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  1. Enthusiast Avatar von velove
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    Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Hallo ihr,

    ich würde mir gerne ein bisschen was von der Seele schreiben und hoffe auf hilfreich Impulse, mal sehen.
    Ich bin seit 1, 5 Jahren in einer Beziehung mit einem ganz tollen Mann, den ich sehr liebe und mit dem viele Dinge unheimlich gut funktionieren, er ist rundrum ein sehr liebenswerter Mensch.

    Seit einigen Monaten kristallisiert sich leider heraus, dass wir verschieden getaktete Bedürfnisse haben, was unser Sexleben und ein bisschen aber auch das "grundsätzliche" Beziehungsbedürfnis angeht. Wir haben beide sehr interessante und vielfältige Berufe (Musiker), sind beide extrem ausgelastet und haben wahrscheinlich "farbenfrohere" Lebensstile als der Ottonormalverdiener. D.h., extremes Arbeitspensum, aber auch ständig neue Aufgaben, Orte, viel Kreativität, viele interessante Kontakte uws.
    Mehr und mehr merke ich, dass es für mich wichtig ist, dass meine Beziehung nicht "der langweilige Gegenpart" ist, sondern dass ich in meiner Beziehung dann ebenso interessante Dinge erleben will und z.B. gerne neue Dinge ausprobiere (coole Reisen, Unternehmungen, mal einen Tanzkurs hier, Schlittschuhlaufen da, einen Tauchschein machen, gemeinsam irgendwas lernen usw..).
    Bei ihm ist es eher anders: Für ihn ist es das Schönste, neben seinem chaotischen und stressigen Leben zu mir "nach Hause" zu kommen. Am liebsten verbringt er den Abend dann auf der Couch, ist unheimlich kuschel- und zärtlichkeitsbedürftig und schöpft darüber neue Kraft.
    Man muss aber auch sagen, dass er tendenziell noch einen Ticken mehr zu tun hat als ich und das vor allem "schlechter managed", also er ist einfach auch immer noch deutlich erschöpfter als ich.

    Besonders zeigt sich das leider in unserem Sexleben und das fängt langsam an, mich zu belasten und wird nicht kleiner. Vorneweg: ich rede mit ihm über alles absolut offen und muss dazu nicht ermutigt werden, das ist bei solchen Dingen ja meist der erste Rat
    Man kann schon grundsätzlich sagen, dass ich mehr Lust auf Sex habe, als er. Ich würde am liebsten alle 2 Tage mit ihm schlafen, für mich ist es auch in Ordnung, wenn man mal keine Zeit hat, dass es ewig dauert, mir gibt Sex einen Energieschub und es macht mich glücklich und ausgeglichen.
    Für ihn ist der Sex etwas Besonders, er hat zwar Lust, aber möchte sich Zeit dafür nehmen und verzichtet lieber, als möglicherweise nicht ganz bei der Sache zu sein. Ich glaube, wenn es nach ihm ginge, könnten wir auch alle zwei Wochen miteinander schlafen. Eingependelt hat es sich jetzt bei uns bei ungefähr 1 mal die Woche, vielleicht liegen da zwischen tendenziell eher 9-10 Tage. Für mich ist das total krass.
    Nach ein paar Tagen fange ich an, weites gehend beleidigt zu sein und es fällt mir unheimlich schwer, nicht beleidigt zu sein und mich nicht abgelehnt zu fühlen. Da ich ja Lust habe, kommt es dann natürlich auch öfter zu Situationen, in denen ich versuche, Sex zu initiieren und er eben nicht will, weil er kaputt ist, oder der Moment nicht passt, oder sonstwas. Und das verletzt mich so sehr.
    Dabei haben wir ja schon oft darüber gesprochen, ich weiß ja, dass er mich liebt und anziehend findet, aber in der Situation bin ich dann trotzdem einfach sofort den Tränen nahe und das geht mir so dermaßen nahe. Es ist auch schon passiert, dass ich den Sex ein paar Tage später, wenn er dann "soweit war" und der Moment gepasst hat, überhaupt nicht mehr genießen konnte, wegen einer Mischung aus Erwartungsdruck "dass ich jetzt das Beste da rausholen muss, weil es dann ja wieder "ewig" nichts mehr gibt" und aber auch so einer Art Trotz, weil es sich nicht richtig anfühlt, dass er mich sozusagen immer haben kann, wenn er will, aber ich die meiste Zeit wie auf Kohlen sitze und darauf warte, dass "es passiert".

    Das Problem ist, ich kann überhaupt nicht mehr einordnen, ob mein Verhalten eigentlich noch angemessen ist und bin bei der ganzen Thematik schon so belastet. Zusätzlich muss ich auch erwähnen, dass ich vorher 6 Jahre in einer Beziehung mit einem Mann war, der heimlich schwul war, aber sich nicht geoutet hat. Da gab es natürlich ähnliche Probleme: rein menschlich eine super Beziehung, in der er sich ein Bein ausgerissen hat, weil er mich unbedingt halten wollte, um sich nicht einzugestehen müssen, dass er auf Männer steht und im Bett immer wieder blöde und demütigende Situationen, bis das Ganze völlig eingeschlafen war. Folglich kann man sagen: ja, ich bin definitiv vorbelastet.
    Und deswegen fällt es mir schwer, einzuordnen: Ist es "mein Fehler", dass ich es so persönlich nehme, dass er schlichtweg weniger Lust hat, obwohl zwischen uns alles okay ist und darf es nicht auf die Goldwaage legen, dass er einfach andere körperliche Bedürfnisse hat?
    Oder ist es langsam Zeit, einfach mal auf den Tisch zu hauen, nachdem ich schon seit Monaten mit ihm darüber rede, dass ich gerne mehr Sex hätte und er es trotzdem nicht hinkriegt, einfach mal alle paar Tage mit mir zu schlafen und noch die Dreistigkeit besitzt, meine Avancen rigoros zu ignorieren, obwohl wir schließlich eine Beziehung führen und er meine Bedürfnisse genauso berücksichtigen sollte, wie seine?

    Das ganze Thema wird immer verstrickter und nerviger, ich bin permanent sauer auf ihn und merke, wie es auch in andere Bereiche abfärbt und ich aus diesem "sexuell vernachlässigt fühlen" auch andere Dinge abwiege, also z.B. sehr deutlich wahrnehme, was ich für ihn tue und wie wenig ich in manchen Bereichen zurück bekomme.
    (Kleinkram: ich mach viel mehr im Haushalt, ich bin zuverlässiger darin, mir Zeit für ihn zu nehmen, er verspätet sich meistens. Alles keine Dramen, aber unter dem großen Motto: ich nehme mehr Rücksicht auf dich, als du auf mich und weil ich sauer bin, dass wir so wenig Sex haben, fällt mir das alles auf).

    Was denkt ihr darüber? Ich merke gerade erst beim Schreiben, wie ernst es doch ist.
    Ich bin wirklich unglücklich gerade, dabei sind wirklich alle anderen Dinge zwischen uns so gut und ich hätte so gerne, dass das funktioniert. Gerade überlege ich, ob ich ihm diesen Post als Mail umformuliere und doch einfach nochmal schicke, oder vorlese. Irgendwie ist das doch essentieller, als ich gehofft habe.
    Geändert von velove (28.02.2018 um 07:57 Uhr)

  2. Senior Member
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Mh, ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir mit der Gesamtsituation geht. Bei uns ist das sehr ähnlich, wenn auch mit vertauschten Rollen und noch niedrigerer Frequenz. Aber wir sind die typischen "Redet drüber!!" - Kandidaten, von daher zunächst wenig hilfreich.
    Wenn du aber schreibst, dass du überlegt, ihm diesen Post noch ein mal als Mail zu formulieren, scheint ihr doch nicht im vollen Umfang über das Thema sprechen?
    Bzw., was sagt er denn dazu, wenn ihr darüber sprecht und du ihm deinen Standpunkt darlegst? Das klingt jetzt blöd und ist vllt. auch zu sehr auf mich gemünzt, aber wenn jemand lieber auf Sex verzichtet, weil er das lieber im großen/ganzen entspannt genießen mag, scheint die Lust doch nicht allzu groß zu sein?

    Hm, schwierig...

  3. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Danke für deine Antwort!
    Also ja, wir reden zwar darüber bzw. hatten das Thema schon häufig, ich weiß aber nicht, ob ihm klar ist, wie groß mein Leidensdruck inzwischen ist. Das ist mir nämlich heute früh beim Schreiben selbst so richtig klar geworden. Klar war ich vorher in der Situationen schon oft verletzt, aber dann war das Problem nach unseren Gesprächen auch erstmal gut, aber nun merke ich halt, wie mich das wirklich beeinträchtigt und ich bedrückt bin, sobald ich an ihn denke.

    Wir haben dann auch telefoniert und ich hab ihm angekündigt, dass wir da nochmal intensiv drüber sprechen müssen und gesagt, dass mir jetzt klar ist, dass mein Unglücksfaktor schon so groß ist, dass nur eine Veränderung eine Option ist, wenn wir beide langfristig funktionieren möchten.

    Wenn wir bisher darüber geredet haben, sagte er halt, dass er an den wenigen gemeinsamen Abenden, oder aber, wenn er so spät nach Hause kommt, zu kaputt ist und irgendwie eher "kuschelbedürftig" und dann einfach die Kraft fehlt für Sex. Das macht in sofern Sinn, weil er im Urlaub schon auch mehr will.
    Aber für mich ist das ehrlich gesagt absolut unverständlich, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das sein soll, keine Lust auf Sex zu haben. Egal, wie fertig ich bin, nach ein paar Küssen und Berührungen bin ich schnell davon überzeugt, wach genug dafür zu sein..
    Aber das ist halt auch wieder so eine Sache, ich bin grundsätzlich fitter als er, ich mach viel Sport, hab im Auge, dass ich genug Schlaf kriege usw, auch, wenn ich viel zu tun hab. Er arbeitet sich eher kaputt und dann bleibt für mich zuhause nur noch die völlig abgekämpfte Couch-Variante von ihm übrig, hab ich das Gefühl.

  4. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Ich habe leider keine wirkliche Lösung für das Problem. Aber ich wollte gerne erzählen, dass ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen kann. Ich war mal in einer Art Beziehung, in der wir irgendwann gar keinen Sex mehr hatten und nur noch geküsst und gekuschelt haben. Ich habe mich dabei auch gerade in der Rolle der "sexhungrigen" Frau unglaublich unwohl gefühlt, weil das ja auch einfach ein Thema ist, was nicht sonderlich oft besprochen wird: der Mann ist üblicherweise der, der ständig Sex will und die Frau ist die, die das zulässt.
    Wie sprecht ihr denn darüber? Was sagt er konkret zu deinem Bedürfnis, abseits von deinem Gefühl, abgelehnt zu werden? Ich habe da bei meiner Geschichte dann oft doch gespürt, dass es gar nicht so weit weg von der oben geschilderten Rollenverteilung ist, weil der Mann entscheidet, wie oft man Sex hat und ich da nichts mitzureden habe.

    Ein Ansatz wäre vielleicht, einen Kompromiss auszuarbeiten, bspw. dass ihr in Woche A so viel Sex habt, wie du gerne möchtest, und in Woche B so viel / so lange er das möchte. Aber so richtig weiß ich auch nicht, wie man das umsetzen soll. Man kann halt einfach niemanden dazu zwingen, Sex zu haben.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  5. Member Avatar von sommerlinde
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Was würdest du einer Frau raten, die deutlich seltener Sex haben mag als der Mann?
    Zitat Zitat von Paul Ziemiak
    Die AfD (ist) nicht unser Partner, sondern unser entschiedener Gegner.
    Unser christdemokratischer Kompass zeigt uns, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht verantwortbar und nicht möglich ist. Die AfD will ein anderes, ein dunkleres, ein kälteres Deutschland. CDU und CSU wollen ein besseres Deutschland. Konrad Adenauer hatte recht: "Wer wirklich demokratisch denkt, muss Achtung vor dem anderen, vor dessen ehrlichem Wollen und Streben haben."

  6. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von phaenomenal Beitrag anzeigen
    ... Ich habe mich dabei auch gerade in der Rolle der "sexhungrigen" Frau unglaublich unwohl gefühlt, weil das ja auch einfach ein Thema ist, was nicht sonderlich oft besprochen wird: der Mann ist üblicherweise der, der ständig Sex will und die Frau ist die, die das zulässt.
    Wie sprecht ihr denn darüber? Was sagt er konkret zu deinem Bedürfnis, abseits von deinem Gefühl, abgelehnt zu werden? Ich habe da bei meiner Geschichte dann oft doch gespürt, dass es gar nicht so weit weg von der oben geschilderten Rollenverteilung ist, weil der Mann entscheidet, wie oft man Sex hat und ich da nichts mitzureden habe.

    Ein Ansatz wäre vielleicht, einen Kompromiss auszuarbeiten, bspw. dass ihr in Woche A so viel Sex habt, wie du gerne möchtest, und in Woche B so viel / so lange er das möchte. Aber so richtig weiß ich auch nicht, wie man das umsetzen soll. Man kann halt einfach niemanden dazu zwingen, Sex zu haben.
    Genau! Ich finde diese Rolle auch schrecklich. Ich habe das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich ein gesunder junger Mensch bin, für den das nun mal absolut dazu gehört, wie gutes Essen, oder Bewegung, oder frische Luft, oder oder..

    Am Anfang hat er schon immer sehr verständnisvoll reagiert und auch eher bei sich gesucht, ob er sich erklären kann, wieso er nicht mehr Lust hat und ich hab ihn auch immer ermutigt, zu überlegen, ob ich was tun könnte, um ihn mehr zu reizen und das Ganze für ihn spannender zu machen.
    Aber Montag z.B. habe ich mich dann bei unserem gemeinsamen Abend so ein bisschen auf ihm rumgeräkelt, wir lagen halt gemeinsam auf der Couch und weil es so warm war, hatte ich meine Hose und mein Oberteil ausgezogen und lag dann förmlich in (neuen, heißen, schwarzen Spitzendessous. Kein Scheiß.) auf ihm drauf und als ich angefangen habe, ihn dann ein bisschen zu befummeln und dafür argumentiert habe, nicht noch eine Serienfolge zu gucken, sondern lieber ins Bett zu gehen, hat er dann tatsächlich rausgehauen "Ich weiß, du bist schon wieder horny!".
    Und das ist glaub ich auch der Grund, dass mir gerade so der Kragen platzt. das fasse ich einfach nicht.


    Ich habe übrigens auch schon mal sowas vorgeschlagen, wie "lass uns doch einfach mal versuchen, jeden Samstag miteinander zu schlafen" oder sowas, aber das findet er unromantisch. Ich eigentlich auch, aber mir ist inzwischen jedes Mittel recht.

  7. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von sommerlinde Beitrag anzeigen
    Was würdest du einer Frau raten, die deutlich seltener Sex haben mag als der Mann?
    Weiß ich auch nicht. Ich nehme mal an, du möchtest darauf hinaus, dass man ja niemanden dazu zwingen kann, Sex zu haben/zu wollen?
    Naja, da stellt mir grundsätzlich eigentlich eine Frage: kann man den Partner in einer monogamen Beziehung dafür "verantwortlich" machen, sexuell zufrieden zu sein?
    Oder gesteht man schon mit Eingehen einer solchen Beziehung ein, dass man darauf irgendwann nicht mehr soviel Wert legen darf?
    Oder muss man die sexuelle Befriedigung dann outsourcen?

    (was bei mir nicht funktionieren wird, denn die ist ja ganz klar an die Aufmerksamkeit des Partners geknüpft, der reine körperliche Akt bringt mir ja nichts und es würde mich eher sauer machen, vor Augen geführt zu haben, dass mich ein anderer Mann so begehrt, wie ich es mir von ihm wünschen würde).

  8. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich unfair, dass du dein Bedürfnis da höher wertest als seins. Und: es kann dich so nur frustrieren. Schalte nen Gang runter!
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  9. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Nein man hat keinen Anspruch auf Sex.

    Und ihr habt ein heftiges Gefälle aufgebaut. Du findest sehr viel was du tust „richtig“ und was er tut „falsch“. Ganz unabhängig vom Sex.

  10. V.I.P. Avatar von gewitter
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Velov: es gibt kein Anrecht auf sexuelle Befriedigung. Natürlich: sagen, dass man so nicht zufrieden ist, geht natürlich. Aber so einen Druck aufbauen? Ich würde an deiner Stelle SEHR schnell rennen. Vor allem aber: ich könnte nicht mehr.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  11. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Nein man hat keinen Anspruch auf Sex.

    Und ihr habt ein heftiges Gefälle aufgebaut. Du findest sehr viel was du tust „richtig“ und was er tut „falsch“. Ganz unabhängig vom Sex.
    Erzähl mal bitte ein bisschen, was du meinst. Ich habe jetzt alles nochmal gelesen und die Worte ja nicht genutzt, daher kann ich nur interpretieren.

    Den Absatz z.B.?

    "Das ganze Thema wird immer verstrickter und nerviger, ich bin permanent sauer auf ihn und merke, wie es auch in andere Bereiche abfärbt und ich aus diesem "sexuell vernachlässigt fühlen" auch andere Dinge abwiege, also z.B. sehr deutlich wahrnehme, was ich für ihn tue und wie wenig ich in manchen Bereichen zurück bekomme.
    (Kleinkram: ich mach viel mehr im Haushalt, ich bin zuverlässiger darin, mir Zeit für ihn zu nehmen, er verspätet sich meistens. Alles keine Dramen, aber unter dem großen Motto: ich nehme mehr Rücksicht auf dich, als du auf mich und weil ich sauer bin, dass wir so wenig Sex haben, fällt mir das alles auf). "

    ---> ich versuche ja eben, zu beschreiben, dass ich diese Tendenz sehe und selber gerne etwas dagegen tun würde, den Sex an sich nicht mehr so auf die Goldwaage zu legen und deswegen eben nicht in so eine Haltung zu gehen.
    Aber irgendwie finde ich so diese Situationen, in denen man dem Partner zeigt "ich will dich jetzt, ich hab Lust auf dich" und das nicht erwidert wird, einfach so verletzend, dass mir das schwer fällt. Aber ich nehme gerne Tipps an, wie ich das nicht mehr so persönlich nehmen und besser umschiffen kann.

  12. Ureinwohnerin Avatar von phaenomenal
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Hm, für mich klingt das tatsächlich danach, dass er da klare Regeln vorgibt (nur einmal die Woche, dafür länger, einen festen Tag abzumachen ist unromantisch, ich initiiere das). Und du aus diesem Ungleichgewicht heraus anfängst, gegen eine Wand zu rennen.
    „Wir müssen unbedingt Raum für Zweifel lassen, sonst gibt es keinen Fortschritt, kein Dazulernen. Man kann nichts Neues herausfinden, wenn man nicht vorher eine Frage stellt. Und um zu fragen, bedarf es des Zweifelns.“ R. P. Feynman

  13. Enthusiast Avatar von velove
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von gewitter Beitrag anzeigen
    Velov: es gibt kein Anrecht auf sexuelle Befriedigung. Natürlich: sagen, dass man so nicht zufrieden ist, geht natürlich. Aber so einen Druck aufbauen? Ich würde an deiner Stelle SEHR schnell rennen. Vor allem aber: ich könnte nicht mehr.
    Hättest du einen Vorschlag, was ich machen könnte, um unser Sexleben zu beleben, ohne Druck aufzubauen?
    Oder meinst du, ich sollte eine Lösung bei mir finden, wie ich mit dem "weniger" zurecht komme und mich mit dem, was da ist, zufrieden gebe?

    Und: wo genau interpretierst du rein, dass ich "so einen Druck aufbaue"? Dass ich das Thema über einen längeren Zeitraum immer wieder angesprochen habe? Oder, dass ich ich offen gesagt habe, dass dieses Bedürfnis für mich so wichtig ist, dass es für mich in einer Beziehung einen essentiellen Stellenwert hat?
    Wäre dann "keinen Druck aufbauen" ein Problem höchstens einmal anzusprechen, auch, wenn sich nichts ändert?

  14. Alter Hase Avatar von SarahYasemin
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Ich hab gar keine gute Idee gerade, ist mir nur aufgefallen.

  15. V.I.P. Avatar von hellogoodbye
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    \
    Geändert von hellogoodbye (01.02.2019 um 20:56 Uhr)

  16. Senior Member
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Bei uns gibt es auch ein Ungleichgewicht, nur andersrum dass man keinen zum Sex zwingen kann, da sind sich hier wohl alle einig. Nüchtern betrachtet bleiben Dir folgende Möglichkeiten:
    - Dein Bedürfnis unterdrücken und das nehmen was Du kriegen kannst
    - Dich trennen
    - Selbstbefriedigung
    - Offene Beziehung
    - Hoffen, dass Dein Freund sein Arbeitspensum irgendwann runterfährt und dadurch mehr Energie für Sex hat

    Wichtig ist, dass Du Dir klar machst, dass seine Unlust nicht unbedingt an Dir liegt. Du betonst sehr, dass Du gekränkt bist, abgewiesen zu werden. Ist das evtl sogar das größere Problem?
    Mach einfach Dein Ding. Irgendjemand findet es eh scheisse.

  17. Foreninventar Avatar von cyan
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Mir fällt einfach auf, dass du dich als Norm betrachtest und ihn als Abweichung. Du bist sportlich, im Job organisiert und achtest auf genügend Schlaf - er hingegen könnte in jedem dieser Bereiche an sich arbeiten. Und wenn er erst mal daran arbeitet, hätte er auch öfter Lust.

    Du hast das Gefühl, dich dafür rechtfertigen zu müssen, ein „junger gesunder Mensch“ zu sein, für den Sex in dieser Frequenz dazugehört, aber ich könnte mir vorstellen, dass er sich umgekehrt genauso unter Rechtfertigungsdruck sieht. Siehe oben.


  18. Urgestein Avatar von Wiesgart
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von velove Beitrag anzeigen



    Aber für mich ist das ehrlich gesagt absolut unverständlich, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das sein soll, keine Lust auf Sex zu haben. Egal, wie fertig ich bin, nach ein paar Küssen und Berührungen bin ich schnell davon überzeugt, wach genug dafür zu sein..
    Das sehe ich aber auch als Problem. Wenn Kuscheln und Zärtlichkeiten immer zu Sex führen (sollen), dann bist du das bald auch los und er will vielleicht nichtmal mehr kuscheln, das ist ja häufig so, wenn man mit der anderen Seite spricht, dass die Leute sagen, dass es sie sehr stört, dass jede Handlung sofort sexualisiert wird, wenn sie einfach nur Nähe wollen. Ist natürlich verständlich, wenn man so wenig bekommt, nimmt man jede Möglichkeit mit. Aber vielleicht könntet ihr einfach sexfreie Tage abmachen, an denen klar ist, dass nix passiert, es sei denn er iniitiert es selbst. Und das mit den festen Terminen und Sexdates ist tatsächlich für viele eine Lösung. Wenn man mehr Sex hat, hat man häufig dadurch auch auf Dauer mehr Bock drauf.

  19. Alter Hase
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Ich habe übrigens auch schon mal sowas vorgeschlagen, wie "lass uns doch einfach mal versuchen, jeden Samstag miteinander zu schlafen" oder sowas, aber das findet er unromantisch. Ich eigentlich auch, aber mir ist inzwischen jedes Mittel recht.
    Diesen Tip habe ich schon oft gelesen, v.a. für Leute, die viel um die Ohren haben und dann zu müde / zu gestreßt sind. Man muß sich glaube ich in so einer Situation davon verabschieden, daß Sex "ganz romantisch" sich immer so ergibt, daß beide in derselben Situation und in derselben Frequenz von selbst Lust bekommen. Man verabredet sich ja auch für alles mögliche andere, warum nicht auch für Sex? Das heißt ja nicht, daß der Sex dadurch schlechter wird.

    Zitat Zitat von velove Beitrag anzeigen
    Weiß ich auch nicht. Ich nehme mal an, du möchtest darauf hinaus, dass man ja niemanden dazu zwingen kann, Sex zu haben/zu wollen?
    Naja, da stellt mir grundsätzlich eigentlich eine Frage: kann man den Partner in einer monogamen Beziehung dafür "verantwortlich" machen, sexuell zufrieden zu sein?
    Oder gesteht man schon mit Eingehen einer solchen Beziehung ein, dass man darauf irgendwann nicht mehr soviel Wert legen darf?
    Oder muss man die sexuelle Befriedigung dann outsourcen?
    Ich denke, daß man in einer monogamen Beziehung schon schauen muß, daß beide zufrieden sind, Kompromiß halt. Sex ist ja keine Selbstbefriedigung, sondern schon auch für den anderen da. Das kann auch heißen, daß man sich mal darauf einläßt, auch wenn man selbst nicht gerade vor Lust platzt, so nach dem Motto "der Appetit kommt beim essen"

    Ich möchte dem "renn so schnell du kannst" mal die Möglichkeit einer Beratung oder gar Therapie entgegenstellen. Sowas gibt es auch bei diesem Thema , vielleicht hilft es euch, wenn jemand von außen die richtigen Fragen stellt, um euer Gespräch zu den Kernpunkten zu führen und um eine Lösung zu finden.
    Ich finde nicht, daß sich eure Situation so anhört, als wärt ihr grundsätzlich inkompatibel oder so. Ihr müßt halt jezt an dem Punkt arbeiten, beide.

  20. Foreninventar Avatar von cyan
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    AW: Unterschiedliche Bedürfnisse / Herausfinden, was Sex für einen bedeutet

    Zitat Zitat von Whassup Beitrag anzeigen
    Das kann auch heißen, daß man sich mal darauf einläßt, auch wenn man selbst nicht gerade vor Lust platzt, so nach dem Motto "der Appetit kommt beim essen"

    .
    Diesen Rat finde ich immer erstaunlich. Ich persönlich fände ja wenig unerotischer als Sex als Gefallen an mich.

    Und ich finde auch nicht, dass man sowas vom Partner erwarten kann. Das ist für mich was völlig anderes als „Na, dann schaue ich mir heute halt mal einen Film mit dir ab, der mich selber nicht so interessiert“ oder „Na, dann fahren wir halt jedes zweite Mal in den Süden auf Urlaub, obwohl ich selber die Hitze nicht ausstehen kann.“

    Aber das muss jedes Paar für sich selbst entscheiden.

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