal ETWAS durchzuatmen.
    Das hält niemand auf Dauer aus.

    Meine Schwester war vor ein paar Wochen in einer extremen Stresssituation. Das ging so weit, dass sie morgens plötzlich nicht mehr aufstehen konnte.

    [bitte nicht zitieren, nehme ich evtl. wieder raus]

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft, vor allem aber, dass ihr eine dauerhafte Lösung findet, etwas für dich zum positiven zu verändern!

  16. Ureinwohnerin

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Mir tut das total leid, zu lesen, isbesondere, wie du gleichzeitig immer betonst, dass andere ja sicher viel fertiger sind. Wenn du tagsüber manchmal einfach einschläfst, wirkt das für mich auf der "Fertig-Skala" eigentlich schon ziemlich drüber. Es liest sich für mich ein bisschen, als ob du oder jemand anderes (dein Mann?) angesichts deiner "objektiven" Belastungslage findet, dass das zu schaffen sein muss, aber offensichtlich ist das ja nun gerade nicht der Fall, das lässt sich doch nicht einfach wegargumentieren. Das hat was von "was, der Tank dieses Autos ist nach 600km leer? Aber mein altes Auto hat 800km geschafft! Da tanke ich jetzt doch nicht nach 600km?!" Kann man machen, dann bleibt das Auto halt stehen.

    Mein erster Gedanke wäre auch genug Schlaf, weil man daran im Alltag vielleicht am ehesten drehen könnte - vielleicht könntest du oder könntet ihr gemeinsam überlegen, wie man mehr Schlaf für dich zur Priorität machen könnte. Was muss denn abends immer noch erledigt werden? Wäre zB eine Putzkraft eine Option - also, auch wenn ihr das bisher für zu teuer oder für unnötig gehalten habt, ließe sich das angesichts deines Befindens vielleicht doch anders bewerten?

    Edit: und ja, Ausgleich. Arbeiten ist anstrengend, aber es ist auch Ausgleich von dem, was zuhause anstrengend ist. Du arbeitest nicht viel, oder? Und dein Mann Vollzeit? Ich weiß nicht, wie da seine Sichtweise ist, aber ich persönlich bin nach einem Tag zuhause mit den Kindern fertiger als nach einem Tag im Büro. Ich finde, er könnte dir da durchaus trotzdem danach noch 2x die Woche die Kinder so abnehmen, dass du raus kannst (Sport, Leute treffen, allein spazieren gehen, irgendwas). Sorry, wenn ich ihm da was unterstelle und er das eh schon macht.
    Geändert von sora (07.07.2020 um 08:10 Uhr)

  17. Senior Member

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Ja, das ist mir auch aufgefallen dass Du anscheinend der Meinung bist dass es Dir nicht „zusteht“ fertig zu sein
    Mal davon abgesehen, dass es durchaus eine Leistung ist drei Kinder zu managen, ist es einfach so, und Du musst das nicht relativieren oder rechtfertigen.
    Mach einfach Dein Ding. Irgendjemand findet es eh scheisse.

  18. Urgestein

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Danke für die Antworten.

    Mein Mann tut, was er kann. Also er MACHT wirklich viel. Aber er ist auch sehr fertig nach den letzten Jahren, er hat in der Arbeit auch viel Stress und Druck, obwohl er nicht dauerhaft mehr als 40Std. arbeitet. Er schläft auch viel zu wenig und außerdem schlecht. Eigentlich mache ich mir eher noch Sorgen um ihn, dass er irgendwann zusammenklappt. Das sehen auch andere.
    Aber er kann mich nicht auch noch ersetzen, wir schaffen das nur zusammen.
    Er versteht nicht so richtig, wie ich Dinge nicht mehr schaffe, wenn er doch trotz eigener Erschöpfung immer noch xy hinkriegt. Gestern habe ich z.B., als die Kinder im Bett waren, noch die Geburtstagkuchen für die Kita gebacken. Um Mitternacht bin ich ins Bett und habe ihn gebeten, noch Glasur und Deko drauf zu machen, weil ich jetzt dringend schlafen mußte. Er saß noch am Rechner und hat das dann nebenbei gemacht, ging gegen 1 ins Bett. Einer (in dem Fall ich) muß morgens um 6 Uhr mit dem Schulkind aufstehen. Am Tag davor hatte ich Mittagschlaf gemacht, dafür mußte ich dann abends / nachts meine Arbeit nachholen.

    Ich arbeite 20Std./Woche, mein Mann das doppelte, er ist von morgens bis abends außer Haus, ich bin fast nur zuhause. Da finde ich es schon fair und logisch, dass ich deutlich mehr Haushalt und Familienorga mache. Mittelfristig würde ich die Anteile da gern verschieben, aber das geht aktuell nicht, und außerdem müßte ich erstmal mehr arbeiten (schaffen...), damit wir uns das finanziell leisten können.

    Ach naja, und das mit der "objektiven" Belastung... Ich finde selber, dass das zu schaffen sein müßte. Von den äußeren Umständen her ist eigentlich alles ok, wir sind eine ganz normale Familie ohne außergewöhnliche Belastungen. So wie wir leben vermutlich die meisten Leute, ohne ständig zu jammern oder gar zusammenzuklappen. Ich verstehe es selber nicht und fühle mich sehr schlecht, dass ich nicht leistungsfähiger bin.

  19. Foreninventar

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Aber ganz ehrlich: Warum KAUFST du die Kuchen dann nicht?


  20. Foreninventar

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    AW: Was tun bei Erschöpfung?

    Die Frage danach, warum du gefühlt (!) weniger leistungsfähig bist als andere führt doch zu gar nix. Außer zu noch mehr Stress.
    Abgesehen davon finde ich das Leben mit zwei Kindern und mir in Elternzeit schon anstrengend, falls dich das beruhigt.

    Und außerdem geht es ja nicht nur um deine aktuelle Situation. Du bist ja einfach schon seit Jahren für drei (?) kleine Menschen zuständig, ist doch total verständlich, dass man da dann auch mal geschafft ist.


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