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  1. Stranger

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    Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ich bin schwanger und werde das Kind nicht bekommen. Meine Entscheidung steht fest, Beratungsschein habe ich bereits.
    Nun suche ich einen Arzt, der das ohne Narkose macht, sondern in örtlicher Betäubung. Ich möchte nicht "weg" sein und danach erst wieder aufwachen, auch wenn ich weiß, dass es wohl die meisten Frauen lieber nicht mitbekommen wollen. Bei mir ist es andersherum, ich habe es mir lange und gut überlegt. Und überall lese ich, dass es möglich ist und auch viele Frauen so gemacht haben.
    Alle Praxen, die ich bisher anfragte, machen es aber nur in Vollnarkose.

    Wo finde ich nun eine Praxis, die es in örtlicher Betäubung macht? Bisher nur Berlin, München, Stuttgart... Ich wohne in Niedersachsen, also nicht gerade in der Nähe.
    Wer Erfahrungen hat, gerne auch PN.

  2. Addict

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ist es dir vielleicht möglich, nach Hamburg zu fahren? Dann könntest du diese Praxen
    nochmal anfragen: https://www.hamburg.de/contentblob/4...sabbrueche.pdf
    Oder wäre der medikamentöse Abbruch eine Option?

  3. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Danke dir! Das wären für mich 2 Std. mit dem Zug. Ich weiß nicht, ob das nicht nach sowas (trotz Klarheit weil keine Narkose) etwas zu weit ist.

  4. Addict

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Gibt es vielleicht jemanden, der dich fahren könnte?

    Tut mir leid, dass du die Folgen der Versorgungslücke + des Informationsverbots so krass zu spüren bekommst. Es ist so beschissen!

  5. Member

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Wenn du in eine normale Klinik gehst, dann frag, ob sie dir eine Spinale legen könnten. Dann ist die untere Körperhälfte zwar taub (und man muss eine Weile warten), aber man wird zumindest nicht abgeschossen und bewusstlos.
    Edit - ich weiß nicht, ob ein Krankenhaus Schwangerschaftsabbrüche behandelt. Ich hatte eine Missed Abortion und in dem Fall war es halt eine normale Klinik mit Gyn.

  6. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ja, das Informationsverbot macht mir gerade das Leben zusätzlich schwer. Dass nicht dafür geworben werden darf - ok... Doch man muss nun richtig Detektiv spielen, um Ansprechpartner zu bekommen... Aber immerhin sind die Leute hilfsbereit und nicht verurteilend, wenn man dann mal jemanden ausfindig macht, bei dem man an der richtigen Adresse ist...

    Fahren könnte mich keiner. Zumindest niemand, dem ich vorhatte überhaupt davon zu erzählen. Eine Begleitung (ohne Auto) hätte ich aber. Ich kann nicht einschätzen, wie geschafft ich nach dem Eingriff körperlich bin. Ob es eben mensartige Symptome sind (damit schafft man es ja locker auch einen weiteren Weg heim) oder ob es vielleicht doch so zehrt, dass ich nur schnell auf die Couch will.

    Ich bin mir aber definitiv sicher, dass ich das psychisch ohne Vollnarkose verkrafte. Ich möchte nicht abgeschossen sein, das fühlt sich so falsch (für mich! Ich verstehe voll, wenn andere Frauen es lieber nicht mitbekommen wollen) an Das Emotionalste war für mich die Entscheidungsfindung, da wurde natürlich viel geweint und gehadert. Mein Gefühl war aber immer dagegen und das kristallisierte sich auch immer mehr heraus. Ich kann das jetzt nicht. Mittlerweile ist das Gedankenchaos abgeklungen, ich bin mir sicher und habe keine Zweifel mehr, was ich tun soll. Ich fühle mich komisch befreit, weil ich mir immerhin sicher bin und die Verzweiflung weg ist. Daher möchte ich es jetzt schnell, ohne Zusatznarkose durchziehen und auch bewusst wahrnehmen, was um und in mir passiert. Auch wenn es nicht "schön" ist, brauche ich das als Abschluss. Der Gedanke, letztlich doch abgeschossen werden zu müssen, fühlt sich so viel hilfloser an...


    Aktuell habe ich 2 Kliniken angefragt (danke für den Tipp! Ich hatte bisher nur Praxen auf dem Schirm) und warte auf Rückruf. Man sagte mir, man mache es nur "höchst ungern" ohne Narkose, grundsätzlich sei es aber möglich.
    Geändert von KaWe (30.01.2020 um 13:28 Uhr)

  7. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ist Bremen vielleicht näher?
    Hier machen sie das auf jeden Fall.

    profamilia.de: Bremen Medizinisches Zentrum


    Mir ging es direkt danach eigentlich ganz ok. Aber bei Anfahrt hätte ich lieber ein Auto (mit FahrerIn) gehabt.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  8. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Du könntest dir dort in der Beratungsstelle sicher auch Adressen in deiner Nähe geben lassen können. Die fanden Abbruch mit lokaler Betäubung sehr normal. In meinem Beratungsgespräch ging es eigentlich auch nur um die Frage ob Narkose für mich gut oder schlecht sei. Und ja, ich wollte das eben auch erleben und wurde dann dazu ermutigt. Man sagte mir eben auch, dass gerade Frauen, die das Nichtwollen für sich relativ klar haben, gut damit umgehen können, wenn sie ‚dabei‘ sind.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  9. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Wenn ich mich rück erinner:
    Zugefahren selber hätte ich körperlich ganz gut verkraftet. Gestört hätte mich allerdings das warten am Gleis und die fehlende Privatsphäre. Ich wollte irgendwie allein sein.

    Krampfige Schmerzen (tatsächlich so Mens artig) bekam ich erst ein paar Stunden später. Die ersten ein zwei Stunden war ich einfach nur erleichtert und befreit.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  10. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Bei Beratungszentrum sagte man mir auch, das mache keiner mehr. Die Beraterin (die auch das Gespräch bescheinigte) hatte eine eigene Liste. Sie meinte, die habe keinen 100%igen Anspruch auf Vollständigkeit und die genauen Verfahren kenne sie nicht, doch von "ohne Vollnarkose" hat sie hier noch nie gehört, da müsse ich dann selbst rumtelefonieren.

    Ich war bei der Diakonie. Vielleicht sollte ich nochmal bei profamilia anrufen, doch da ist heute seit 12:00 auch keiner mehr erreichbar, argh!

    Darf ich fragen, wie lange es bei dir her ist? Hattest du auch so Probleme, einen Arzt zu finden oder hat sich das jetzt erst kürzlich geändert, dass es nur so wenige anbieten?

    Die Kliniken in der Nähe haben mir nun mitgeteilt, dass es nach Rücksprache mit dem Chefarzt doch nur mit Vollnarkose geht. Ich könnte heulen. Aber hilft ja nichts, weitersuchen... Ich danke dir/euch sehr für die Hilfe! (Endlich jemand, der einen nicht veurteilt oder von der Vollnarkose überzeugen will)
    Bremen ist auch weit weg, ich versuche es jetzt mal in Hannover, das ist die nächstgrößere Stadt (komme aus Braunschweig)
    Geändert von KaWe (30.01.2020 um 13:38 Uhr)

  11. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Pro familia in Bremen hat halt ne Klinik, die das macht. Ganz ganz sicher. Wenn Bremen ne Option wäre, kann ich dir die wirklich empfehlen.
    Zusätzlich beraten die auch. Und da könnte man bestimmt noch mal fragen, ob sie in deiner Nähe wen wüssten.

    Aber ja, die Situation ist beschissen.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  12. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ich habe nun einen Termin in einer Klinik etwa 45 km entfernt, halbe Stunde mit dem ICE. Dort machen sie grundsätzlich örtliche Betäubung oder Vollnarkose, was gemacht wird, wird erst im persönlichen Gespräch besprochen. Leider erst am 13.02. Mit Glück (und wenn der örtl. Betäubung zugestimmt wird) kann der Eingriff direkt im Anschluss durchgeführt werden. Sonst die Woche darauf. Verdammt, ist das noch lange hin. Ich suche nochmal weiter...

  13. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Ich wünsch dir viel Erfolg!
    Es ist so scheisse, dass einem gerade in diesem Bereich alles so schwer gemacht wird.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  14. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Danke! Und ja, das ist schlimm. Ich hatte davon gehört, doch es jetzt selbst zu erleben, ist scheisse.

    Ich hätte auch noch die Möglichkeit zum medikamentösen Abbruch. Bin jetzt 8. SSW.
    Doch da habe ich gehört, dass es viele Ärzte nur bis zur 7. SSW, da es danach öfter vorkommt, dass es nicht funktioniert und doch noch ausgeschabt werden muss. Das wäre dann eine doppelte Belastung...

  15. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    ... wie oft ich mir heute schon von Praxen am Telefon anhören dürfte, die Idee einer örtlichen Betäubung wäre absurd, das mache doch niemand... Dann stammen sämtliche Infomatierialien und Erfahrungsberichte wohl aus einem Paralleluniversum?

  16. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Nun habe ich eine Klinik gefunden, die mir Wahlfreiheit gibt. In einer anderen Stadt, wo ich jedoch bei meiner Freundin unterkommen kann und nicht nach Hause müsste danach.

    Der Arzt war persönlich am Telefon. Er sagte, dass es stark schmerzen könne. Wie bei einer Entbindung so heftig. Es müsse nicht so sein, könne aber.

    Das verunsichert mich nun doch. Ich laß überall von starken menstruationsähnlichen Beschwerden - das ist zwar auch heftig, aber doch nicht entbindungsähnlich, wie starke Wehen?

  17. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Zitat Zitat von KaWe Beitrag anzeigen
    Nun habe ich eine Klinik gefunden, die mir Wahlfreiheit gibt. In einer anderen Stadt, wo ich jedoch bei meiner Freundin unterkommen kann und nicht nach Hause müsste danach.

    Der Arzt war persönlich am Telefon. Er sagte, dass es stark schmerzen könne. Wie bei einer Entbindung so heftig. Es müsse nicht so sein, könne aber.

    Das verunsichert mich nun doch. Ich laß überall von starken menstruationsähnlichen Beschwerden - das ist zwar auch heftig, aber doch nicht entbindungsähnlich, wie starke Wehen?
    Vorweg: ich bin relativ hart im nehmen.

    Ich fand es unschön. Das eindringen durch den Muttermund war das schlimmste. Aber: das dauert insgesamt vielleicht 15min. Und da gab es so drei vier heftig schmerzende Spitzen. Ansonsten war es unangenehm.
    Das kann natürlich auch anders sein. Aber auch dann ist es eine kurze Prozedur.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

  18. Stranger

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    So würde ich mich auch bezeichnen. Ich lasse auch beim Zahnarzt ohne Spritze bohren, was andere nicht verstehen können. Nur kann ich mir bei "wehenartig" gar nichts vorstellen, da ich noch nie unterbunden habe. Grundsätzlich habe ich aber eher Bedenken, dass es mir vor Schmerz den Kreislauf umhaut.

    Und wie du sagst, ist es ja nur kurz. Zwar kann die Zeit unter Schmerzen auch lang werden... Aber ich glaube das ist machbar. Die Schmerzen nach dem Eingriff müssten ja unabhängig davon sein, ob man währenddessen in Narkose war oder nicht (?)

    Vor dem Eingriff bei meiner Ärztin (die nur Vollnarkose macht) müsste ich 1 Tablette Cytotec vaginal einführen. Ist das Standard? Das kann ja auch wieder wehenartige Schmerzen machen, Stunden vor dem Eingriff.
    Geändert von KaWe (30.01.2020 um 19:08 Uhr)

  19. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Das mit dem Kreislauf kann natürlich passieren. Aber der kommt dann auch wieder. Ich musste zb eh ne Stunde warten, bis ich gehen durfte. Also in nem Bett liegend.


    Und ja die Schmerzen danach sollten mit der Narkose nix zu tun haben, die sind eigentlich nicht soooo krass. Also ich hatte schon schlimmere Perioden. (Wobei ich die so schlimm auch nie hatte.)
    Nervig fand ich, dass ich noch tagelang blutete.

    Und was mich echt umgehauen hat, war die innere Müdigkeit und auch Traurigkeit. Dazu hatte meine Mama den besten Satz der Welt: „Wenn es dir danach scheisse geht, das ist sehr wahrscheinlich, dann lass dir nicht einreden, dass das an einer falschen Entscheidung liegt. Das sind die Hormone. Und die sind mächtig. Aber das geht vorbei.“
    Das vorbeigehen hat ca eine Woche gedauert.

  20. V.I.P.

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    AW: Schwangerschaftsabbruch ohne Narkose?

    Mir wurde keine Tablette eingeführt.
    "Es gibt keine harmlosen Zivilisten."

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